Der Leitgedanke dieses Artikels ist: Teilen. Genauer: Platz teilen. Begrifflichkeit teilen. Und natürlich geht es mal wieder um die beiden Technologien Solarstrom (Photovoltaik, kurz: PV) und Solarwärme (Solarthermie, kurz. ST). Ist Euch schon mal aufgefallen, dass der Begriff Solarcarport nahezu ausschließlich von der Photovoltaik mit Leben gefüllt wird? Oder anders gefragt: Denkt jemand von Euch beim Solarcarport an Solarthermie? Eben! Dass auch eine Solarwärmeanlage durchaus das Zeug hat, auf einem Carport installiert zu werden und ordentliche Solarerträge einzufahren, das will ich in diesem Beitrag zeigen.
Ein Carport … ist ein Carport …
Grundsätzlich ist das Carport (auf Deutsch etwa: „Autohafen“, historischer Ursprung: Remise als Unterstand für Kutschen) eine praktische Sache: Es bietet den Fahrzeugen des Haushalts Unterstand, seien die nun zwei-, drei-, vier- oder gar mehrrädrig. Fakt ist: Dank des Carports bleiben die Gefährte vor Wind und Wetter einigermaßen geschützt, zumindest solange, wie Regen, Hagel und Schnee nur von oben und / oder den Seiten kommen. Und nicht selten nutzen die Hausherren das Carport beziehungsweise einen vor Sicht und unerwünschten Zugriffen geschützten Teil davon auch zum Verstauen von Haus- und / oder Gartenrat – und sparen sich so einen Schuppen, Keller oder Boden.
Typisch für Carports – und da unterscheiden sie sich von massiven Garagen & Co. bautechnisch und daraus resultierend auch optisch – ist ihre Bauweise. Carports sind mindestens nach einer, maximal nach drei Seiten hin offen. Es gibt freistehende Modelle und solche, die man an eine Wand „anlehnt“. Letzteres spart ebenfalls Kosten: Denn wer sein Carport direkt an eine Außenwand, beispielsweise die des Wohnhauses platziert, der braucht dort keine Carportwand mehr. Statt des für Garagen üblichen Linien- oder Flächenfundaments kommen Carpots idR mit sogenannten Punktfundamenten aus.
Die optische Leichtigkeit des Carports resultiert aus der vergleichsweise leichten Bauweise: Das Gestell ist heutzutage entweder aus massivem Holz, aus Metall (Stahl und Aluminium) oder aus Kunststoff. Die Seiten können – häufig auch modular im Nachhinein – mit passenden Elementen geschlossen werden, zum Beispiel aus Stahlblech, Holz, Glas, Wood-Plastic-Composite-Platten, kurz: WPC-Platten, High-Pressure-Laminaten, kurz: HPL-Platten, und Polycarbonat-Doppelstegplatten.
Aus der hier nur angedeuteten Vielfalt der für Gestell und Verschlusselemente genannten Materialien ergibt sich eine optische Vielfalt – jeder Hausherr kann sich demnach ein Carport aufstellen, das zu seinem Bau- und Wohnstil und zu seinem Budget passt. Je nach Material, Größe und Form, insbesondere Dachform des Carports, wobei auch hier von einfach (Flachdach, Pultdach) bis hin zu aufwendig (Sattel-, Walm- oder Tonnendach) alles möglich ist, sind die Preise für Carports unterschiedlich. Hinzu kommen die Baustoffe, aus denen die Dacheindeckung realisiert wird: Well- und Trapezbleche beziehungsweise -platten sind hier besonders gängig.
Gut zu wissen: Hersteller / Anbieter von PV-Solarcarports haben heute nicht nur stabile Carports im Angebot, die eine Solaranlage zu tragen vermögen, sondern häufig auch die passende PV-Anlage gleich dazu. Das Ganze wird dann als Gesamtpaket verkauft. Mit knapp 6.000 Euro seid ihr laut Energie-Experten.org dabei (Beispielpreis für PV-Solarcarport mit zwei Stellplätzen). Für die Alternative ST-Solarcarport habe ich solche Paketangebote noch nicht gefunden – wer welche kennt, kann sie gerne unten als Kommentar posten! Danke dafür!
… ist ein Solarcarport …
Es gibt unzählige Gründe, warum eine Solaranlage nicht auf euer Hausdach passt: Zum Beispiel könnte es sein, dass ihr nicht genug Dachfläche frei habt, weil Dachfenster, Gauben oder eine Solarstromanlage den Platz dort bereits einnehmen. Oder euer Haus wird verschattet: Zum Beispiel von Bergen, Bäumen oder Nachbargebäuden. Oder das Haus steht extrem ungünstig, so dass der voraussichtliche Sonnenertrag sich nicht rechnen würde. Oder euer Hausdach darf nicht verändert werden, weil es sich optisch in die Nachbarschaft einfügen muss oder es unter Denkmalschutz steht.
Wichtig: Bei der Planung einer Solaranlage sollte man an dieser Stelle unbedingt vorausschauend handeln – Bäume wachsen, heute noch freie Flächen werden morgen mitunter bebaut, bestehende Gebäude aufgestockt usw. Soll heißen: Die Verschattungssituation muss langfristig in die Planung einbezogen werden.
Wenn euer Dach nicht das Zeug zum Solardach hat, bliebe euch theoretisch die Fassade. Zu dem Thema habe ich hier schon ausführlich berichtet. Und auch eine frei aufgestellte Solaranlage wäre selbstverständlich eine Option, so man denn die benötigte schattenfreie Fläche auch wirklich frei und über hat, wohl bemerkt. Scheiden alle Alternativen aus, heißt das noch lange nicht, dass die Bude kalt bleiben muss. Denn jetzt kommt euer Carport ins Spiel!
