Das EU-Energielabel für die verschiedenen Heizungen in Bildern erklärt

EU-Energielabel für Heizgeräte

Nach einigen grundlegenden Erklärungen zum neuen EU-Energielabel in unserem Serienstart stelle ich euch nun Schritt für Schritt die einzelnen Varianten vor. Ich weiß, es ist wirklich ein Chaos auf den ersten Blick, aber sobald die Labels etabliert sind, könnt ihr hier einfach nachlesen. Im Startartikel gibt es eine tabellarische Übersicht – zoomen wir uns einmal näher hinein, und zwar zu den ersten acht Labels, den Etiketten für Raumheizgeräte.

Zoom in die EU-Verordnung 811/2013

1. Raumheizgeräte
gültig ab 26. September 2015gültig ab 26. September 2019
1.1 Etikett 1: A++ bis G für die jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz1.2 Etikett 2: A+++ bis D für die jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz
1.1.1 Raumheizgeräte mit Heizkessel1.2.1 Raumheizgeräte mit Heizkessel
1.1.2 Raumheizgeräte mit Kraft-Wärme-Kopplung1.2.2 Raumheizgeräte mit Kraft-Wärme-Kopplung
1.1.3 Raumheizgeräte mit Wärmepumpe, ausgenommen Niedertemperatur-Wärmepumpen1.2.3 Raumheizgeräte mit Wärmepumpe, ausgenommen Niedertemperatur-Wärmepumpen
1.1.4 Niedertemperatur-Wärmepumpen1.2.4 Niedertemperatur-Wärmepumpen

Soweit die Übersicht zu den Etiketten für Raumheizgeräte (ohne die Kombianlagen, Warmwasserbereiter und -speicher und Verbundanlagen). Jetzt schauen wir uns das EU-Label für diesen Bereich mal genauer an.

2015: Effizienzklassen A++ bis G für Raumheizgeräte

Zunächst zum Etikett 1 und seinen Varianten, die ab 2015 gelten: Für Raumheizgeräte, die bei der jahreszeitbedingten Raumheizungs-Energieeffizienz in die Klassen A++ bis G eingestuft sind. Ich steige gleich bei den Heizgeräten mit Kraft-Wärme-Kopplung (Etikett Nr. 1.1.2.) ein:

Heizgeräte mit Kraft-Wärme-Kopplung

Raumheizgeräte mit Kraft-Wärme-Kopplung, die bei der jahreszeitbedingten Raumheizungs-Energieeffizienz in die Klassen A++ bis G eingestuft sind (Nr. 1.1.2)

Raumheizgeräte mit Kraft-Wärme-Kopplung, die bei der jahreszeitbedingten Raumheizungs-Energieeffizienz in die Klassen A++ bis G eingestuft sind (Nr. 1.1.2)

Das Etikett Nr. 1.1.1. für Heizgeräte (das bereits im Startartikel zu sehen war) sieht fast genauso aus, nur das Piktogramm für die Funktion Elektrizität fehlt logischerweise, da keine Kraft-Wärme-Kopplung dabei ist. Das nächste Etikett unterscheidet sich dann aber schon deutlich:

Raumheizgeräte mit Wärmepumpe

Raumheizgeräte mit Wärmepumpe, die bei der jahreszeitbedingten Raumheizungs-Energieeffizienz in die Klassen A++ bis G eingestuft sind, ausgenommen Niedertemperatur-Wärmepumpen (Nr. 1.1.3)

Raumheizgeräte mit Wärmepumpe, die bei der jahreszeitbedingten Raumheizungs-Energieeffizienz in die Klassen A++ bis G eingestuft sind, ausgenommen Niedertemperatur-Wärmepumpen (Nr. 1.1.3)

Das Etikett hat zwei Spalten für die Angabe der Energieeffizienzklasse. Die linke steht für die Anwendungen im Mitteltemperaturbereich, vereinfacht gesagt: Für Raumheizgeräte mit Wärmepumpen, die eine Vorlauf-Temperatur von 55 Grad liefern. Entsprechend steht die rechte Spalte für Anwendungen im Niedertemperaturbereich, mit einer Vorlauf-Temperatur von 35 Grad. Um die Leistungsfähigkeit der Heizung für Endverbraucher in ganz Europa vergleichbar zu machen, wird die Wärmenennleistung exemplarisch für „durchschnittliche“, „kältere“ und „wärmere“ Klimaverhältnisse angegeben – laut EU-Verordnung 811/2013 sind das „die für die Städte Straßburg, Helsinki und Athen jeweils charakteristischen Bedingungen im Hinblick auf die Temperaturen und die Gesamtsonneneinstrahlung.“

Niedertemperatur-Wärmepumpen

Niedertemperatur-Wärmepumpen, die bei der jahreszeitbedingten Raumheizungs-Energieeffizienz in die Klassen A ++ bis G eingestuft sind (Nr.1.1.4)

Niedertemperatur-Wärmepumpen, die bei der jahreszeitbedingten Raumheizungs-Energieeffizienz in die Klassen A ++ bis G eingestuft sind (Nr.1.1.4)

2019: Effizienzklassen A+++ bis D für Raumheizgeräte          

Ab 2019 steigen die Anforderungen an die Energieeffizienz und die oben gezeigten Labels werden vom Etikett 2 abgelöst. Dessen Varianten sind genauso aufgebaut wie das Etikett 1, nur die Effizienzskala ändert sich und natürlich das Jahr des Inkrafttretens.

Etikett 2 für Heizgeräte: Unterschiede zu Etitett 1

Etikett 2 für Heizgeräte: Unterschiede zu Etitett 1

Jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz bestimmt die Effizienzklasse

Die hier vorgestellten Labels für die Raumheizung beziehen sich allesamt auf die so genannte „jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz“ ? s. Das Kurzzeichen ? (der kleine griechische Buchstabe „eta“) weckt Erinnerungen an den Physikunterricht und an den Wirkungsgrad – und tatsächlich bezeichnet ? s, grob vereinfacht gesagt, den Wirkungsgrad der Geräte – also das Verhältnis zwischen der Nutzwärme (Raumheizungsbedarf in einer bestimmten Heizperiode) und dem jährlichen Energieverbrauch zur Deckung dieses Bedarfs.  Dies kann man auch in der EU-Verordnung 811/2013 nachlesen. Je nach Wirkungsgrad erfolgt die Einstufung in eine Energieeffizienzklasse. Ein ? s – Wert zwischen 90 und 98  führt beispielsweise zur Effizienzklasse A, für A + braucht es schon über 98 Prozent und die Klasse A+++ beginnt ab 125 % aufwärts. Wirkungsgrade über 100 % können nur zustande kommen, wenn erneuerbare Energien beteiligt sind. 

  • Titelbild, Energielabel-Abbildungen: unter Verwendung der Abbildungen in den EU-Verordnungen 811/2013 und 812/2013
  • Tabelle unter Verwendung der EU-Verordnung 811/2013.
  • © Europäische Union, http://eur-lex.europa.eu/, Amtsblatt der Europäischen Union, Ausgabe in deutscher Sprache, L 239, 56. Jahrgang, 6. September 2013 
  • Nur die im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlichte Fassung von Dokumenten der Europäischen Union ist verbindlich.

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