Hannover geht in die Solaroffensive: Neue Förderung für Solarthermie-Anlagen

Hannover geht in die Solaroffensive

Wie die Energiewende regional vorangetrieben werden kann, zeigt die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover. Seit 1. Juli wird die Errichtung von Solarwärme-Anlagen über eine neue Förderrichtlinie unterstützt. Alles, was Ihr dazu wissen müsst, habe ich euch hier zusammengetragen.

Wie Anfang Mai 2017 von der sogenannten Regionsversammlung der Region Hannover beschlossen, trat am 1. Juli 2017 eine neue Förderrichtlinie in Kraft, über die die Installation von Solarthermie-Anlagen auf bestehenden Gebäuden gefördert wird.

Die „Richtlinie über die finanzielle Förderung von Solarkollektoranlagen in der Region Hannover“ wende sich laut Presseberichten an Privatpersonen: „Die Solarenergie spielt im Mix der erneuerbaren Energien eine wichtige Rolle“, sagt Prof. Dr. Axel Priebs, Umweltdezernent der Region Hannover der Presse. Der forcierte Ausbau von Solar-Anlagen sei ihm zufolge unerlässlich, um das Ziel einer klimaneutralen Region bis 2050 zu erreichen und biete zudem die Chance, die Bevölkerung als Hauptakteur im Klimaschutz aktiv einzubinden und an der regionalen Energiewende zu beteiligen.

Was gibt’s ab 1. Juli an extra Solarthermie-Fördergeldern in der Region Hannover?

300.000 Euro Fördergeld stünden den Presseberichten zufolge für die Solarwärme-Richtlinie bereit. Voraussetzung für eine Förderung der Anlage durch die Region Hannover sei, dass die Anlage gemäß den „Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt“ des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert werde. Die Zuwendung der Region betrage demnach maximal 1.000 Euro pro Solarthermie-Anlage und hänge von der Förderung ab, die das BAFA gewähre. „Die Region ergänzt das bestehende Bundesförderprogramm und schafft für ihre Einwohnerinnen und Einwohner einen zusätzlichen Anreiz, um in eine Solarwärme-Anlage zu investieren“, erklärte Dr. Axel Priebs dazu.

Welche Solarthermie-Anlagen werden ab 1. Juli in der Region Hannover extra gefördert?

Förderfähig seien zum einen in der Region neu errichtete Solarthermie-Anlagen auf bestehenden Gebäuden,

  • mit deren Hilfe Warmwasser erzeugt werden könne (Warmwasserbereitung)
  • sowie solche, die sowohl Warmwasser erzeugen als auch die Heizung unterstützen könnten (Heizungsunterstützung).

Zum anderen werde auch das Erweitern bereits bestehender Solarthermie-Anlagen gefördert. Die Richtlinie gelte nicht für Neubauprojekte.

Wie kommen die Solarthermie-Betreiber in der Region Hannover an das Fördergeld?

Betreut werde die das neue Förderprogramm von der Klimaschutzleitstelle Region Hannover. Diese sei per E-Mail unter der E-Mail-Adresse klimaschutzleitstelle@nullregion-hannover.de erreichbar.

Über die neue Förderrichtlinie könnten die Anträge ab Juli 2017 bis spätestens Ende Oktober 2020 gestellt werden.

Die Förderrichtlinie lässt sich im vollen Wortlaut von hier downloaden. Unter dem genannten Link findet ihr auch den Antrag zur Förderrichtlinie sowie einen entsprechenden Info-Flyer. Alle Dokumente sind im Dateiformat PDF hinterlegt.

Inhalte des Antrages seien laut Förderrichtlinie:

  • eine Vorhabenbeschreibung inklusive einer Kostenkalkulation,
  • ein Finanzierungsplan mit Angabe weiterer Fördermittel Dritter,
  • eine formlose Bestätigung, dass mit dem Projekt, für das die Förderung beantragt wird, noch nicht begonnen wurde,
  • eine formlose Bestätigung, dass beabsichtigt ist, eine Förderung für die Solarkollektoranlage aus dem BAfA-Programm zu beantragen.

Wie läuft die Förderung eurer Solarthermie-Anlage ab?

Um das neue Fördergeld für Solarthermie-Anlagen der Region Hannover in Anspruch zu nehmen, tretet ihr laut dem Info-Flyer zweimal mit der Klimaschutzleitstelle Region Hannover in Verbindung: vor Beginn und nach Abschluss eures Vorhabens.

Zuerst würdet ihr demnach euren Antrag mit Hilfe des Formulars stellen. Danach würdet ihr einen Handwerker eurer Wahl beauftragen.

