Hilfe! Wo sind die Startups der Solarthermie?

Startups Solarthermie

Angesichts der Gründerszene in Deutschland, die im Bereich der Erneuerbaren Energien recht rege ist, frage ich heute mal laut in die Crowd: Gibt es deutsche Startups der Solarthermie? Wer seid Ihr, was macht Ihr genau? Meldet Euch doch bitte, damit wir uns kennenlernen!

Natürlich habe ich mich schon mal vorab auf dem Markt umgeschaut: Auf der Suche nach sogenannten Startups fiel mir als Erstes auf, dass der Begriff Startup selbst mitunter nicht ganz eindeutig gebraucht wird. Daher starte ich diesen Beitrag mit etwas dröger Theorie:

Was ist ein Startup?

Landläufig verstehen die meisten unter dem Begriff Startup beziehungsweise Start-up oder auch Startup/-up-Unternehmen ein Unternehmen, das gerade gegründet wurde. Doch ganz so einfach ist das Ganze nicht! Ein Startup ist nicht per se eine Neugründung beziehungsweise eine Existenzgründung. Vielmehr charakterisieren zwei Besonderheiten ein sogenanntes Startup:

  1. Die innovative Geschäftsidee und
  2. das Geschäftsziel, schnell zu wachsen.

Typisch für die Gründer und Investoren eines Start-Unternehmens sei laut Wikipedia deren Absicht, das Business nach relativ kurzer Zeit auf dem freien Wirtschaftsmarkt zu verkaufen. Wunschkäufer sehen Startups demnach in namhaften Firmen, die sich am Startup beteiligen oder es ganz übernehmen, sowie in Aktionären, die Anteile am Startup erwerben, nach dem es von den Gründern an die Börse gebracht worden ist.

Nicht jeder Gründer sei demnach ein Startup-Unternehmer. Handwerker wie Polsterer oder Nagelmodelisten beispielsweise fielen mit einer Geschäftseröffnung nicht unter den Begriff Startup. Ebenso wenig wohl Personen in freien Berufen wie Journalisten, Rechtsanwälte oder Architekten. Weder sei deren Geschäftsidee besonders innovativ noch sei ein schnelles Wachstum ihr Geschäftsziel, schreibt die Wiki weiter.

Schaut man sich weltweit um, sieht man mit Google, Facebook und Amazon erfolgreiche internationale Beispiele für Startups. Deutsche Startups, die sich einen Namen gemacht haben, sind Xing, Zalando oder MyMuesli.

Auf der Internetseite von Florian Nöll, Vorsitzender und Gründungsvorstand des Bundesverbandes Deutsche Startups e.V., diskutiert der Gründungsexperte den Begriff Startup und liefert uns die von ihm favorisierte Antwort auf die Frage „Was ist ein Startup?“ mit dieser Definition:

“a startup is an organization formed to search for a repeatable and scalable business model.“ – Steve Blank

Nöll übersetzt die englischsprachige Definition so: „Ein Startup ist eine neu geschaffene Organisationen auf der Suche nach einem wiederhol- und skalierbaren Geschäftsmodell“ und liefert anschließend die dem Deutschen Startup Monitor (kurz: DSM) zugrunde liegende Definition des Begriffs:

„Startups sind durch 3 Merkmale definiert:

  1. Das Alter! Startups sind jünger als 10 Jahre.
  2. Die Innovationskraft! Startups sind mit ihrer Technologie und/oder ihrem Geschäftsmodell hoch innovativ.
  3. Das Wachstum! Startups haben (streben) ein signifikantes Mitarbeiter- und/oder Umsatzwachstum (an).“

Wer mehr zu den drei Merkmalen lesen will, guckt sich am besten die Erklärungen von Florian Nöll dazu an.

Soviel zur Theorie des Begriffs Startup. Wir hätten damit immerhin schon mal geklärt, was wir suchen: Solarthermie-Unternehmen nämlich, die eben diesen Merkmalen gerecht werden. Doch halt, da gibt’s noch was:

Was ist ein Social Startup?

Ein sogenanntes Social Startup löst im Vergleich zum „normalen“ Startup kein business-orientiertes Problem, sondern ein gesellschaftliches. Es widmet sich also gesamtgesellschaftlichen Aufgaben wie dem Erhalt von Umwelt und Natur, der Durchsetzung von Demokratie, der Umsetzung von Bildung und Gesundheit für alle Menschen auf diesem Planeten. Da ein Social Startup trotz idealistischer Ausrichtung auch Geld verdienen will, lässt es sich von klassischen Nichtregierungsorganisationen und gemeinnützigen Vereinen gut unterscheiden, schreibt das Gründerblog go ahead.

Auf der Suche nach Startups – die deutsche Gründungsszene

Spannende Fakten zur Startup-Szene Deutschlands liefert der eben schon erwähnte Deutsche Startup Monitor, eine jährliche Onlinebefragung der Startups in Deutschland. Die Ergebnisse der Umfrage, durchgeführt von der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR), Forschungsgruppe BerlinStartupInsights, könnt Ihr hier ansehen.

