Solares Bauen mit Baubiologe Stefan Schön: Bio-Solar-Aktivhaus 2

Bio Aktiv Solarhaus von Stefan Schön

Wie schon das erste Bio-Solar-Aktivhaus unseres Planers des Monats Stefan Schön, Baubiologe und Energieeffizienzberater, ist auch das zweite, das ich euch heute vorstelle, preisgekrönt: Es erhielt 2016 den Umweltpreis und den Klimapreis der Stadt Regensburg. 

Das Haus der Familie Wilhelm aus Regensburg wurde 2014 errichtet. Bauzeit: ein Jahr. Das Haus belegte bei der Verleihung des Klimapreises der Stadt Regensburg am 22. November vergangenen Jahres einen der beiden 1. Plätze in der Kategorie Neubau. Zuvor, im Oktober, hatte es bereits den Umweltpreis der Stadt eingeheimst.

Stefan Schön Lehm-Holzofen

Der Lehm-Holzofen im Wohnraum springt als Nachheizer ein, wenn die Solarthermie wegen fehlender Sonne ausbleibt. Foto: Stefan Schön

Bautechnische Eckdaten zum Haus der Wilhelms

  • Das Wilhelmsche Wohnhaus ist in baubiologischer Holz-Lehm Bauweise geplant und errichtet worden.
  • Die Wohnfläche beträgt etwa 160 m² plus Kellergeschoss.
  • Das Dach hat eine Neigung von 10 Grad und 70 Grad.
  • Die Gründung des Gebäudes ist als gedämmten Keller ausgebaut.
  • Energiestandard: Das Haus ist ein sogenanntes KfW-Energieeffizienzhaus 40 mit Sonnenhaus-Technologie: Das heißt, ein Sonnenenergiespeicher speichert die Sonnenenergie der etwa 36 m² großen Kollektorfläche.
  • In Bad, Küche und Eingang wurde echter Solnhofener Naturstein in Polygonalverlegung verarbeitet. Andernorts sind die Böden mit Lärche belegte Massivholz-Dielenböden.
  • Das verbaute Holz ist sogenanntes Mondphasenholz aus der Region.
  • Bei den Fenstern handelt es sich um Holz-Alu Fenster mit 3-fach Verglasung.
  • An der Fassade wurde unbehandeltes Lärchenholz angebracht.
  • Es gibt ein großes, überdachtes Carport mit extensiver Dachbegrünung.
  • Auf der Südseite hat das Haus einen Balkon und eine überdachte Terrasse in Lärchenholz.
Bio Aktiv Solarhaus

Rückfront des Wilhelmschen Bio-Aktiv-Solarhauses mit den steil montierten Solarthermie-Kollektoren. Foto: Stefan Schön

Energetische Eckdaten zum Haus der Wilhelms:

  • Verglichen mit herkömmlich (konventionell) gebauten Gebäuden konnten laut Stefan Schön schon beim Bau des Hauses der Familie Wilhelm 60 Tonnen CO² eingespart werden. Hinzu kämen demnach jährlich noch mindestens 1,5 Tonnen CO2-Einsparung im alltäglichen Gebäudebetrieb.
  • Das Holz-Lehm-Haus bestehe im Wesentlichen aus nachwachsenden, schadstoffgeprüften und naturbelassenen Baustoffen, darunter Holz, Hanf,
    Holz-Lehm-Dämmung, Massivholzböden und Lehm. Selbst die Kellerdecke und die Böden im Keller seien aus dem Baustoff Holz errichtet worden. Auf diese Bauweise enstehe ein außergewöhnlich gutes und behagliches Raumklima, erklärt Schön.
  • Ein großer Sonnenenergiespeicher (7.000 Liter Fassungsvermögen) werde mit thermischer Energie aus einer Solarthermie-Anlage gefüllt (36 m²
    Kollektoren). Mehr als 50 Prozent der gesamten thermisch erzeugten Energie sind Solarenergie.
  • Die Wandheizung sei ist als Wärmestrahlungsheizung im dicken Lehmputz verlegt, besser „eingelegt“, worden.
  • Der geringe Nachheizbedarf im Winter werde komfortabel mit wenigen Raummetern Scheitholz gedeckt, die in einem Lehmgrundofen im Wohnraum verfeuert würden. Das Scheitholz sei ein 100prozentig regenerativer Brennstoff und käme aus der Region.

Familie Wilhelm, Wolfgang, Maria und ihre kleine Tochter Anna, kamen über die Auseinandersetzung mit ihrer Ernährung auf ihr Bio-Solar-Aktivhaus und dessen Planer Stefan Schön. Das Haus ist von der Firma HolzBausHaus in Holz-Lehm-Bauweise errichtet worden. Die baut auf natürliche Weise: Beim Bau kommen keine belastenden Rohstoffe zum Einsatz, so dass sämtlicher Bauschutt stets problemlos entsorgt werden konnte. Dem lokalen Wochenblatt sagte Bauherr Wolfgang Wilhelm, dass er nie etwas chemisches gerochen hätte. Seine Frau ergänzte die Feststellung mit einer ganz neuen Lebens(raum)erfahrung: Viele Besucher des Wilhelmschen Hauses würden demnach sagen, dass es bei der Familie nach Wald rieche. Das empfänden alle als positiv, wohlig und vertraut.

Der Warmwasserspeicher mit seinen 7.000 Litern Fassungsvermögen sei in der Mitte des Gebäudes platziert worden. Er speichere die Solarthermie, die die steil (90-Grad-Einfallswinkel) zur Wintersonne ausgerichteten Kollektoren lieferten. Das solar erwärmte Wasser fließe dann durch die Wandheizungen und sorge für angenehme Strahlungswärme. Ein Lehm-Holzofen im Wohnaum heize nach, wenn die Sonne mal für längere Zeit ausbliebe.

Ein Haus, so sagte Bauherr Wilhelm dem Wochenblatt weiter, sei die Investition des Lebens. Ihm und seiner Frau sei gesundes Wohnen wichtig. Für sie habe das etwas mit Umweltbewusstsein und grünem Denken zu tun. Die Wilhelms wollten und wollen zeigen: Nachhaltiges Bauen sei möglich!

Fotos: Stefan Schön

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Ein Kommentar zu “Solares Bauen mit Baubiologe Stefan Schön: Bio-Solar-Aktivhaus 2”

  1. Martin Weber

    Sehr schönes Haus und wirklich gut umgesetzt.
    Sorry ich bin ein Technikfreak und an der maximalen Leistung interessiert, somit muss ich hier mal ein kleines Statement abgeben: Leider hat hier mal wieder jemand nicht verstanden das Flachkollektoren nicht für eine Heizungsunterstützung taugen, ich will mal behaupten das man hier mit einem CPC Vakuum Röhrenkollektor mindestens 50% mehr Solarenergie im Winter vom Dach holen könnte, bzw. hätte die Fläche kleiner sein können um dann auch noch Platz für eine kleine PV Anlage zu haben. Außerdem hätte dann Wasser im Kollektorkreis verwendet werden können, Glykol passt nicht so ganz zum Bio-Haus.

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