Handwerker des Monats Februar 2018 Jean-Pierre Arnold GmbH & Co. KG

Handwerker des Monats berichtet von erster heißer Begegnung mit Solarthermie

Jean-Pierre Arnold heißt unser “Handwerker des Monats” Februar 2018. Er hat vor 22 Jahren seinen Handwerksbetrieb, die Jean-Pierre Arnold GmbH & Co. KG, im hessischen Sinn am Fuße des Westerwalds gegründet. 1998 baute der Gas- und Wasser-Installationsmeister, der auch ein Energieexperten-Diplom in der Tasche hat und Ausbildungen zum Wasserprofi  und Biowärme-Installateur absolvierte, sein erstes Paradigma-System auf. Im Interview erzählt er uns heute wie heiß seine erste Begegnung mit Solarthermie war und warum die Beziehung zu ihr bis heute nicht abgekühlt ist.

Jean-Pierre Arnold, beschreiben Sie bitte Ihren Betrieb!

Jean-Pierre Arnold: Arnold ist der führende Betrieb zur Installation von Solar-und Heizkonzepten sowie Trink-und Heizungswasserbehandlung in unserer Region.

Nach dem Motto „einfach besser“ hat sich unser Unternehmen in über 22 Jahren als Spezialist für erneuerbare und nachhaltige Technologien einen Namen gemacht, der für modernes Handwerk und beste Lösungen steht. Dank zahlreicher installierter Anlagen ist Arnold längst auch überregional bekannt und immer in Kundennähe.

Sie führen einen Familienbetrieb?

In unserem in erster Generation familiengeführten Betrieb stellen wir den Menschen als Erfolgsfaktor in den Mittelpunkt. Unsere Mitarbeiter sind qualifiziert und motiviert. Sie sorgen für unsere nachhaltigen Erfolge. Aus diesem Grund streben wir danach, unsere Mitarbeiter stets weiter zu qualifizieren und Ihnen interne Aufstiegschancen zu eröffnen, um sie langfristig im Unternehmen zu halten.

Das Bildungsgebot gilt übrigens auch für mich als Betriebsleiter:  Ich habe 2014 mein Diplom zum Energieexperten gemacht. Im vergangenen Jahr schloss ich die Ausbildung zum Wasserprofi ab und wurde Bester Wasserprofi des TFG e.V. Im selben Jahr habe ich mich zudem zum Biowärme-Installateur ausbilden lassen.

Als zertifizierter Handwerksbetrieb sind wir uns auch unserer Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst. Daher gestalten wir unsere Abläufe und Produktionsprozesse nachhaltig und umweltschonend.

Wie kamen Sie zu dem Beruf und was gefällt Ihnen daran?

Als ich im Jahr 1986 ein Schulpraktikum in einem Betrieb machen sollte, war es recht schwer, einen geeigneten Platz zu bekommen –  ich bin ein Kind der geburtenstarken Jahrgänge. Eine Fließbandarbeit in einem Industriebetrieb oder einen Büroarbeitsplatz konnte ich mir als meinen zukünftigen Beruf vorstellen. Ich habe dann von einem Sanitär- und Heizungsbetrieb erfahren, der immer wieder Praktikanten sucht. Ich stellte mich dort vor und bekam sofort die Zusage, dort als Praktikant anfangen zu können.

Mir hat die Arbeit vom ersten Tag an Spaß gemacht und ich konnte mir auch gut vorstellen, eine Ausbildung als Gas- und Wasserinstallateur zu machen. Nach dem Praktikum habe ich immer wieder als Ferienjobber in diesem Betrieb  gearbeitet – bis mein damaliger Chef mich eines Tages fragte, ob ich in seinem Betrieb eine Ausbildung machen möchte. er sagte mir, dass er nur Gutes von seinen Mitarbeitern und Kunden über mich gehört habe und sich daher eine Zusammenarbeit mit mir gut vorstellen könne. Im August 1987 war es dann soweit: Ich trat meine Ausbildung zum Gas- und Wasserinstallateur in diesem Betrieb an. Wir waren ein recht chaotischer Haufen mit vier Gesellen und drei Lehrlingen, der jüngste war ich mit 15, der älteste von uns war gerade mal 28 Jahre alt.

Sie hatten sicher eine Menge Spaß!?

