UNEP-Bericht 2026 Erderhitzung 2komma8 Grad

UN-Umweltprogramm (UNEP): Die Erde steuert auf 2,8 Grad zu

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Leute, wir müssen über die Erderhitzung reden. Denn die schreitet voran – und die Konsequenzen sind bedrohlich:  Am 21. Oktober 2026 hat das UN-Umweltprogramm (UNEP) in Nairobi seinen neuen Bericht zur Emissionslücke vorgestellt. Der Bericht trägt den Titel “The Point of Return”, der Punkt der Umkehr. Die Kernaussage: Wenn die Staaten ihre Klimapolitik so fortsetzen wie heute, steuert die Erde bis Ende des Jahrhunderts auf eine Erwärmung von 2,8 Grad Celsius zu, und danach steigen die Temperaturen weiter. Zum Vergleich: Das Pariser Abkommen von 2015 sollte die Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad begrenzen, möglichst auf 1,5 Grad. Noch unbequemer ist die zweite Botschaft: Die Chance, die 1,5-Grad-Grenze ohne oder nur mit geringer Überschreitung einzuhalten, ist laut dem Bericht verloren. Die Welt wird die Grenze überschreiten. Offen ist nur noch, wie hoch und wie lange. Aber: Wenn wir die Emissionen schnell und tief senken, kann die Erwärmung nach einem Höchststand von 1,7 bis 1,8 Grad bis zum Jahr 2100 mit etwa 50 Prozent Wahrscheinlichkeit wieder auf 1,5 Grad zurückgehen. Um das zu schaffen, bleibt uns jedoch nur ein enges Zeitfenster.

Warum das so ernst ist? Weil es kein Zahlenspiel für Fachleute ist. Die Folgen spüren wir schon heute, auch hier in Deutschland. Und weil trotzdem nicht alles verloren ist: Jedes Zehntelgrad, das wir vermeiden, zählt. UN-Generalsekretär António Guterres sagt: “Overshoot is not surrender”, eine Überschreitung ist keine Kapitulation.

In diesem Artikel erfahrt ihr, was der Bericht genau sagt, was 2,8 Grad für uns bedeuten, warum die Lücke zwischen Zielen und Wirklichkeit so groß ist und was jetzt zu tun ist, auf der politischen Ebene und bei euch zu Hause.

Was der UNEP-Bericht sagt

Der “Emissions Gap Report” auf Deutsch “Bericht zur Emissionslücke”, erscheint seit 2010 jedes Jahr. Er vergleicht, wie viele Treibhausgase die Staaten ausstoßen und wie viele sie ausstoßen dürften, wenn sie die Pariser Klimaziele erreichen wollen. Die Ausgabe 2026 zeigt drei Szenarien für die Erwärmung bis zum Jahr 2100:

UN-Bericht Oktober 2026
Die Werte gelten mit einer Wahrscheinlichkeit von 66 Prozent. Mit “nationalen Klimabeiträgen” sind die Pläne gemeint, die jedes Land im Rahmen des Pariser Abkommens einreicht (sogenannte NDCs). Selbst im besten Fall liegt die Erwärmung also deutlich über dem Paris-Ziel. Die Prognosen sind schlechter als im Vorjahr, vor allem weil die USA aus dem Pariser Abkommen ausgetreten sind und die Daten zu den historischen Emissionen nach oben korrigiert wurden.

Der 1,5-Grad-Pfad ist enger geworden

Selbst im „bestmöglichen“ Überschreitungsszenario steigt die Erwärmung um die Jahrhundertmitte auf 1,7 bis 1,8 Grad Celsius und sinkt bis zum Jahr 2100 nur mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 50 Prozent wieder auf 1,5 Grad. Dafür müssten die weltweiten Treibhausgasemissionen gegenüber 2025 um 18 Prozent bis 2030, um 45 Prozent bis 2035 und um 69 Prozent bis 2040 sinken. Die aktuellen Klimapläne der Staaten würden bei voller Umsetzung nur 5 bis 8 Prozent bis 2030 und 11 bis 15 Prozent bis 2035 bringen. Nötig sind im Schnitt 5,7 Prozent weniger Emissionen pro Jahr, ein Tempo, das über den Pfaden des Weltklimarats liegt.

