Checkliste Pufferspeicher kaufen: Die besten 7 Tipps

Checkliste Pufferspeicher kaufen

Nachdem hier auf dem Blog inzwischen eine ganze Reihe Artikel zu Speichern veröffentlicht wurde, wird’s jetzt mal Zeit, Butter bei die Fische zu geben, wie ich als Hamburger Deern sagen würde. Kurz: Es ist Zeit für eine Handvoll wertvoller Kauftipps. Was muss man also wissen, um den optimalen Speicher zu kaufen? Hier kommt eine hilfreiche Checkliste.

Pufferspeicher kaufen – Tipp 1 zur Dämmung

Je besser ein Pufferspeicher gedämmt ist, desto länger speichert er die Solarwärme. Das ist zwar richtig, aber beim Kauf eines Pufferspeichers hilf die Weisheit einem nicht viel. Denn woran erkennt man, ob die Dämmung top ist oder nicht? Angenommen, in der Beschreibung eines Speichers steht etwas Ähnliches wie hier:

  • Neopor® als Qualitätsdämmstoff
  • Polyestervliesauflage
  • Siphonierte Speicheranschlüsse
  • außergewöhnlich gute Boden- und Deckeldämmung und Kunststofffüße

Nun, dann kann man davon ausgehen, dass es sich um einen ziemlich gut gedämmten Speicher handelt. Denn Neopor® ist eine Markenbezeichnung der BASF AG für einen hochwertigen meist anthrazitfarbenen Schaumstoff beziehungsweise dessen perlförmiges, schwarzes Rohgranulat auf der Basis von treibmittelhaltigem und somit expandierbarem Polystyrol (EPS), das Graphit enthält. Das Graphit sorge dafür, dass die Wärmestrahlung gestreut werde, was den Transport von Wärmeenergie innerhalb des Dämmstoffes reduziere, heißt es bei Wikipedia. Neopor® ist eine Weiterentwicklung des herkömmlichen EPS Styropor® aus dem Hause BASF. Es soll, so das Unternehmen, eine bis zu 20 Prozent bessere Dämmleistung bei entsprechend dünneren Platten (bis zu 30 Prozent dünner und um 50 Prozent weniger dicht) als Styropor® besitzen. Seine Wärmeleitfähigkeit beträgt 0,032 Watt pro Meter und Kelvin.

Siphonierte Anschlüsse minimieren die kontinuierlichen Wärmeverluste (Stichwort: Bereitschaftsverlust) des Pufferspeichers.

Und eine vom Hersteller als außergewöhnlich gepriesene gute Boden- und Deckeldämmung sowie Füße aus Kunststoff tragen bestenfalls ihr übriges dazu bei, dass nicht zu viel Wärme in die Umgebung abstrahlt.

Wenn dann noch vom Hersteller angegeben wird, wie hoch die Bereitschaftsverluste sind, wissen Sie bezüglich der Dämmung des Speichers Bescheid und können ihn gegebenenfalls mit anderen Speichern vergleichen. Mehr zu den Bereitschaftsverlusten steht auch bald hier auf dem Blog.

Pufferspeicher kaufen – Tipp 2 zur Frischwasserstation

Der Speicher der Wahl sollte unbedingt als sogenannter Hygienespeicher mit Frischwasserstation konzipiert sein, damit das warme Wasser, dass an einem der Wasserhähne im Haus gezapft wird, stets zum Zeitpunkt des Zapfens frisch gemacht wird. Dank der integrierten Frischwasserstation, die im Durchlaufprinzip funktioniert, wird jeweils nur die Menge an Trinkwasser mit Solarwärme aufgeheizt, die auch abgegriffen wird. Das ist hygienischer, als wenn das Wasser langzeitig erwärmt und warm gehalten werden würde, daher auch der Name Hygienespeicher.

