Solarkollektor oder Solarmodul - was ist der Unterschied?

Solarkollektor oder Solarmodul – was ist der Unterschied?

Was ist ein Solarkollektor? Und was ist ein Solarmodul? Worin unterscheiden sich Solarkollektor und Solarmodul – und was haben sie gemeinsam? Dieser Artikel klärt über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Solarkollektor und Solarmodul auf – denn aus Erfahrung wissen wir: Es besteht Verwechslungsgefahr!

Solar ist „irgendwas mit Sonne“ – das ist schon mal klar!

Sprechen wir zuerst über die Gemeinsamkeit von Solarkollektor und Solarmodul: Beides sind Bauteile einer sogenannten Solaranlage. „Solar“ heißt: „irgendwas mit Sonne“ oder „die Sonne betreffend“. Demnach ließe sich eine Solaranlage auch als Sonnenanlage bezeichnen.

Eine Solaranlage ist eine technische Anlage im Bereich der Solartechnik, die aus Solarenergie, also der Energie der Sonne (Sonnenenergie), nutzbare Energie erzeugt. Die Sonne sendet uns mit ihren Strahlen Energie in zwei Formen:

  • Lichtenergie
  • und Wärmeenergie.

Tipp zum Weiterlesen: Wer sich mit dem Thema näher beschäftigen möchte, der liest dazu am besten den Beitrag „Was ist ein Sonnenstrahl und wie transportiert er Energie von der Sonne?“ hier auf dem Blog. Darin erklären wir ganz ausführlich, wie Licht und Wärme entstehen und wie sie von der Sonne bis zur Erde gelangen.

Da beide, Solarkollektor und Solarmodul, Sonnenenergie „verarbeiten“, werden sie so platziert, dass sie davon eine möglichst große Menge direkt abbekommen. Deshalb seht ihr Kollektoren und Module auf Dächern, an Fassaden und Balkonbrüstungen von Gebäuden oder auf unverschatteten Freiflächen.

Solarkollektor – der „Irgendwas-mit-Sonne-Sammler“ liefert Wärme

Der Solarkollektor, der „irgendwas-mit Sonne-Sammler“, ist Teil einer Solarwärmeanlage, die auch Solarthermie-Anlage, kurz ST-Anlage und noch kürzer STA genannt wird. Gängige alternative Begriffe für den Solarkollektor sind Sonnenkollektor und Solarthermie-Kollektor.

Die Solarthermie-Anlage ist eine technische Anlage aus mehreren Komponenten, darunter Solarkollektoren. Diese „sammeln“ die wärmespendenden Sonnenstrahlen, die auf sie treffen. Aufgabe der Solarthermie-Anlage ist es, die gesammelte Sonnenwärme in nutzbare Wärme umzuwandeln, mit der sich

  • Warmwasser (warmes Trinkwasser wie es als Brauchwasser in Küchen und Bädern verbraucht wird)
  • und/oder Heizwasser zum Beheizen von Räumen

bereitstellen lässt.

Die Sonnenwärme (auch Solarwärme oder Solarthermie genannt) wird dazu von den Solarkollektoren aufgenommen und innerhalb der Anlage bis zum Wärmespeicher weitergeleitet. Um diese Aufgabe zu wuppen, sind Solarkollektoren so gebaut, dass sie möglichst viel der Sonnenwärme aufnehmen können.

Auffällig: Der Begriff „Solarthermie“ steht damit

  • sowohl für die spezielle Energieform (Sonnenwärme)
  • als auch die Technologie, mit der sich die Solarenergie nutzbar machen lässt.

Die Technologie Solarthermie hat sich mittlerweile schon mehrere Jahrzehnte bewährt, mit der Zeit sind weltweit diverse Kollektorvarianten entwickelt und weiterentwickelt worden. Paradigma zählt zu den Pionieren unter den Solarkollektor-Herstellern und wir sind mächtig stolz darauf, dass aus unserem Haus der Solarkollektor kommt, der Marktführer in Sachen Wärmeertrag ist: der Paradigma CPC-Vakuum-Röhrenkollektor Aqua Plasma.

aqua-plasma-solarthermie-kollektor-paradigma
Aqua-Plasma-CPC-Vakuumröhrenkollektor von Paradigma.

Tipp zum Weiterlesen: Wer den besten Kollektor der Welt am Markt näher kennenlernen will, sollte sich unseren Blogbeitrag „Plasma-Solarthermie: Was hat Plasma mit Solarthermie-Kollektoren zu tun?“ anschauen.

