Wie die Deutschen 2016 heizen – und wie sie gerne heizen würden

wie die deutschen heizen wollen

Eine sogenannte quotenrepräsentative Umfrage zu Heizungstechnik und Heizungsverhalten liefert uns einen aktuellen Überblick über die derzeit in Deutschland eingesetzte und präferierte Heiztechnik, über das Heizverhalten der Deutschen, über Reparaturen von und Know-how zu Heizungstechnik sowie über das Wechselverhalten der Verbraucher bezüglich Heizungssystemen sowie Energieträgern und daraus resultierender Tarife. Ich habe hier für euch die wichtigsten Ergebnisse der Studie in Zahlen und Fakten zusammengestellt. Viel Spaß beim Lesen!

Ziele der Studie

Laut Angabe der Auftraggeber der Studie, TopTarif Internet GmbH und °Thermondo GmbH, sollen „die Ergebnisse der Studie helfen, einen Überblick darüber zu bekommen, wie die Haltung der Deutschen zu den klassischen und auch den alternativen Heizmethoden“ sei. Daher sei es wichtig gewesen, zu analysieren, „welche Heizmethoden aktuell am häufigsten verwendet“ würden und was die Gründe dafür seien. Die Studienteilnehmer seien demnach außerdem gefragt worden, was ihnen am wichtigsten an der jeweiligen Heizmethode sei und unter welchen Umständen sie bereit sein würden, den Anbieter oder die Heizmethode zu wechseln. Die folgenden fünf Fragen soll die Umfrage beantworten:

  • Welche Heizmethoden sind wie stark in Deutschland vertreten und warum?
  • Wie ist die Haltung zu den verschiedenen Heizmethoden- und Techniken?
  • Welche Heizungssysteme werden in Zukunft bevorzugt?
  • Wie ist das Wechselverhalten der deutschen in Bezug auf die Energieanbieter?
  • Welche Faktoren beeinflussen das Heizverhalten?

Die Ergebnisse der Umfrage im Einzelnen

Fast drei Viertel heizen in Deutschland 2016 mit Gas & Öl

Die Frage zu den aktuell verwendeten Heizungsarten lautete: Wie wird Ihre selbst genutzte Immobilie beheizt? Von den Befragten heizten ihren Hauptwohnsitz derzeit:

  • mit einer Gasheizung: 49,3 Prozent
  • mit einer Ölheizung: 23,5 Prozent
  • mit Fernwärme: 9,4 Prozent
  • mit einer Holzheizung / Holzpellet-Heizung: 5,5 Prozent
  • mit einer Elektro-Heizung: 5,0 Prozent
  • mit einer Solarthermie-Heizung: 2,0 Prozent
  • mit Geothermie (Erdwärme): 1,5 Prozent
  • mit einer Kohleheizung: 1,3 Prozent
  • mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW) in der Nachbarschaft: 0,5 Prozent
  • weiß nicht: 0,4 Prozent
  • Sonstiges: 1,5 Prozent (Anmerkung der Umfragemacher: Die Häufigste Antwort hier war: Wärmepumpe.)

Bei fast 42 Prozent der Befragten war das aktuelle Heizsystem bereits installiert

Die Frage nach den Gründen für den Betrieb des aktuellen Heizungssystems lautete: Aus welchen Gründen haben Sie sich für Ihr aktuelle Heizungssystem entschieden? (Mehrfachnennungen waren hier möglich). Und das sind die Antworten:

  • Die Heizung war bereits installiert: 41,9 Prozent
  • Geringe Betriebskosten: 25,3 Prozent
  • Günstiger Anschaffungspreis: 18,5 Prozent
  • Schnelle Verfügbarkeit: 16,8 Prozent
  • Preisstabilität beim Brennstoff: 16,0 Prozent
  • Hoher Sicherheitsstandard: 15,0 Prozent
  • Gute Ökobilanz: 14,3 Prozent
  • Empfehlung von Verwandten / Freunden: 11,7 Prozent
  • Gesetzliche Vorgaben: 6,6 Prozent
  • Sonstiges: 3,5 Prozent

Mehr als ein Viertel der befragten Personen würde sich bei freier Wahhlmöglichkeit für eine Solarthermie-Heizung entscheiden

Die Frage nach der frei gewählten Heizungsart lautete: Wenn Sie die freie Wahl hätten, für welche Heizungsart würden Sie sich entscheiden? Das antworteten die Befragten:

  • Solathermie-Heizung: 26,8 Prozent
  • Erdgas: 22,7 Prozent
  • Geothermie (Erdwärme): 17,9 Prozent
  • Holzheizung / Holzpelletheizung: 10,0 Prozent
  • Fernwärme: 8,1 Prozent
  • Heizöl: 7,3 Prozent
  • Elektroheizung: 2,8 Prozent
  • BHKW i.d.N.: 2,6 Prozent
  • Kohleheizung: 0,1 Prozent
  • Sonstiges: 1,6 Prozent (häufigste Antworten hier: Wärmepumpe, eigenes BHKW)