Auf der Suche nach Solarthermie-Startups begegnete ich unzähligen unternehmerischen Ideen, die sich mit Erneuerbaren Energien beschäftigen. Energie-Blogger Andy Kühl beobachtet die Startup-Szene EE seit Jahren aufmerksam und lässt uns an seinen Beobachtungen teilhaben, zum Beispiel hier und hier. Auf der Internetseite des Ecosummit kann man die diesjährigen Teilnehmer des Startup-Events in Berlin betrachten. Und auch die Internetseite der „Langen Nacht der Startups“ Berlin listet viele Startups von A bis Z auf.

Die deutschen Startup-Zentren

Auffallend viel Berlin, hmh? Laut DSM ist unsere Hauptstadt Berlin auch die Startup-Hauptstadt. Anhand der folgenden fünf Grafiken könnt Ihr vergleichen, warum Berlin vor München, Hamburg & Co. die Gründungsnase vorn hat:

Startups Berlin 2015 Startups Hamburg 2015 Startups München 2015 Startups RheinRuhr 2015 Startups Stuttgart 2015

Wo sind nun aber die Solarthermie-Startups beziehungsweise Solarthermie-Social-Startups?

Um es kurz zu machen: Ich habe mir während meiner Suche nach Solarthermie-Startups viel angesehen. Keine Frage, es sind viele Solar-Startups dabei, die sich mit Photovoltaik, Heizen mit Photovoltaik, Stromspeichern und und und … beschäftigen und tolle Ideen auf den Markt bringen.

Coolar – ein Solarthermie-Kühlschrank

Ein echtes Solarthermie-Fundstück ist für mich Coolar. Das Social-Startup hat den Kühlschrank neu erfunden: Statt mit Elektrizität kühlt der Coolar-Kühlschrank mit Wärme. Die kann beispielsweise von einer Solarthermie-Anlage stammen, denn das Adsorptionskältesystem von Coolar nutze laut eigenen Angaben ein einzigartig kompaktes Adsorptionskältesystem mit einem porösen Nanomaterial, kombiniere dazu die Verdunstung von Wasser und kühle so ohne die üblichen umweltschädlichen Kältemittel. Der erste Prototyp – entwickelt an der TU Berlin (wieder Berlin!) wurde Anfang September auf der schon genannten „Langen Nacht der Startups“ in Berlin gezeigt.

Schreibt mit an unserer Liste der Solarthermie-Startups!

So und nun, liebe Crowd, bist du dran: Ihr Handwerker, Solarthermie-Freunde, Bloggerkollegen, Journalistenkollegen, Blogleser und und und … Schreibt uns, wenn Euch ein Solarthermie-Startup über den Weg läuft! Ein kurzer Hinweis mit Name und Adresse im Netz oder in der realen Welt hier unten im Kommentarfeld genügt uns schon! Vielen Dank für Eure Hilfe!

Foto: Grafiken (5): Deutscher Startup Monitor e.V., dommy.de / photocase.de (Titelfoto)

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10 Kommentare zu “Hilfe! Wo sind die Startups der Solarthermie?”

  1. Robert Buchinger

    Ein Startup im Bereich Solarthermie: http://www.sunlumo.com ist mit dem ersten europäischen 100% Kunststoffkollektor nominiert zum Deutschen Ecodesignpreis des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamts. Erstmal kann ein Preisträger dieses begehrten Preises aus der Solarwärme Branche kommen! Durch die Kuststoffbauweise ist der Solar-Kollektor kostengünstig herzustellen, leicht an Gewicht sowie einfach zu montieren und zu recyceln.
    Das Unternehmen wurde 2009 gegründet mit er Mission: Wir ermöglichen den Eine-Welt-Solar-Kollektor für alle!
    Sunlumo bietet Turn-key-Fabriken für den Eine-Welt-Solar-Kollektor an. Die Fabriken gibt es in unterschiedlichen Automatisierungsgraden. Anlagen können maßgeschneidert je nach Kundenbedarf mit Produktionskapazitäten zwischen 100 und 350 MWth geliefert werden. Interessierte Investoren sind eingeladen um Details zum Kollektor und zur vollautomatischen Produktionslinie zu besichtigen.

  2. J.Freyer

    Na ja – da Paradigma nur an ausgewählte und für teuer Geld geschulte Heizungsbauer liefert, braucht man sich nicht wundern, dass es kaum Start ups gibt. ST ist heute fast Standardgeschäft fast jedes Heizungsbauers.

    LG J.Freyer

    1. Cornelia Daniel

      Das sehe ich etwas anders. Die Branche ist sowas von in den 90er Jahren stecken geblieben und hat deshalb so unglaublich viel Potenzial für Geschäftsmodellinnovationen, dass hier noch ganz viel Luft nach oben ist. Ich warte auf das “Uber” der Solarthermiebranche, aber das könnte noch ein wenig dauern… oder ich muss es selber machen…

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