Damit ist klar – der Solarkollektor ist für Wärme zuständig. Schauen wir als Nächstes auf das Solarmodul!

Solarmodul – das „Irgendwas-mit-Sonne-Modul“ liefert Strom

Ein Solarmodul ist Teil einer Solarstromanlage, die auch Photovoltaik-Anlage, kurz: PV-Anlage und noch kürzer: PVA genannt wird. Gängige alternative Bezeichnungen für das Solarmodul sind Sonnenmodul, Solarstrom-Modul oder Photovoltaik-Modul.

Kurz noch zum Begriff Photovoltaik: Das griechische Wort für „Licht“ ist „phos“, dessen Genitivform „photos“. „Volt“ ist die Einheit für die elektrische Spannung, die die Stärke einer Spannungsquelle charakterisiert und Ursache für den elektrischen Strom ist. Wissenswert: Seit der deutschen Rechtschreibreform im Jahr 1996 ist die Schreibweise „Fotovoltaik“ die neue Hauptform und „Photovoltaik“ eine weiterhin zulässige alternative Schreibung.

Die Photovoltaik-Anlage soll aus der Lichtenergie, die die Sonnenstrahlen mitbringen, nutzbare elektrische Energie machen. Das gelingt, weil die Solarmodule als Anlagekomponenten aus vielen Solarzellen zusammengesetzt sind, die aus sogenanntem Halbleitermaterial bestehen, in Reihen geschaltet und abschließend gekapselt werden. Solarzellen (auch photovoltaische Zellen) sind in der Lage, Sonnenlicht direkt Strom umzuwandeln. Die Solarzelle wirkt in der Photovoltaik-Anlage demzufolge als Stromquelle.

Auffällig: Die Photovoltaik ist somit einerseits ein physikalischer Effekt und andererseits dessen Anwendung.

Auch bei den Solarmodulen, zu denen die Solarzellen zusammengebaut werden, gibt es viele Unterschiede in Bau und Funktionsweise – das hat sich mit den Jahren ähnlich entwickelt wie bei den Solarkollektoren.

Damit ist klar: das Solarmodul liefert Strom.

Das war’s? Noch nicht! Denn inzwischen sind auch Solaranlagen auf dem Markt, die sowohl Wärme als auch Strom erzeugen können. Schaut selbst!

Hybride Solaranlagen liefern Wärme und Strom

Hybride Solaranlagen werden häufig als PVT-Anlagen bezeichnet, wobei PV für Photovoltaik steht und T für Thermie. Je nachdem ob die Hybrid-Solaranlage

  • wärmegeführt
  • oder stromgeführt

ist, unterscheidet man die Hybriden in Hybridkollektor (wärmegeführt, auch Thermovoltaikkollektor genannt) und Hybridmodul (stromgeführt). „Geführt“ bedeutet hierbei, dass das jeweilige Erzeugnis der Solaranlage, Wärme oder Strom, bevorzugt wird.

Tipp zum Weiterlesen: Wir haben dem Thema Hybrid hier auf dem Blog bereits eine eigene Artikelserie gewidmet, die euch mit den technischen Grundlagen der Verbundtechnologie PVT bekannt macht, gängige Hybridkollektoren vorstellt und den Wirkungsgrad und die sich daraus ergebende Wirtschaftlichkeit derselben diskutiert.

Solarkollektor oder Solarmodul - was ist der Unterschied?
Das Projekt des Monats unserer Handwerker des Monats Juni 2016 zeigt anschaulich die Solarmodule (“kariert”) vorne und die Solarkollektoren (“gestreift”, hinten) auf einem Dach. Foto: Schramm

Solarkollektor oder Solarmodul – ein Unterschied, den ihr auch sehen könnt!

Wenn ihr unterwegs seid und mal auf die Dächer schaut, könnt ihr dort Solarkollektor und Solarmodul entdecken. Doch was ist was? Beim Erkennen von Kollektoren und Modulen hilft es, zu schauen, ob die Optik der Solaranlage eher

  • gestreift
  • oder kariert

wirkt. Das Streifenmuster (Längsstreifen) spricht für nebeneinandersitzende Kollektoren, die Karos ergeben sich aus den zu Modulen zusammengesetzten Solarzellen. Achtet mal drauf!

Fotos: Paradigma, Schramm