Im Anschluss an den Beitrag „Wer oder was ist ESTIF“ folgt heute die Erklärung zur Solar Keymark. Wir beantworten die Frage: “Was ist die Solar Keymark?” Solarthermische Anlagen und ihre Bauteile müssen sich nämlich den kritischen Tests unabhängiger Prüfinstitute stellen, bevor sie Zertifikate erhalten. Das ist auch gut so finde ich und Hersteller von Qualitätsware befürworten das auch. Diese Zertifikate sorgen bestimmt für einen aussagekräftigen Qualitätsstandard, dem der Verbraucher und Anwender vertrauen kann.
Die Geschichte der Solar Keymark
Damit sich bei den Zertifizierungs- und Gütezeichen nicht unzählige verschiedene Labels etablieren, haben die Europäischen Normungsorganisationen CEN und CENELEC im Jahr 2003 das Label „Solar Keymark“ geschaffen. Dabei handelt es sich um ein freiwilliges Prüfsiegel, das von der europäischen Solarindustrie und den Standardisierungseinrichtungen im Rahmen des EU-Programms ALTENER entwickelt wurde.
In Bezug auf die aktuellen Förderungen kommt dem Label „Solar Keymark“ eine weitere wichtige Bedeutung zu: Förderungsfähig sind nur Kollektoren mit dem Solar-Keymark-Label. Bis Januar 2012 wurden fast 1.600 Anlagen zertifiziert.
Die Bedeutung der Solar Keymark bis 2011
Die Ergebnisse der Solar Keymark wurden bis 2011 vorrangig dafür verwendet, die Kennziffern in Simulationsprogramme einzugeben, um so Anlagen richtig planen zu können. Die Datenblätter bestanden bis dahin aus Zertifikat und einem Anhang, dem Datenblatt 1. Die enthaltenen Informationen waren für den Endkunden vollkommen bedeutungslos und ohne Simulationsprogramm zudem unbrauchbar.
Die Bedeutung der Solar Keymark heute: Solarthermietechnik vergleichbar machen
Da man mit den vorgenannten Informationen dem Verbraucher nicht gerecht wird, wurde die Solar Keymark um ein Datenblatt erweitert – das „Solar Keymark Datenblatt 2“. Mit dem Datenblatt 2 sind Endkunden in der Lage, die Kollektor-Kennzahlen und somit die Leistungen, miteinander zu vergleichen. Bei den Daten handelt es sich um rechnerische Werte, die unter gleichen Bedingungen simuliert wurden.
Äpfel und Birnen kann man immer noch nicht miteinander vergleichen
Und deshalb setzt man die Simulations-Voraussetzungen für die Kollektoren auf einen Nenner:
- 4 europäische Standorte: Stockholm, Würzburg, Davos und Athen
- zu erreichendes Temperaturniveau: 25° C, 50° C, 75° C
- optimale Ausrichtung und Neigung der Kollektoren
In einer Stundensimulation erfasst man dann nur die Erträge des Kollektors, die einen positiven Wirkungsgrad aufweisen. Dabei tut man so, als müsste der Kollektor auf einem bestimmten Temperaturniveau (Punkt 1) Wärme (Punkt 2) liefern. Die ermittelten Daten werden dann hochgerechnet und für ein Jahr im Datenblatt 2 angegeben.
Warum eigentlich erst jetzt?
Bei der Photovoltaik wurde ein solches Vergleichsverfahren bereits von Anfang an eingeführt und jeder in der Branche kennt die Nennleistung nach Standardtestbedingungen – oder STC. Cornelia hat im ÖkoEnergieblog ebenfalls schon darüber geschrieben. Es wäre interessant, zu erfahren, warum die Vergleichbarkeit in der Solarwärmebranche so lange nicht gegeben war und warum die Förderbedingungen eigentlich nicht stärker an die Erträge statt an m² gekoppelt wurden?
Die Datenbank liegt auf dem dänischen Server der ESTIF. Wie die Datenbankabfrage der Solar Keymark genau funktioniert, beschreiben wir dann noch genauer in einem weiteren Beitrag. Bis dahin könnt ihr in anderen Blogs weiterlesen, die sich bereits mit dem neuen Datenblatt beschäftigt haben.
