Stefan Blaurock „Solarthermie hat Enkeltauglichkeit“ | Handwerker des Monats 01/2016

AD Fontes Lüneburg mit Stefan Blaurock

Neues Jahr, neuer Monat, neuer Handwerker des Monats: Wir stellen Euch heute Stefan Blaurock vor, der seinen Betrieb ad fontes (auf Deutsch: „zu den Quellen“; von Blaurock verstanden als „Energie von der Quelle“) Lüneburg GmbH in 21394 Kirchgellersen in der Nähe von Lüneburg hat. Im Interview spricht der Solarthermiker des Monats über seine Beziehung zu Solarthermie.

Stefan Blaurock, wie kamen Sie zu Ihrem Beruf und was gefällt Ihnen daran?

Stefan Blaurock: Vor 27 Jahren habe ich im Rahmen eines Ferienjobs die Firma ad fontes Ökologische Solartechnik kennengelernt. Schnell wurde deutlich, dass wir eine engere Zusammenarbeit wünschen. Nach kurzer Zeit bin ich bei ad fontes als Geschäftsführender Gesellschafter mit eingestiegen. Wir haben sieben Jahre zusammengearbeitet, bis ich 1995 aus privaten Gründen Hamburg verlassen habe. Die heutige Firma ad fontes Lüneburg wurde von mir 1995 in Kirchgellersen gegründet.

Beschreiben Sie bitte kurz Ihren Betrieb!

Als eine „Einmann-Firma“ gestartet, beschäftigen wir heute fünf Monteure, zwei Kundendienstmonteure, einen technischen Bauleiter, drei Büroangestellte und mich als Geschäftsführer.

Und was ist Ihr Kerngeschäft?

Wir beschäftigen uns als Handwerksbetrieb schon immer schwerpunktmäßig mit dem Thema ökologische Haustechnik. Heizen mit Sonne und Holz und Brennwerttechnik. Auch die Photovoltaik ist bei uns ein großes Thema. Seit zwei Jahren planen und gestalten wir zudem Bäder. Wir arbeiten im Bereich Neubau und Altbausanierung, vorwiegen für Ein- und Zweifamilienhäuser – aber auch in der Wohnungswirtschaft. Unser Aktionsradius beträgt circa 60 Kilometer rund um Lüneburg herum.

Wie kommt’s, dass das Thema Solarthermie auf der Liste Ihrer Dienstleistungen/Services steht?

Aus tiefer politischer, ökologischer und sozialer Überzeugung war und ist umweltfreundliche Haustechnik für mich immer schon wichtig. Ich will meine politischen und ökologischen Interessen mit meinem Job verbinden. Da bietet sich dieses Arbeitsfeld an.

Sie sind Paradigma-Partner. Was sind die Gründe für diese Partnerschaft?

Es gibt mehrere Gründe: Die Anlagentechnik entspricht den Qualitäts- und Leistungsstandards, die ich mir wünsche. Hohe Innovationskraft führt zur Marktführerschaft. Ein zweistufiger Vertriebsweg ist mit wichtig. Partnerschaftlicher Umgang miteinander führt zur Kundenbindung.

Haben Sie aktuell ein Solarthermie-Projekt in der Mache?

Bei uns ist es zur Zeit in dem Bereich Solarthermie schwierig. Unsere Kunden sind sehr abwartend und zögerlich. Der Wettbewerb geht sehr stark über den Preis. Das alles führt dazu, dass der Solarthermiebereich leider rückläufig ist.

Welches der von Ihnen bisher realisierten Solarthermie-Projekte ist Ihr Lieblingsprojekt und warum ist es das?

Alle Projekte, wo eine lange Kundenbindung entsteht und die Erfüllung der Kundenwünsche zur Kundenzufriedenheit führt – sind Lieblingsprojekte.

Nennen Sie uns bitte Ihr größtes Erfolgserlebnis in Sachen Solarthermie!

Eigentlich jede Solaranlage. Es gibt natürlich Leuchtturmprojekte, wie die solare Großanlage bei „Fischfeinkost Hinrichs“.

Und wo drückt der Schuh im Alltag? Welche Hürden sind im alltäglichen Umgang mit Solarthermie gegebenenfalls besonders hoch beziehungsweise schwer zu nehmen?

Das hängt vom Kundentyp ab. Für viele Kunden spielt die Wirtschaftlichkeit eine Rolle. Das ist bei niedrigen Energiepreisen schwierig. Die Kundenzurückhaltung ist auch ein Problem. Hier geht es um Zukunftsängste. Außerdem hat das Image der Solartechnik durch die Entwicklung der letzten Jahre im Berich Photovoltaik gelitten. Viele Erstkunden können da nicht differenzieren.

Was wünschen Sie sich für Ihren Solarthermie-Job?

Ganz klar: Eine größere Kundenbereitschaft, sich mit Solarthermieprojekten zu beschäftigen. Und mehr Aufklärung von Architekten und Planern über die tatsächlichen Möglichkeiten der Solarthermie. Und mehr Kommunikation zwischen den Akteuren, also Handwerkern und Herstellern, mit- und untereinander.

In Gesprächen mit Handwerkern hören wir mitunter, dass es so manchem Kollegen lieber sei, ein Bad einzubauen, als eine Solarthermie-Anlage aufs Dach zu montieren. Wie sehen Sie das „Baddilemma“ – und falls es so ist, was müsste Ihrer Meinung nach zugunsten der Solarthermie verbessert werden?

Beide Bereiche können gut nebeneinander stehen. Bei der Baderneuerung geht es natürlich überwiegend um Emotionen: „Man will sich das Bad noch mal richtig schön machen“. Der Bereich Solartechnik ist durch den Wirtschaftlichkeitsgedanken geprägt. Das Image der Solartechnik in Richtung Nachhaltigkeit, Enkeltauglichkeit, Unabhängigkeit und Zuverlässigkeit muss mehr in der Öffentlichkeit herausgestellt werden.

Foto: Stefan Blaurock

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