Aktuelle Statistik zeigt Einsatz Erneuerbarer Energien in deutschen Neubauten

Haus aus Papier auf grüner Wiese

Es gibt ganz frische Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zum Thema „Heizen in Deutschland“, insbesondere zum Anteil der erneuerbaren Energien dabei. Grundsätzliches dazu habe ich vor einiger Zeit bereits in meinem Artikel „Womit heizen die Deutschen“ hier auf dem Blog zusammengetragen. Insofern könnt ihr die neuen Zahlen als Ergänzung dazu ansehen. 

38 Prozent der Neubauten setzen primär auf Erneuerbare Energien

Dem Statistischen Bundesamt zufolge seien in 61,5 Prozent der im vergangenen Jahr 2015 fertig gestellten knapp 106.000 Wohngebäude hierzulande Heizungsanlagen installiert worden, die erneuerbare Energien (EE) nutzen. Ein gutes Drittel (38 Prozent) davon seien Gebäude, bei denen die Erneuerbaren sogar als Primärenergie beim Heizen zum Einsatz kämen. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 lag deren Anteil bei 38,7 Prozent. Mit den ermittelten 38 Prozent, so das Statistische Bundesamt, lägen die erneuerbaren Energien somit auf Platz 2 der primären Energiequellen hinter Gas, das in 51,5 Prozent der Neubauten für die Heizung eingesetzt würde – das ist gut jede zweite Heizung! – gefolgt von den übrigen Energiequellen, darunter Fernwärme, Öl und Strom, die zusammen 10,5 Prozent erreichten.

Nur zum besseren Verständnis: Zu den erneuerbaren Energien zählt das Statistische Bundesamt Umweltthermie, Geothermie, Solarthermie, Holz, Biogas / Biomethan sowie sonstige Biomasse. Zu den konventionellen Energien zählen demnach Öl, Gas und Strom. Fernwärme stellt eine weitere Energiequelle dar.

Einsatz Erneuerbarer Energien leicht rückgängig

Das Portal bizzenergytoday.com macht folgende Rechnung auf: „Mit Öl- und klassischen Stromheizungen machen konventionelle Energien 53,6 Prozent des Wärmemarktes bei Neubauten aus. Erneuerbare Energien dagegen nur 34,8 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr 2014 mit 34,9 Prozent gab es sogar einen leichten Rückgang“.

Umweltthermie am Beliebtesten

Wenn die neugebauten Wohngebäude primär mit erneuerbaren Energien beheizt würden, geschehe dies laut Destatis vor allem

  • mit Umwelt-Thermieanlagen (63,9 Prozent), die der Luft oder dem Wasser Wärme entziehen,
  • oder Geothermieanlagen (18,6 Prozent), die die Wärme unterhalb der Erdoberfläche nutzen.

Solarthermie ergänzt am häufigsten eine Gasheizung

Wenn die Bauherren sich bei der Wahl ihrer Energiequellen für Umweltthermie, Geothermie oder Gas als primäre Energiequelle entschieden hätten, so teilt das Statistische Bundesamt weiter mit, wären diese Energien in mehr als 50 Prozent der neuen Wohngebäude jeweils der alleinige Energieträger gewesen. Andernfalls, also dann, wenn sie nicht der alleinige Energieträger gewesen wären, würden sie am häufigsten mit erneuerbaren Energien ergänzt. Holz war demnach bei der primären Nutzung von Umweltthermie (22,9 Prozent) und Geothermie (16,2 Prozent) die bevorzugte Wahl. Gas würde laut Destatis am häufigsten mit Solarthermie kombiniert (26,8 Prozent).

Zu den erneuerbaren Energien zählen Umweltthermie, Geothermie, Solarthermie, Holz, Biogas/Biomethan sowie sonstige Biomasse. Zu den konventionellen Energien zählen Öl, Gas und Strom. Fernwärme stellt eine weitere Energiequelle dar.

Fazit

Ohne Wärmewende keine Energiewende. Doch während in 2015 schon gut ein Drittel des Strombedarfs mit Energien aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden konnte, ist deren Anteil im Wärmesektor deutlich kleiner gewesen: 13 Prozent. Und im Verkehrssektor liegt der Anteil der EE nur bei fünf Prozent. Greenpeace Energy (nicht zu verwechseln mit der Umweltschutzorganisation! an sich, sondern eine dieser nahe stehende eigenständige Genossenschaft gleichen Namens, die mit Ökostrom und -gas handelt) hat vor Kurzem eine Studie veröffentlicht, der zufolge in Deutschland ab 2020 keine neuen Öl- und Gasheizkessel mehr eingebaut werden dürften, wenn wir uns bis 2040 komplett von fossilen Energien verabschieden wollten.

Immerhin konstatiert bizzenergytoday, dass sich der Markt für Erneuerbare im laufenden Jahr 2016 leicht erholen könnte. Denn bei den Baugenehmigungen hätten sich demzufolge im vergangenen Jahr 37,3 Prozent der Bauherren für ökologische Heizungsanlagen als primäre Wärmequelle entschieden. Das würde gegenüber dem Vorjahr eine leichte Steigerung von 0,4 Prozentpunkte bedeuten. Aber bitte nicht zu früh freuen, den der entsprechende Anteil lag im Jahr 2012 auch schon mal bei 40 Prozent! Nicht ohne Grund hat das Portal seinen Artikel wohl mit „Bauherren haben wenig Lust auf Erneuerbare“ betitelt.

Foto: complize / photocase.de

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