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Hannover: Neue Förderung für Dach plus Solar

Ihr besitzt ein Dach in Hannover? Und plant, das Dach zu dämmen und darauf eine Solaranlage zu installieren? Dann könnt ihr euch für die kombinierten Maßnahmen zur energetischen Sanierung Fördergeld aus dem neuen Fördertopf “Dach plus Solar” holen. Was ihr an Fördergeld erwarten dürft und wie ihr das neue Fördergeld beantragt, steht hier.

Wer hat den neuen Fördertopf “Dach plus Solar” gefüllt?

Das neue Förderprogramm “Dach plus Solar” hat laut Medienberichten der proKlima-Fonds der Enercity AG Hannover (frühere Firmierung: Stadtwerke Hannover AG) aufgelegt.

Nach eigenen Angaben ist Enercity einer der größten kommunalen Energieversorger Deutschlands. Seinen Jahresumsatz beziffert Enercity auf rund 2,3 Milliarden Euro.

Die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) schreibt, dass der Stadtwerke-Fonds den extra Fördertopf einrichten könne, weil die Stadt Hannover ihre Beiträge in diesem und für das kommende Jahr aufgestockt habe. 2019 stünden für „Dach plus Solar“ 150.000 Euro zur Verfügung.

Wer kann das neue Fördergeld “Dach plus Solar” beantragen?

Fördergeld aus dem Förderprogramm könnten demnach Immobilienbesitzer in der Landeshauptstadt Hannover beantragen, die mit einer Dachdämmung den Wärmeschutz ihres Dachs verbessern und zugleich zum ersten Mal dort eine Solaranlage installieren.

Antragsberechtigt seien sowohl Privatpersonen als auch Gewerbetreibende oder Unternehmer, Vereine, Institutionen oder Träger kommunaler Liegenschaften in der Landeshauptstadt Hannover.

Die Umsetzung der Solaranlagen könne proKlima zufolge auch im sogenannten Contracting-Verfahren mit einer Genossenschaft oder in Form einer Bürgersolaranlage erfolgen.

Was sind förderfähige Solaranlagen?

Bei der zugleich mit der Durchführung der Dämmmaßnahme installierten Solaranlage könne es sich laut proKlima

  • sowohl um eine Solarwärme-Anlage (Solarthermie-Anlage)
  • als auch um eine Solarstrom-Anlage (Photovoltaik-Anlage, kurz: PV-Anlage)

handeln.

Für die Solaranlagen sei allerdings eine Energieerzeugung von mindestens zehn Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr  bezogen auf die gedämmte Dachfläche nachzuweisen. proKlima merkt dazu an, dass dazu in der Regel Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Photovoltaik oder Wärme aus Solarthermie-Kollektoren zählen würden. Wolle man alternative solare Erzeugungstechniken nutzen, müsse man sich dazu extra mit proKlima abstimmen.

Die solare Energieerzeugung sei anhand einer Simulationsrechnung mit einer validierten Software nachzuweisen und mit der Antragstellung einzureichen.

Welches Dach hat das Zeug zum  “Dach plus Solar?”

Das Programm gelte für sämtliche Immobilien in Hannover – ganz gleich, ob es sich um das Dach auf einem gekühlten oder beheizten Gebäude handele, darunter fallen also

  • Gewerbegebäude ebenwo wie
  • Vereinsgebäude,
  • Einfamilienhaus
  • oder Mehrfamilienhaus.

Der sogenannte U-Wert (Fachausdruck: Wärmedurchgangskoeffizient) des Daches dürfe nach der Dämmmaßnahme höchstens 0,14 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m²K) betragen.

Mit welcher Fördersumme aus dem Programm “Dach plus Solar” könnt ihr rechnen?

Der Fördersatz des Programms “Dach plus Solar” betrage proKlima zufolge 20 Euro pro Quadratmeter (m²) gedämmter Dachfläche. Für ein einzelnes Objekt nennt proKlima den Förderhöchstsatz von 40.000 Euro.

Gut zu wissen: Ihr könnt das Förderprogramm “Dach plus Solar” mit anderen Programmen kombinieren, um noch mehr Fördergeld zu kassieren. Vorausgesetzt, das ist nach deren Bestimmungen zulässig. Die Summe aller Förderungen dürfe laut proKlima die förderfähigen und nachgewiesenen Kosten nicht überschreiten. Vorsteuerabzugsberechtigten Antragstellern werde die Förderung auf Basis der Nettokosten bewilligt.

