Wir wollen euch heute über den aktuellen Pelletpreis 2022 informieren, Entwicklungen am Pelletmarkt aufzeigen und auf Trends hinweisen. Denn seit dem Spätsommer 2021 stiegen die Pelletpreise stärker als üblich. Doch die ungewöhnlichen Preissteigerungen lassen sich erklären und ein Blick auf ihre Hintergründe macht Hoffnung auf eine baldige Entspannung der Situation. Lest selbst!
Pelletmarkt 2022 – so sieht’s dort derzeit aus
Schon 2020 betrug das Absatzplus bei Pelletsheizungen gegenüber dem Vorjahr 2019 78,5 Prozent. Die Gesamtzahl der hierzulande betriebenen Pelletsheizungen stiegt 2020 um 61.850 auf rund 546.000. Auch die Pelletsproduktion stieg 2020 zum ersten Mal auf über drei Millionen Tonnen (t).
Pelletpreise 2022 – Grundsätzliches zur Wirtschaftlichkeit
Laut dem Deutschen Pelletinstitut (DEPI) habe sich der Pelletpreis in den vergangenen Jahren als eigenständig und stabil erwiesen.
Während der vergangenen zehn Jahre lag der Pelletpreis demnach im Schnitt um rund dreißig Prozent unter den Preisen für Heizöl.
Zudem unterliegen Pellets weder der Energiesteuer noch der CO2-Steuer (CO2-Preis). Und der Mehrwertsteuersatz für Pellets beträgt 7 Prozent. Das spreche dem DEPI zufolge dafür, dass es sich mittelfristig rechne, in eine neue Pelletheizung zu investieren. Zumal einem der Staat mit seinen Förderungen dabei kräftig unter die Arme greife: Wer seine alte Ölheizung gegen eine moderne Pelletheizung tausche, könne mit bis zu 45 Prozent staatlichen Zuschüssen rechnen.
Pelletpreise – typische Preisbewegungen
Die letzten Jahre haben es belegt: Im Sommer sind Pelletpreise niedrig und wenn es dem Winter und damit der Heizsaison zugeht, steigen die Pelletpreise regelmäßig. Während der vergangen fünf Jahre sank der Preis von Pellets – 2020 und 2021 sogar so tief, dass ein mehrjähriger Tiefstand erreicht wurde.
Das Preistief hatte Gründe: Die Sägewerke arbeiteten auf Anschlag, so dass es sogar zu einem Überangebot an Sägespänen zur Pelletproduktion kam. Die Auslastung der Sägewerke resultierte einerseits aus der großen internationalen Nachfrage nach Bauholz. Andererseits gab es zugleich ein hohes Angebot an Schadholz, aufgrund
- anhaltender Trockenheit in den Wäldern,
- von Holzbefall mit Borkenkäfern
- und auch aufgrund von Windbruch.
Wichtig: Betrachtet man die aktuelle Preissteigerung bei Pellets aus diesem außergewöhnlichen Preistief heraus, erscheint sie entsprechend hoch. Ins Verhältnis gesetzt, wirkt sie jedoch weit weniger dramatisch.
Pelletspreise – die aktuellen Entwicklungen
Laut dem DEPI liegt der aktuelle Preis von Pellets im bundesdeutschen Durchschnitt bei 366,58 Euro pro t bei einer Abnahme von sechs t. Dazu müsst ihr wissen, dass das DEPI den Pelletpreis für Deutschland zum 15. jedes Monats erhebt und seit 2011 im Monatsrhythmus veröffentlicht. Er kommt dem Durchschnittspreis in Deutschland für eine t Pellets der Qualitätsklasse ENplus A1 (lose eingeblasen, Lieferung im Umkreis 50 km, inkl. aller Nebenkosten und Mehrwertsteuer, derzeit 7 Prozent).
Das entspreche einer Preissteigerung von 20,9 Prozent gegenüber dem Vormonat Dezember 2021. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Januar 2021 sei der bundesdurchschnittliche Pelletpreis demnach um 54 Prozent gestiegen.
Auch diese Preissteigerung hat ihre Gründe:
- Zum einen fand die Niedrigpreisphase im Spätsommer 2021 ihr Ende. Die Preiserhöhungen passten zu dem saisonal üblichen Preistrend zu dieser Jahreszeit.
- Zum anderen habe laut den Sägewerken der Schnittholzbedarf aus den USA nachgelassen, die Rundholzpreise seien wieder gestiegen und die Nachfrage nach Bauholz sei hinter den Erwartungen geblieben.
All dies ließ die Produktion in den deutschen Sägewerken sinken – infolgedessen gab es auch weniger Späne für die Produktion von Holzpellets.
Zugleich stieg der Bedarf an Holzpellets mit der Zahl neu installierter Pelletskessel.
Und natürlich blieben auch die Pelletproduzenten nicht von den globalen Energiepreiserhöhungen verschont: Ihre Kosten für Strom, Diesel und Löhne gingen steil nach oben. Das Portal Heizpellets24.de spricht in diesem Zusammenhang auch von einer Sogwirkung.
Diese Entwicklungen sorgten dafür, dass der Pelletpreis seit Herbst 2021 wie beschrieben anstieg. Laut Heizpellets24.de komme es bei den Pelletpreisen momentan zu einer “kurzfristigen Übertreibung nach oben”.
