Solar Keymark, RALsolar oder TÜV? Was ist der Unterschied?

In Zeiten, wo Hersteller ihre Produkte mit Labeln und Zertifikaten schmücken, um um die Gunst des kaufenden Verbrauchers zu werben, fragt sich so mancher: Was bedeutet das Zertifikat Solar Keymark meiner Solarthermie-Anlage? Wofür steht das RALsolar Gütezeichen 966? Fragen, die hier beantwortet werden.

Solar Keymark und RAL-GZ 966 – besiegelte Qualität für Solarthermie-Anlagen

Ein wichtiges Gütezeichen (GZ) in der Solarthemie, für Solarthermie-Kollektoren wie für komplette Anlagen, ist die Solar Keymark. Über das 2003 von den Europäischen Normungsorganisationen CEN und CENELEC erschaffene freiwillige Prüfsiegel und seine Bedeutung haben wir hier auf dem Blog bereits ausführlicher berichtet. Auch Infos, um sich in der entsprechenden Solar-Keymark-Datenbank zurechtzufinden, haben wir schon geliefert: Hier geht’s zur entsprechenden Bildanleitung.

Doch in Deutschland und Österreich gibt es noch ein anderes bekanntes Gütezeichen für Solar-Anlagen, sowohl Photovoltaik(PV)- als auch Solarthermie-Anlagen: das RAL-GZ 966. Gerade habe die dahinter stehende Gütegemeinschaft RALsolar ihre Güte- und Prüfbestimmungen „an den Solarthermie-Markt der Zukunft angepasst“, berichten Kollegen, zum Beispiel Franz Alt auf seiner sonnenseite.com. Damit reagiere die Gütegemeinschaft auf Veränderungen auf dem Heizungsmarkt, heißt es.

Wer ist die RALsolar?

Die Gütegemeinschaft RALsolar ist ein unabhängiger Verein zur Qualitätssicherung von Photovoltaik-Anlagen und Solarthermie-Anlagen e.V. , in dem sich Unternehmen und Fachleute, sowohl

  • Hersteller entsprechender Produkte
  • als auch Planer/Planungsbüros von Solaranlagen,
  • Installation, Inbetriebnahme und Wartung ausführende Handwerker
  • sowie Service-Unternehmen

aus Deutschland und Österreich zusammengeschlossen haben.

Was ist das RAL-GZ 966?

Die Gütegemeinschaft gibt mit der RAL-GZ 966 eigenen Angaben zufolge ein Dokument mit Güte- und Prüfbestimmungen heraus, die die „technischen Lieferbedingungen“ von PV- und Solarthermie-Anlagen regeln. Also „die Herstellung von hochwertigen Komponenten, die sachgerechte Konzeption, die fachgerechte Ausführung und den Service und Betrieb“ von Solaranlagen – oder anders ausgedrückt: „Die RAL-GZ 966 umfasst all das anerkannte Regelwerk, das ein Solarthermiker kennen muss“.

Wofür steht das Gütezeichen RAL-GZ 966?

Mit dem Gütesiegel RAL-GZ 966 können sich Unternehmen zertifizieren lassen, die dem Verbraucher damit zeigen, dass sie entsprechend der vereinbarten Bedingungen liefern und arbeiten. Für das Recht, ihre Produkte mit dem Gütezeichen RAL-GZ 966 auszuzeichnen, werden die Unternehmen gegen eine Jahresgebühr Mitglied in der Gütegemeinschaft.

Welche Punkte der Bestimmungen für das RAL-GZ 966 wurden gerade angepasst?

Die aktualisierten RALsolar-Bestimmungen zum RAL-GZ 966 sollen dort Klarheit schaffen, wo die europäische Energie-Effizienz-Richtlinie für Wirrwarr sorgte. Deshalb beschreibt man jetzt zum Beispiel präzise, was der Hersteller eines Kollektors an technischen Daten angeben muss, um es Anlagenplanern zu ermöglichen, anhand eben dieser Daten die Effizienzklasse der Solarthermie-Anlage richtig zu berechnen.

Die aktualisierten Güte- und Prüfbestimmungen geben jetzt außerdem auch Auskunft darüber, welche Vorschriften die Hersteller beispielsweise bezüglich des Brandschutzes für Wärmespeicher oder der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen für bestimmte Komponenten der Solarthermie-Anlage einhalten müssen.

Darüberhinaus wurde die Checkliste für Planer erweitert, so dass diese künftig schon beim Erstellen von Angeboten für den Kunden erkennen können, bei welcher Kesselleistung und welchem Fassungsvermögen des Pufferspeichers sie mit behandeltem statt mit normalem Leitungswasser als Trägermedium arbeiten müssen.

Und was ist mit der Solar Keymark?

Das Gütezeichen RAL-GZ 966 schreibt vor, dass ein Solarthermie-Kollektor den Anforderungen der Solar Keymark entsprechen muss.

Und was ist mit der TÜV-Plakette?

Auch der TÜV Rheinland zertifiziert Solarthermie-Anlagen beziehungsweise deren Komponenten wie Warmwasserspeicher nach geltenden europäischen Normen und Standards. Dafür gibt’s dann die TÜV-Plakette.

Foto: MFLEITNER / photocase.de

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