Jörg Münchinger 30 Jahre Paradigma Interview

30 Jahre Paradigma – Interview mit Jörg Münchinger

Mit Jörg Münchinger steht uns heute einer der “alten Hasen” von Paradigma Rede und Antwort. Lest hier, was der Teamleiter des fünfköpfigen Verkaufsinnendienstes (VID) Spannendes aus mehr als 28 Jahren Arbeiten bei Paradigma zu berichten hat und wie ein Fußball-Länderspiel zwischen Paradigma-Italien und Paradigma-Deutschland ganz viel Amore in sein Leben brachte.

Jörg Münchinger, stellen Sie sich und Ihre Position bei Paradigma bitte kurz vor!

Jörg Münchinger: Sehr gerne! Ich bin Jörg Münchinger, geboren 1966, und arbeite bei Paradigma als Leiter des Verkaufsinnendienstes, kurz VID genannt. Wir sind ein Team von fünf Kollegen.

Was macht denn der Verkaufsinnendienst genau?

Wir sind die Abteilung im Hause Paradigma, an die sich unsere Partnerhandwerker wenden, wenn Aufträge abzuwickeln sind, zum Beispiel müssen Geräte für Neuinstallationen oder Reparaturen bestellt werden. Sobald der SHK-Handwerker ein neues Paradigma-Gerät oder ein Ersatzteil für ein bereits betriebenes benötigt, klingelt er bei uns an.

Wie viele Anrufe kommen an einem ganz normalen Paradigma-Tag zusammen?

Wir führen täglich 100 bis 120 Telefonate. Wobei wir uns im Team so aufteilen, dass wir eine durchgehende Erreichbarkeit von 7:30 bis 17 Uhr gewährleisten.

Gibt es Stoßzeiten, zu denen die Handwerker besonders häufig durchklingeln?

Ja, in der Tat: Besonders viele Anrufe verzeichnen wir zwischen 8 und 10 Uhr, nach dem Mittag und noch einmal gegen 16 Uhr. In dieser Zeit staut sich auch mal was auf – aber wir rufen grundsätzlich nach der Liste der eingehenden Anrufe alle Partner zurück.

Worauf kommt es Ihnen beim Verkaufsinnendienst besonders an?

Zum einen müssen wir die Technik gut kennen. Und damit meine ich nicht nur die aktuellen Geräte, sondern im Grunde das komplette Paradigma-Programm. Denn wenn unsere Partner-Handwerker vor einem Gerät stehen, dass seit Jahren läuft und zum Beispiel ein Ersatzteil dafür brauchen, dann hilft das Wissen um die Geräte enorm.

Als “alter Hase” sind Sie da ja genau der richtige Mann am Telefon!

Das stimmt. Ich bin jetzt mehr als 28 Jahre im Haus und habe währenddessen eine Menge Produkte von Paradigma mit auf den (Vertriebs-)Weg gebracht. Die Erfahrung hilft im Gespräch mit den Handwerkern. Womit ich schon beim nächsten Punkt bin, auf den es in unserem Job ankommt: Um die Anliegen der Handwerker schnell und kompetent zu bearbeiten, brauchen wir ein gutes Fingerspitzengefühl. Denn während eine Bestellung eher positiv rüberkommt, gibt es durchaus auch Situationen, in denen die Handwerker in der Leitung unter Stress stehen. Da heißt es für uns Innendienstler, Ruhe zu bewahren, das Anliegen sachlich aufzunehmen, dabei dem Handwerker auch den nötigen Raum zu geben, seinen Stress rauszulassen, und lösungsorientiert zu handeln. Wir versuchen, den Partner an die Hand zu nehmen und dort abzuholen, wo er gerade steht. Damit jeder Handwerker seinen Ansprechpartner hat und eine Beziehung zu diesem aufbauen kann, haben wir uns regional aufgeteilt, ähnlich wie es auch unsere Gebietsmanager tun.

Sie haben Ihre Verbindung zu Paradigma gerade auf über 28 Jahre beziffert – wie kamen Sie denn ins Unternehmen?

Ich habe damals als gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann für die Firma Reisser GmbH gearbeitet, war also auch schon im Bereich Heizung und Sanitär zugange. Dann kam Bernd Clauss auf mich zu und fragte, ob ich nicht Interesse am Aufbau des Vertriebs bei Paradigma hätte. Daraufhin habe ich meinen sicheren Job aufgegeben und bei Paradigma angeheuert.