Pelletpreis 2022 – die Aussichten
Lasst uns jetzt nach vorne schauen: Welche Preisentwicklungen beim Pelletpreis sind zu erwarten? Heizpelltes24.de schreibt, dass unter anderem der Blick nach Österreich Hoffnung mache: Dort seien die “Notierungen für Holzpellets im letzten halben Jahr nur um rund 25 Prozent – also nur halb so stark gestiegen”. Außerdem sei im Frühjahr wie saisonal typisch mit fallenden Pelletpreisen zu rechnen. Die Sägewerke ihrerseits rechnen mit einer anziehenden Auftragslage. Auch das beeinflusst den zu erwartenden Pelletpreis. Man könne daher eine Normalisierung des Pelletpreises zum Frühjahr und Sommer dieses Jahres hin annehmen, heißt es von verschiedenen Seiten – nicht jedoch Tiefstpreise wie 2020/21.
Nicht zu vergessen: Wer sein Holzpelletlager vor der aktuellen Heizsaison gefüllt hatte, der kann sich derzeit zurücklehnen und die Preisbewegungen sorglos betrachten. Und wer jetzt seine private Energiewende vollzieht und von fossilen Brennstoffen auf Holzpellets umsteigt, der wird auf Dauer auch künftig weniger für Wärme bezahlen.
Foto: Doreen Brumme, Grafiken: DEPI
Im Jahr 2012 habe ich entschieden, die Ölheizung (Baujahr 1980) in eine Pelletsheizung zu tauschen. Es hieß damals, daß Pellets eine sichere und preislich stabile Heizart darstellen. Dies bezweifelte ich schon damals, da bei steigendem Bedarf die marktüblichen Gesetze wie beim Öl eintreten. Dies wurde immer wieder verneint. Nach nicht mal 10 Jahren tritt nun ein, was ich befürchtet habe. Preissprünge von 70-80 %, Versorgungsknappheit etc. Meine Rückfrage bei einem großen Sägewerk hat ergeben, daß diese für Sägespäne keine solche gravierende Preiserhöhung erhalten. Daß die allgemeinen Kosten steigen (Energie, Sprit) kann ich verstehen. Daß aber die Pelletspreise derart stark steigen, verstehe ich nicht.
Das sind die Börsen-Spekulationen, wie auch beim Getreide, Boden, fossile Brennstoffe, Strom usw.
Auch ich heize seit 10 Jahren mit Pelletts und wundere mich über eine solche Preisentwicklung.
Die Knappheit der Späne kann es nicht sein, weil ich ebenfalls Holzspäne benötige für meinen Pferdestall, und dieser Preis nach wie vor stabil ist.
Jeder möchte an der Krise mit verdienen. Seien Sie froh, dass Sie zehn Jahre von den niederen Preisen profitiert haben.
Ich habe seit 2008 eine Pelletsheizung, man sagte mir die Preise für Pellets bleiben konstant niedrig und laufen nicht den Gas und Heizölpreisen hinterher .Ich habe unter 170 € für die Tonne gezahlt und hätte sogar einen Liefervertrag zu diesen Preisen über mehrere Jahre haben können . An den jetzigen Preissteigerungen sieht man , dass es immer jemand geben wird , der den großen “Reibach ” ( Gewinn ) machen will.
Leider fehlt in der Politik sehr oft der simple Verstand:
Wenn die Verbraucher wie Pelletöfen und -Heizungen -auf Teufel komm raus- gefördert werden muss auch an das Verbrauchsgut gedacht werden ! Woher sollen die Pellets kommen wenn der Verbrauch immer mehr zunimmt ?
Das gilt demnächst auch für den Stromverbrauch und die Sromleitungsquerschnitte wegen der immer mehr geförderten und eingebauten Wärmepumpen undElektro -heizungen.
Mein Wechselbrand Heizkessel bekommt jetzt nur noch Holzscheiter aus meinem Wald !
Auch ich heize seit mehr als 15 Jähen mit Pellets und es gab nur einmal einen ähnlichen “Ausrutscher”
Jetzt sind die Kriegsgewinnler am (gemeinsamen!!) Hebel und pressen uns Verbraucher so gut es geht. Sinkende Holzpreise, große Mengen Einschlag durch Schnee sorgen für sinkende Rohstoffpreise, aber die Distribution schert das Im Gegenteil, sie prophezeien noch höhere Preise, um den Kunden die jetzt überzogenen Preise unterzujubeln, resp. Panik zu machen.
Ich kaufe momentan Sackware und beobachte den Markt, ggf muss man das Kartellamt anrufen
Auch ich wollte etwas für die Umwelt tun und heize seit 12 Jahren mit Pellets. Letztes Jahr habe ich für die Tonne knapp 200,- Euro bezahlt, derzeit sollen es 440,- sein. Am fehlenden Holz kann es nicht liegen, wenn in den Wäldern in Südbrandenburg das schon geschlagene und gestapelte Holz verrottet, nur weil plötzlich zu viel davon da ist und sich die Verarbeitung nicht mehr lohnt. Und dem Kartellamt geht diese Handlungsweise am
… vorbei !
Wenn ich die Preise so sehe, überlege ich doch glatt den Wasserführenden Ofen nochmal abzubestellen und dann doch auf einen klassischen Kamin umzusteigen.
Es ist zwar weiterhin ein Preisvorteil ersichtlich, aber bei dem geringem Abstand wird mir die Amortisierungszeit dann allmählich zu lang….