Deutsche Solarthermie-Akteure stellen neue Solarwärmestrategie 2020+ vor

DSTTP neue Solarwärmestrategie 2020+

Auf den Berliner Energietagen präsentierte die Deutsche Solarthermie-Technologie Plattform (DSTTP) die neue „Solarwärmestrategie 2020+“. Diese klärt einerseits über die Bedeutung der Solarthermie für eine auf regenerativen Energien basierende Energieversorgung auf und andererseits über den dafür nötigen Forschungs- und Entwicklungsbedarf.

„Die Solarthermie-Technologie ist ausgereift, aber noch lange nicht ausgereizt.“ Das sagt Helmut Jäger, der Vizepräsident des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. und Sprecher der DSTTP auf Industrieseite anlässlich der Präsentation der neuen Solarwärmestrategie 2020+ auf den Berliner Energietagen. „Wir müssen weiter hart an der Senkung der Kosten arbeiten“, fügt er hinzu. Die

  • Entwicklung effizienter Systeme und Komponenten,
  • die Vereinfachung der Installation
  • sowie die Vereinheitlichung von Schnittstellen für eine deutlich kostengünstigere Montage

seien ihm zufolge die maßgeblichen F&E-Themen für einen Erfolg der Strategie (F&E steht für Forschung & Entwicklung – Anmerkung der Redaktion).

Solarwärmestrategie 2020+ zum Nachlesen

Die neue Solarwärmestrategie 2020+ könnt ihr euch als 15 Seiten umfassendes PDF anschauen, wobei die reine Strategie auf den ersten 8 Seiten niedergeschrieben ist. Der Rest sind Infos zur DSTTP und 5 Anwendungsbeispiele für Solarthermie, darunter auch Senftenberg.

DSTTP fordert gleiche Wettbewerbsbedingungen …

Den Solar-Experten zufolge könne die Solarthermie-Technologie ihr Potenzial dann ausspielen, wenn gleiche Wettbewerbsbedingungen herrschen würden, zum Beispiel bei der Internalisierung der Kosten für die Kohlendioxidemissionen. Helmut Jäger erklärt dazu: „Es kann nicht sein, dass jeder kostenlos Klimagase in die Atmosphäre ausstoßen kann. Wir zahlen auch selbstverständlich für die Müllabfuhr.“ Eine wichtige weitere Forderung sei das sogenannte Mieterwärmemodell. Dabei handele es sich um ein einfaches Abrechnungsmodell, das es erlaube, Mietern Wärme aus Solarthermie zu verkaufen und als Ausgleich auf die Umlegung der „Modernisierungskosten“ zu verzichten.

… und Fortführung der spezifischen Förderung von Solarthermie-Technologie

Die DSTTP wünsche sich zudem dringend, dass die spezifische Förderung für die Solarthermie-Technologie fortgeführt werde. Dazu müsse man wissen, dass das 6. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung noch bis Ende 2018 laufe. Es sei von zentraler Bedeutung für das Gelingen der Energiewende im Wärmebereich, dass die Solarthermieforschung auf solider Basis so schnell wie möglich verlängert werde“, bekräftigt Dr. Harald Drück vom ITW/TZS der Uni Stuttgart in seiner Rolle als wissenschaftlicher Sprecher der DSTTP den Wunsch. Innerhalb der DSTTP gebe es demnach eine große Bereitschaft zur Kooperation und zur Entwicklung von branchenweiten Lösungen. „Darauf könnte und sollte, falls inhaltlich sinnvoll, bei der weiteren F&E-Förderung eingegangen werden“, fordert Drück.

Über die DSTTP

In der Deutschen Solarthermie-Technologie Plattform (DSTTP) organisieren sich alle relevanten Akteure der Solarthermie-Industrie und Solarthermie-Forschung in Deutschland. Aus ihrer Mitte werde ein Beirat mit je acht Vertretern aus Industrie und Forschung gewählt. Die Vertreter der Forschungseinrichtungen würden von den Instituten und die Vertreter der Industrie von den beiden Industrieverbänden BSW-Solar und BDH bestimmt. Jeweils ein Forschungsvertreter und ein Industrievertreter übernähmen den Beiratsvorsitz. Sie vertreten die DSTTP zugleich als Sprecher nach außen. Die DSTTP versteht sich nach eigenen Angaben als Ansprechpartner für die Forschung und Entwicklung zur Solarthermie.

Die aktuelle Besetzung der DSTTP-Gremien

Beiratsvorsitz / Sprecher

  • Harald Drück Institut für Thermodynamik und Wärmetechnik Stuttgart, Universität Stuttgart
  • Helmut Jäger, Solvis GmbH

Beiratsmitglieder der Forschungsinstitute

  • Harald Drück Institut für Thermodynamik und Wärmetechnik Stuttgart, Universität Stuttgart
  • Dirk Mangold, Solites-Forschungszentrum im Steinbeis-Unternehmensverbund
  • Federico Giovannetti, Institut für Solarenergieforschung Hameln GmbH
  • Karin Rühling, Technische Universität Dresden
  • Dr. Thomas Schabbach, Fachhochschule Nordhausen
  • Wolfgang Kramer, Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE
  • Klaus Vajen, Universität Kassel
  • Dr. Wilfried Zörner, Hochschule Ingolstadt

Beiratsmitglieder aus der Industrie

  • Helmut Jäger, Solvis GmbH
  • Herbert Bechem, Vaillant GmbH
  • Lothar Breidenbach, Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e. V.
  • Bernd Hafner, Viessmann Werke GmbH
  • Jörg Mayer, Bundesverband Solarwirtschaft e.V.
  • Christian Stadler, Arcon-Sunmark GmbH
  • Thomas Weidemann, Paradigma Deutschland GmbH
  • N.N.

Die DSTTP sei demnach zugleich wichtiger Partner auf europäischer Ebene für die Renewable Heating and Cooling Technology and Innovation Platform und maßgeblich vertreten im European Solar Thermal Technology Panel (ESTTP).

Mehr Infos zur DSTTP findet ihr auf den Internetseiten:

Foto: sör alex / photocase, grafische Bearbeitung: doreen brumme

Darf’s ein bisschen mehr sein? Passend zum Thema:
  • forum-solare-waermenetze-stuttgart
    Veranstaltungstipp: 2. Forum „Solare Wärmenetze“ am 30. Mai 2017
  • Soalrthermie Video Playlist auf YouTube
    Ganz großes Solar-Kino: 10 Erklär-Videos zur Solarthermie
  • Rahmenbedingungen des Wärmemarkts 2017 BEE Studie
    BEE: Saubere Wärmeversorgung braucht neue Rahmenbedingungen
  • Solarthermie Prognose 2017 BSW-Prognose
    Bundesverband Solarwirtschaft e.V. rechnet 2017 mit steigender Nachfrage nach Solarthermie-Anlagen
mal geteilt
image_pdf

Kommentar verfassen

Ihre Emailadresse wird nicht veröffentlicht.Pflichtfelder sind so gekennzeichnet *

Erlaubtes HTML <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>