Solarthermie Recycling Anlage Senftenberg

Solarthermie Recycling – so läuft es derzeit in Deutschland (3)

In Teil 1 und Teil 2 unserer Reihe zum Solarthermie Recycling haben wir aufgezeigt, wie ein Solarthermie-Kollektor aufgebaut ist und aus welchen Werkstoffen er besteht. Damit wissen wir, was überhaupt recycelt werden muss, wenn ein Kollektor ausgedient hat. Im vorliegenden dritten Teil der Artikelreihe schauen wir uns an, wie das Solarthermie Recycling in der deutschen Praxis erfolgt.

Wie schon der erste und zweite Artikel unserer Reihe zum Solarthermie Recycling basiert auch dieser maßgeblich auf dem „WerkstattBericht Nr. 97: Umweltstandards für thermische Solarkollektoren unter besonderer Berücksichtigung der selektiven Beschichtung ihrer Absorberoberflächen“ vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT).

Aus den vorhergehenden Artikeln der Reihe ergibt sich der Materialeinsatz für Kollektoren: Das IZT schreibt in seinem Bericht, dass in Bezug auf die Umweltauswirkungen die massenwirksamen

  • metallischen (Kupfer, Aluminium, Stahl) und
  • mineralischen Kollektorbestandteile (Mineral- und Glaswolle sowie Glas)

bei Ressourcenverbrauch, Energieaufwand, Luft- und Wasseremissionen sowie Abfall überwiegen würden.

Nur, um eine Vorstellung zu bekommen, von welcher Materialmasse hier die Rede ist: Wenn man die laut BSW Solar e.V. derzeit in Deutschland rund 20,5 Millionen Quadratmeter installierte Solarthermie-Kollektorfläche mit 20 Kilogramm Werkstoff per Quadratmeter veranschlagt, kommt man auf 410 Millionen Kilogramm, also 410.000 Tonnen Kollektormaterial – das derzeit verbaut ist. Bedenkt man weiter, dass dieses Material erst mit den Jahren, also nach und nach, zum Recyclingmaterial wird, ist die Menge an Solarthermie-Schrott im Vergleich zum jährlich in Deutschland anfallenden Elektroschrott beispielsweise recht klein: Laut Umweltbundesamt seien 2017 in Deutschland etwa 836.907 Tonnen Elektroaltgeräte gesammelt worden, wovon der weit überwiegende Teil Altgeräte aus privaten Haushalten im Sinne des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ca. 754.751 Tonnen) gewesen seien. Die restliche Menge (ca. 82.156 Tonnen) stamme von anderen Nutzern als privaten Haushalten.

Wir müssen uns jedoch, so schreibt das Bayerische Landesamt für Umweltschutz (BayLfU) in seinem Bericht “Photovoltaik– und Solarthermie-Anlagen: Aufbau, Verwendung, Verwertung und Entsorgung”, Gedanken über Sammel– und Verwertungsstrategien machen …

Solarthermie Recycling: Werkstoffe in (ausgedienten) Kollektoren sind klasssische Sekundärrohstoffe

Das Erfassen und Rückführen alter beziehungsweise ausgedienter Kollektoren und die Kreislaufführung ihrer stofflichen Bestandteile (cradle-to-cradle) sei laut BayLfU eigentlich eine gut machbare Sache, da es sich dabei um klassische Stoffe der Sekundärrohstoffwirtschaft handele.

Aktuell stünden die Hersteller in der Pflicht defekte Solarthermie-Kollektoren zurückzunehmen, einerseits, um im Werk repariert und für eine neuerliche Montage vorbereitet zu werden. Andererseits würden Kollektoren, bei denen eine Reparatur nicht mehr möglich sei, als hausmüllähnlicher Abfall entsorgt. Die Rückführung der eingesetzten Hauptbestandteile wie Glas aus Abdeckungen und den Wärmeträgerrohren sowie der verwendeten Metallbauteile in die entsprechenden (bereits existierenden) Kreisläufe sei demnach sinnvoll.

Das Ubb, das Umweltbüro für Berlin-Brandenburg, handelt das Thema Solarthermie Recycling auch ab. Dort steht, dass die Solarthermie Entsorgung über den Hersteller beziehungsweise Installateur erfolge. Demnach hätten sich beispielsweise Hersteller, darunter auch die Ritter Energie, mit dem Umweltzeichenzeichen “Blauer Engel” zur Rücknahme und Wiederverwertung ausgedienter Kollektoren verpflichtet.

Hersteller ohne Zeichen “Blauer Engel” hätten keine Verpflichtung zur Rücknahme, freiwillige Rücknahme sei möglich. In der Praxis sei es dem Ubb zufolge so, dass

  1. einige Hersteller Kollektoren nur während der Garantiezeit zurück nähmen,
  2. andere während der gesamten Lebensdauer,
  3. wieder andere nur, wenn wieder Kollektoren aus ihrem Haus eingebaut wurden.

In jedem Fall sei die Rücknahme über den Solarteurs-Betrieb, der die Anlage installiert habe, möglich.

Paradigma-Solarthermie-Kollektoren tragen das Umweltzeichen “Blauer Enegel”

Das Umweltprüfzeichen RAL UZ-73 (Blauer Engel für Solarthermie-Kollektoren) werde laut Ubb von der RAL gGmbH für Sonnenkollektoren nach DIN EN 12975 verliehen, für die die erforderlichen Nachweise geprüft und hinterlegt seien. Die Richtlinie für Sonnenkollektoren zeichne Produkte aus, die von der Produktion bis zur Entsorgung gehobene Umweltansprüche und zugleich auch hohe Ansprüche an Gesundheits- und Arbeitsschutz erfüllen.

Unsere Solarthermie-Kollektoren der Marke Paradigma sind TÜV-geprüft entsprechend den europäischen Normen für Sonnen­kollektoren DIN CERTCO und mit dem Solar-Keymark-Zeichen sowie dem Zeichen „DIN-geprüft“ ausgezeichnet. Die Vakuum-Röhrenkollektoren von Ritter XL Solar tragen das Umwelt­zeichen „Blauer Engel“ und haben als erste Röhren­kollektoren überhaupt den Hageltest nach EN 12975 bestanden.

Foto (Titel): Ritter Energie/Ritter XL Solar (Senftenberg)