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Experteninterview (1) – Ihr fragt, wir antworten: Was kosten Wärmepumpen?

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Wir haben dem Wärmepumpenexperten und Schulungsleiter unseres Unternehmens Ritter Energie, Jochen Zimmermann, eure häufigsten Fragen zu Wärmepumpen gestellt. Die Antworten liefern wir euch eine nach der anderen hier auf unserem Solarthermieblog. Los geht’s heute mit der Frage: Was kosten Wärmepumpen bei der Anschaffung und was im Betrieb?

Paradigma Luftwärmepumpe WP Aero Calima
Vor diesem modernen Einfamilienhaus steht unsere Paradigma Luftwärmepumpe WP Aero Calima: Das Gerät spielt in Sachen Effizienz in der Spitzenklasse mit. Mit A+++ und einer Jahresarbeitszahl (JAZ) zwischen 5,68 und 6,08 zählt unsere WP Aero Calima zu den effizientesten Wärmepumpen am Markt. Auch bei Minusgraden und Schneefall unsere  Wärmepumpe für stabile Heizleistung und Komfort im ganzen Haus. Foto: Paradigma

Eure meistgestellten Fragen zu Wärmepumpen

  1. Was kosten Wärmepumpen? Wie hoch sind die Anschaffungskosten und mit welchen Betriebskosten muss man rechnen?
  2. Was sind die Vorteile und Nachteile einer Wärmepumpe?
  3. Funktioniert eine Wärmepumpe in meinem Haus überhaupt – auch im Altbau?

Was kosten Wärmepumpen – bei der Investition und im Betrieb?

Jochen Zimmermann, Wärmepumpenexperte: Fangen wir mal bei der Anschaffung einer Wärmepumpe an – wir sprechen im Folgenden übrigens von Luftwärmepumpen, wie wir sie auch anbieten.

Kaufpreise ab 10.000 Euro bis 25.000, 30.000 Euro – je nach Wärmepumpenleistung

Die Preise allein für die Wärmepumpe beginnen für die Endverbraucher:innen in der Regel bei ungefähr 10.000 Euro und können dann bis auf 25.000, 30.000 Euro steigen. Die preisliche Bandbreite ergibt sich aufgrund der unterschiedlichen Leistung der Geräte. Diese und damit der tatsächliche Preis hängen stark vom Gebäude und dessen Wärmebedarf ab. Die Wärmepumpe muss ja leistungstechnisch dazu passen.

Das heißt auch, dass ich nicht einfach irgendwo irgendeine Wärmepumpe hinstellen kann. Vielmehr muss ein Heizungsfachbetrieb vor dem Wärmepumpenkaufen berechnen, welche Wärmepumpenleistung den Wärmebedarf meines Hauses deckt.

Zu den reinen Gerätekosten kommen weitere Kosten, beispielsweise für die Montage. In der Regel wird heute der Heizraum dementsprechend umgebaut, den Rest der Heizungsanlage lässt man, wenn man in der Sanierung ist.

Ungefähr 90 Prozent der Wärmepumpen werden heute in der Sanierung verbaut. Und da ist es so, dass die Heizungsanlage als solche oft bestehen bleibt, aber man sollte nicht den Fehler begehen und hier zu stark sparen.

Also, ich würde jedes Mal im Heizraum alles austauschen. Man sagt eigentlich in der Regel, Decken eben abschneiden und alles neu bauen, denn ich kriege den staatlichen Zuschuss nur einmal und da fällt alles rein. Tausche ich nur den Wärmeerzeuger, kann das teuer werden: Wenn dann ein Jahr später beispielsweise die Heizkreispumpe oder irgendein anderes Bauteil kaputtgeht, dann muss ich die so kaufen, ohne dass ich da irgendeinen Zuschuss kriege. Besser ist es also, so viel wie möglich zum Zeitpunkt der Installation mit reinzunehmen – das rechnet sich.

