Prozesswärme – Schweiz startet durch

Was Prozesswärme ist und wofür sie eingesetzt wird, darüber habe ich bereits im gleichnamigen Beitrag berichtet. Ich bin der Meinung, dass jeder die „neuen“ Technologien zur Wärmegewinnung kennen sollte, vielleicht wird es in 10 bis 20 Jahren ganz normal sein, einen großen Teil, der benötigten Wärme durch Solarthermie bereitzustellen. Da stehen gerade die Unternehmen auch in der Verantwortung genauer hinzuschauen und zu prüfen was hier möglich ist. Für mich steht fest, dass das kurzfristige Denken immer noch zu weit im Vordergrund steht. Aber eben nicht bei allen Unternehmen ist das so. Es gibt Unternehmen, die haben begriffen, über solch eines möchte ich heute gerne berichten und hoffe, dass die Zierde der Industrie sich bald ganz verflüchtigt hat.

Bei meiner Recherche zur Förderung für Prozesswärme in der Schweiz, bin ich auf den Artikel „Solare Prozesswärme fasst in der Schweiz Fuß“ bei Sonne & Wind und Wärme gestoßen. In dem Beitrag geht es um die 400 m² große Solarthermie-Anlage der Firma Zehnder (Gränichen), die Mitte Juli 2012 in Betrieb genommen wurde. Sie liefert dem Spezialisten für Raumklima Prozesswärme für die Lackierhalle. Platz für die Hochleistungs-Vakuumröhren mit CPC-Spiegel stand auf dem Dach einer neu errichteten Logistikhalle zur Verfügung.

Ich fand die Dimensionen ziemlich beeindruckend, 400 m²! Um sich das mal bildhaft vorstellen zu können, das ist etwa doppelt so viel wie ein Tennisplatz (Einzelspieler). Der ist einfach mit 195 m² schon ordentlich groß, oder?

Rentiert sich die solare Großanlage für Prozesswärme?

Ich denke schon. Aber schauen wir uns lieber gleich mal die Fakten an, welche ich aus dem Artikel entnehmen konnte:

1. Leistungsgarantie

Die neue Anlage soll bis zur Hälfte des Wärmebedarfs der Halle liefern und unter optimalen Bedingungen zeitweise sogar ganz ohne Unterstützung (Heizkessel) laufen. Obendrein bekam Zehnder die Garantie, vom Hersteller und Installateur, über einen Mindestsolarertrag von 157,6 MWh/Jahr.

2. Einsparpotenzial

Durch die neue Großanlage für Prozesswärme werden umgerechnet 20.000 l Heizöl oder 16.800 kg Propangas pro Jahr eingespart.

3. Amortisation

Betrachtet man die zwei vorgenannten Punkte plus die eingeflossenen Förderungen, amortisiert sich diese Anlage bereits nach 5 Jahren! Also genau die Problematik, die Herr Quaschning im Interview angesprochen hat, dürfte hier gelöst worden sein. Natürlich sind hier auch die Förderungen mit daran beteiligt, aber das ist bei der Photovoltaik ja nicht anders.

Das hört sich jedenfalls alles sehr gut an. Für mich hat das Unternehmen Zehnder absoluten Vorbildcharakter, weil es heute an morgen denkt und die zukunftsweisende Technik annimmt. Übrigens meinte Zehnder, laut des Artikels, bereits jetzt schon, dass die Anlage in Zukunft erweitert werden soll.

Quelle: Solare Prozesswärme fasst in der Schweiz Fuß

Foto: Ritter Solar | (C) Oliver Killig

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2 Kommentare zu “Prozesswärme – Schweiz startet durch”

  1. Paul

    Hallo Claudia, sehr aufschlussreicher Artikel! Ich interessiere mich schon seit längerem für das Thema Energiesparen und Energieeffizienz. Es ist ja immer noch ein generell verhaltenes Thema in Deutschland. Bei Solarthermie sehe ich das Problem in der Größe. 400m² ist nämlich eine gewaltige Fläche die in Großstädten nicht so einfach umzusetzen ist. Klar hat man Möglichkeiten auf dem Dach, aber die Gebäude werden ja nicht länger sondern höher.

    1. Claudia J. Gasmi Post Author

      Hallo Paul, danke für deine Meinung. Das ist schon eine große Fläche, stimmt, aber meist befinden sich Industrieanlagen dieser Größenordnung weniger in Städten als in Industriegebieten, da sind 400 m² jetzt nicht so schwierig zu finden. Eher im Gegenteil, es gibt so viel ungenutzte Flächen, die sich genau für solche solarthermischen Großanlagen anböten. Ebenso gibt es da auch sehr viele geeignete Dachflächen. Die Industrie ziert sich momentan noch etwas, was mit einer Ertrags-Garantie vom Hersteller , wie im Falle Zehnder geschehen, für mich völlig unbegründet scheint.

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