Tipp: Bei der Suche nach einem Solarteur hilft euch die praktische Handwerker-Suche auf der Paradigma-Internetseite schnell und zuverlässig!

Wichtig sei laut der Klimaschutzleistelle Region Hannover, dass die Anlage spätestens sechs Monate nach Antragstellung bei der Region in Betrieb gehe. Beim BAFA könnt ihr euren Förderantrag stellen, sobald die Solar-Anlage in Betrieb gegangen ist. Hierfür habt ihr neun Monate Zeit, wie wir in unserem großen Ratgeber erläutern:

Ratgeber: Wie, wo und wann beantragt man 2017 BAFA-Fördermittel für Solarthermie?

Nachdem ihr den BAFA-Bescheid erhalten habt, legt ihr ihn innerhalb von drei Monaten bei der Region vor. Die Förderung durch die Region erfolge vorbehaltlich vorhandener Mittel. Ein Rechtsanspruch bestünde nicht. Der beschriebene Ablauf sei notwendig, damit ihr von beiden Förderprogrammen profitieren könnt.

Hintergrund: Was ist die Solaroffensive?

Die neue Solarwärme-Richtlinie gehöre laut den Pressemeldungen zu den Bausteinen einer sogenannten Solaroffensive, die die Region Hannover und die Klimaschutzagentur am 23. Mai 2017 mit einer Auftakt-Veranstaltung im Haus der Region gestartet hatten. Die Solaroffensive laufe demnach bis zum Jahr 2020 und habe das Ziel, für einen spürbaren Zubau von Solar-Anlagen in der Region Hannover zu sorgen. Im Fokus stünden sowohl Solarwärme-Anlagen (Solarthermie-Anlagen, kurz: ST-Anlagen, kürzer: STA) als auch Solarstrom-Anlagen (Photovoltaik-Anlagen, kurz: PV-Anlagen, kürzer PVA). Zum Erfolg der Solaroffensive solle ein gemeinsames koordiniertes Vorgehen aller Akteurinnen und Akteure in der Region beitragen. Dabei spielten beispielsweise die regionsangehörigen Städte- und Gemeinden, das Handwerk und die Wohnungswirtschaft eine wichtige Rolle, heißt es zur Solaroffensive. Zudem wende sich die Beratungsaktion „Solar-Checks“ der gemeinnützigen Klimaschutzagentur an Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer sowie Unternehmen. Ergänzend gäben Solar-Aktionen in regionsangehörigen Städten und Gemeinden vor Ort zusätzliche Impulse.

Hintergrund: Wer oder was ist die Regionsversammlung Hannover?

Die Regionsversammlung sei laut eigener Angabe das wichtigste Entscheidungsorgan der Region Hannover. Sie habe derzeit 84 Mitglieder, die von den wahlberechtigten Einwohnerinnen und Einwohnern auf fünf Jahre gewählt würden. Die Mitglieder der Regionsversammlung würden Satzungen erlassen, über den Haushalt entscheiden und damit den politischen Kurs der Region Hannover festlegen. Der direkt gewählte Regionspräsident habe als 85. Mitglied Sitz und Stimme in der Versammlung.

Die Regionsversammlung setze sich in der IV. Wahlperiode (1. November 2016 bis 31. Oktober 2021) neben dem Regionspräsidenten aus folgenden Mitgliedern zusammen:

  • SPD-Fraktion: 26 Mitglieder
  • CDU-Fraktion: 24 Mitglieder
  • Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN: 12 Mitglieder
  • AfD-Fraktion: 9 Mitglieder
  • FDP-Fraktion: 5 Mitglieder
  • Fraktion Die LINKE: 4 Mitglieder
  • Fraktion DIE HANNOVERANER: 2 Mitglieder
  • Gruppe Region: 2 Mitglieder

Hintergrund: Wer ist der Regionspräsident?

Der Regionspräsident der Region Hannover sei für die Region, was Bürgermeister für die Städte und Gemeinden seien, heißt es auf der zugehörigen Internetseite. Er werde auf sieben Jahre direkt von allen wahlberechtigten Regionseinwohnern gewählt und sei zugleich der oberste Repräsentant der Region und Chef der Verwaltung. Als solcher gebe er die Leitlinien der Politik vor. Dabei sei er aber auf die Zusammenarbeit mit der Regionsversammlung angewiesen, die unter anderem über den Haushalt entscheide (siehe oben). Beschlüsse der Regionsversammlung würden vom Regionspräsidenten mit Hilfe der Regionsverwaltung ausgeführt.

Foto: HMTG / Wyrwa Hannover von oben – Perspektive Rathauskuppel

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