Warum sich eine neue Heizung jetzt lohnt

Warum sich eine neue Heizung jetzt lohnt – 5 gute Gründe

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Die Entscheidung für eine neue Heizung ist keine, die ihr mal eben so nebenbei fällt. Sie betrifft euren Alltag, eure Heizkosten und eure Planungssicherheit für die nächsten 20 bis 30 Jahre. Genau deshalb lohnt es sich, jetzt genauer hinzuschauen: Denn die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen fürs Heizen verschieben sich aktuell. Und diese Verschiebung spricht klar dafür, den Heizungssystemwechsel von fossil zu erneuerbar nicht weiter aufzuschieben.

Es gibt mehrere gute Gründe dafür, dass ihr euch jetzt, kurz vor Jahresschluss, noch die Zeit nehmt, um über den Kauf einer neuen erneuerbaren Heizung nachzudenken.

Paradigma Luftwärmepumpe WP Aero Calima
Dieses Haus wird mit unserer Paradigma Luftwärmepumpe WP Aero Calima beheizt. Die hocheffiziente Luft-Wasser-Wärmepumpe kommt mit einem SCOP von über 5,68 daher und verwendet ein natürliches und klimaschonendes Kältemittel (R-290 Propan). Foto: Paradigma

Grund 1: Fossiles Heizen wird ab 2026 teurer

Ab dem 1. Januar 2026 steigt der nationale CO2-Preis von derzeit 55 Euro auf bis zu 65 Euro pro Tonne (t). Was erstmal nur nach einer abstrakten politischen Zahl klingt, landet sehr konkret auf eurer Heizkostenabrechnung.

Exkurs: Was ist der CO2-Preis und warum betrifft er euch direkt?

Der CO2-Preis ist ein politisches Instrument, mit dem klimaschädliche Emissionen einen konkreten Preis bekommen. Immer dann, wenn beim Heizen das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) freigesetzt wird – also beim Verfeuern von Gas oder Öl – fällt eine Abgabe an. Ziel ist es, fossile Energieträger schrittweise teurer zu machen und klimafreundliche Alternativen wirtschaftlich attraktiver.

Für euch als Verbraucher:innen bedeutet das ganz praktisch:
Der CO2-Preis wird nicht separat in Rechnung gestellt, sondern steckt im Gas- oder Ölpreis, den ihr bezahlt. Je mehr fossilen Brennstoff ihr verbraucht, desto höher fällt auch euer CO2-Anteil aus. Steigt der CO2-Preis pro t, steigen automatisch eure Heizkosten – und das selbst dann, wenn der eigentliche Energiepreis stabil bleibt.

In Deutschland gilt bislang ein national festgelegter CO2-Preis. Ab 2026 wird dieser Preis jedoch innerhalb eines vorgegebenen Rahmens am Markt ermittelt. Das ändert nichts an der Richtung: Günstiger wird CO2 nicht mehr, teurer sehr wahrscheinlich. Perspektivisch kommt zudem der europäische Emissionshandel für Gebäude hinzu, der bereits heute deutlich höhere CO2-Preise kennt.

Wichtig zu wissen für euch ist: Der CO2-Preis ist kein kurzfristiges Sparinstrument, sondern bewusst langfristig angelegt. Er soll Investitionsentscheidungen lenken: weg von fossilen , hin zu erneuerbaren Heizsystemen.

Das heißt:

  • Eure Entscheidung für fossiles Heizgas oder Heizöl bindet euch an einen Kostenfaktor, der politisch gewollt steigt.
  • Eure Entscheidung für erneuerbares Heizen dagegen umgeht diesen Mechanismus von vornherein.

In konkreten Kosten ausgedrückt bedeutet das:

  • In einer kleineren Wohnung steigen die jährlichen CO2-Kosten bei einer Gasheizung von rund 66 auf etwa 78 Euro, bei einer Ölheizung von etwa 87 auf rund 103 Euro.
  • In einem Einfamilienhaus mit höherem Verbrauch summiert sich die CO2-Belastung bei Gas auf bis zu 311 Euro pro Jahr, bei Öl sogar auf rund 412 Euro.
  • Für eine typische Familie im Einfamilienhaus mit Gasheizung können das bis zu 48 Euro Mehrkosten pro Jahr sein, bei einer Ölheizung bis zu 63 Euro – allein durch den nächsten Preisschritt.