Jedes Jahr Zögern kostet

Alle fünf Jahre, in denen die CO2-Emissionen auf heutigem Niveau bleiben, steigt die Spitzenerwärmung um etwa 0,1 Grad Celsius.

Die Emissionen lagen im vergangenen Jahr 2025 laut vorläufiger Schätzung bei rund 58,4 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalenten, leicht unter dem Wert von 2024. Weil die Schätzung unsicher ist (+/- 5,5 Milliarden Tonnen), lässt sich daraus keine eindeutige Richtung ablesen. Seit dem Jahr 2016 sind die Emissionen im Schnitt um 0,8 Prozent pro Jahr gestiegen.

CO2-Entnahme ist keine Abkürzung

Das Überschreitungsszenario setzt voraus, dass bis Ende des Jahrhunderts rund 320 Gigatonnen CO2 aus der Atmosphäre entnommen und dauerhaft gespeichert werden, das entspricht etwa acht Jahren globaler CO2-Emissionen von 2024. Die technischen und wirtschaftlichen Hürden machen das ungewiss.

Es gibt auch gute Nachrichten Im UNEP-Bericht

Seit dem Pariser Abkommen ist die weltweite Kapazität für erneuerbaren Strom dreimal schneller gewachsen als erwartet, die Photovoltaik sogar siebenmal schneller.

Mehr als 220 ausgewertete Politikmaßnahmen zeigen, was wirkt: Im Stromsektor senkten sie die Emissionen im Schnitt um 9 Prozent, CO2-Preise und Emissionshandel erzielten über alle Sektoren hinweg 5 bis 13 Prozent. UNEP-Chefin Inger Andersen sagt dazu, es gebe eine Fülle von Erfolgsgeschichten, die zeigten, dass sich Emissionen schnell senken lassen.

Was 2,8 Grad konkret bedeuten

Die 2,8 Grad sind eine Prognose für das Jahr 2100, aber die Welt ist schon heute nah an der Grenze von 1,5 Grad.

Der EU-Klimadienst Copernicus meldet für 2024 das erste Kalenderjahr mit mehr als 1,5 Grad Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit (1,6 Grad). Das heißt nicht, dass das Pariser Ziel schon gerissen wäre: Es bezieht sich auf einen Durchschnitt über mindestens 20 Jahre. 2025 lag laut Copernicus bei 1,47 Grad und war das drittwärmste Jahr, der Dreijahresschnitt 2023 bis 2025 liegt über 1,5 Grad. Der September 2026 war demnach mit 1,63 Grad über dem vorindustriellen Niveau der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen.

Gerade entwickelt sich zudem ein starker El Niño. Die US-amerikanische Wetterbehörde NOAA rechnet mit großer Wahrscheinlichkeit damit, dass er bis Anfang des Jahres 2027 stark bis sehr stark bleibt. Ein El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen im Pazifik, das die globale Temperatur zusätzlich anhebt. Er ist nicht die Ursache der Erwärmung, aber er setzt kurzfristig noch eins obendrauf.

Die Weltwetterorganisation WMO schätzt, dass der Fünfjahresschnitt von 2026 bis 2030 mit 75 Prozent Wahrscheinlichkeit über 1,5 Grad liegt. Mit 86 Prozent Wahrscheinlichkeit wird dabei mindestens ein Jahr den Rekord von 2024 übertreffen.

Was das für die Natur heißt

Manche Systeme reagieren besonders empfindlich.

Der Global Tipping Points Report 2025 kommt zu dem Schluss, dass Warmwasser-Korallenriffe ihren Kipppunkt gerade überschreiten (wir berichteten). Selbst wenn sich die Erwärmung bei 1,5 Grad stabilisiert, ist das Kippen demnach praktisch sicher. Auch weitere Systeme wie die großen Eisschilde, der Amazonas-Regenwald und wichtige Meeresströmungen gelten als gefährdet.

Kipppunkte sind Schwellen, nach deren Überschreiten sich ein System selbst verstärkend und kaum umkehrbar verändert. UNEP-Expertin Anne Olhoff warnt, dass jedes Jahr in einer wärmeren Welt das Risiko irreversibler Schäden an den Systemen erhöht, die uns tragen.