Wenn ihr zum Beispiel zum Dachdämmen Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen aus nachhaltiger Erzeugung verwendet, verdoppelt sich der Quadratmetersatz von 20 auf 40 Euro.

Als Förderbeispiele führt proKlima diese beiden an:

Mehrfamilienhaus mit nachhaltiger Dachdämmung plus Solarstrom

  • zu dämmende Dachfläche: 180 m²
  • minimale Solarenergieerzeugung: 1.800 Kilowattstunden pro Jahr (kWh/a)
  • minimale PV-Peakleistung*: 2 Kilowattpeak
  • Anzahl PV-Module*: rund 7 Module auf 12 m²
  • Förderung Dach plus Solar: 3.600 Euro
  • Förderung nachhaltige Dämmung: 3.600 Euro

Gewerbebetrieb (Waschanlage) mit Flachdachdämmung plus Solarthermie

  • zu dämmende Dachfläche: 1.200 m²
  • geforderte Solarenergieerzeugung**: 12.000 kWh/a
  • Kollektorfläche**: 30 m²
  • Förderung Dach plusSolar: 24.000 Euro

Wobei folgende Annahmen gelten würden:

  • * Annahme = 900 kWh/lkWp Solarertrag im Jahr, 300 Wp je Modul, 1,7 m²/Modul
  • ** Annahme: 400 kWh/m²a Solarertrag je m² Kollektorfläche

Bekommt ihr auch Geld für  Eigenleistung?

Nein, die Arbeiten zur energetischen Sanierung eures Gebäudes müssen laut proKlima von einem Fachbetrieb ausgeführt werden. Eigenleistung sei demnach von der Förderung ausgeschlossen.

Wo könnt ihr das neue Fördergeld “Dach plus Solar” beantragen?

Die Förderung beantragt ihr mit den vollständigen Antragsunterlagen bei der Geschäftsstelle proKlima. Hier die Kontaktdaten:

proKlima – der enercity-Fonds (Adresse: Ihmeplatz 2, 30449 Hannover, Telefon: 05114301970 , E-Mail: proklima@nullenercity.de, Homepage: www.proklima-hannover.de)

Die Antragspapiere bekommt ihr auch online.

Informationen zu “Dach plus Solar” gebe es laut der HAZ auch bei der städtischen Klimaschutzleitstelle unter der Telefonnummer 051116840683.

Welche Fristen müsst ihr beachten?

proKlima weist darauf hin, dass nur Maßnahmen gefördert würden, die noch nicht beauftragt worden seien.

Für das laufende Kalenderjahr hättet ihr fürs Beantragen von Fördergeldern aus dem Fördertopf “Dach plus Solar” demnach bis zum 31. Oktober Zeit. Ein Jahr nach der Bewilligung der Förderung solltet ihr die Umsetzung mit den zur Auszahlung erforderlichen Unterlagen nachgewiesen haben.

Diese Frist könne  man auf schriftlichen Antrag hin verlängern.

Was ist die geplante Laufzeit des Förderprogramms “Dach plus Solar”?

Das Förderprogramm „Dach plus Solar“ ist am 2. April 2019 in Kraft getreten und gelte laut Angaben von proKlima bis auf Widerruf. Förderanträge können also bis zum 31. Oktober des geltenden Förderjahres gestellt werden.

Was müsst ihr außerdem beachten?

Die Geschäftsstelle proKlima informiert in einem Flyer, den ihr als kostenlose PDF-Datei aus dem Internet downloaden könnt, darüber, dass sie die Anträge vor der Bewilligung prüfe. Würden die Voraussetzungen nach dem proKlima-Förderprogramm erfüllt, bewillige die Geschäftsstelle die Forderung nach pflichtgemäßem Ermessen im Rahmen der verfügbaren Mittel.

WIchtig: Ein Rechtsanspruch auf Gewährung der Förderung bestünde demnach nicht. Und auch eine Haftung von proKlima im Zusammenhang mit der Förderung wird ausgeschlossen. Aufgrund falscher Angaben erlangte Fördermittel würden zurückgefordert.

Foto: Screenshot vom Flyer