Wichtig ist: Diese Beträge sind kein Ausreißer, sondern der Einstieg in eine langfristige Entwicklung. Denn ab 2026 wird der CO2-Preis nicht mehr politisch festgelegt, sondern innerhalb eines Korridors versteigert. Günstiger als heute kann er nicht mehr werden – teurer jedoch sehr wohl.

Exkurs: Was ist an CO2 so schlimm?

Der Blick auf die aktuellen Klimadaten zeigt, warum der politische und ökonomische Druck weiter zunimmt: Der CO2-Gehalt der Atmosphäre ist im Jahr 2024 so stark gestiegen wie noch nie seit Beginn der Messungen in den 1950er-Jahren: Innerhalb eines Jahres nahm die Konzentration um rund 3,5 ppm zu und erreichte einen neuen Rekordwert von knapp 424 ppm. Hauptursache bleibt die Verbrennung fossiler Energieträger, verstärkt von zunehmenden Waldbränden und der Tatsache, dass Wälder und Ozeane immer weniger CO2 aufnehmen. Da Kohlendioxid über Jahrhunderte in der Atmosphäre verbleibt, wirken diese Emissionen langfristig nach. Parallel dazu war 2024 das bislang wärmste Jahr seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen – mit einer globalen Erwärmung von etwa 1,55 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau. Diese Entwicklungen erklären, warum Klimaschutzinstrumente wie der CO2-Preis weiter an Bedeutung gewinnen und politisch nicht zurückgenommen werden.

Grund 2: Die CO2-Kosten steigen künftig immer weiter

Der nationale CO2-Preis ist als Übergangslösung gedacht. Perspektivisch wird das Heizen in den europäischen Emissionshandel überführt. Dort liegt der CO2-Preis aktuell bereits bei rund 82 Euro pro t.

Übertragt man dieses Preisniveau auf eure Heizung, entstehen:

  • bei Gas Mehrkosten von rund 130 Euro pro Jahr für ein typisches Einfamilienhaus,
  • bei Öl entsprechend deutlich höhere Zusatzkosten.

Noch deutlicher wird die Kostenentwicklung im langfristige Trend: Energieökonomische Berechnungen gehen bis zum Jahr 2035 von durchschnittlichen CO2-Preisen um 160 Euro pro t aus. Für euch hieße das jährliche Zusatzkosten von über 500 Euro, wenn ihr weiterhin fossil heizt. Und das jedes Jahr, zusätzlich zu ohnehin schwankenden Brennstoffpreisen.

Der entscheidende Punkt ist damit der: Diese Kosten lassen sich nicht wegdiskutieren. Sie sind europäisch politisch wie klimapolitisch fest verankert.

Grund 3: Politische Debatten ändern nichts an der ökonomischen Realität

Rund um das derzeit geltende Gebäudeenergiegesetz (GEG), das auch als “Heizungsgesetz” bekannt ist, wurde viel diskutiert. Inzwischen hat die Bundesregierung entschieden, das Gesetz umzubenennen in: Gebäudemodernisierungsgesetz. Noch bis Ende Januar sollen Beratungen laufen und Ende Februar soll feststehen, wie das neue “Heizungsgesetz” dann konkret aussehen wird.

Für euch als Verbraucher:innen ist die Frage entscheidend: Wird fossiles Heizen in Zukunft günstiger oder teurer? Und die Antwort ist ganz klar: teurer.

