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Energieverbrauch: Privathaushalte verbrauchten 2016 70 Prozent Energie fürs Heizen

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Laut aktuellen Zahlen, die das Statistische Bundesamt (Destatis) mt Sitz in Wiesbaden Anfang März  veröffentlichte, sei der Energieverbrauch der deutschen Privathaushalte fürs Wohnen im Jahr 2016 erneut gestiegen: um 1,4 Prozent auf 665 Milliarden Kilowattstunden (kWh).  Das Bundesamt nennt mehrere Gründe für den Anstieg, allen voran den um 2,2 Prozent höheren Bedarf der Verbraucher an  Heizenergie zur Raumheizung. 70 Prozent  der Haushaltsenergie seien demnach 2016 ins Heizen gesteckt worden. 

Energieverbrauch fürs Wohnen stieg in 2015 und erneut in 2016

Laut der Pressemeldung des Statistischen Bundesamtes hätten die deutschen Privathaushalte im Jahr 2016 mit 665 Milliarden Kilowattstunden erneut mehr Energie fürs Wohnen verbraucht als im Vorjahr 2015: Das Statistische Bundesamtes (Destatis) hat ausgerechnet, dass der Zuwachs an Energieverbrauch 2016 bei 1,4 Prozent  gelegen habe  – temperaturbereinigt und ohne Kraftstoffe. Dazu muss man wissen, dass der Energieverbrauch laut Statistischem Bundesamt bis 2014 rückläufig gewesen und bereits 2015 um 1,9 Prozent angestiegen sei. Damit nahm der Energieverbrauch fürs Wohnen 2016 im zweiten Jahr in Folge zu.

Energieverbrauch der deutschen Privathaushalte 2016

Gründe für den 2016 erneut gestiegenen Energieverbrauch fürs Wohnen

Der Anstieg des Energieverbrauchs fürs Wohnen in 2016 sei dem Statistischen Bundesamt zufolge in erster Linie darauf zurückzuführen, dass die Haushalte mehr Energie für Raumwärme verbraucht hätten. Hier verzeichneten die Statistiker ein Plus von 2,2 Prozent. Für die Erzeugung von Raumwärme, also das Heizen, sei demnach mit 70,3 Prozent der größte Anteil der Haushaltsenergie verbraucht worden.

Insgesamt hätten die deutschen Haushalte vor allem mehr

  • Erdgas: plus 5,0 Prozent
  • und Erneuerbare Energien (Biomasse, Umweltwärme und Solarthermie): plus 6,3 Prozent

zum Heizen ihrer vier Wände verwendet. Gas ersetzt offensichtlich zunehmend Öl als Heizenergieträger sowie elektrische Nachtspeicherheizungen.

Als weiteren Grund für den Mehrverbrauch nennt das Amt den Verfall der Preise für Öl und Gas, infolgedessen für die Privathaushalte der Anreiz zum Sparen geringer gewesen sein dürfte. Ob es sich um einen warmen oder kalten Winter handelte, das wurde in der Statistik berücksichtigt.

Heizenergieträger Biomasse legte in 2016 am stärksten zu

Analysiere man den Anteil der Erneuerbaren Energien für sich, hätte die Biomasse (vor allem in Form von Brennholz und Holzpellets) demnach die größte Energiemenge zum Heizen geliefert und 2016 im Vergleich zum Vorjahr den höchsten Zuwachs (plus 7,0 Prozent) zu verzeichnen.

Bei anderen Energieträgern (Mineralöl, Strom, Fernwärme und Kohle) sei der Verbrauch dagegen in 2016 zurückgegangen.

Weniger Energie für Licht und elektrische Haushaltsgeräte

Für die Beleuchtung ihrer Wohnungen hätten die Deutschen dagegen weniger Energie verbraucht: Im Jahr 2016 verzeichnete das Statistische Bundesamt in diesem Bereich ein Minus von 4,9 Prozent. Auch für den Betrieb elektrischer Haushaltsgeräte sowie zum Kochen, Trocknen und Bügeln sei 2016 demnach weniger Energie verbraucht worden. Beides sicher eine Folge davon, dass Leuchtmittel und Haushaltsgeräte effizienter beim Stromverbrauch werden.

Energieverbrauch_Privathaushalte_2016

Energieverbrauch im Jahresvergleich

Über einen längeren Zeitraum betrachtet, habe der Energieverbrauch der deutschen Privathaushalte im Jahr 2016 leicht unter dem Niveau von 2010 (minus 0,5 Prozent) gelegen, schreibt die Behörde weiter.

Seit 2010 habe sich jedoch der Einsatz der genutzten Energieträger sehr unterschiedlich entwickelt: So hätten die Haushalte

  • 11,7 Prozent weniger Heizöl
  • und 7,9 Prozent weniger Strom

verbraucht.

Dafür sei der Anteil der Energieträger

  • Gas (plus 5,4 Prozent) und
  • und vor allem Erneuerbare Energien (plus 18,1 Prozent) gestiegen. Im Jahr 2016 habe sich ihr Anteil am gesamten Energieverbrauch auf 13,5 belaufen, im Jahr 2010 waren es noch 11,3 Prozent gewesen.

Für die Raumwärme hätten die Haushalte 2016 nahezu so viel Energie wie 2010 (minus 0,3 Prozent) verwendet. Dabei sei der Energieverbrauch pro Quadratmeter Wohnfläche von 2010 bis 2016 jedoch deutlich gesunken. Das hätte laut Bundesamt rechnerisch zu einem 3,9-prozentigen Rückgang des Energieverbrauchs für Raumwärme geführt.

Dieser Rückgang sei jedoch von anderen Faktoren weitgehend kompensiert worden: So sei die Bevölkerung in dieser Zeit um 2,6 Prozent gewachsen, während sich zugleich die Haushaltsgröße verringert habe. Diese Entwicklungen würden laut Statistischem Bundesamt den Effizienzsteigerungen entgegen wirken und hätten den Heizenergieverbrauch für sich betrachtet um 2,5 Prozent beziehungsweise 1,0 Prozent erhöht.

Foto: (Titel) time/photocase, Grafiken (2): Statistisches Bundesamt (Destatis)

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