- Solar Keymark mit neuem Feature
- Einheitliche Qualitätsstandards für Solarkollektoren mit regionalem Leistungsvergleich
- Die Solarthermie wird verlgeichbarer
Vielen Dank für den sehr guten Artikel! Die Frage nach dem “wieso nicht früher” ist sehr berechtigt und ich habe in meiner Zeit bei ESTIF immer wieder dafür geworben, dass in der Förderung von den m2 abgerückt wird und stattdessen Eträge… oder zumindest die Leistung, also ein energetischer Nutzwert, gefördert werden.
Allerdings gibt es auch gute Argumente, die eine frühere Einführung gebremst haben:
1) Eine genaue Abrechnung kann den Verwaltungsaufwand massiv(!!!) erhöhen. In Deutschland ist das MAP schon vor vielen Jahren dazu übergegangen, “angefangene Quadratmeter” zu fördern, weil in der Realität oftmals noch Änderungen zu den damals vorab zu beantragenden Anlagen kamen. Beantragt wurden z.B. 6,2m2 und gebaut wurden dann 6,5m2. Dann musste das BAFA die Förderung ein weiteres Mal berechnen. Wenn man aber eh nur mit “angefangenen Quadratmetern” arbeitet, ist die Genauigkeit nicht allzu hoch, zumal ja eine Förderbedingung war, dass unter den Bedingungen von Würzburg der Kollektor einen Jahresetrag von mind. 525kWh/m2 erreichte. Da ist der Spielraum auch nicht mehr sehr groß.
2) Anders als in der PV ist der Kollektorertrag nur ein (zugegebenermaßen wichtiger) Parameter für das ansich zu fördernde Gut “eingesparte konventionelle Energie”. Daher haben sich Länder wie Frankreich schon vor Jahren dafür ausgesprochen, eine Systemzertifizierung und damit letztlich auch eine System-Performance zu verlangen. Durch die kürzlich in Kraft getretene EN 12977 wäre dies nun auch für die Mehrheit der in Mitteleuropa üblichen Solarthermie-Systeme möglich. Vorher war es über die EN 12976 und das dazugehörige Solar Keymark nur für “factory made systems” (in der Praxis fast ausschließlich Thermosyphon-Systeme) möglich. Diese sind in Deutschland extrem selten und decken auch in Frankreich nur einen (kleinen) Teil des Marktes ab.
3) Die EN Standards und das Solar Keymark zielten zunächst vor allem auf Sicherheit und Haltbarkeit ab (z.B. Verhalten im Stagnationsfall, bei Hagel, Wind etc.). Die Performance/ der Ertrag war einfach nicht der primäre Fokus. Das kam nach und nach hinzu.
Unterm Strich: Ja, Fördersysteme sollten soweit wie möglich auf energetische Werte umgestellt werden (weg von Quadratmetern Kollektorfläche). Allerdings sollte dabei der Aufwand für Kunden und Verwaltung im Auge behalten werden. Eine ansich ideale laufende Messung, wie sie ja defacto in der PV die Regel ist, wäre für kleine Thermie-Anlagen zu kostspielig. Bei Kleinsystemen sind einfache Formeln gefragt. Für mittlere und größere Anlagen gibt es jedoch kaum noch einen Grund bei Quadratmetern zu bleiben.
Danke Herr Trenkner für die positive Kritik zum Artikel und für die ausführliche Darstellung Ihrer Ansicht.
Ich finde es sehr positiv, dass wir mündigen Bürger durch das Datenblatt 2 endlich die Möglichkeit des Vergleichs haben. Das war sehr wichtig, gerade auch, weil die aktuelle Förderpolitik das Maß und nicht den Ertrag als Basis hernimmt. Es ist sehr interessant, von jemandem wie Ihnen, mit gutem Hintergrundwissen und längerer Erfahrung auf diesem Gebiet, Bestätigung darin zu finden.
