Öl plus Solar

Öl plus Solar – jeder Ölheizer kann die Wärmewende vorantreiben

20 Millionen Menschen in Deutschland hätten es im Jahr 2017 dank der fossilen Energiequelle Öl gemütlich warm gehabt, weil ihnen 5,6 Millionen Ölheizungen einheizten. 5,48 Millionen davon stünden laut einer Klimastudie in Wohngebäuden sowie Gebäuden, die sich Gewerbe, Handel und Dienstleistung (GHD) zuordnen ließen. Eine stattliche Zahl – insbesondere angesichts der dringend nötigen Wärmewende. Ein Rezept, die Wärmewende voranzutreiben, ist das: Öl plus Solar. Denn wer seine bestensfalls moderne Öl-Brennwertheizung mit einer Solarthermie-Anlage kombiniert, spart an dem fossilem Brennstoff Öl. 

Wenn es doch nur so einfach wäre, wie bei der Sonnenblume in unserem Titelbild: Sie steht für die ultimative Kombi von Öl plus Sonne. Doch was ist beim Heizen, wie steht’s um Öl plus Solar als Kombination von Wärmequellen zum Erreichen der Wärmewende? Eine Frage, der wir hier nachgehen wollen:

Öl plus Solar – Ölheizer sind häufig Kombinierer

Laut einer Klimastudie des ITG Dresden im Auftrag des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO) seien die Treibhausgasemissionen ölbeheizter Gebäude hierzulande zwischen 1990 und 2017 bereits überdurchschnittlich gesenkt worden: In den eingangs genannten Bereichen Haushalte und GHD seien die Emissionen aus Heizöl demnach um 45 Prozent gesunken. Der gesamte Gebäudesektor habe im gleichen Zeitraum lediglich eine Emissionsminderung von 38 Prozent erzielt. Die Studie empfiehlt, das ein ambitioniertes Vorgehen bei der Gebäudesanierung (Heizungsmodernisierung, Hybridsysteme mit Einbindung von erneuerbarer Energie und Verbesserung der Gebäudehülle) notwendig sei, um die deutschen Klimaziele zu erreichen. Nur so könne die Lücke zur Zielerreichung 2030 auf rund 10 Millionen Tonnen CO2 verkleinert werden.

Spannend ist in diesem Zusammenhang ein Blick auf diejenigen, die Ölheizungen betreiben. Wie steht es um die Ölheizer in Deutschland und ihr Bemühen, die Wärmewende voranzubringen?

Diese Frage beantwortet eine Umfrage der GfK, die diese 2016 im Auftrag des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO) unter mehr als 3.500 Hauseigentümern in Deutschland durchführte. Demnach würden Hausbesitzer, die ihr Gebäude mit einer Ölheizung beheizen, ihre fossile Energiequelle Heizöl besonders häufig mit einer erneuerbaren, zum Beispiel  Solarthermie, kombinieren. Grundsätzlich seien 94 Prozent der befragten Ölheizungsbesitzer zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer Ölheizung als Hauptheizung. Die Ölheizer bewerteten insbesondere die Möglichkeit der freien Lieferantenwahl positiv: 90,1 Prozent seien damit zufrieden oder sehr zufrieden. Zudem würden die Ölheizer Wert auf Langlebigkeit (88,6 Prozent), Sicherheit (87,6 Prozent) und Zuverlässigkeit (84,9 Prozent) der Technik legen. Die bedarfsgerechte Bevorratung im eigenen Tank erreiche mit 86,9 Prozent ebenfalls hohe Zufriedenheitswerte.

Laut der Umfrage nutzten zum Umfragezeitpunkt 52,3 Prozent, also mehr als jeder zweite der ölbeheizten Haushalte eine weitere Wärmequelle. Am häufigsten dienten demnach

  • Holzkaminöfen
  • und Solarthermie-Anlagen

als Zusatzheizung. Das heißt, hier haben die Ölheizer in den vergangenen Jahren von sich aus Geld in die Hand genommen und in die Solarthermie investiert, um Brennstoff und Brennstoffkosten zu sparen – und die Umwelt zu schonen.

Wer mehr zum Thema Öl plus Solar wissen will, kann sich die Liste der besten Referenzen unserer Handwerker des Monats anschauen: Die Beispiel aus der Praxis zeigen, wie sich eine Ölheizung mit einer Solarthermie-Anlage kombinieren lässt.

Schritt 1: Ölverbrauch reduzieren. Schritt 2: Ölverbrauch beenden

Doch ist das schon die Wärmewende im Ölheizungskeller? Noch lange nicht. Denn die braucht das Handeln aller Ölheizer und besser früher denn später eine komplette Abkehr vom Brennstoff Öl. Für alle, die jetzt denken, stattdessen auf Gas umzuschwenken: Wer heute Öl mit Gas ersetzt, manifestiert den fossilen Brennstoff Heizgas für die nächsten zwei Jahrzehnte im Heizungskeller – und hält die Wärmewende damit auf.

Öl plus Solar kann deshalb nur Schritt 1 in Richtung Wärmewende sein.

Doch wie kriegt man die Ölheizer dazu, ihre – in ihren Augen noch gut und besser (siehe oben die Zufriedensheitswerte) – laufenden Ölheizungen rauszuschmeißen?

  • Mit Anreizen?
  • Mit Verboten?

Laut einer Umfrage von ARDDeutschlandTrend Anfang August 2019 sei die Mehrheit der Bürger ganz klar gegen Verbote und für Anreize, um die Bevölkerung zu einem klimabewussteren Verhalten zu bewegen. Konkret hätten sich demnach 72 Prozent für Anreize ausgesprochen, um klimafreundliches Verhalten zu fördern. Nur 15 Prozent der Befragten fänden Verbote besser, um klimaschädliches Verhalten einzuschränken. Eine mit 97 Prozent der Befragten sehr breite Zustimmung habe es bei der Förderung von Innovation und Forschung als sinnvolle Maßnahme gegeben.

Doch welche Anreize wirken nachhaltig? Von Seiten der Politik (Annegret Kamp-Karrenbauer #AKK, CDU) kommt aktuell der Vorschlag einer Abwrackprämie für Ölheizungen ins Spiel: Ist das der Weg in die Wärmewende?

Wir werden sehen!

Keine Frage, Ölheizungen haben keine Zukunft. Heute noch in eine neue Ölheizung (oder Gasheizung) zu investieren, hieße, die Wärmewende im eigenen Heizungskeller auszubremsen. Muss der alte Ölkessel raus, dann sollte eine umweltfreundliche Alternative gewählt werden. Und ist der laufende Ölkessel bereits ein Brennwertgerät, lässt sich die Wärmewende in einem 1. Schritt kräftig anschieben, indem man eine Solarthermie-Anlage aufs Dach (die umweltfreundlichste Energiequelle für Heizwärme) setzt, um den Heizölverbrauch zu reduzieren.

Foto: livcool/photocase