Broschüre zum Heizen mit Pellets

Lesetipp: Neue Broschüre zum Heizen mit Pellets

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Die EnergieAgentur.NRW hat eine Broschüre herausgegeben. Sie informiert euch ausführlich über das Heizen mit Holzpellets – angefangen mit Kapiteln zu Herstellung, Einkauf und Lagerung der Presslinge über Kapitel zu Kauf und Installation von Pelletsheizungen bis hin zu Förderprogrammen. Wir haben uns die neue Broschüre zum Heizen mit Pellets genauer angeschaut und hier alle Wichtige für euch zusammengefasst.

Im April wurde laut dem DEPI, dem Deutschen Pelletinstitut, die 500.000ste Pelletheizung hierzulande in Betrieb genommen. Das heißt, eine halbe Million Heizungen in Deutschland werden derzeit mit Holzpellets befeuert.

Broschüre zum Heizen mit Holzpellets

Welche Vorteile bringen Holzpellets als Brennstoff?

Holzpellets sind unter hohem Druck in zylindrischer Form gepresstes Holz. Die Presslinge werden aus getrocknetem, naturbelassenem Restholz produziert, also aus Sägemehl und Hackschnitzeln. Dabei werden keine chemischen Bindemittel zugegeben. Das heißt, Holzpellets sind Biomasse, ein nachwachsender Rohstoff. Sie sind eine Möglichkeit, ökologisch zu heizen, ohne mehr auf fossile Energiequellen zu setzen. Und deshalb sind Holzpellets ein wichtiger Baustein der Wärmewende.

Holzpellets bringen einen Heizwert von rund fünf Kilowattstunden pro Kilogramm Pellets in eure Heizung. Das bedeutet, dass rund zwei Kilogramm davon rund einen Liter Heizöl oder einen Kubikmeter Gas ersetzen – beides fossile Brennstoffe.

Von großem Vorteil ist zudem, dass Holzpellets ein normierter Brennstoff sind, vorausgesetzt man kauft sie in entsprechend geprüfter Qualität. Die hohen Anforderungen an die Qualität von Holzpellets sind, so steht es in der Broschüre zum Heizen mit Holzpellets, in der internationalen Norm ISO 17225-2 vorgeschrieben. Laut der Norm gibt es Holzpellets in den definierten Qualitätsklassen A1 und A2 sowie B. Die Klassifizierung ergibt sich insbesondere aus den Rohstoffen und den damit einhergehenden unterschiedlichen Verbrennungseigenschaften, die in den Holzpellets stecken.

Kleinere Holzpelletöfen, die einen einzelnen Raum oder ein Haus erwärmen, benötigen im Regelfall Pellets der Qualitätsklasse A1, während sich Holzpellets der Klassen A2 und B für den gewerblichen Einsatz beziehungsweise für Heizkessel höherer Leistungen und für Industrieanlagen.

Zertifikate über die Qualität der Pellets bieten euch Orientierung zum Kauf derselben, denn sie sind Ausdruck der Anforderungen der internationalen Norm, deren Einhaltung die zertifizierten Lieferanten mit regelmäßigen und unabhängigen Kontrollen sicherstellen. Das Zertifizierungssystem EN Plus zum Beispiel berücksichtige laut der Broschüre zum Heizen mit Pellets nicht nur die Herstellungsqualität, sondern garantiere darüber hinaus eine lückenlose Qualitätssicherung entlang der Produktions- wie der Lieferkette vom Produzenten bis in euren Heizungskeller.

So ließe sich unter anderem die hohe Brennstoffqualität entlang der Bereitstellungskette zurückverfolgen. Das bringe Transparenz – sowohl in den Brennstoffhandel ebenso wie in die Qualitätssicherung.

Aus diesem Grund würden die Zertifikate Verbraucher beim Kauf von Holzpellets schützen. Deutsche Verbraucher könnten sich demnach beim Kauf von Pellets für Privathaushalte für das deutsche Zertifikat DINplus und das internationale Zertifikat ENplus-A1 entscheiden, die die verschiedenen Anbieter handeln. Mit seinem Siegel „Blauer Engel“ definiert das Umweltbundesamtes gleichfalls hohe Anforderungen an die Produktqualität, die Herkunft und Herstellung von Pellets. Die mit dem Blauen Engel zertifizierten Pellets sind aus naturbelassenen Holzarten aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Einige der Kriterien zu ihrer Produktion sind die Energieeffizienz und die geringe Staubemission während ihrer Trocknung.

