Energiemix 2020 in Deutschland

Energimix 2020

Als ich 1998 zum Auslandssemester in Dänemark weilte, war ich schwer beeindruckt: Meine Kommilitonen verkündeten stolz, ihr Land erzeuge 10 % seines Strombedarfs mit Windkraft. Heute ist es sogar mehr als ein Viertel, in absoluten Zahlen allerdings sehr viel weniger als im größeren Deutschland.

Energiemix heute

Die Windkraft zählt wie die solare Energie, Wasserkraft oder Erdwärme zu den Erneuerbaren Energien. Laut AG Energiebilanzen deckten diese im Jahr 2011 gerade mal knapp 11 Prozent des deutschen Primärenergieverbrauchs Deutschland – gegenüber fast 80 Prozent aus fossilen Energieträgern und rund 9 Prozent aus Kernenergie. Bis zur echten Energiewende ist also noch einiges zu tun.

Klimaschutz – Deutschland will mehr als die EU

Die Energiewende ist nicht nur eine Folge von Fukushima; schon lange zuvor gab es das Kyoto-Protokoll, welches auch von Deutschland anerkannt wurde und das die bis 2012 zu erreichenden Klimaschutzziele der Industrieländer definierte. Nächstes Etappenziel ist nun das Jahr 2020. Bis dahin will die Bundesregierung die CO2-Emissionen um bis zu 40 % gegenüber 1990 senken (nachzulesen beim Umweltbundesamt). Gegenüber dem EU-Klimaziel, die Treibhausgasemission lediglich 20 % unter das Niveau von 1990 zu bringen, sind 40 % ein ehrgeiziges Unterfangen. Umso mehr, als die Atomkraft vor Fukushima häufig noch als klimafreundliche Technologie gepriesen wurde. Dass dies ein Irrglaube ist, zeigt die Studie Energiebilanz der Nuklearindustrie.

Etappenziel 2020: Erneuerbar, effizient, sparsam

Inzwischen ist der Atomausstieg bis 2022 in Deutschland beschlossene Sache. Laut Energiekonzept der Bundesregierung sollen 35 Prozent des Stromverbrauchs im Jahr 2020 aus Erneuerbaren Energien stammen. Das bedeutet: Mehr Windkraft, Ausbau der Netze und Speicherkapazitäten, um Angebot und Nachfrage besser zur Deckung zu bringen. Und auch die fossilen Energieträger haben noch nicht ausgedient, sollen aber mit Hilfe der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) effizienter genutzt werden. Im Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz ist ein 25prozentiger Anteil der KWK an der Stromerzeugung im Jahr 2020 festgeschrieben. Natürlich muss und kann auch Strom gespart werden – zehn Prozent gegenüber dem Stromverbrauch von 2008.

Bei der Mobilität könnte der Stromverbrauch hingegen steigen: Mindestens eine Million Elektrofahrzeuge möchte die Bundesregierung 2020 auf Deutschlands Straßen bringen. Ich persönlich sehe das kritisch – vor allem, wenn der Auto-Strom nicht zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien stammt. Warum der (motorisierten) individuellen Mobilität weiterhin den Vorzug geben, anstatt mehr in attraktive öffentliche Verkehrsmittel zu investieren?

Viel mehr erwärmen kann ich mich buchstäblich für die energetische Gebäudesanierung und energieeffizientes Bauen: Der Wärmebedarf von Häusern soll laut Energiekonzept um 20 Prozent sinken, der Rest zunehmend durch Erneuerbare Energien gedeckt werden. Mit der Förderung von Solaranlagen und Wärmepumpen ist immerhin schon ein Anfang gemacht, sodass sich künftig hoffentlich noch mehr Bauherren und -frauen für das Heizen mit der Sonne und Umweltenergie begeistern.

Quellen: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), Umweltbundesamt, Deutsche Bundesregierung, Deutsche Energieagentur, Österreichisches Energieinstitut, Österreichisches Ökologieinstitut, AG Energiebilanzen, Internationale Energieagentur/International Energy Agency (IEA)

Foto: pixelio.de | (c) Chris Beck

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