Die Ausbildung war sehr vielseitig: ständig neue Kunden, jeden Tag eine andere Aufgabe … Es war tatsächlich der Spaß an der Arbeit, der mir bestätigte, den richtigen Beruf ausgewählt zu haben.

Wie ging Ihr Weg weiter?

Meine Ausbildung habe ich 1991 mit der Gesellen-Prüfung als bester Prüfling abgeschlossen. Danach konnte mich mein Chef jedoch nur noch für ein paar Monate als Geselle behalten und ich musste mir einen neuen Betrieb suchen, den ich aber auch sofort fand. In diesem Betrieb war ich von Beginn an auf mich alleine gestellt und mein Chef stellte mich ständig vor neue Herausforderungen. Ich bekam immer größere Baustellen … bis hin zu einem Wohnhaus mit 20 Wohnungen, das ich komplett alleine geleitet und organisiert habe.

Mir wurde mit der Zeit jedoch klar, dass mir das noch nicht reichte. Der Gedanke, mein eigener Chef zu sein, gefiel mir. Also habe ich mich im Januar 1994 kurz entschlossen zur Meisterschule angemeldet. Ich besuchte den ersten in Wetzlar angebotenen Crashkurs. Die Meisterschule beendete ich im Sommer 1996 erfolgreich. Da mein Chef keinen Arbeitsplatz als Meister für mich hatte, wagte ich den Sprung ins kalte Wasser und machte mich im November 1996 selbständig. 1999 habe ich meinen ersten Mitarbeiter eingestellt. Heute sind wir 3 Mitarbeiter.

Handwerker des Monats Familienbetrieb_Jean-Pierre Arnold und Team
Handwerker des Monats Jean-Pierre Arnold und seine Team-Kollegen (v.l.n.r.) Silke Mülln und Valeri Peters.

Was war und ist Ihnen wichtig … so als Ihr eigener Chef?

Ich war von Beginn an daran interessiert, etwas Neues auszuprobieren … etwas anderes zu machen.  Die Aussage “Das haben wir schon immer so gemacht.” lasse ich bis heute nicht gelten, ohne den Status quo zu hinterfragen.

Wie haben Sie Paradigma und die Erneuerbaren Energien kennengelernt?

1998 habe ich meine erstes Paradigma-System installiert: eine große Solaranlage mit 15 Quadratmetern Kollektorfläche, einer Gas-Brennwert-Heizung und einem Optima Speicher. Die Solarthermie-Technik hat mich sofort begeistert und mich noch mehr darin bestärkt, dass dies der richtige Weg für mich ist. Und, dass ich noch mehr von diesen Anlagen installieren wollte.

2001 habe ich den ersten Pelletkessel mit einem anderen Betrieb zusammen aufgebaut, auch diese regenerative Technik überzeugte mich. Das Neue motivierte mich auch: Ich wollte so einen Kessel selbst verkaufen und installieren. Was soll ich sagen: Es hat gar nicht lange gedauert und 2004 ich habe meinen ersten Pelletkessel installiert – den ersten hier im Ort und zugleich in den Nachbargemeinden.

Im Laufe der Zeit habe ich mich immer mehr mit dem Thema Erneuerbare Energien befasst und bin dabei auf den TFG e.V. gestoßen. (Der TFG ist nach eigenen Angaben der Verbund der besten Fachbetriebe für Energie aus Sonne und Holz mit bundesweit rund 180 Mitgliedsbetrieben – Anmerkung der Redaktion). Die TFG-Philosophie hat mir auf Anhieb gefallen, ich habe mich umgehend als Mitglied angemeldet. Ich fühlte mich vom TFG bestärkt in meinem Handeln und war und bin begeistert über so viele Kollegen, die wie ich denken.

Sie sind inzwischen seit zwei Jahrzehnten Paradigma-Partner. Was sind die Gründe für diese Partnerschaft?

Meine Gründe dafür sind schnell aufgezählt:

  • Paradigma verschafft mir als Handwerker ein Alleinstellungs-Merkmal, denn das, was Paradigma dem Verbraucher an Technik und Technologie bietet, kann und macht nicht jeder Handwerker.
  • Paradigma bietet mir als Partner regelmäßige Schulungen und Aus-/Fortbildung. So bleibe ich technisch auf der Höhe der Zeit. Davon profitieren meine Kunden.
  • Für mich gehören Paradigmas Produkte und Konzepte zum Besten am Markt – und das gebe ich gerne an meine Kunden weiter.
  • Paradigmas Produkte sind keine Massen-Ware.
  • Der Umgang zwischen dem Unternehmen und uns Partnern ist freundschaftlich, ich werde beachtet und ernst genommen. Viele Paradigma-Mitarbeiter kenne ich inzwischen persönlich, seien es Leute vom Innendienst, vom Außendienst oder der Chef.

