Erneuerbare_Ernergien-Heizen_Sachsen_Anhalt

Sachsen-Anhalt: So heizen die Deutschen 2019

Immer wieder gibt es neue Statistiken zum Heizungsmarkt Deutschland und zum Heizverhalten der deutschen Verbraucher. Wir stellen euch die aktuellen Zahlen und Fakten hier regelmäßig vor, damit ihr wisst, was im Heizungskeller eurer Mitbürger los ist und wo ihr mit eurer Heizung steht. Schließlich birgt jeder Heizungstausch, jede neu eingebaute Heizung die Chance, die Wärmewende einen Schritt voranzubringen. Und um die geht’ uns hier – um nicht mehr, aber auch um nicht weniger.Lest hier, wie Sachsen-Anhalt heizt.

Das Internet-Portal Halle Spektrum veröffentlichte Ende Januar einen Überblick über die aktuelle Heizlage im Bundesland Sachsen-Anhalt. Er trägt den hoffnungsvollen Titel „Erneuerbare Energien sind zur beliebtesten Heizquelle geworden“. Zu den erneuerbaren Energien würden demnach Umweltthermie, Geothermie, Solarthermie, Holz, Biogas/Biomethan sowie sonstige Biomasse zählen. Zu den konventionellen Energien zählten Öl, Gas und Strom. Fernwärme stelle eine weitere Energiequelle dar.

Im Text heißt es, dass erneuerbare Energien 2017 die beliebteste Energiequelle für Heizung und Warmwasser im Wohnungsneubau gewesen seien. Demnach werde in jedem zweiten der im Jahr 2017 in Sachsen-Anhalt fertig gestellten 2.152 Wohngebäude primär mit erneuerbaren Energien geheizt.

Im Neubau ist Heizgas auf Platz 2 nach Erneuerbaren Energien

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes würden die erneuerbaren Energien somit bei den Heizenergiequellen vor Heizgas liegen, das in 43,2 Prozent der Neubauten für die Heizung eingesetzt wurde. Der Rest entfiele laut Halle Spektrum auf Energiequellen wie Fernwärme, Öl und Strom.

Wenn in 2017 in Sachsen-Anhalt erneuerbare Energien in neugebauten Wohnungen zum Einsatz kamen, dann seien das vor allem zwei Heizungstypen gewesen:

  • Umweltthermie-Anlagen (71,1 Prozent), die der Luft oder dem Wasser Wärme entziehen,
  • und Geothermie-Anlagen (23,1 %), die die solare Wärme, die unterhalb der Erdoberfläche gespeichert ist, nutzen.

In Einfamilienhäusern haben Erneuerbare Energien die Nase vorn

Untergliedere man die Neubauten nach der Gebäudeart hätten

  • mit einem Anteil von 52,4 Prozent vor allem Sachsen-Anhalts Bauherren von Einfamilienhäusern aufs Heizen mit Erneuerbaren gesetzt.
  • Ihnen würden demnach mit einem prozentualen Anteil von 43,5 Prozent Wohngebäude mit zwei Wohnungen (Zweifamilienhäuser)
  • sowie Mehrfamiliengebäude mit drei und mehr Wohnungen (Anteil: 22,0 Prozent) folgen.

Bei Mehrfamilienhäusern spielten laut Bericht Heizgasas (48,9 Prozent) sowie Fernwärme (28,4 Prozent) die entscheidende Rolle. Sei die Wahl erneuerbare Energien als primäre Energiequelle getroffen worden, so waren sie in nahezu 60 Prozent der neu gebauten Wohngebäude jeweils der alleinige Energieträger. Kamen sie dagegen als sekundäre, ergänzende zum Einsatz, war Strom die bevorzugte Wahl. Wenn Heizgas als Primärheizenergie gewählt worden sei, habe man dieses am häufigsten mit Solarthermie kombiniert: in 27,1 Prozent der Fälle.

Heizungsarten im Neubau

In den meisten neuen Wohngebäuden sei eine Zentralheizung eingebaut worden. 1.993 Gebäude hätten einem Anteil von 92,6 Prozent entsprochen. Weitere 105 Wohngebäude seien mittels Fernwärme versorgt worden. Auf den Rest seien die Heizungsarten Block-, Etagen- und Einzelraumheizung entfallen.

Bei der Warmwasserbereitstellung ist Solarthermie mit über 15 Prozent dabei

Bei der Zubereitung von Warmwasser seien die erneuerbaren Energien in Sachsen-Anhalt noch stärker vertreten als bei der Raumheizung.

In 62,3 Prozent der Wohngebäude würden Erneuerbare zur Wassererwärmung genutzt. Dabei falle die wesentlich höhere Nutzung von Solarenergie für diese Zwecke im Vergleich zur Heizung auf, schreibt Halle Spektrum: Während die Solarthermie bei der Heizung nicht einmal in ein Prozent der Wohngebäude als Primärenergie zum Einsatz gekommen sei, habe ihr Anteil beim Warmwasser 15,1 Prozent betragen.

Nach den erneuerbaren Energien folge auch beim Warmwassererzeugen der Brennstoff Heizgas als zweitwichtigste Energiequelle.

Foto: by Maximillian Conacher on Unsplash