Wir war das Arbeiten bei Paradigma in den Anfangsjahren?

Am Anfang waren wir 15 Leute – da hat jeder die Arbeit gemacht, die anfiel. Ich habe den Innendienst von Grund auf aufgebaut, aber zugleich Ware mit dem LKW ausgefahren oder den Messeaufbau gemacht, wenn ich gebraucht wurde. Kam beispielsweise eine Ladung Flachkollektoren mit dem Sattelzug vorgefahren, dann hieß es immer: “Alle Männer raus zum Abladen!” Und dann sind wir auch alle Mann raus … Das war eine ganz besondere Zeit, die uns – aus heutiger Sicht “alte Hasen” – bis heute verbindet und die von einer eigenen Stimmung und Arbeitshaltung getragen wurde. Genau die müssen wir jetzt an neuere Kollegen weitergeben. Als Vorbildrolle quasi …

Gibt es ein besonderes Paradigma-Erlebnis, das Ihnen im Gedächtnis haften bleibt?

Ja: Paradigma hat meine Frau und mich zusammengeführt.

Das müssen Sie ausführlicher erzählen!

Gerne. Ich war damals, 1999, unter anderem auch für die Verbindung zu Paradigma Italien zuständig und schlug vor, doch mal ein Freundschaftsspiel zwischen Paradigma-Deutschland und Paradigma-Italien zu organisieren. Wir sind dann runter zu den Kollegen gefahren und im Hotel traf ich eine – heute: meine – Frau, die arbeitete dort. Die Disco am Abend mit den italienischen Kollegen und Partner-Handwerkern, zu der wir auch eingeladen wurden, half uns beiden beim Einander-näher-Kennenlernen.

Und wer hat das Fußballspiel gewonnen: Italien oder Deutschland?

Das habe ich doch glatt vergessen …

?

Italien. Die italienischen Kollegen hatten uns schon morgens herzlich und mit Prosecco begrüßt … was soll ich sagen … wir waren für eine derart herzliche Begrüßung empfänglich.

Was bedeutet Ihnen Solarthermie? Betreiben Sie eine eigene Anlage?

Bei mir im Mehrfamilienhaus mit Eigentumswohnungen sorgt eine Solarthermie-Anlage bestehend aus zwei CPC-Star-Azzurro-Vakuumröhrenkollektoren für Warmwasser. Die Anlage läuft seit gut 10 Jahren. Geheizt wird mit einer Gasbrennwert-Heizung. Und auf dem Dach meiner Eltern sitzt seit 1992 eine Flachkollektoranlage, die bis heute Warmwasser zubereitet.

Solarthermie macht mir die große Freude, die verfügbare Energie der Sonne zu nutzen. Sonnenenergie ist Leben. Ich bin von Solarthermie fest überzeugt und arbeite gerne dafür. Nach dem Firmenumzug fahre ich jetzt täglich 70 Kilometer zur Arbeit und wieder zurück, dabei bin ich zweieinhalb bis drei Stunden unterwegs. Ich nutze aber gerne auch die noch recht junge Möglichkeit, sechs Tage im Monat vom Home-Office aus zu arbeiten.

Was wünschen Sie Paradigma zum Geburtstag?

Einerseits wünsche ich mir wieder mehr Menschen, die Handwerksberufe erlernen. Ich höre derzeit von vielen Partnern, dass das ein großes Problem in unserer Branche ist: gute SHK-Kollegen zu finden. Ich wünsche, dass hier ein Umdenken stattfindet, denn mit mehr Manpower könnten die Handwerksbetriebe auch mehr Aufträge realisieren. Die Nachfrage danach ist ja durchaus da.

Andererseits wünsche ich mir, dass von Umweltschutz nicht immer nur geredet, sondern, dass er auch in die Tat umgesetzt wird.

Und natürlich wünsche ich Paradigma Erfolg und dass es damit kontinuierlich weitergeht.

Herzlichen Dank, Jörg Münchinger, dass Sie sich für unser Gespräch heute die Zeit genommen haben. Und danke ans ganze VID-Team, dass Ihnen dafür den Rücken freigehalten hat!

Foto: Paradigma