Denn unabhängig davon, wie einzelne Paragrafen des neuen “Heizungsgesetzes” dann heißen oder inhaltlich angepasst werden, bleibt das Ziel bestehen: Deutschland muss bis zum Jahr 2045 klimaneutral werden – auch im Gebäudesektor. Fossile Heizungen passen wirtschaftlich immer schlechter in dieses Bild. Das zeigt sich längst im Markt:

  • Der Absatz von Öl- und Gasheizungen geht stark zurück (wir berichteten).
  • Wärmepumpen stehen erstmals an der Spitze der Verkaufszahlen (wir berichteten).

Nicht die Technik bremst den Umstieg von fossil auf erneuerbar, sondern die Unsicherheit der Verbraucher:innen, die maßgeblich aus dem politischen Hin und Her ums “Heizungsgesetz” resultiert.

Grund 4: Erneuerbare Heizungen machen euch unabhängig von CO2-Kosten

Kommen wir zu dem oft unterschätzten Vorteil erneuerbarer Heizungen:
Wärmepumpen, Solarthermie-Anlagen oder Biomasseheizungen wie Pelletkessel kennen keine CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe.

Wärmepumpen machen nicht ohne Grund gerade das Rennen unter den Erneuerbaren: Sie lassen sich heute intelligent betreiben. Das heißt:

  • Sie können mit dynamischen Stromtarifen (sogenannter Wärmepumpenstrom) kombiniert werden.
  • Sie nutzen Strom gezielt dann, wenn er günstig und erneuerbar verfügbar ist.

Die CO2-Kosten des Heizens lassen sich mit erneuerbaren Heizungen so langfristig nahezu vollständig vermeiden. Für euch bedeutet das:
Während fossile Heizungen Jahr für Jahr zusätzliche Kosten aufbauen, arbeitet eine erneuerbare Heizung mit einem planbaren, steuerbaren Kostengerüst.

Grund 5: Förderung erneuerbarer Heizungen ist derzeit noch sehr hoch

Der Staat federt den Umstieg von fossiler Heizung auf erneuerbare Heizung aktuell noch stark ab. Die entsprechenden Förderprogramme senken eure Investitionskosten erheblich, teilweise auf ein Niveau, das mit einer neuen Gasheizung vergleichbar ist.

Aber gleichzeitig gilt: Die Förderung ist politisch gestaltbar und damit nicht garantiert auf diesem Niveau.

  • Wartet ihr mit dem Heizungssystemwechsel zu lange, trefft ihr möglicherweise auf volle Auftragsbücher, höhere Preise und weniger Auswahl.
  • Kommt es in eurem Haus dann womöglich noch zu einem ungeplanten Heizungsausfall, bleibt euch oft keine Zeit für die beste Lösung. Jetzt den Umstieg zu planen heißt: Ihr entscheidet – und nicht der Notfall.

Die Frage ist nicht mehr „ob?“, sondern „wann?“

Wenn ihr all das bedenkt – steigende CO2-Kosten, langfristige Klimaziele, Marktentwicklung und Förderkulisse – dann verschiebt sich eure Perspektive: Es geht nicht mehr darum, ob ihr eure Heizung irgendwann umstellt.
Es geht darum, ob ihr das jetzt kontrolliert, gefördert und wirtschaftlich sinnvoll tut – oder später unter schlechteren Bedingungen.

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Mehr Informationen

Lest dazu unbedingt unsere beiden Artikel zum Solar-Update für Gas- und Ölheizungen:

Wer heute umsteigt, handelt ökonomisch vernünftig

Eine neue, erneuerbare Heizung ist keine ideologische Entscheidung. Sie ist eine nüchterne Reaktion auf klare ökonomische Signale:

  • Fossiles Heizen wird planbar teurer.
  • Erneuerbare Systeme vermeiden diese Kosten strukturell.
  • Förderung und Technik sind verfügbar.
  • Der Zeitvorteil liegt auf eurer Seite.

Wenn ihr heute handelt, richtet ihr euch nicht nach tagespolitischem Lärm, sondern nach der Realität eures Haushaltsbudgets in den kommenden Jahrzehnten. Genau deshalb lohnt sich eine neue Heizung jetzt.

Foto: Hafiez Razali – Adobe.Stock.com (Titel), Paradigma