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Warum sich eine Pelletheizung 2026 lohnt (1): Wie steht die grüne Heiztechnologie da?

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Wenn’s um die Wärmewende geht, hat jede:r sofort die Wärmepumpe im Kopf. Doch es gibt weitere Heizungen, die erneuerbare Energien als Wärmequelle nutzen: Neben der Solarthermieheizung, die wir euch in den vergangenen Wochen hier auf dem Blog ausführlich vorgestellt haben, zählt auch die Pelletheizung dazu. Ende des vergangenen Jahres 2025 liefen hierzulande laut dem Deutschen Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV) rund 757.000 Pelletanlagen. Ihre Betreiber:innen sparen damit jedes Jahr 4,6 Millionen Tonnen CO2 ein. Das entspricht den jährlichen Emissionen von etwa zwei Millionen Pkw. In unserer neuen Artikelreihe liefern wir euch Zahlen und Fakten, Hintergründe und Rechenbeispiele aus der Praxis – und damit eine praxisnahe Antwort auf die Frage, für wen sich eine Pelletheizung 2026 lohnt. Wir starten mit einem Marktüberblick Pelletheizungen Deutschland: Wo steht die Pelletheizung 2026 wirklich?

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Erneuerbar heizen mit unserem Paradigma Brennwert-Pelletkessel PELEO OPTIMA. Foto: Paradigma

Zwei Jahre Absatzeinbruch und dann die Trendumkehr

Zum Start ins Thema ist ein kurzer Rückblick wichtig, weil er euch Hintergründe des aktuellen  Geschehens auf dem deutschen Heizungsmarkt erklärt.

Die Jahre 2023 und 2024 waren für den gesamten erneuerbaren Heizungsmarkt schwierig. Das hatte nichts mit der Technologie zu tun, sondern mit Politik. Das Hin und Her ums Gebäudeenergiegesetz (GEG), das ab 2024 schließlich in Kraft trat und als sogenanntes Heizungsgesetz bundesweit Schlagzeilen machte (und bis heute noch macht), löste bei vielen Verbraucher:innen so viel Verunsicherung aus (wir berichteten), dass sie ihre Kaufentscheidung einfach aufschoben (Stichwort: Attentismus).

Der Absatz von Pelletheizungen und Pelletkaminöfen sank im Jahr 2024 laut dem DEPV gegenüber dem Vorjahr um 45 Prozent auf 30.650 Anlagen (siehe Grafik unten).

Verkauf Pelletheizungen 2020-2026

Im Jahr 2025 zeichnete sich die Trendumkehr ab: Mit rund 35.000 verkauften Kaminöfen und Heizungen verbuchte die Pelletbranche ein Absatzplus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist noch kein Marktdurchbruch, weil die für die Klimaziele notwendigen Austauschquoten weiterhin deutlich verfehlt werden. Aber es ist ein klares Signal, dass das Vertrauen der Verbraucher:innen zurückkommt.

„Statt der von der Bundesregierung erwarteten schnellen, klaren Entscheidungen dümpelte die Debatte um das Erneuerbaren-Ziel beim Heizungstausch zu lange vor sich hin”, kritisiert DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele. Die Branche habe ihm zufolge auf eine Trendumkehr beim Kesseltausch gehofft und sei von der Regierung erneut enttäuscht worden. Investitionen in Produktion, Mitarbeiter:innen und Handwerk hätten teils wieder abgebaut werden müssen.

Prognose: Marktentwicklung Pelletheizungen 2026

Für das laufende Jahr 2026 erwartet der DEPV ein ähnliches Verkaufsniveau wie im Vorjahr. Konkret wird mit

  • rund 13.000 luftgeführten Pelletkaminöfen,
  • 23.250 Pelletkessel bis 50 Kilowatt (kW) Leistung sowie wasserführenden Pelletkaminöfen gerechnet.
  • Dazu sollen noch 750 größere Pelletfeuerungen und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen kommen.

Damit würde der Gesamtbestand bis Ende 2026 auf rund 777.500 Pelletheizungen in Deutschland anwachsen.

