Polen: Förderung privater Solarthermie- und Photovoltaik-Anlagen

Heute haben wir mal wieder etwas ganz anderes und allgemeines auf dem Programm, weil wir umfassend über die Wärmewende informieren möchten. Ich habe hier bereits einige Male buchstäblich die polnische Flagge geschwungen. In dem Artikel hier habe ich Euch die fünf größten Solarthermie-Anlagen unseres Nachbarlandes vorgestellt und hier ging‘s um Polens Erneuerbare Energien und den polnischen Energiemarkt, der nach wie vor von der Kohle dominiert wird. Und wie in dem Post versprochen melde ich mich heute mit guten Neuigkeiten: Polen hat ein Programm zur Förderung von Solarthermie-Anlagen & Co. gestartet. Alles, was Ihr wissen müsst, steht hier. 

Die gute Nachricht: Es geht auch den kohleschwarzen Ländern etwas weiter in Sachen Energie- und Wärmewende. Nachdem das neue polnische Erneuerbare Energien-Gesetz verabschiedet worden sei, habe der Umweltfonds Narodowy Fundusz Ochrony ?rodowiska i Gospodarki Wodnej (NFO?iGW) einen Vertrag über das Förderprogramm Prosument mit der Umweltschutzbank Bankiem Ochrony ?rodowiska (BO?) abgeschlossen, um Kleinanlagen zur Gewinnung und Nutzung Erneuerbarer Energien zu fördern.

Förderprogramm „Prosument“ soll Anreize für kleine Anlagen schaffen

Mariusz Klimcak, Präsident der Umweltschutzbank BO?, äußerte sich in polnischen Medien zuversichtlich darüber, dass das Förderprogramm „Prosument“ dazu beitragen werde, dass das Interesse an kleineren Anlagen, insbesondere Photovoltaik-Anlagen zur Ökostromerzeugung, in Polen schnell wachsen werde.

Klimcak führt als Beleg die dynamische Entwicklung des Solarthermie-Marktes an, wo Käufe ebenfalls vom Umweltfonds unterstützt worden seien. Klimcak rechnet für das laufende Jahr mit bis zu 7.000 Familien, die sich für eine Photovoltaik-Anlage entscheiden würden. Dazu müsse man wissen, dass das gerade verabschiedete neue polnische EEG einen garantierten Einspeisepreis für Energie aus Kleinstanlagen beinhalte. Vor diesem Hintergrund, so Klimcak weiter, könne sich die für 2015 erwartete Zahl im kommenden Jahr 2016 bereits verdoppeln. Wenn er dann noch die anderen Fördersysteme und die fallenden Preise für Anlagen berücksichtige, sehe er, so Klimcak weiter, in drei bis fünf Jahren 40.000 bis 50.000 neue Hausanlagen pro Jahr.

Sechs Arten von Mikro-Anlagen werden gefördert

Die BO? habe laut dem erwähnten Medienbericht bekannt gegeben, dass der Verkauf von Krediten mit Zahlungen an Einrichtungen, welche erneuerbare Wärme und Strom produzieren, Anfang April begonnen hat.

Unterstützt werden demnach die Anschaffung und Installation von sechs Arten von Kleinanlagen, die erneuerbare Energien zur Erzeugung von Strom oder Wärme nutzen:

  • Solarthermie-Anlagen
  • Photovoltaik-Anlagen
  • Mikro-Windkraftanlagen
  • Wärmepumpen
  • Biomassekessel
  • Mikro-Kombikraftwerke (darunter Mikro-Biogasanlagen).

Wobei die Förderung so angelegt sei, dass gewährleistet werde, dass die Haushalte ohne den Einsatz von Eigenmitteln unmittelbar Ökostrom und Ökowärme produzieren könnten. Dabei erwirtschaftete Überschüsse sollen zudem ins Netz eingespeist werden können. Je nach Art der zu fördernden Anlage würden Zuschüsse von 20 bis 40 Prozent gewährt, wobei für die Darlehen eine Verzinsung in Höhe von einem Prozent anfalle. Laut des polnischen Portals agrobiznes.money koste eine Photovolaik-Aanlage mit einer Leistung von 3 kWp, die in den meisten Fällen ausreiche, um den Energiebedarf eines Familienhaushalts zu decken, etwa 24.000 Zloty, also fast 6.000 Euro.

In den Genuss der Förderung von Kleinanlagen zur ökologischen Strom- und Wärmeerzeugung kämen demnach private Einzelpersonen ebenso wie Wohnungsbaugenossenschaften. Insgesamt stünden für das laufende Jahr 37,1 Millionen Zloty zur Förderung von Kleinanlagen bereit, das sind etwa 9 Millionen Euro.

Bleibt zu hoffen, dass sich viele polnische Verbraucher gegen die Energiequelle Kohle und für Erneuerbare Energien entscheiden, um Wärme und Strom zu produzieren.

Foto: stoever / photocase.de

 

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