… ist ein Solarthermie-Carport!
Am besten erkundigt ihr euch beim Solarhandwerker eures Vertrauens nach dem, was bei Euch in Sachen Solarcarport machbar ist. Es muss schließlich auch geprüft werden, ob das schon vorhandene Carport die nötige Stabilität für das Gewicht der Solarthermie-Anlage besitzt – oder ein entsprechendes Modell noch beschafft werden muss.
Auch wichtig: Anders als bei den PV-Solarcarports, die den Vorteil bieten, auch als Solarstrom-Tankstelle zu dienen, sprich: ein Teil des eigens erzeugten Solarstroms fließt gegebenenfalls direkt in die Batterie des Elektro-Fahrzeugs unter dem Solarcarportdach, wird die Solarwärme vom ST-Solarcarport komplett in den Wärmespeicher geführt werden. Auch das ist vom Solarteur zu prüfen und als machbar einzuschätzen.
Häufig werden Carports mit Flach- oder Pultdachform zum Solarcarport. Gegebenenfalls lässt sich hier der Aufstellwinkel der Kollektoren noch optimieren, indem man eine Vorrichtung zum Aufständern – die ihrerseits allerdings auch wieder ein Mehr an Gewicht bedeutet – nutzt. Zum Thema Aufständerung könnt ihr hier viel lesen.
Gesucht: Fotos von Solarthermiecarports
Nutzt einer von euch sein Carport bereits als Solarthemiecarport oder hat einer von euch einen Nachbarn, der sein Carport als Solarthermiecarport nutzt? Oder kennt ihr einen, der – na, ihr wisst schon, Fotos sagen mehr als Worte. In diesem Sinn: Her mit Bildern von Solarthermiecarports! Auf dass auch die Solarthermie den Begriff mit Leben fülle!
PV Nutzung hat aus wirtschaftlicher Sicht im EFH gegenüber ST viele Vorteile.
Um den universellsten Energieträger Strom für Hzg, WW, Kühlung, häuslicher Strombedarf und ggf. E-Car Mobilität wirtschaftlich bestmöglich nutzen zu können, ist insbesondere bei Neubauvorhaben die Komi WP + PV zunehmend nahezu konkurrenzlos, da sich hiermit 70…80% Umweltenergie für diese Prozesse kostenlos nutzen lassen.
Zudem werden Stromspeicher, wenn sinnvoll, zunehmend deutlich preiswerter.
Da der Verkauf von privat erzeugtem Strom zunehmend schwieriger wird, ist es sinnvoll den Eigenverbrauchsanteil möglichst gegen 100% tendieren zu lassen, was nur mit einer vollumfänglichen Nutzung mit unterschiedlichsten Prozessanforderungen gelingt.
WP machen bei ingenieurtechnisch korrekter Anlagendimensionierung aus 1 KWh Strom, 3,5…5 kWh Nutzenergie, zumal Wärmepumpenstrom günstiger als normaler Haushaltsstrom ist.
Die Dachflächen eines Caports werden für ein insgesamt wirtschaftliches Konzept bei PV Nutzung daher meist nicht benötigt, bestenfalls als Ergänzung bei Berücksichtigung von E-Mobilität.
Da ST Nuzung für EFH meist wenig wirtschaftlich ist, dürfte die Carportvariante eher ein Schattendasein führen.
Vielen Dank für diese faktische Bestätigung des wenn überhaupt dann mit PV buchstäblich besetzten Solarcarports. Wenn ich es richtig verstehe, ist auch das PV-Solarcarport eher ein seltenes Konstrukt – es sei denn, man nutzt es als Tanke. Glauben Sie, das sich das im Zuge der E-Mobilisierung, so sie denn gelingt, noch zugunsten des Carports verändern wird? Also: Je mehr E-Autos desto mehr PV-Solarcarports?
Das hängt stets von den spezifischen Bedingungen des jeweiligen BV ab.
Ich rechne derzeit eine Variante WP mit Betonabsorber/Erdzwischenspeicher als Ersatz für meinen alten Gas-Heizwertkessel durch.
Als Ergänzung habe ich eventuell vor, auf den ebenfalls noch zu errichtenden ~50m² PV-Solarcarport unter die PV-Module einen Absorber zu bauen. Für den Absorber sind Temperaturen bis zu 60°C zu erwarten – genug, um direkt einen Speicher mit FriWa zu versorgen.
Während der Heizperiode würde der PV-Absorber den Betonabsorber unterstützen können. So ein einfacher Absorber (schwarze Rohre aufs Dach gelegt), ist deutlich preiswerter als PVT-Module.
Aber erstmal muss ich noch ein wenig rechnen…
LG jogi
Das klingt sehr spannend, jogi54! Halte uns bitte auf dem Laufenden – wenn’s sich denn rechnet und an die konkrete Umsetzung geht! Und mit der Erwähnung von PVT-Moduen hast Du mich auf eine Idee gebracht, die hybriden Kollektoren wollte ich mir längst mal vorknöpfen … lg, Doreen.
ein kostenfreies Angebot für mein Solarcarport habe ich online erstellen lassen. Nächste Woche habe ich einen Termin und berichte euch. Die Idee so meinen eigenen Strom zu produzieren und zu speichern finde ich klasse. Das es sich noch dadurch rechnet freut mich natürlich :-). LG Marco
Danke für die tolle Arbeit die Ihr leistet, hier bekommt man eine sehr gute professionelle Leistung. Sind sehr zufrieden.
Lieben Gruß Mia