Ökowärme schlägt Ökostrom: Gutes Omen für die Solarbranche?

Solarwärme nach oben

Schon länger wollte ich über den Solar Contact Index berichten. Durch den Gastartikel von Robert Doelling ist das ein perfekter Anlass. Der Solar Contact Index misst, wie sich die Anfragen für Angebote von Endkunden entwickeln und liest daraus Trends für die Branche quasi in Echtzeit aus. Nun gab es eine interessante Kehrtwende, über die Robert Doelling, einer meiner Energiebloggerkollegen, in diesem Gastbeitrag berichtet.


Laut dem SolarContact-Index ist das Endkundeninteresse an der Installation von Solarthermieanlagen seit Jahresbeginn deutlich stärker angestiegen als das Interesse, eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Hausdach zu errichten. Ist diese erfreuliche Entwicklung für die Solarwärmebranche nun ein Hoffnungsschimmer, dass auch endlich der regenerative Wärmemarkt anzieht, oder nur dem aktuell mangelnden Interesse an der Photovoltaik geschuldet?

Anfragen für Solaranlagen

In Zahlen ausgedrückt ergibt die SolarContact-Auswertung der Anfragenzahlen von Januar bis April ein deutliches Bild: Während der Anfrage-Index sowohl für PV- als auch Solarthermie-Anlagen im Januar noch bei etwa 130 Punkten lag und somit das Kundeninteresse an beiden Gewerken überdurchschnittlich hoch ins neue Jahr startete, fiel das Interesse an PV-Anlagen im April auf 90 Indexpunkte ab, während das Interesse an Solarthermie-Anlagen im April mit 109 Punkten immer noch deutlich über dem Durchschnitt der zurückliegenden 12 Monate lag.

Dieser Verlauf deckt sich mit dem tatsächlichen Kollektor-Zubau. So seien laut dem Bundesverband Solarwirtschaft die Installationen von Solarwärme-Kollektoren in den ersten drei Monaten 2014 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9 Prozent angestiegen.

Wie diese Tendenz nun genau zu interpretieren ist, muss jedem selbst überlassen sein. Natürlich kann man annehmen, dass der Endkunde als Homo oeconomicus gerne sein Dach nutzen möchte und nun der vermeintlich attraktiveren Option den „Platz an der Sonne“ einräumt. Dies würde bedeuten, dass der neuerliche Erfolg der Solarthermie vermutlich auf den eher unsicheren Marktbedingungen im Photovoltaikbereich beruht.

Ich persönlich denke allerdings, dass der Anlass zur Kaufentscheidung einer der beiden Systeme wesentlich komplexer ist und eher von der eigentlichen Bedarfssituation bestimmt wird. Und diese ist bei der Solarthermie – hier soll das Haus mit Wärme versorgt werden – eine vollkommen andere als bei der Photovoltaik, mit der man sich zusätzlich mit eigenem Ökostrom versorgen will. Daher sind meiner Meinung nach die unterschiedlichen Nachfrageentwicklungen getrennt voneinander zu betrachten und die positive Entwicklung durchaus als Erfolg der Solarthermiebranche zu werten.

Zum Autor: Robert Doelling leitet die Social Media-Aktivitäten bei der DAA und betreut unter anderem das Portal www.heizungsfinder.de. Privat schreibt Robert Doelling für die Webseite www.energie-experten.org und engagiert sich bei den Energiebloggern für eine vorurteilsfreie Kommunikation der Energiewende.

Titelbild: complize / photocase.com

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5 Kommentare zu “Ökowärme schlägt Ökostrom: Gutes Omen für die Solarbranche?”

  1. Daniel

    Der Wunsch nach Unabhängigkeit von großen Energiekonzernen wächst und Eigenheimbesitzer stellen sich die Frage, in wie fern regenerative Energien wirtschaftlich sind und ob sich die Solarthermie lohnt. Diese Frage kann mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden. Doch die Solarthermie kann nie als alleiniges Heizsystem in einem Haus verbaut werden. Sie kann immer nur unterstützend dienen.
    Es kann aber davon ausgegangen werden, dass die Preise für den Heizbrennstoff (Öl und Gas) auch weiterhin steigen werden. Dies war in der Vergangenheit der Fall und die Kosten werden höchstwahrscheinlich auch weiterhin stark ansteigen. Eventuell sogar stärker als bisher. In diesem Fall wird sich die Solarthermie-Anlage entsprechend schneller rentieren.

    1. Franz Bergen

      Hallo Daniel,
      die Solarthermie kann sehr wohl als alleiniges Heizsystem dienen. Nämlich dann, wenn das zu beheizende Gebäude entsprechend hoch gedämmt ist (siehe Sonnenhaus und Passivhaus, bzw. Kombination daraus).
      Heizbrennstoffe, nicht nur Öl und Gas, werden auch nach meiner Meinung künftig, mit wahrscheinlich starken Schwankungen, stärker ansteigen als bisher. Daher wird kostenlose Sonnenwärme eine künftig immer stärkere Rolle spielen. In wenigen Jahrzehnten wird jedes Gebäude mehr oder weniger über Solarwärme versorgt werden. Die durchschnittlichen Versorgungs- bzw. Deckungsgrade werden dank größerer und noch effizienterer Kollektorflächen über 50% liegen. Flachkollektoren werden stark an Marktanteilen verlieren.

  2. Sven Tetzlaff

    Tut mir leid dies sagen zu muessen, aber ich finde den Artikel von Herrn Doelling voellig daneben. Er gibt zum einen bestimmte Daten nicht richtig wieder, bedient idiotische Ressentiments und nuetzt am Ende niemandem. Was aber am schlimmsten ist – er wiegt einen in truegerischer Sicherheit. …
    Um hier keine kompletten Romane zu posten, habe ich meine wesentliche Kritik auf meinem Blog zusammengefasst http://www.sventetzlaff.com/index.php/home/erneuerbare-energien/77-alles-ist-super-alles-ist-wunderbar-hipp-hipp-hurra

    1. Cornelia Daniel-Gruber Post Author

      Danke für diesen kritischen Kommentar und noch mehr für den Blogartikel. Würde den gern auch hier veröffentlichen. Wär das möglich? Robert ist glaub ich grad nicht online, werde ihn aber noch um Stellungnahme bitten!

    2. Robert

      Hallo Herr Tezlaff, zunächst einmal wäre es schön, wenn Sie sachlich bleiben könnten und sich mit Ausdrücken wie „idiotische Ressentiments“ nicht gleich selbst in die Meckerecke verbannen. Zudem wird in dem Artikel in keiner Weise behauptet, dass es der Solarthermie-Branche super ginge. Jeder der sich halbwegs in der Branche auskennt, weiß doch, dass die Solarthermie bis heute kein „Kassenschlager“ ist. Ihr Artikel ist trotzdem sehr gelungen und bringt die aktuelle Situation gut auf den Punkt.

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