Paradigma Pelletheizung Pelletti_Touch_Vakuum_Lagerraum

Rund 757.000 Pelletheizungen: Der Bestand wächst trotz schwacher Absatzjahre

DEPI_Zahl der Pelletheizungen in Deutschland 2020-2026
Der Grund für dieses Wachstum ist der: Pelletheizungen werden selten gegen andere Heizungstypen ausgetauscht. Wer einmal auf Pellets umgestiegen ist, bleibt meist dabei. Alte Anlagen scheiden kaum aus dem Bestand aus, weil sie ihre theoretische Lebensdauer von bis zu 25 Jahren und mehr in der Praxis konsequent ausschöpfen. Der Gesamtbestand wächst deshalb trotz schwacher Neuinstallationsjahre stetig weiter (siehe Grafik oben).

Das stete Wachstum des Pelletheizungs-Bestandes belegt zugleich das Vertrauen der Betreiber:innen in die Technologie. Mehr als drei Viertel einer Million Haushalte heizen täglich mit Pellets – und das seit zum Teil mehr als zwei Jahrzehnten.

Deutschland: größter Pelletproduzent Europas

Was bei der Betrachtung des deutschen Pelletmarktes oft übersehen wird, ist die Tatsache, dass Deutschland in der Pelletsproduktion europäischer Spitzenreiter ist.

Im Jahr 2025 wurden hierzulande mehr als vier Millionen Tonnen Holzpellets hergestellt. Rund 98 Prozent davon entsprechen der höchsten Qualitätsstufe ENplus A1, dem strengsten Prüfsiegel der Branche.

DEPI Pelletproduktion und -verbrauch 2020-2026
Das ist für euch als Verbraucher:innen aus einem ganz praktischen Grund relevant: Wer eine Pelletheizung betreibt, ist bei der Brennstoffversorgung nicht auf internationale Lieferketten angewiesen, wie es bei fossilem Heizöl oder fossilem Heizgas der Fall ist.

Holzpellets entstehen aus Sägenebenprodukten, die direkt vor Ort in heimischen Sägewerken anfallen, also aus Sägespänen und Hobelresten, die sonst als Abfall gelten würden. Der Brennstoff wächst demzufolge im wahrsten Sinne des Wortes regional nach.

Das Produktionspotenzial ist dabei noch lange nicht ausgeschöpft: Laut DEPV werden derzeit nur rund die Hälfte der jährlich anfallenden Sägenebenprodukte zu Pellets verarbeitet. Selbst bei einem deutlich höheren Absatz an Pelletheizungen wären demnach ausreichend heimische Rohstoffe vorhanden.

Deutschland ist außerdem Nettoexporteur bei Holzpellets. Mit einem Außenhandelsüberschuss von rund 17.000 Tonnen (vorläufiger Wert für das Jahr 2025) gehen die hochwertigen ENplus-A1-Pellets vor allem nach Italien und Österreich. 8,5 von 10 Tonnen werden jedoch direkt im Inland verbraucht, und die wenigen Importe stammen fast ausschließlich aus direkten Nachbarländern.

Was Pelletheizungen für unser Klima leisten

DEPI CO2-Einsparungen dank Pelletheizungen 2020-2026

Der Beitrag der Pelletheizungen zum Klimaschutz ist messbar und substanziell: 4,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente werden jährlich eingespart. Das entspricht den jährlichen Emissionen von etwa zwei Millionen durchschnittlichen Pkw, schreibt der DEPI.

DEPI EndenergieverbrauchWärmebereitstellung aus Pelletheizungen 2020-2026

Die erzeugte Wärme aus Pellets lag 2024 bei rund 17 Terawattstunden (siehe Grafik oben). Das deckt 9 Prozent des erneuerbaren Wärmeverbrauchs in Deutschland und knapp 1,7 Prozent des gesamten Wärmeverbrauchs.

Holzenergie ist dabei nicht vom CO2-Preis betroffen, weil Biomasse als erneuerbare Energie gilt. Wer mit fossilem Öl oder Gas heizt, zahlt diesen Aufschlag und wird ihn künftig in steigendem Maß zahlen. Wer mit Pellets heizt, bleibt davon verschont. Das ist ein struktureller Kostenvorteil, der mit jedem weiteren CO2-Preisanstieg größer wird.

Pelletheizungen: Was sich verändert hat und was nicht

Die Pelletheizung als Technologie hat sich in den letzten Jahren nicht grundlegend verändert. Ihre Grundprinzipien – nachwachsenden Brennstoff automatisch verbrennen, Wärme speichern, Räume heizen und für  Warmwasser sorgen – sind seit Jahrzehnten etabliert.

