Projekt des Monats 20 Prozent solarer Deckungsgrad im unsanierten Altbau | Projekt 2 des Monats 04/2016

Solartechnik in Ebersberg

Wie immer folgt auf das Lieblingsprojekt 1 unseres amtierenden Handwerkers des Monats (kurz: HdM), Wolfgang Wochermaier aus Ebersberg (Oberbayern), die Vorstellung des zweiten Lieblingsprojektes. Das zweite Solarthermie-Projekt fällt etwas kleiner aus, als das erste, das wir Euch hier bereits ausführlich vorgestellt haben. Es handelt sich dabei um ein Einfamilienhaus in Pienzenau. Der Vollständigkeit halber soll noch erwähnt werden, dass Ihr das Interview mit unserem HdM  hier in voller Länge lesen könnt

Ölheizung war Sanierungsfall

Der Hausherr Helmut Grünfelder lies sich bereits im Februar des Jahres 2008 eine umweltfreundliche Solarthermie-Anlage aufs Dach setzen. Im September 2015 wurde diese im Zuge einer Heizungsmodernisierung von unserem Handwerker des Monats und seinem Team (das sich übrigens auf der Internetseite des Handwerksbetriebs spektakulär präsentiert – also unbedingt nach unten scrollen! 🙂 ) mit einer neuen Anlage von Paradigma ersetzt. Das kam nicht von ungefähr: “Meine Schwester in Sachsen hat auch eine Paradigma-Solaranlage! Sie ist damit rundum zufrieden”, sagt Helmut Grünfelder. Zugleich wurde die alte Ölheizung ausgetauscht. Jetzt wird das Haus der Grünfelders mit einer Wohnfläche von 350 Quadratmetern mit einem Pelletskessel beheizt. Grund für die Heizungsumstellung war zum einen, dass sowohl die Heizungsanlage selbst als auch der Öltankraum sanierungsbedürftig waren.

Alte Ölheizung schluckte die Effizienz der alten Solaranlage

Helmut Grünfelders alte Aqua-Solaranlage arbeitete übrigens nicht schlecht. Keineswegs! Allerdings machte sich ihre Energie- und daraus resultierend Kosteneinsparung nicht so bemerkbar, da die alte Heizung doch sehr ineffizient war. “Trotzdem hielt das Vertrauen meines Kunden in die Sache: Herr Grünfelder ist von Solarthermie richtig überzeugt!”, sagt Wolfgang Wochermaier.

Neue Anlage erwirtschaftet 20 Prozent solaren Deckungsgrad

Deshalb gab’s in 2015 eine neue Anlage: Mit einer Bruttokollektorfläche von 10 Quadratmetern erwirtschaftet die neue Solarthermie-Anlage rund 6.500  Kilowattstunden pro Jahr. Sie wurde mit einem solaren Deckungsgrad von 20 Prozent kalkuliert. Bislang verbrauchte der Haushalt, in dem insgesamt vier Personen leben und Wärme (Warmwasser und Heizung) verbrauchen, 4.500 Liter Öl pro Jahr fürs Heizen. Der jährliche Pelletbedarf ist mit fünf Tonnen kalkuliert.

“Maximaler” Kollektorertrag übertroffen!

In diesem besonderen Fall wurde sogar noch etwas aussergewöhnliches beobachtet. Ich konnte meinen Augen nicht trauen als da stand 6500 kWh Jahresertrag (abgelesen), weil ja laut Solar Keymark ein maximaler Kollektorertrag von 5960 kWh bei 50° Kollektortemperatur angegeben ist und dieser Wert bei unseren Beispielen natürlich schwer erreichbar ist, weil meistens die gesamt erzeugte Energie nicht verbraucht werden kann. In diesem Fall wird aber nicht nur die gesamt Energie verbraucht, weil es sich um einen unsanierten Altbau handelt, sondern in der Gegend scheint sogar mehr Sonne als in Würzburg und besonders viel im Jahr 2015. Das alles führt zu einem hohen Ertrag und die Eigentümer “freuen sich wie Schneekönige” (O-Ton 🙂

Für die Installation der neuen Heizung inklusive Solarthermie und Pelletskessel hat Familie Grünfelder Fördermittel des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Anspruch genommen.

Projekt 2 des Monats April 2016 - Einfamilienhaus

Anlagengröße:2 Kollektoren á 4,93 Quadratmeter: 10 QuadratmeterMaximaler Kollektorertrag laut Solar Keymark Standort Würzburg 50°: 5.968 kWh/Jahr
KollektorenCPC 45 Star azurro
Ausrichtung:k.A.
TemperaturniveausVorlauftemperatur: 60°
Rücklauftemperatur: 40°
Mittlere Kollektortemperatur: 50°
Heizung:Pelletkessel
Alte Heizung:ÖlheizungVerbrauch vorher: 4.500 Liter Öl
Trinkwassererwärmung:ja
Heizungsunterstützung:ja
Beheizte Fläche:350 QuadratmeterBaujahr der Anlage: 2015
Energiebedarf:Vorher: 4500 L Öl ca. 45.000 kWh/JahrNachher: 5 Tonnen Pellets = ca. 24.000 kWh + Erträge aus Solarthermieanlage
Gesamteinsparung:21.000 kWh (Heizungsumstellung + Solar)Energieausweis: k.A.
Ertrag/Jahr:6.500 Kilowattstunden (Echtdaten! Abgelesen) Solarer Deckungsgrad (%): Berechnet: 20%
Ausführender Betrieb:
Wolfgang Wochermaier, Wochermaier u. Glas GmbH, Wildermuthstraße 6, 85560 Ebersberg, Telefon: 0 80 92/2 49-0, E-Mail: info(at)wochermaier.de,

www.wochermaier.de
Wir veröffentlichen monatlich zwei Anlagen unserer "Handwerker des Monats". Das ist das Projekt 2 des Handwerkers des Monats April 2016, Wolfgang Wochermaier, Wochermaier u. Glas GmbH, Wildermuthstraße 6, 85560 Ebersberg, Telefon: 0 80 92/2 49-0, Fax: 0 80 92/2 10 55, E-Mail: info(at)wochermaier.de