Zu den Förderungen: Ich bin keine Heizungsfachfrau und auch keine Politikerin, aber ich denke, dass es nicht schwer sein dürfte, Visualisierungsmaßnahmen für echte Ertragszahlen als Förderbasis herzunehmen. Angenommen man würde das Föderungssystem auf energetische Werte umstellen, was in Zukunft auf jedenfall noch mehr Sinn macht, denn auch die Einspeisung von Wärme in ein Netz wird mehr und mehr dazugehören, wie es jetzt schon bei der PV der Fall ist, wäre das ein großer Antrieb für die Forschung und Technik. Immoment werden die effektiven Systeme gar nicht belohnt, sondern mit dem Durchschnitt über einen Kamm geschert. Da kann man froh sein, dass man überhaupt eine Vergleichsmöglichkeit durch das Datenblatt 2 hat. Denn wer sich eine Anlage für Heizung und Warmwasser anschafft, denkt an die nächsten 20 Jahre und nicht daran, dass er morgen schon wieder überholte Technik sein Eigen nennt.
Hallo Frau Gasmi,
in nicht allzu ferner Zukunft (Zeithorizont vielleicht ~2 Jahre) soll es auf der Basis der europäischen Öko-Design- sowie der Energiekennzeichen-Richtlinie entsprechende Kennzeichenpflichten auch für (dedizierte) Warmwassergeräte geben, sowie hoffentlich bald danach auch für komplette Heizungssysteme.
Das heißt, es wird die bekannten Energie-Kennzeichen (z.B. von Kühlschränken, Lampen etc.) auch für diese Produktgruppen geben. Damit soll dem Verbraucher ermöglicht werden, leicht zu erkennen, welche Produkte besser sind als andere. Zudem würden dann sukzessive die energie-ineffizientesten Systeme vom Markt verbannt (ähnlich wie es derzeit mit den Glühlampen geschieht). Das alles ist nicht gerade trivial, weil Heizungssysteme sehr stark mit dem jeweiligen Gebäude und den jeweiligen klimatischen Bedingungen verknüpft sind. Es leuchtet ein, dass eine Heizung mit Solarthermie in Athen eine andere Performance hat als in Helsinki, gleiches gilt für ein System mit Wärmepumpe. Auch die Größe des Systems spielt eine entscheidende Rolle: Selbst ein hoch-effizientes Heizungssystem verbraucht unnötig Energie, wenn es z.B. überdimensioniert ist.
Das heißt unterm Strich, dass auch mit Energielabel der Verbraucher gut schauen muss, was ihm da angeboten wird. Trotzdem sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung.
Lieber Uwe,
ich muss mich jetzt mal unbeliebt machen. Das z.Z. regierende Konzept “Eine ansich ideale laufende Messung, wie sie ja defacto in der PV die Regel ist, wäre für kleine Thermie-Anlagen zu kostspielig” ist mE. ein ganz entscheidender Grund fuer die Krise der der Solarthermie. Diese Idee ist grundfalsch und schadet der Branche in erheblichen Masze.
Mit dieser Aussage ist der Kunde gezwungen die Katze im Sack zu kaufen. Das hat er oefter schon getan und nun reichts “ihm” eben auch mal. Zertifikate (so auch Keymark) sind ja an sich ganz nett, aber solange sie nicht an dieses Wurzelproblem gehen, nur von sehr begrenztem Nutzen. Sie sind evtl. dazu geeignet ein Gatter fuer allzu ueble Kolektoren aufzubauen – aber das wars auch schon. In der Branche hat sich dies ja nun weitgehend herumgesprochen.
Es muss eine zentrale Forderung aller Verbaende und auch der Branche sein, dass ZWINGEND und damit auch subventionserheblich GEZAEHLT wird. Dies ist z.Z. der entscheidende und vor allem nutzbare Unterschied der PV zur ST. In der PV weiss ich was ich bekomme – in der Thermie ist uendlich viel Esoterik in der Luft. Solange die Branche diesen Knoten nicht aufloest, werden die Kunden bewusst zu den billigsten Geraeten greifen, da sie keinen ueberpruefbaren Nutzen geliefert bekommen. Ich habe volles Verstaendtnis fuer diese Haltung solange sie die Branche mit sehr wagen Versprechen ohne jegliche Garantie abspeist.
In der PV muss ich den Nutzen fuer 20 Jahre vorhersagen und garantieren. Ob es nun 20 Jahre oder thermieueblich meinetwegen 10 Jahre sind, halte ich fuer eher unerheblich, aber der Installateur muss auch im 10. Jahr auf der Matte stehen, wenn die garantierten Ertraege nicht auflaufen !!! Dazu muss gezaehlt werden.
