eTank: Erdspeichersystem zur langfristigen Wärmespeicherung

Wie im Artikel „Solarthermie: Neue saisonale Wärmespeicher braucht das Land“ angekündigt, will ich an dieser Stelle das Erdspeichersystem eTank zur saisonalen Speicherung von Wärme näher vorstellen, das im Verbund mit einer Solaranlage und einer Wärmepumpe für die Versorgung eines Privathauses oder Gewerbegebäudes mit regenerativer Energie zuständig sein kann.

Der eTank ist demzufolge ein System, mit dessen Hilfe sich eins der großen Probleme in der Energiewirtschaft lösen lässt: Überschüssige Wärme zu speichern und zu puffern, um sie später zu nutzen. Schließlich ist nicht nur das Sammeln regenerativer, also erneuerbarer Energie wie Sonnenthermie eine große Herausforderung, sondern auch deren effiziente und langfristige Speicherung für einen zeitlich versetzten Gebrauch.

Gut zu wissen:

Laut Aussage des eTank-Herstellers, der deematrix Energiesysteme GmbH in Fürstenwalde, ist der eTank ein Langzeit-Speichersystem für Wärme, dass es ermöglicht, den Wärmebedarf eines Gebäudes zu 100 Prozent zu decken – aus regenerativen Energiequellen!

2012 wurde der eTank im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“, ein Wettbewerb der Initiative „Deutschland – ein Land der Ideen“ in Kooperation mit der Deutschen Bank, ausgezeichnet.

Was ist der eTank?

Der eTank ist ein spezieller Energiespeicher, der sich (im Falle eines Neubaus) in geringer Tiefe unter der sogenanten Sohlplatte eines Gebäudes oder auch daneben (Im Sanierungsfall) errichten lässt – und zwar direkt im Erdreich. Der eTank könne laut Hersteller

  • unter Keller, Wintergarten oder Garage
  • beziehungsweise neben einem Teilkeller

installiert werden. Dazu werde das entsprechende Erdreich mit einer langlebigen Dämm- und Folientechnik eingepackt, das Erdreich an sich bilde also den Tank, schreibt der Hersteller auf seiner Internetseite.  Durch das „abgepackte“ Erdreich verlaufe ein „nach einem chaotischen Prinzip“ verlegtes Leitungssystem aus beständigen Polyethylen-Leitungen. In den Leitungen fließe eine sogenannte Soleflüssigkeit, die die Energie, zum Beispiel solare Wärme oder Abwärme, an das Erdreich abgebe, wo sie gespeichert werde.

Wer ist der Hersteller des eTanks?

Die deematrix Energiesysteme GmbH ist laut eigenen Angaben das europweit einzige zertifizierte Ausführungsunternehmen, das den eTank baut.

Für welche Art von Bauvorhaben ist der eTank als Wärmespeicher geeignet?

Der eTank eigne sich laut Hersteller sowohl für den Einsatz im privaten  (Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus) als auch gewerblichen Bereich. Selbst unter einem Hochhaus lasse sich demnach ein eTank errichten.

Wie groß ist ein eTank?

Laut Hersteller seien 100 bis 120 Kubikmeter Erde in einer Tiefe von 1,2, bis 1,5 Metern optimal, um eine Wärmezufuhr von 10 Kilowatt (Heizlast) zu erzielen, wobei der Hersteller große Grundflächen den Vorzug gebe.

Muss ich befürchten, dass mein eTank einfriert?

Da eine Solaranlage selbst bei ungünstiger Wetterlage (diffuses Licht, Regen, Nebel) Wärme erzeuge, so der Hersteller, werde der eTank stets mit Temperaturen über dem Gefrierpunkt (0 Grad Celsius) durchströmt.

Brauche ich eine Genehmigung, wenn ich einen eTank einrichten möchte?

Laut Hersteller meistens nicht. Der eTank sei demnach in den meisten Baugenehmigungsverfahren lediglich anzeigenpflichtig. Er könne sogar in Wasserschutzgebieten eingesetzt werden.

Was kostet ein eTank?

In der eTank-Broschüre 2012 zeigt der Hersteller einen Vergleich der Kostenentwicklung der drei Heizsysteme

  1. Gas+Solar,
  2. Tiefenbohrung+Solar+Wärmepumpe
  3. und e-Tanksystem (eTank+Solar+Wärmepumpe)

über einen Zeitraum von 20 Jahrne.

Dort kommt das System Gas+Solar auf Gesamtkosten von 120.000 Euro, davon knapp 20.000 Euro Investitionskosten, knapp 5.000 Euro Wartungskosten, der Rest: Betriebskosten.

Das System Tiefenbohrung+Solar+Wärmepumpe liegt demnach bei unter 110.000 Euro Gesamtkosten, davon mehr als 30.000 Euro Investitionskosten, 5.000 Euro Wartungskosten und der Rest: Betriebskosten. Das eTank-System verursacht demzufolge insgesamt nur etwa 65.000 Euro Kosten: Knapp 40.000 Euro davon sind Investitionskosten, knapp 5.000 Euro Wartungskosten, der Rest: Betriebskosten. Das heißt: Trotz der im Vergleich der Heizsysteme höchsten Investitionskosten kostet die eTank-Anlage am Ende sehr viel weniger als die beiden anderen Heizsysteme.

Was muss ich tun, wenn ich Interesse an einem eTank habe und gerne ein Angebot des Herstellers einholen möchte?

Damit der Hersteller ein Angebot erstellen kann, benötigt er entsprechende Grundinformationen, die er mittels eines Fragebogens erhebt, der auf seiner Internetseite zum Download bereit steht.

Was meint Ihr zu dem Thema? Welche anderen Systeme kennt ihr, die mit solchen Speichern arbeiten? Wir möchten noch viele weitere solcher Beispiele bringen.

Foto: Dot.ti / photocase.com

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