Heizen mit der Wärmepumpe

Heizen mit der Wärmepumpe

Heizen mit Wärme aus Wasser, Erde oder Luft: Rund 350.000 500.000 Wärmepumpenheizungen soll es laut Bundesverband Wärmepumpe mittlerweile allein in Deutschland geben. In Ein- und Zweifamilienhäusern kommen meist elektrisch betriebene Kompressionswärmepumpen zum Einsatz. Sie funktionieren quasi wie ein umgekehrter Kühlschrank: In der Anlage zirkuliert ein Kältemittel mit niedrigem Siedepunkt das heißt, es verdampft schon bei Temperaturen, wie sie im Grundwasser oder im frostfreien Boden herrschen. Dann wird es verdichtet und gibt dabei die gewünschte Wärme ab.

Funktionsweise Wärmepumpe

Funktionsprinzip einer Wärmepumpe

Wärme aus Wasser, Luft und Erde

Abhängig von der Niedertemperaturquelle unterscheidet man Wasser-, Luft- und Erdwärmepumpen. Wasserwärmepumpen nutzen das Grundwasser als Wärmereservoir, Luftwärmepumpen die Außenluft. Bei der Nutzung von Erdwärme wird entweder eine Sonde ins Erdreich gebohrt, was bei tieferen Bohrungen schnell ins Geld gehen und für den privaten Eigentümer unerschwinglich werden kann. Oder man geht in die Breite: Mit Bodenkollektoren, die etwa 1,5 bis 2 m tief flächig im Erdreich verlegt werden – dabei muss man aufpassen, dass dem Boden nicht zu viel Wärme entzogen wird man sich Dauerfrost im Boden schafft.

Wärmepumpe mit Erdkollektor, BPW e. V.

Prinzip einer Erdwärmepumpe mit Erdkollektoren

Strom rein, Wärme raus

Kritiker wenden ein, dass eine Wärmepumpe nichts anderes als eine Stromheizung sei – wegen des Energiebedarfs für den Kompressor und gegebenenfalls auch noch für das Pumpen des Grundwassers. Damit wäre eine Wärmepumpe eine Kostenfalle bei steigenden Strompreisen. Doch ganz so dramatisch ist es nicht – mehr über die Pros und Cons von Wärmepumpen erfahrt Ihr in diesem Gastartikel von Robert Doelling. Wie viel Strom die Wärmepumpe für die Umwandlung der Umweltenergie in Wärme braucht, sagt uns die Jahresarbeitszahl (JAZ). Eine JAZ von 4 bedeutet, dass für einen Wärmeertrag von 4.000 Kilowattstunden Heizenergie immerhin 1.000 Kilowattstunden Strom aufgewendet werden müssen. Wichtig ist auch, dass die versprochene JAZ nicht nur auf dem Papier erreicht wird. Die Auswahl und Dimensionierung des Wärmepumpensystems erfordert einige Fachkenntnis.

Die Luftwärmepumpe lässt sich am einfachsten einbauen: Sie wird frei aufgestellt, Erdbohrungen sind nicht notwendig und sie benötigt keine umweltrechtliche Genehmigung – im Gegensatz zu Erd- und Wasserwärmepumpen. Zudem sind die Investitionskosten geringer; dafür liefert sie gegenüber Erd- oder Wasserwärmepumpen meist einen geringeren Ertrag. Die Kosten einer Wärmepumpe liegen größenordnungsmäßig bei 10 – 15.000 Euro; bei der Nutzung von Erde oder Grundwasser kommen noch die Kosten für Bohrungen oder das Verlegen der Erdkollektoren hinzu. Super für die Ökobilanz ist es natürlich, wenn die Wärmepumpe mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben wird; sinnvoll ist außerdem die Kombination mit einer Flächenheizung wie einer Fußboden- oder Wandheizung. Sie kommt mit niedrigeren Vorlauftemperaturen aus.

Foto und Grafiken: waermepumpe.de | (c) Bundesverband Wärmepumpe (BPW) e. V.

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2 Kommentare zu “Heizen mit der Wärmepumpe”

  1. Sanna Börgel

    Liebe Frau Rädisch,
    vielen Dank für den schönen Übersichtsartikel, doch offenbar ist Ihnen bei Ihrer Recherche veraltetes Zahlenmaterial untergekommen. Nicht 350.000 sondern rund 500.000 Wärmepumpen sorgen mittlerweile in Deutschland für klimafreundliche Heiz- und teilwiese auch Kühlenergie.
    Darunter mehr als 150.000 Anlagen, die eine Erdsonde nutzen. Ob man dann davon reden sollte, dass die notwendigen Bohrungen „schnell ins Geld gehen und für den privaten Eigentümer unerschwinglich werden“ können?
    Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, Ja, Bohrmeter kosten Geld – eine Investition, die sich über die Jahre durch niedrigere Verbrauchskosten amortisiert – aber Erdsonden einzig und allein mit dem Attribut „unerschwinglich“ zu verknüpfen, halte ich für tendenziös. Dann müsste der Zusatz „gehen schnell ins Geld und sind für viele Privatleute unerschwinglich“ auch mit vielen anderen umweltfreundlichen Technologien oder sonstigen Anschaffungen verknüpft werden. „PV-Anlagen… gehen ins Geld, Elektroautos … gehen ins Geld, Fernreisen und manche Hobbies … unerschwinglich.“ 😉
    Herzliche Grüße
    Sanna Börgel
    Bundesverband Wärmepumpe

    1. Sabine E. Rädisch Post Author

      Liebe Frau Börgel,
      danke für das Update! Ich habe die Zahl korrigiert. – Es lag nicht in meiner Absicht, eine einzelne Technologie generell als unerschwinglich abzutun, zumal ja auch Wärmepumpen, gegebenenfalls in Kombination mit anderen Erneuerbaren, auch noch gefördert werden. Und sicherlich können Sie mir zustimmen, dass die Erdsonde im Vergleich zu anderen Wärmepumpenarten, z.B. der Luftwärmepumpe, eine höhere Investition erfordert. Freilich relativiert sich dies schnell wieder, wenn die WP dann einen entsprechend höheren Ertrag bringt.

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