Was das für Deutschland heißt

Hitze ist hier schon heute das spürbarste Risiko. Für den Sommer 2026 schätzt das Robert Koch-Institut (RKI) bislang rund 16.000 hitzebedingte Todesfälle (Spanne 14.400 bis 17.600), davon rund 8.200 bei Menschen ab 85. Die Schätzung reicht von der 15. bis zur 37. Kalenderwoche (Stand 24. September 2026) und gilt noch als unvollständig. Zum Vergleich: Für 2025 hatte das RKI bis Ende August rund 2.600 hitzebedingte Todesfälle geschätzt. Und die Hitze ist längst nicht das einzige Risiko: Das Umweltbundesamt (UBA) hat in seiner Klimawirkungs- und Risikoanalyse mehr als 100 Klimawirkungen untersucht, rund 30 davon mit sehr dringendem Handlungsbedarf.

Warum jedes Zehntelgrad zählt

Zwischen 1,5 und 2,8 Grad liegen Welten. Mit jedem weiteren Zehntelgrad nehmen Hitzewellen, Starkregen und Dürren zu, und mit ihnen die Risiken für Gesundheit, Ernten und Infrastruktur. Genau deshalb betont UNEP, dass jeder zusätzliche Bruchteil eines Grades und jedes zusätzliche Jahr über 1,5 Grad die Folgen verstärkt.

Warum die Lücke bleibt

Dass die Welt trotz aller Klimagipfel bei 2,8 Grad landet, hat mehrere Gründe. Der wichtigste: Die Klimaplanungen der Staaten reichen schlicht nicht aus.

124 Vertragsparteien mit rund 76 Prozent der weltweiten Emissionen haben zwar neue nationale Klimabeiträge eingereicht, die Ambition ist aber nicht im gleichen Maß gestiegen. Selbst wenn alle vollständig umgesetzt würden, läge die Minderung 2035 bei 11 bis 15 Prozent gegenüber 2025, nötig wären 45 Prozent. Für 2040 sehen die Pläne 20 bis 27 Prozent vor, nötig wären 69 Prozent.

Hinzu kommt der Rückschlag bei einem der größten Emittenten: Die USA sind aus dem Pariser Abkommen ausgetreten, ihre Emissionen stiegen 2025 um 133 Millionen Tonnen, vor allem wegen der Rückkehr der Kohle und des steigenden Strombedarfs.

Die G20-Staaten verursachen rund 76 Prozent der weltweiten Emissionen, ihre Emissionen stiegen 2025 um 0,7 Prozent. Bei ihnen entscheidet sich also das meiste.

Auch die Entwicklung der Emissionen zeigt in die falsche Richtung. Das Wachstum hat sich zwar verlangsamt, von 1,7 Prozent pro Jahr zwischen 1990 und 2015 auf 0,8 Prozent seit 2016. Es bleibt aber ein Plus, wo ein Minus von 5,7 Prozent pro Jahr nötig wäre. Dass die Prognose für das Jahr 2030 etwas besser aussieht als früher, liegt an geänderten Rahmenbedingungen und nicht an echtem politischem Fortschritt. Nur bei den Erneuerbaren liegt die Welt auf Kurs.

UNEP-Expertin Anne Olhoff sagt es so: Wir haben jahrzehntelang Emissionssenkungen aufgeschoben und stehen nun vor den Folgen.

Und Deutschland?

Hierzulande sanken die Treibhausgasemissionen im Jahr 2025 nur noch um 0,1 Prozent auf 648,9 Millionen Tonnen CO?-Äquivalente, das sind rund 48 Prozent weniger als 1990. In den Sektoren Gebäude und Verkehr stiegen sie sogar: Gebäude um 3,4 Millionen Tonnen auf 103,4, Verkehr um 2,1 Millionen Tonnen auf 146,3. Mit den bis November 2025 beschlossenen Maßnahmen erreicht Deutschland bis 2030 eine Minderung von 62,6 Prozent, das Ziel liegt bei 65 Prozent. Der Expertenrat für Klimafragen hält die Annahmen der Bundesregierung für den Gebäudesektor für zu optimistisch.

