Was ist eigentlich ein Solarregler und wozu dient er?

Was ist ein Solarregler?

Wie im Beitrag zur Erfolgskontrolle einer Solaranlage versprochen, schauen wir uns als weitere Komponente einer Solaranlage den Solarregler genauer an. Der Solarregler, wird auch Solarsteuerung genannt, und soll eine wichtige Komponente sein, auf die ich eigentlich über das Thema Wärmemengenzähler gekommen bin. Wie ich las, können in Wärmemengenzählern nämlich auch Solarregler integriert sein. Anscheinend gibt es hier ganz viele verschiedene Arten und Typen, mit unterschiedlichsten Aufgaben. Nachfolgend wieder, was ich dazu gefunden habe.

Funktionen eines Solarreglers

Im Fachbuch „Sonnenwärme für den Hausgebrauch“  lese ich, dass der Solarregler den Wärmeträger umwälzt. Immer dann, wenn im Kollektor genügend Wärme gesammelt wurde, soll sie aus dem Kollektor in den Speicher transportiert werden. Die Aufgabe der Überwachung und den Impuls für den Transport der Wärme soll der Solarregler übernehmen. Dazu wird die Temperatur im Kollektor an der heißesten und im Speicher an der kältesten Stelle gemessen. Sobald die Temperaturdifferenz den vorher festgelegten Wert übersteigt, wird der Transport des Wärmeträgers durch einem Impuls des Reglers ausgelöst. Wird eine gewisse, vorher festgelegte Temperatur unterschritten, wird die Pumpe durch einen weiteren Impuls vom Regler wieder abgeschaltet. Sowohl die Nachheizung, als auch der Schutz vor Überhitzung, also die Vermeidung des Anlagenstillstands, könnte durch einen dritten Fühler, im oberen Bereich des Speichers, über den Solarregler gesteuert werden, lese ich weiter.

Wenn ich es richtig verstanden habe, nennt sich das Ganze dann Temperaturdifferenzsteuerung.

Weiter lese ich, dass die meisten Standardregler über eine Speichertemperaturbegrenzung verfügen. Andere Solarregler sind mit einer Drehzahlregelung für die Pumpe ausgestattet, was anhand der Sonneneinstrahlung den Durchfluss im Kollektorkreis regeln soll. Und abhängig vom Anlagentyp lese ich von noch vielen verschiedenen Möglichkeiten die ein Regler übernehmen kann:

  • Regelung der Nachheizung
  • Beladung von eventuellen Zweitspeichern
  • Zirkulationsregelung (zeit- und temperaturabhängig)
  • Kontrolle der Temperaturfühler (auch auf Schäden) etc.

Jetzt kann ich mir richtig gut vorstellen, warum man Solarregeler auch als Herzstück einer Solaranlage bezeichnen kann. Und wie wichtig eine gute Regelung und Abstimmung sein muss. Ohne sie würde der beste Kollektor wohl nichts bringen.

Neben einer ausführlichen Beschreibung in einem Artikel zu thermischen Solaranlagen auf Wikipedia, fand ich hier noch eine kürzere Erklärung zur Solarsteuerung, mit den verschiedenen Aufgaben und Möglichkeiten, die sie übernehmen kann. Besonders interessant fand ich die Bilder und Erklärungen zu den einzelnen Arten und Typen.

Dass so ein kleines Kästchen die gesamte Steuerung der Solaranlage übernimmt? Erstaunlich! Kleines Kästchen – große Wirkung, fällt mir dazu ein.

Habt ihr Erfahrungen mit (den verschiedenen) Solarreglern gemacht? Was gibt es dazu noch Wissenswertes? Wir freuen uns über eure Kommentare aus der Praxis.

Quelle: Fachbuch: Sonnenwärme für den Hausgebrauch | Dr. Sonne Team

Artikelbild: erstellt mit wordle.net

 

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5 Kommentare zu “Was ist eigentlich ein Solarregler und wozu dient er?”

  1. Moritz

    Sehr interessanter Artikel. Ich bin für die Installation eines Solar-Moduls auf der Insel Mallorca verantwortlich und suche eine Möglichkeit die überschüssige Wärme abzuleiten. Wenn man ein System anschließen könnte, inkl. Solarregler, welches bei einer bestimmten Temperatur im Speicher, die Wärme nicht mehr ins Haus fördern würde, sondern z.B. in den Pool, wäre das genial. Hab auch schon was von Helium-Speicher gehört, ist da etwas dran?

    Grüße
    Moritz

    1. Manfred Steglitz

      Hallo Moritz,
      das sollte mit einer guten Regelung eigentlich kein Problem sein; aber wie immer, es kommt auf den Einzelfall an ob sich das ganze lohnt. Auf der Balearen-Insel wirst du vermutlich deutlich mehr überschüssige Wärme gewinnen als in Deutschland. Möchtest du „nur“ die überschüssige Energie nutzen? Denn auch das Abführen der Wärme kostet natürlich wieder Pumpenstrom. Oder machst du dir Sorgen wegen einer Überhitzung der Solaranlage und sie soll deswegen nicht in Stagnation gehen? Nahe liegend wäre es aus meiner Sicht, die zulässige Speichertemperatur zu prüfen ob da noch Potential nach oben besteht; oder einen 2. Puffer dahinter zu klemmen. Grüße Manfred

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