30.000 bis 60.000 Euro Kosten für Anschaffung und Installation inklusive baulicher Anpassungen

Dazu gehört dann aber auch Einiges im Gebäude. Ich würde immer die Heizkörper überprüfen und natürlich die Heizung selber (Stichwort: Wärmeverteilung, hydraulischer Abgleich). Und wenn es dort notwendig ist, Anpassungen zu machen, würde ich das auch gleich mitmachen. Das heißt, am Ende des Tages liegt man für den Kauf der Wärmepumpe und die passgenauen Umbauarbeiten mit allem Drum und Dran am Gebäude und an der Heizungsanlage wahrscheinlich irgendwo zwischen 30.000 und 60.000 Euro Kosten.

Damit ist die Heizungsanlage dann aber auch zukunftssicher, weil die Wärmepumpe den Vorteil hat, dass sie mit Strom läuft und mehr Wärme bereitstellt, als sie an Strom verbraucht. Das ist eben das Geniale an der Wärmepumpe. Das heißt, ich muss weniger Energie reinstecken, als am Ende rauskommt. Eine Wärmepumpe macht ungefähr aus einem Kilowatt Stromleistung fünf bis sechs Kilowatt Wärmeleistung.

6.000 bis 7.000 KWh Stromverbrauch inklusive Betriebsstrom für die Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus im Jahr

Zu den Betriebskosten bei der Wärmepumpe gibt es eine Faustregel:  Wenn ich ein normales Einfamilienhaus mit einer zu beheizenden Fläche zwischen 120 und 140 Quadratmetern mit drei bis vier Personen bewohne, brauche ich standardmäßig ohne Wärmepumpe ungefähr zwischen 4.000 und 5.000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Wenn ich jetzt eine Wärmepumpe dazu baue, die die Wärme mit Strom erzeugt, muss ich zunächst erstmal den Wärmepumpenverbrauch dazurechnen. Das sind dann im Schnitt zusammen ungefähr 6.000 bis 7.000 kWh für ein normales Einfamilienhaus.

Die Betriebskosten der Wärmepumpe in Geldwert zu beziffern, ist pauschal schwierig, da die Stromkosten von meiner:m Energieversorger:in abhängen. Die:der bestimmt, was ich für den Strom bezahle. Heute zahle ich in der Regel zwischen ungefähr 0,28  bis 0,40 Euro je nach Anbieter:in und daraus ergeben sich dementsprechend die Kosten. Das heißt, jede:r muss hier für sich selbst rechnen, was sie:er an Stromkosten bezahlt und kann dann für sich die reinen Betriebskosten für die Wärmepumpe ausrechnen.

Was ist mit sogenanntem Wärmepumpenstrom: Können Verbraucher:innen davon profitieren?

Jochen Zimmermann, Wärmepumpenexperte: In der Vergangenheit hat man bei den Stromanbieter:innen mitunter einen bestimmten Wärmepumpenstrom beziehen können, der etwas günstiger ist. Das Problem dabei ist natürlich, dass ich dann auch einen zweiten Zähler brauche. Hinzu kommt, dass die Wärmepumpe zu bestimmten Zeiten abgeschaltet wird, meistens morgens um 7 Uhr für eine Viertelstunde, über die Mittagszeit von 11 bis 13 Uhr und am Abend noch mal von 17 bis ungefähr 19 Uhr. Länger darf ein:e Energieversorger:in das nicht abschalten.

Und das heißt, da läuft die Wärmepumpe nicht. doch die Heizkreise und alles andere läuft weiter. Wenn ich das in Kauf nehme, kriege ich dafür den günstigeren Strom. ich gebe aber zu bedenken, dass es, wenn ich die ganzen Kosten drumherum, beispielsweise die Zählermiete, mit in meiner Rechnung berücksichtige, ist der Wärmepumpenstrom dann doch nicht mehr so günstig.

Ich empfehle immer, das Ganze beim Allgemeinstrom zu lassen. Wenn man heute auf Smart-Meter-Zähler setzt, das heißt, auf intelligente Zählersysteme, die in beide Richtungen zählen können, kann man Strom sparen.

Damit habt ihr die Antwort auf eure Frage “Was kosten Wärmepumpen?”. Im nächsten Blogbeitrag dieser Reihe “Experteninterview – ihr fragt, wir antworten”, beantworten wir euch dann die zweite der von euch meistgestellten Fragen zu Wärmepumpen. Bleibt dran!

Foto: Paradigma