Bundesumweltminister Carsten Schneider sagte zum UNEP-Bericht, jedes weitere Zehntelgrad verschärfe die Folgen für Menschen, Natur und Wirtschaft. Die COP31 werde daran gemessen, ob sie die Lücke zwischen Zusagen und Taten verkleinere. Ob Deutschland sein Klimaziel für 2026 erreicht, ist umstritten: Die Denkfabrik Agora Energiewende erwartet, dass es erstmals verfehlt wird. Das Ministerium nennt solche Schätzungen verfrüht und will die Jahresbilanz bis zum 15. März 2027 vorlegen.

Was laut UNEP jetzt zu tun ist

Der Bericht ist bei aller Deutlichkeit kein Abgesang. Er benennt konkrete Marken, die bis 2035 und 2040 erreicht werden müssen:

UNEP Bericht 2026 MaßnahmenDie Kohleverstromung soll bis zum Jahr 2035 um mindestens 75 Prozent sinken und weltweit bis 2040 enden. Das sind Vergleichswerte zu 2025.

Was nachweislich wirkt

Der Bericht hat mehr als 220 Politikmaßnahmen ausgewertet. Wo sie wirkten, wirkten sie spürbar: Im Stromsektor senkten die untersuchten Maßnahmen die Emissionen im Schnitt um 9 Prozent, wirtschaftliche Instrumente wie Emissionshandel oder CO2-Steuern um 5 bis 13 Prozent. Die Erfolge sind allerdings auf bestimmte Sektoren, Länder und Zeiträume konzentriert. Sie müssen ausgeweitet werden.

Die Erneuerbaren zeigen, was möglich ist

Seit dem Pariser Abkommen wuchs die Kapazität für erneuerbaren Strom dreimal schneller als erwartet, die Photovoltaik siebenmal schneller. Auch in Deutschland ist das sichtbar: 2025 deckten Erneuerbare laut UBA 55,1 Prozent des Bruttostromverbrauchs, und Solarstrom lag dem Fraunhofer ISE zufolge erstmals vor der Braunkohle.

Was es zusätzlich braucht

Die Bilanz des Berichts lässt sich in drei Punkten zusammenfassen:

  1. Fossile Energien schneller zurückfahren, vor allem Kohle, danach Öl und Gas
  2. Energie effizienter nutzen, in Industrie, Verkehr und Gebäuden
  3. Methan senken und Wälder schützen, weil auch sie die Erwärmung bestimmen

CO2-Entnahme kann ein Baustein sein, ersetzt aber keine Emissionsminderung. Das nächste politische Etappenziel steht schon fest: Vom 9. bis 20. November 2026 tagt die Weltklimakonferenz COP31 im türkischen Antalya. Dort beginnt auch die zweite weltweite Bestandsaufnahme der Klimaschutzfortschritte.

Was ihr selbst tun könnt

Vorweg, damit keine falschen Erwartungen entstehen: Eure Heizung, euer Auto und euer Urlaub entscheiden nicht allein über 2,8 oder 1,5 Grad. Die großen Hebel liegen bei Politik und Wirtschaft. Der Weltklimarat schätzt aber, dass sich mit Maßnahmen auf der Nachfrageseite, also bei Konsum, Wohnen und Mobilität, die Emissionen bis 2050 um 40 bis 70 Prozent senken lassen. Zugleich stuft er die Bereitschaft der Haushalte zur Verhaltensänderung als im Allgemeinen gering ein. Was ihr tut, zählt also, und zwar vor allem dann, wenn viele Menschen es tun.

Im Schnitt verursacht ein Mensch in Deutschland laut Umweltbundesamt 9,8 Tonnen Treibhausgase pro Jahr. Klimaverträglich wäre demnach deutlich unter 1 Tonne. Die größten Einzelposten laut UBA-Rechner, als Größenordnung pro Person und Jahr:

UNEP Bericht 2026 Was kann jeder tun
Die Annahmen hinter diesen Werten weist das UBA nicht aus, sie sind deshalb als Größenordnung zu lesen.