Sonnenenergie plus Wärmepumpe = umweltfreundlichste Heizarten

Wie die Befragten die Umweltfreundlichkeit verschiedener Heizarten bewerteten, sollte mit dieser Aufforderung herausgefunden werden: „Bitte geben Sie an, für wie umweltfreundlich Sie die folgenden Heizarten halten! Die vorgegebenen Heizarten konnten dazu mit Attributen wie „teils / teils“, „umweltfreundlich“ und „nicht umweltfreundlich“ bewertet werden. Und das kam dabei raus:

  • Sonnenenergie: umweltfreundlich: 94,2 Prozent, teils / teils: 4,2 Prozent, nicht umweltfreundlich: 1,5 Prozent
  • Wärmepumpe: umweltfreundlich: 73,1 Prozent, teils / teils: 24,0 Prozent, nicht umweltfreundlich: 2,9 Prozent
  • Fernwärme: umweltfreundlich: 48,2 Prozent, teils / teils: 41,0 Prozent, nicht umweltfreundlich: 10,8 Prozent
  • Brennstoffzelle: umweltfreundlich: 46,4 Prozent, teils / teils: 40,1 Prozent, nicht umweltfreundlich: 13,5 Prozent
  • Holz / Holzpellets: umweltfreundlich: 44,6 Prozent, teils / teils: 36,6 Prozent, nicht umweltfreundlich: 18,8 Prozent
  • Erdgas: umweltfreundlich: 42,0 Prozent, teils / teils: 39,5 Prozent, nicht umweltfreundlich: 18,4 Prozent
  • Flüssiggas: umweltfreundlich: 27,9 Prozent, teils / teils: 47,2 Prozent, nicht umweltfreundlich: 25,0 Prozent
  • Strom: umweltfreundlich: 27,4 Prozent, teils / teils: 44,8 Prozent, nicht umweltfreundlich: 27,8 Prozent
  • Heizöl: umweltfreundlich: 10,4 Prozent, teils / teils: 30,5 Prozent, nicht umweltfreundlich: 59,1 Prozent
  • Kohle: umweltfreundlich: 7,0 Prozent, teils / teils: 17,1 Prozent, nicht umweltfreundlich: 75,9 Prozent

Lange Lebensdauer, hohe Zuverlässigkeit und geringe Betriebskosten schätzen die Deutschen an ihrer Heizung

Auf die Frage „Was ist Ihnen an einer Heizung besonders wichtig?“ gaben die Befragten folgende Antworten (Mehrfachnennungen waren möglich):

  • Lange Lebensdauer: 75,5 Prozent
  • Hohe Zuverlässigkeit: 75,5 Prozent
  • Geringe Betriebskosten: 74,3 Prozent
  • Einfache Bedienbarkeit: 53,1 Prozent
  • Hoher Sicherheitsstandard: 52,7 Prozent
  • Gute Ökobilanz: 46,0 Prozent
  • Günstiger Anschaffungspreis: 43,9 Prozent
  • Geringe Lautstärke: 35,3 Prozent
  • Braucht wenig Platz: 26,9 Prozent
  • Vertrauenswürdige Marke: 25,2 Prozent
  • Schnelle Verfügbarkeit: 23,0 Prozent
  • Passt optisch zum Wohnsitz: 9,2 Prozent

Gefragt unter den erneuerbaren Energien: Sonnenenergie

Als Antworten auf die Frage „Welche erneuerbaren Energien würden Sie zum Heizen nutzen? Warum?“ kamen von den Befragten (Mehrfachnennungen und Kommentare waren möglich):

  • Sonnenenergie: 77,9 Prozent
  • Geothermie (Erdwärme): 41,0 Prozent
  • Holz / Holzpellets: 27,5 Prozent
  • Biogas: 16,4 Prozent

Als häufigste Begründung pro alle erneuerbaren Energien nannten die Befragten: die Umweltfreundlichkeit. Weitere Begründungen waren: angenehme Wärme und nachwachsender Rohstoff (bei Holz / Holzpellets), sehr umweltfreundlich, geringe Kosten und hohe (Sonnen-)Verfügbarkeit (bei Sonnenenergie), hohe Nachhaltigkeit und Verfügbarkeit (bei Erdwärme)

Die kompletten Ergebnisse hübsch grafisch aufbereitet, könnt ihr euch hier aus dem Internet als PDF laden. Ich fasse im Folgenden mir im Zusammenhang mit Solarthermie interessant erscheinende Ergebnisse zusammen:

  • Die Anteile der Haushalte pro Bundesland, die derzeit mit Erneuerbaren Energien wie BHKW, Pellets, Geo- und Solarthermie heizten, variierten zwischen 5,3 Prozent (Saarland) und 21,1 Prozent (Berlin).
  • Die Anteile Haushalte pro Bundesland, die eine Solarthermie-Heizung präferieren würden, wenn sie die freie Wahl hätten, variierten zwischen 7,1 Prozent (Mecklenburg-Vorpommern) und 46,7 Prozent (Thüringen).
  • 82,7 Prozent der Umfrageteilnehmer seien mit ihrer derzeitigen Heizung mindestens zufrieden (53,1 Prozent) oder gar vollkommen zufrieden.
  • Wer mit seiner Heizung eher unzufrieden sei (Mehrfachnennungen), nannte dafür als Gründe einen hohen Preis für den Brennstoff (31,8 Prozent) und die Brennstoffart (27,9 Prozent), gefolgt vom niedrigen Wirkungsgrad desselben (26,8 Prozent).
  • Als Info-Quellen (Mehrfachnennungen) zu neuen / alternativen Heizsystemen nutzen die Befragten das Internet (67,3 Prozent), Heizungsbauer / Installateure (66,4 Prozent) sowie Freunde und Bekannte (37,2 Prozent).
  • Knapp ein Drittel der Befragten kenne Fördermöglichkeiten für Sanierungsmaßnahmen (31,5 Prozent), ein weiteres gutes Drittel (36 Prozent) kenne diese nicht, und ein knappes weiteres Drittel habe mal davon gehört (32,5 Prozent).
  • Als neu anzuschaffende Heizung präferierten die meisten Befragten eine Erdgas-Heizung (20,4 Prozent), gefolgt von einer Solarthermie-Heizung (18,6 Prozent) und einer Holzpelletsheizung (8,8 Prozent).
  • Den Energieverbrauch, der sich mit einem Heizungswechsel einsparen ließe, bezifferten der Großteil der Befragten (42,3 Prozent) auf ein Fünftel.

Auch die Umfrageergebnisse bezüglich des Heizverhaltens der Deutschen sind aufschlussreich. Daher fasse ich auch diese hier noch zusammen:

  • Ein Großteil der Befragten (47,4 Prozent) versuche, das Heizen so lange wie möglich hinauszuzögern.
  • Ein Viertel der Umfrageteilnehmer (25,7 Prozent) habe angegeben, den Unterschied zwischen Brennwert und Heizwert zu kennen.
  • In etwas mehr als jedem zehnten Heizsystem (11,3 Prozent) kämen bereits sogenannte intelligente Thermostate zum Einsatz.
  • Mehr als die Hälfte der Befragten schränke ihr Heizverhalten ein (52,7 Prozent), um Kosten zu sparen.
  • Energiespartipps nutze ein Großteil der befragten Deutschen, um Energie zu sparen, der meistgenutzte Tipp sei „Stoßlüften“ (76,6 Prozent), gefolgt von „Nicht zu warm heizen“ (52,7 Prozent) und „Heizkörper frei räumen“ (50,8 Prozent).
  • Gut zwei Drittel der Befragten (68,1 Prozent) können ihre Heizung selbst ablesen.
  • Fast zwei Drittel der befragten (64,2 Prozent) fühlten sich bei Raumtemperaturen (außer beim Schlafen) zwischen 20 und 22,5 Grad am wohlsten.

Zur Umfrage

Die Umfrage wurde von dem Marktforschungsinstitut  Dr. Grieger & Cie. Marktforschung im Auftrag der beiden Berliner Unternehmen TopTarif Internet GmbH, ein sogenanntes Vergleichsportal, und °Thermondo GmbH im August 2016 erhoben. Die Stichprobe umfasste laut Aussage der Auftraggeber 1.037 Befragte zwischen 20 und 69 Jahren, die ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung besäßen und diese/s auch bewohnten (Eigenheimbesitzer) oder zumindest ein Mitspracherecht bezüglich der Heizung hätten.

Über die Umfrageteilnehmer

Den Auftraggebern der Studie zufolge lebe die Mehrheit der Befragten (mehr als 70 Prozent) in einem Haus, das Großteils Teil freistehend sei. Drei Viertel der Befragten wohnten in einer Gemeinde der Größe „Dorf bis mittelgroßen Stadt mit bis zu 99.000 Einwohnern“. Die meisten Befragten lebten demnach in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Mit 36,1 Prozent hätten die meisten der Befragten ein Haushaltsnettoeinkommen zwischen 2.600 un 4.000 Euro. 69,1 Prozent der Befragten hätten angegeben, verheiratet zu sein. Die große Mehrheit der Haushalte bestünde aus zwei bis vier Personen.

Foto: christophe papke / photocase

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