Fotos: W. Wochermaier

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10 Kommentare zu “Projekt des Monats 20 Prozent solarer Deckungsgrad im unsanierten Altbau | Projekt 2 des Monats 04/2016”

  1. Kai Lorenz

    Hallo,
    nicht schlecht!
    Eine Verständnisfrage: Wo geht die Solar-Wärme in den Sommermonaten Juli/August hin, in den Pool?

    1. WE

      Ich sehe vor dem Haus einiges an Brennholz, in der ganzen Betrachtung fehlt der Einsatz von Brennholz, dient es nur der Zierde.

    2. Cornelia Daniel

      Warte noch auf die Antwort vom Handwerker, aber wir haben ein ähnliches altes Haus und eine Vakuumröhrenanlage und die Hütte ist im Sommer auch recht kühl und nimmt die Wärme dankend auf.

    3. Kai Lorenz

      O.K., bei der 12qm2 Anlage könnten im Sommer so ca. 20kWh pro Tag anfallen, abzüglich WW hätte man noch ein paar kWh um altes kühles Gemäuer – wenn man es denn im Sommer auch drinnen gerne wärmer haben möchte – etwas anzuwärmen…
      Ich konnte da von meiner Anlage leider nur die 10kWh für WW nutzen (und 60 für den Pool), ich habe es im Sommer lieber kühl drinnen.

    4. Wolfgang Wochermaier

      Die Warmwasserleitungen sind nicht gut gedämmt und im Haus werden auch Gästezimmer vermietet.- da wird mehr Wasser gebraucht. Eine Überschußwärmenutzung wäre möglich, war aber noch kein Thema.

  2. Kai Lorenz

    Es gibt noch eine weitere Unstimmigkeit:
    Die Anlage wurde im September 2015 installiert, und im Mai 2016 (bzw. schon eher, da die Daten für den Artikel ja auch schon früher vorliegen mussten) sollen die 6500 kWh “abgelesen” worden sein, also nach längstens 8 Monaten Betrieb??
    Außerdem scheinen die angegebenen 45.000 kWh Heizernergiebedarf für einen unsanierten Altbau mit 350m2 beheizter Fläche doch – sagen wir mal – sehr sparsam. Würde ich das auf meinen teilsanierten Altbau runterrechnen, bezogen auf die letzte Heizsaison, könnte ich davon ausgehen, von meiner Frau zumindest ein paar ernste Worte zu hören (“Ich habe nicht einer neuen Heizung zugestimmt, um im Winter hier im Pullover rumzurennen!”).
    Vielleicht hat der Handwerker ja ein Interesse an der Aufklärung der Fragen und meldet sich dazu mal ;-).

  3. Dipl.-Ing. Axel Creifelds

    Wie wurde die tatsächliche “Ernte vom” gemessen?
    Wieviel kg Stückholz wurden verbrannt?
    Die Anlagenaufwandszahl für die alte Ölheizung wurde auch nicht ermittelt. Ein leistungsmodulierender Pelletkessel dürfte da deutlich besser sein, was übrigens keinesfalls an den Pellets liegt.

    1. Wolfgang Wochermaier

      Das Brennholz wird wohl weiter wie bisher für die Behaglichkeit genutzt. Genauer wissen wir es nicht, da hatten wir nicht drüber gesprochen. Die 4500 l waren ja schon mit Ofenbetrieb im Wohnzimmer. Die Gästewohnung wird nur temperiert, wenn sie nicht genutzt wird. Geheizt wird nur bei Belegung. Die Raumtemperaturen sind jedenfalls stets komfortabel gewesen, wenn ich da war. Die alte Ölheizung wurde nicht gemessen, die war offensichtlich sehr ineffizient und die Wärmeverteilung (Kombination von 1- und 2-Rohrheizung) auch.
      Zur Solarernte: Die Ablesung hat der Kunde vorgenommen anhand der Regleranzeigen. Der Regler war ja vorher schon einige Jahre in Betrieb. Stichtagsgenau mit aktueller Kollektorfläche und Pufferspeichernutzung bekommen wir das erst im September.
      Nach der Heizsaison (war ja schon fast vorbei) paßten am 19.5. jedenfalls nur 5 Tonnen bei der von uns organisierten Sammelbestellung in den Tank. Und die Aschelade war nur 1x zu leeren. Die Einsparung liegt in der Summe der Maßnahmen: Gscheite Aqua- Hochtemperatur- Solaranlage, gscheiter Wärmespeicher, gscheite Verteilung mit ernstgenommenem hydraulischem Abgleich auch der Einrohrheizung, Unter Einsatz von Volumenstromeglern für jeden Ring und Differenzdruckreglern für den 2- Rohr- bereich, einer externen Frischwarmwasserbereitung, daraus resultierender niedriger Rücklauftemperatur und dazu einen gscheiten Brennwertkessel modulierend mit Pellets als Brennstoff.
      Für interessierte aus der Umgebung Ebersbergs biete ich dazu regelmäßig Infoabende an, um uns und unsere Herangehensweise kennenzulernen.

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