Beim Heizen

Mehr als die Hälfte der Wohnungen in Deutschland wird mit Gas beheizt (56,1 Prozent), 17,2 Prozent mit Heizöl. Hier liegt viel Spielraum, und er lässt sich in Stufen nutzen:

  1. Bestehende Heizung optimieren. Ein hydraulischer Abgleich spart nach Angaben von co2online bis zu 15 Prozent Energie. Wie ihr vorgeht, zeigt unsere Serie “Heizung optimieren“.
  2. Auf erneuerbare Heizung umsteigen. 2025 wurden 299.000 Wärmepumpen verkauft, 55 Prozent mehr als im Vorjahr. Sie machten erstmals fast die Hälfte aller neuen Wärmeerzeuger aus. Auch Pelletheizungen und Solarthermieanlagen sind Optionen, je nach Haus und Platz.
  3. Gebäude dämmen und Strom selbst erzeugen. Weniger Wärmebedarf und eine eigene Photovoltaikanlage senken Emissionen und Energiekosten zugleich.

Außerhalb des Heizungskellers

Der Weltklimarat nennt als größte Hebel auf der Nachfrageseite weniger Langstreckenflüge, mehr pflanzliche Ernährung und effiziente Gebäude. Autofreie Mobilität kann demnach etwa 2 Tonnen CO2-Äquivalente pro Kopf und Jahr sparen.

Und politisch?

Auch das gehört zu dem, was ihr tun könnt: euch informieren, wählen gehen, vor Ort mitreden, etwa bei der kommunalen Wärmeplanung. Denn die UNEP-Auswertung zeigt, dass politische Instrumente den Unterschied machen.

Häufige Fragen zur Erderhitzung

Ist das 1,5-Grad-Ziel gescheitert?

Für den Zeitraum bis zur Jahrhundertmitte: ja, die Welt wird die Grenze sehr wahrscheinlich überschreiten. Das Ziel ist damit aber nicht bedeutungslos. UNEP rechnet vor, dass sich die Erwärmung bei schnellen, starken Emissionssenkungen bis 2100 mit etwa 50 Prozent Wahrscheinlichkeit wieder auf 1,5 Grad zurückführen lässt. Jedes zusätzliche Zehntelgrad und jedes zusätzliche Jahr darüber erhöht die Risiken (UNEP).

Was bedeutet “Overshoot”?

Das englische Wort bezeichnet ein Überschießen: Die globale Mitteltemperatur steigt zeitweise über 1,5 Grad und sinkt später wieder darunter. Das gelingt nur, wenn die Emissionen sehr schnell fallen und zusätzlich CO2 aus der Atmosphäre entnommen wird. Genau deshalb sagt UN-Generalsekretär Guterres, eine Überschreitung sei keine Kapitulation.

Warum steht in den Medien mal 2,8 und mal 2,6 Grad?

Die Zahlen beschreiben unterschiedliche Annahmen. 2,8 Grad gelten, wenn die Staaten ihre heutige Politik fortsetzen. 2,6 Grad ergeben sich, wenn alle nationalen Klimabeiträge vollständig umgesetzt werden. 2,1 Grad wären es, wenn zusätzlich alle Netto-Null-Ziele erreicht würden. Der aktuelle Emissionslückenbericht der UNEP heißt also nicht, dass alle Pläne scheitern, sondern dass die heutige Politik nicht reicht.

Warum ist dieser Bericht anders als der vom letzten Jahr?

Die Ausgabe 2025 bezifferte die Erwärmung mit den damaligen Klimaplanungen noch auf 2,3 bis 2,5 Grad. Die neuen Zahlen sind schlechter, weil die USA aus dem Pariser Abkommen ausgetreten sind und die historischen Emissionen nach oben korrigiert wurden. Die neuen nationalen Klimabeiträge haben kaum etwas verändert.

Hilft es, wenn ich privat Energie spare?

Ja, aber es reicht nicht allein. Die größten Einzelposten pro Person sind laut UBA-Rechner Flüge, die Heizung, die Dämmung und das Auto. Wer hier handelt, spart CO2 und meist auch Geld. Für die große Wende braucht es zusätzlich politische Rahmenbedingungen, die klimafreundliche Entscheidungen leicht machen.

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