kostenentwicklung der solartechnik

Was werden Solarthermie, Photovoltaik, Speicher & Co. in Zukunft kosten?

Die Frage nach den künftigen Kosten von Solarthermie & Co. ist und bleibt spannend. Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) veröffentlichte dieser Tage eine sogenannte Metaanalyse zu Investitionskosten von Energieanlagen, darunter auch Solarthermie-Anlagen. Die Ergebnisse der Metaanalyse liefern Aufschluss über künftige Kostenentwicklungen, auf deren Basis man Energieszenarien entwickeln kann, um die künftige Versorgung mit Strom und Wärme aus Erneuerbaren Energien zu realisieren. Spannend ist, dass auch die Kostenentwicklung von Energiespeichern Thema der Metaanalyse ist. So viel sei schon mal vorweg gesagt: Die Aussichten für Solarenergie sind demnach ganz gut – die AEE erwartet weiter sinkende Kosten für Solarthermie- und Photovoltaik-Anlagen sowie für Energiespeicher. Doch schaut selbst auf die Ergebnisse der AEE-Metastudie!

Was ist eine Metaanalyse?

Metaanalyse heißt, dass die Ergebnisse verschiedener Studien, die auf einem wissenschaftlichen Forschungsgebiet dieselbe Fragestellung verfolgten, herangezogen werden, um sie miteinander zu vergleichen, auszuwerten und zusammenzufassen. Das heißt, dass man für eine Metastudie keine empirischen Daten mehr erhebt, sondern bereits erhobene und Großteils auch bereits statistisch ausgewertete Daten erneut analysiert – dieses Mal allerdings auf einer Metaebene, so dass sich anhand der statistischen Auswertung der Daten der einzelnen Studien übergreifende Aussagen treffen lassen.

Warum hat die AEE eine Metaanalyse machen lassen?

Auf diese Frage antwortet die AEE, dass heute, im Jahr 2016, die Debatte um die Kosten der Energiewende nach wie vor aktuell sei, gleichwohl sie sich jedoch verändert hätte: Dass die Kilowattstunde Strom aus Windenergie und Photovoltaik künftig kostengünstiger sei als aus fossil-nuklearen Kraftwerken, könne der AEE zufolge fast schon als Allgemeinwissen betrachtet werden. In den Vordergrund der Kostendebatte rücke inzwischen vielmehr der „Aufwand zur Anpassung des übrigen Energiesystems an die fluktuierende Verfügbarkeit des Wind- und Solarstroms sowie die Frage, wie auch die Versorgung mit Wärme und Kraftstoffen auf Erneuerbare Energie umgestellt werden kann“, schreibt die AEE hier auf ihrer Internetseite.Vor diesem Hintergrund habe die AEE das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) damit beauftragt, eine neue Metaanalyse zur Entwicklung der Investitionskosten wichtiger Energiewende-Technologien zu erarbeiten.

Was soll die Metaanalyse bringen?

Der insgesamt 22-seitige Vergleich von Szenarien zu den Investitionskosten in Energieerzeugungs- und Speicheranlagen soll laut der AEE

  • einerseits einen Teil der Ergebnisse aus dem Jahr 2012 aktualisieren (Die Publikation führe demnach die Metaanalyse „Entwicklung der Investitionskosten neuer Kraftwerke“ aus dem Jahr 2012.)
  • und andererseits die Betrachtung auf weitere Energietechnologien ausweiten.

Ziel der neuen Metaanalyse sei es, „teilweise sehr unterschiedliche Aussagen zu den Investitionskosten und Kostensenkungspotenzialen der verschiedenen Technologien transparent zu machen und wesentliche Tendenzen aufzuzeigen“. Damit wolle man eine „Grundlage für weitere Forschungsarbeiten und die Diskussion wichtiger Rahmenannahmen für die Modellierung von Energieszenarien“ schaffen, schreibt die AEE weiter.

Was hat die AEE in ihrer Metaanalyse genau analysiert?

Wie das Portal solarify.eu berichtet, habe sich das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag der AEE fünfzehn Studien zur Brust genommen, um die darin angegebenen Investitionskosten für insgesamt elf Energietechnologien, darunter Solarthermie, Photovoltaik, Off- und Onshore-Windenergie zu vergleichen.

Darüber hinaus liefere die Metaanalyse Aussagen zu den Investitionskosten von Wärmepumpen und Speichertechnologien. Das Portal Solarserver.de zitiert Philipp Vohrer, Geschäftsführer der AEE mit den Worten: „Die Metaanalyse zeigt, dass für Windenergie und Photovoltaik trotz der bereits erzielten Kostenreduktionen mit weiter sinkenden spezifischen Kosten gerechnet wird.“ Eine weitere gute Nachricht für die Energiewende sei Vohrer zufolge, dass auch bei Speichertechnologien von teilweise drastisch sinkenden Investitionskosten ausgegangen werden könne.

Welche Kostenentwicklung sind künftig laut der AEE-Metaanalyse für Solarthermie zu erwarten?

Die AEE prognostiziert laut ihrer neuen Metaanalyse folgende Kostenentwicklung für Solarwärme-Anlagen:

Grafik: AEE

Und wie werden sich die Kosten für Photovoltaik entwickeln?

Die entsprechende Grafik der AEE für die absehbare Entwicklung der Kosten für Photovoltaik sieht so aus:

Grafik: AEE

Hier falle laut der AEE auf, dass sich viele Wissenschaftler in den vergangenen Jahren in Sachen Kostendegression verschätzt hätten. Die meisten hätten den Kostenrückgang bei PV-Anlagen demnach unterschätzt. Selbst Studien von 2012 rechneten für die Folgejahre noch mit deutlich höheren Kosten, als dann tatsächlich eintrafen, schreibt die AEE. Der signifikante Kostenrückgang spiegele sich erst in aktuelleren Studien wider. Für das Jahr 2050 prognostizieren die meisten Wissenschaftler der PV eine weitere Senkung der Investitionskosten um mindestens die Hälfte. In mehreren Studien seien die Werte im Betrachtungszeitraum sogar um etwa zwei Drittel gesunken.

Was ist in Sachen Investitionskosten bei Anlagen zur Erzeugung von Wärme und Strom aus Tiefengeothermie zu erwarten?

Für Anlagen zur Wärme- und Stromerzeugung aus Tiefengeothermie sieht die Kostenprognose wie folgt aus:

Grafik: AEE

Welche Trends lassen sich bei den Kosten für Speichersysteme ausmachen?

Das Thema Speicher spielt eine große Rolle bei der Sicherung der Versorgung mit erneuerbarer Wärme und erneuerbarem Strom: Für Batterien sagt die AEE ihrer Metaanalyse zufolge folgende Kostenentwicklung vorher:

Grafik: AEE

Was kann an Entwicklung bezüglich der Kosten von Wärmepumpen prognostiziert werden?

Grafik: AEE

Auch wenn es sich bei den gezeigten Investititonskosten um Prognosen handelt – der Trend geht insbesondere bei Solarwärme- und Photovoltaik-Anlagen nach unten. Eine gute Nachricht zum Jahresende, oder?

Fotos: Grafiken (5): AEE, Titelfoto: kallejipp / photocase

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