Dies ist ausserdem eine Frage des gesunden Menschenverstandes. Keiner von uns wuerde es akzeptieren, wenn die oertlichen Energieversorger mal so Pi x Daumen und mit einem Zertifikat des Kraftwerks in der Hand bei uns Geld einziehen wuerden. Ich will auf der Rechnung SEHEN, wieviel kWh ich verbraucht habe. Niemand, der halbwegs bei Verstand ist, wuerde solch einen Unsinn mitmachen, weil er richtigerweise annehmen muss, das er irgendwann besch!$$@^ wird. Thermiekunden machen das trotzdem …
Aufgrund dieses extremen Unsinns des “NichtZaehlenWollens” hat sich die Branche selbst und auch selbstverschuldet in die Naehe von Homoeopathie und aehnlichem Schabernack gerueckt. Sie kann das wieder gerade ruecken, dann darf sie aber nicht lamentieren “zu teuer”, “geht nicht mit Glycol”, “Bla Bla Bla” … , sondern muss nach technisch und oekonomisch vernueftigen Loesungen suchen – die btw. ja auch alle schon irgendwie vorhanden sind.
Wie gesagt, die Branche hat dieses Problem laengst identifiziert. Siehe dazu bitte das Interview von Thomas Kanig (SolarDust) :
http://www.sventetzlaff.com/index.php/home/erneuerbare-energien/15-zertifikate-schuetzen-nicht-vor-schlechter-qualitaet
Und noch etwas umfangreicher und auch bedeutend deutlicher das Interview mit Dr. Meissner:
http://www.sventetzlaff.com/index.php/home/erneuerbare-energien/12-interview-dr-rolf-meissner
Wir verkaufen ENERGIE und nicht Globuli, Horoskope & Co. Energie kann man zaehlen – Schabernack nicht. Will man ernstgenommen werden in der Energiebranche, dann muss man fundiert und nachvollziehbar belegen – also zaehlen.
Nocheinmal, es ist von zentraler und ueberlebenswichtiger Bedeutung fuer die Branche, das dieses Konzept der “Wohlfuehlzertifikate vs. echter Nutzen” vom Kopf auf die Beine gestellt wird. Geschieht dies nicht, verschwindet die DE/ A/ I -Thermieindustrie im Orkus der Geschichte.
So weit … und schoene Gruesse aus China …
Sven
PS: Witzigerweise gab es diese Abwehrhaltung gegen das Zaehlen auch bei der PV in ihren Anfaengen. So gab es z.B. innerhalb des 1000 Daecher Programs nur einen Wechselrichterhersteller naemlich Siemens. Diese weigertten sich bis zum Schluss einen Ertragszaehler in den WR einzubauen. Ihre Argumentation war, dass der Kunde ja alles ueber die Bezugs- und Einspeisezaehler gesagt bekaeme. Das ist natuerlich Quatsch und die Kunden haben das auch sehr schnell realisiert. Heute bekomme ich keine Anlage mehr verkauft, wenn deren Ertrag nicht gezaehlt wird.
PPS: Auch heute schon sind in den meisten besseren Reglern Zaehler drin. Diese Zaehler gruenden auf unterschiedliche Prinzipien und auch ganz unterschiedliche Algorithmen. Diese Prinzipien & Algorithmen muessten lediglich genormt und die Zaehler letztlich geeicht werden. Es waere, wenn der Wille dazu vorhanden waere, ein Klacks dies in einer Novelle des Keymarks unterzubringen. Und wuerde mE die Anlagen nicht wirklich verteuern – da meist ja schon “irgendwie” vorhanden.
Hallo Herr Tetzlaff,
vielen Dank für Ihre Antwort. Und in den meisten Punkten gebe ich Ihnen vollkommen recht: Ich bin ein großer Befürworter des “Zählens” und empfehle seit Jahren allen Firmen, das standardmaßig zu machen. Lange Zeit waren die Wärmemengenzähler zu teuer. Das ist mit den Vortex-Sensoren Schnee von gestern aber das haben viele Anbieter noch nicht zum Umdenken genutzt.
Interessant kann zählen besonders dann werden, wenn Firmen weitere Funktionen und Dienstleistungen draufsetzen, z.B. Fernauslesung/überwachung. Hier ist dann auch der Schritt zum ESCO/Contracting nur noch ein kleiner. Ich glaube, dass hier noch viel Musik drin ist.