Praktische Tipps zum Kauf von Holzpellets

In der Broschüre findet ihr nicht nur Informationen zur Qualität von Holzpellets, sondern auch praktische Kauftipps wie diese:

Da die Preise für Holzpellets saisonal schwanken, im Frühjahr und Sommer sind sie niedriger als im Herbst und Winter, empfiehlt die EnergieAgentur.NRW, das Betreiber von Pelletsheizungen ihre Holzpelletlager in den wärmeren Monaten des Jahres auffüllen. Beim Kauf von Pellets solltet ihr demnach mit dem Händler über die Mindestabnahmemenge ebenso sprechen wie über den Pelletpreis, der in der Regel von der Liefermenge abhängt: Die Kosten sinken wie bei Heizöl mit steigender Menge des bestellten Brennstoffs. Auch der Lieferzeitpunkt sollte besprochen werden. Und nicht zuletzt die zusätzliche Einblaspauschale bei Lieferung mit dem Pumpwagen, wenn die Pellets lose geliefert werden.

Heizen mit Pellets

Pelletöfen zur Einzelraumbeheizung werden laut der Broschüre zum Heizen mit Pellets im Leistungsbereich von 5 bis 15 Kilowatt angeboten. Sie haben demnach einen vom Brennraum abgetrennten Vorratsbehälter, den ihr regelmäßig von Hand befüllen müsst. Je nach Pelletofenmodell fasst dieser einen Vorrat an Pellets beziehungsweise die Heizenergie für eine Brenndauer zwischen 24 und 100 Stunden. Auch wenn der Ofen brennt, lassen sich Pellets ohne Probleme auffüllen. Vom Vorratsbehälter gelangen die Pellets mit Hilfe einer sogenannten Schnecke vollautomatisch in den Verbrennungsraum, wo sie elektrisch gezündet werden.

Neben solchen dezentralen Pelletöfen gibt es auch Modelle, die sich dank einer sogenannten Wassertasche in eine zentrale Heizung integrieren lassen. Je nachdem, wie hoch der Wärmebedarf ist, lassen sie sich selbst auch als Zentralheizung nutzen. Dazu wird das in der Wassertasche des Pelletofens erwärmte Wasser an das Wärmeleitsystem eurer Heizung abgegeben und somit zum Beheizen anderer Räume und/oder zum Erwärmen von Brauchwasser verwendet. Wegen der geringen Größe des Brennstoffvorratsbehälters und der daraus resultierenden Notwendigkeit, den Vorratsbehälter des Pelletofens häufig befüllen zu müssen, eignet sich diese Pelletheizung insbesondere zum Beheizen von Wohnungen oder Häusern mit geringem Wärmebedarf, darunter Etagenwohnungen, Niedrigenergiehäusern, Passivhäusern. Wer den Pelletofen mit Wassertasche an einen Vorratsraum anschließt, kann die Anlage damit voll automatisieren. Und weil etwa 20 bis 40 Prozent der damit erzeugten Wärme als Raumwärme abgegeben würden, sei es laut der EnergieAgentur.NRW zum Erwärmen des Brauchwassers im Sommer sinnvoll, die Pelletsheizung mit einem anderen Heizsystem zu kombinieren, zum Beispiel mit einer solarthermischen Anlage.

Mit einer zentralen Pelletheizung lassen sich Ein- und Mehrfamilienhäuser ebenso wie kommunale Einrichtungen und Gewerbebetriebe beheizen: umweltfreundlich und erneuerbar statt fossil. Es gibt halb- und vollautomatische solcher Zentralheizungen: Der Arbeitsaufwand für das Befüllen des Vorratsbehälters unterscheidet beide.

  • Halbautomatische Kompaktanlagen haben einen größeren Vorratsbehälter, der von Hand mit Pellets bestückt wird. Empfehlenswert ist ein Vorratsvolumen von mindestens 400 Litern (rund 260 Kilogramm Pellets).
  • Vollautomatische Pelletzentralheizungen sind über eine Förderschnecke und/oder eine Saugaustragung mit einem Lagerraum, einem Gewebesilo oder einem Erdtank verbunden, aus dem die Pellets automatisch zum Heizkessel transportiert werden.

Mit einer programmierbaren Steuerungsanlage wird die Brennstoffzufuhr zum Kessel geregelt. Moderne Holzpelletheizungen steuern mit einer digitalelektronischen Überwachung das optimale Verhältnis von Verbrennungsluft und Brennstoffmenge. Auf diese Weise wird der Verbrennungsvorgang exakt abgestimmt – mit geringen Emissionen und hohen Wirkungsgraden. Wird ein Pufferspeicher in die Heizanlage integriert, lässt sich die Zahl der Brennerstarts (Takten) reduzieren und vermeiden, dass der Heizkessel immer im Volllastbetrieb läuft. Das erhöht den Nutzungsgrad und reduziert die Emissionen. Außerdem erlaubt er die Ergänzung der Heizung mit einer Solaranlage.

Fotos: Doreen Brumme (Titelbild), EnergieAgentur.NRW (Grafik)