Pufferspeicher kaufen – Tipp 3 zur Speicher(dauer)leistung

Bevorzugen sollte man immer einen Speicher, der auch im Sommer als sogenannter Mehrtagesspeicher arbeitet, sprich große Mengen Warmwasser aus der gepufferten Sonnenwärme zubereiten kann. Das ist wichtig, weil der Bedarf und das Angebot an Warmwasser typischerweise mehrere Stunden auseinander liegen. Einen Mehrtagesspeicher erkennt man daran, dass die Energie im Pufferspeicher im Sommer zu fast 95 Prozent für die Warmwasserbereitung zur Verfügung steht.

Pufferspeicher kaufen – Tipp 4 zur schichtweisen Entladung

Der Puffer sollte ein ausgeklügeltes Schichtsystem haben und sich schichtweise entladen. Das ist deshalb so wichtig, weil nur so gewährleistet ist, dass auch mal an bewölkten Tagen der Kessel zum Nachheizen nicht anspringen muss (Stichwort: extra Energieaufwand).

Pufferspeicher kaufen – Tipp 5 zur schichtweisen Beladung

Für den problemlosen und energieeffizienten Heizbetrieb ist es zudem wichtig, dass der Rücklauf schichtend in den Speicher geladen wird, weil beim Durchmischen der Wassermengen unnötig Energie vernichtet würde.

Pufferspeicher kaufen – Tipp 6 zur Speichergröße (Ausmaße)

Der zu erwerbende Speicher sollte selbstverständlich in den dafür vorgesehen Heizungsraum passen. Und zwar so, dass er sich bequem montieren / installieren lässt und auch die alltägliche Bedienung und die regelmäßige Wartung erfolgen kann, ohne dass man sich dabei verrenken muss. Für die Montage ist es gut zu wissen, dass der Speicher, so er denn eine abnehmbare Dämmung hat, zumindest „nackig“, also ungedämmt, durch die Zugangstüren passen muss, die zum Heizungsraum führen.

Pufferspeicher kaufen – Tipp 7 zur Speichergröße (Speichervolumen)

Man möchte meinen, ein großer Speicher sei immer besser als ein kleiner. Tendenziell ist das auch nicht falsch. Doch im Zusammenhang mit einer Solarthermie-Anlage sollte die Speichergröße, also das Speichervolumen, optimal zur Anlage passen. Eine eher großzügige Dimensionierung ist allein deshalb zu empfehlen, weil im Sommer erheblich mehr Sonnenwärme „geerntet“ werden kann und die auch gespeichert werden können sollte (siehe Stichwort „Mehrtagesspeicher“ weiter oben). Und ein etwas großzügiger dimensionierter Speicher nimmt nun auch nicht so viel mehr Platz im Heizungsraum ein, denn das Volumen steigt im Quadrat zum Durchmesser an. Er wird also eher höher als dicker ausfallen.

Wer unsere Checkliste ergänzen möchte, nur zu! Wie immer freuen wir uns über Eure Erfahrungen / Meinungen, am besten als Kommentar!

Foto: sör alex / photocase.de

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Ein Kommentar zu “Checkliste Pufferspeicher kaufen: Die besten 7 Tipps”

  1. Andre

    Große Pufferspeicher gibt es inzwischen auch mit Vakuum-Isolierung.
    Die Anschlüsse sind bei diesen am Boden angebracht.
    Nur circa 1/10 Wärmeverlust ggü. einem gewöhnlichen Pufferspeicher.
    Kostet zwar das Doppelte eines normalen Pufferspeichers, rechnet sich aber!
    Beispiel: gewöhnlicher Speicher 80W Verlustleistung (700,8 kWh/Jahr * 20 Jahre = 14016 kWh, bei Pelletheizung: 5 Cent/kWh: 700€ Verlust durch Abwärme), Vakuumspeicher 8W (70,08 kWh/Jahr * 20 Jahre = 1401,6 kWh, bei Pelletheizung: 5 Cent/kWh: 70€ Verlust durch Abwärme.
    Bei Heizöl für ca. 8 Cent/kWh ist der Unterschied 1,6 mal Höher!
    Preissteigerung nicht mal beachtet…

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