Moderne Pelletkessel erreichen Wirkungsgrade von bis zu 98 Prozent, weil Brennwerttechnik inzwischen Standard ist. Die Anlage läuft vollautomatisch, befüllt sich selbst aus dem Lager und produziert nur wenig Asche. Wie genau die Geräte funktionieren, erklären wir euch ausführlich in Teil 2 dieser Reihe.

Was sich verändert hat, sind drei Dinge:

  1. Die Förderung: Seit Januar 2024 fördert die KfW über das Programm 458 auch Pelletheizungen mit bis zu 70 Prozent Zuschuss auf förderfähige Kosten. Neu hinzugekommen ist außerdem ein Emissionsminderungszuschlag von pauschal 2.500 Euro für besonders emissionsarme Kessel mit einem Staubausstoß von weniger als 2,5 Milligramm pro Kubikmeter (mg/m3). Mehr zur Förderung lest ihr in Teil 7 unserer Reihe.
  2. Das politische Umfeld: Das GEG hat Unsicherheit erzeugt, die den Markt gebremst hat. Das angekündigte Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) wird die 65-Prozent-Erneuerbare-Pflicht beim Heizungstausch abmildern, was kurzfristig mehr Wahlfreiheit bedeutet, langfristig aber nichts daran ändert, dass fossile Brennstoffe strukturell teurer werden. Positiv sieht DEPV-Geschäftsführer Bentele, dass die Bundesregierung die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bis mindestens zum Jahr 2029 absichern will. Wichtig sei nun, dass Fördersystematik und Förderniveau beibehalten werden.
  3. Das Wettbewerbsumfeld: Wärmepumpen haben in den vergangenen Jahren enorm an Marktpräsenz gewonnen. Das ist gut für die Wärmewende insgesamt. Es hat aber dazu geführt, dass viele Verbraucher:innen glauben, sie müssten sich zwischen Pelletheizung und Wärmepumpe entscheiden, oder dass eine Pelletheizung automatisch die schlechtere Wahl sei. Beides stimmt nicht. Wir werden diesen schiefen Vergleich in Teil 6 dieser Reihe sorgfältig und praxisnah auseinandernehmen.

Pelletheizung 2026: Warum jetzt ein guter Zeitpunkt für den Umstieg ist

Wer heute über eine Pelletheizung nachdenkt, trifft auf eine Ausgangslage, die in mehrfacher Hinsicht günstig ist.

Die Förderung ist (noch) attraktiv – bis zu 70 Prozent KfW-Zuschuss, gesichert bis mindestens 2029.

Die Versorgungssicherheit ist besser als bei jedem fossilen Brennstoff, weil der Rohstoff regional und nachwachsend ist.

Und die Technologie ist ausgereift, bewährt und in mehr als 757.000 deutschen Haushalten bereits täglich im Einsatz.

Im zurückliegenden harten Winter 2025/2026 waren Pelletheizungen zusammen mit Erdwärme die günstigste Heizoption in Deutschland. Das hat die unabhängige Beratung co2online berechnet. Mit einem Durchschnittspreis von 343 Euro pro Tonne waren Pellets rund 34 Prozent günstiger als während der Energiekrise 2022. Das ist ein Zeichen dafür, dass sich der Markt nach der Ausnahmesituation wieder normalisiert hat.
Was eine Pelletheizung technisch leistet und wie sie funktioniert, zeigen wir euch in Teil 2 dieser Reihe.

Alle 7 Teile dieser Artikelreihe „Warum sich eine Pelletheizung 2026 lohnt” auf einen Klick

  • Teil 1: Wie steht die grüne Heiztechnologie da? Markt, Zahlen, Standortbestimmung.
  • Teil 2: Wie funktioniert eine Pelletheizung? Technik verständlich erklärt.
  • Teil 3: Was bringt eine Pelletheizung wirklich? Leistung, Effizienz, CO2-Bilanz.
  • Teil 4: Was kostet eine Pelletheizung wirklich? Investition, Betrieb, Wirtschaftlichkeit.
  • Teil 5: Pelletheizung als Teamplayer! Mit Solarthermie, PV und Wärmepumpe smart kombiniert.
  • Teil 6: Pelletheizung oder Wärmepumpe? Der praxisnahe Vergleich.
  • Teil 7: Pelletheizung-Förderung 2026, Entscheidungshilfe, nächste Schritte.

Fotos und Grafiken: Paradigma (Titelbild und andere), DEPI (5 Grafiken)