Beschreiben Sie uns bitte Ihr größtes Erfolgserlebnis in Sachen Solarthermie!

Das war ganz klar mein 2005 erster eigens organisierter Energietag. Über 250 Besucher kamen damals. Im selben Jahr habe ich auch zum ersten Mal einen Fachvortrag vor 50 Leuten gehalten.

Aber auch die schon erwähnte erste große Solarthermie-Anlage von Paradigma hat sich als Erfolgserlebnis in meiner Erinnerung eingebrannt …

Das meinen Sie jetzt nicht so heiß, wie es klingt, oder?

Doch, doch! Die Solaranlage wurde damals noch ohne Abdeckung in einem Bretterverschlag geliefert. Bei der Montage mit einem Kran schien die Sonne auf den Kollektor … den Rest kann man sich denken …

???

Ich sag’s mal so:  Als die Kollektoren miteinander verbunden wurden, habe ich mir meine Finger verbrannt und gelernt, wie heiß Solarthermie sein kann (lacht).

Trotz dieses “schmerzhaften” Starts sind Sie der Solarthermie bis heute treu. Was fasziniert Sie daran?

Nachdem ich anfangs eine Anlage nach der anderen installierte, bekam ich als Handwerker ebenso wie meine Kunden oft zu hören: “Das rechnet sich niemals!”, “Das ist nur was für Idealisten!”, “Das würde ich niemals haben wollen!” Als die Energiepreise ab 2005 nach oben gingen, waren es oft genau diejenigen, die dann zu mir in den Betrieb kamen und sagten: “Du hast doch damals bei meinem Nachbarn das installiert  … Das hätte ich auch gerne! Mach mir mal ein Angebot!“

Solarthermie funktioniert eben.

Das Lieblings-Solarthermie-Projekt unseres Handwerkers des Monats - eine komplette Heizungs-Modernisierung nklusive Installation einer Solarthermie-Anlage. Foto: Jean-Pierre Arnold GmbH & Co. KG
Das Lieblings-Solarthermie-Projekt unseres Handwerkers des Monats – eine komplette Heizungs-Modernisierung inklusive Installation einer Solarthermie-Anlage. Foto: Jean-Pierre Arnold GmbH & Co. KG

Welches der von Ihnen bisher realisierten Solarthermie-Projekte ist Ihr Lieblingsprojekt und warum ist es das?

2017 haben wir in einem Einfamilienhaus Baujahr 1980 in Herzhausen die modernste Heizungsanlage  in der Gemeinde Netphen sowie Umgebung aufgebaut. Das bestätigten uns mehrere in der Gemeinde zuständige Schornsteinfeger, die sich die Anlage  angesehen haben. Die Heizungsanlage besteht aus Pellet-Brennwertkessel, 10 Quadratmetern Aqua-Plasma-Solarthermie-Anlage, Energy Vario Speicher mit 800 Litern Fassungsvermögen sowie komplett neuer Verrohrung inklusive Heizkörpern. Sie wurde von  unserem Energieberater und Technischen Koordinator der TFG berechnet und auf Brennwert ausgelegt.

Das Lieblings-Solarthermie-Projekt unseres Handwerkers des Monats - eine komplette Heizungs-Modernisierung inklusive Installation einer Solarthermie-Anlage. Foto: Jean-Pierre Arnold GmbH & Co. KG
Die Solarthermie-Anlage mit 10 Quadratmetern Kollektorfläche sitzt und überrascht die Hausherren mit ihrer Leistung bei Oktoberwetter. Foto: Jean-Pierre Arnold GmbH & Co. KG

Das Tolle war, dass die Solarthermie-Anlage als erste Komponente fertig war: Unsere Kunden konnten es kaum glauben, dass sie allein – der Kessel war ja noch nicht angeschlossen – schon so viel Heizwärme und warmes Wasser lieferte. Die Solarthermie-Anlage wurde im September, der Kessel im Oktober in Betrieb genommen.

Jean-Pierre Arnold, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für unser Gespräch genommen haben!

Fotos: Jean-Pierre Arnold GmbH & Co. KG