Trotzdem noch ein bisschen Gegenkritik:
1) Zählen in der PV und Zählen im Heizungswesen ist ein großer Unterschied. Bei einer PV-Anlage kann ich – wenn ich die Dachausrichtung und Verschattung kenne, sehr exakt die Strommengen vorhersagen und dann auch kontrollieren. In der Heizung ist das nunmal anders. Da hängt vieles von dem Gesamtsystem und auch von der Nutzung ab. Das gleiche Haus genutzt von einem 2-Personen-Paar, das vielleicht auch noch berufstätig ist, würde auf ganz andere Zahlen kommen, wenn plötzlich mehrere Kinder zu Hause wären. usw. usw. Hier gibt es ein nicht nur vorgeschobenes Argument: Wer trägt am Ende die Schuld, wenn vorhergesagte kWh und tatsächliche kWh voneinander abweichen? Und liegt das dann am Installateur oder am Hersteller? Wenn Sie einmal die Diskussion um die europäischen Energielabel für Heizungssysteme verfolgt haben, wird Ihnen klar, dass es wirklich nicht trivial ist, dem Kunden klare Werte vorzugeben. Eine Wärmemengenzähler gibt hier also vielleicht eine Genauigkeit vor, die gar nicht gegeben ist. Und was ist denn die interessante kWh? Die vom Kollektor produzierte? Die im Speicher gelandete? Oder die vom Kunden tatsächlich genutzte?
2) Kosten des Zählens: Wie gesagt, die Kosten sind massiv gefallen in den letzten Jahren. Aber yan sollte sie trotzdem im Blick behalten. Es gibt eine VDE(?)-Empfehlung die z.B. die Kosten der Messung ins Verhältnis setzt zur (erwarteten) Kosteneinsparung durch die Solarthermieanlage. Wenn man zuviel zahlen muss, um den Vorteil (genau) zu beziffern, treibt man nur die Kosten der Solarthermie hoch. Das ist für eine Firma wie Ritter/Paradigma (Sie hatten auf das Interview mit Herrn Meissner hingewiesen) kein Problem, weil hierzulande ihre Anlagen zu den Mercedessen unter den Thermieanlagen zählen. Da kann man so eine zusätzliche Ausgabe leicht verschmerzen. Derzeit ist aber in der Branche einigemaßen Konsens, dass wir in den letzten Jahren zuviel Augenmerk auf höchste Performance gelegt haben (immer noch etwas ausgeklügeltere Systeme und Speicher) und zu wenig auf die Kosten. Ich glaube, das in vielen Fällen dem Kunden mit einer vernünftigen Funktionskontrolle mehr geholfen ist, als mit einem scheinbar exakten Wärmemengenzähler.
3) Es klingt zwar immer so logisch, wenn man vom “Kaufen der Katze im Sack” und der “Intransparenz” usw. berichtet und diese für den schlechten Solarthermiemarkt verantwortlich macht. Allerdings hat es nicht nur mich erstaunt, wie positiv die Nutzer von Solarthermie diese in Befragungen einschätzen. Im Rahmen des Fahrplan Solarwärme des BSW-Solar haben externe Marktforscher dies untersucht und immer wieder festgestellt: Die Zufriedenheit mit der Anlage ist nicht unser Problem (schade eigntlich, weil man hier gut ansetzen könnte). Möglich: Die Kunden fühlen sich mit einer Solarthermie-Anlage grundsätzlich zufrieden, weil sie daran glauben – egal ob sie im konkreten Fall nun gut, schlecht oder gar nicht funktioniert. Aber dass eine Unzufriedenheit mit der (messbaren) Performance das derzeitige Problem im Markt ist, scheint einfach falsch.
Sehr Interessanter Artikel, ich wusste gar nicht, dass es so ein freiwiliiges Prüfsiegel gibt. Allerdings scheint dort einmal etwas richtig gemacht worden zu sein, wenn man so schlau war, die Vergabe von Subventionen an das Prüfsiegel zu koppeln. Vermutlich wäre das freiwillige Prüfsiegel sonst, wie so häufig in solchen Fällen, einfach untergegangen… Auch die Erstellung des zweiten Datenblatts erscheint mir erstaunlich Kundenfreundlich zu sein. So sollte es öfters in diesen Branchen sein!
Gruß