Solarthermie-Förderung 2026

Heizung optimieren (Teil 2): Wärmepumpe, Pelletkessel, Solarthermie (und Photovoltaik)

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Wer erneuerbar heizt, hat die Heizung nicht automatisch optimal eingestellt: Auch Wärmepumpe, Pelletkessel, Solarthermie (und Photovoltaik) haben eigene Stellschrauben, an denen ihr jetzt zu Beginn der Heizsaison zum Heizung optimieren drehen könnt. In Teil 1 dieses Ratgebers ging es um Maßnahmen, die für fast jede wassergeführte Heizung gelten: Thermostate, Heizkurve, Pumpe, hydraulischer Abgleich, Rohrdämmung, Wartung und Förderung, dazu ein eigener Abschnitt für Gasheizungen und die Frage, was Eigentümer:innen und Mieter:innen jeweils tun können. Wie oft ihr die Heizung warten lassen solltet, was das kostet und was sich steuerlich absetzen lässt, steht in Teil 1. Hier folgt das, was bei erneuerbaren Systemen dazukommt. Praxisnah heißt beim Heizung optimieren auch: Manches lässt sich in Eigenregie erledigen, manches gehört in die Hand des Fachbetriebs.

Wärmepumpenheizung optimieren: niedrige Vorlauftemperatur ist der Hebel

Eine Wärmepumpe arbeitet am effizientesten mit niedrigen Vorlauftemperaturen, die Verbraucherzentrale nennt 30 bis 50 Grad Celsius (°C). Ab Werk ist die Heizkurve oft zu hoch eingestellt, deshalb soll sie bei der Inbetriebnahme möglichst niedrig angesetzt und bei der Wartung schrittweise weiter abgesenkt werden. Für Flächenheizungen nennt das Umweltbundesamt (UBA) 35 °C oder weniger. Unser Tipp: Ändert wenig, wartet mehrere Tage und prüft, ob alle Räume warm genug bleiben.

Heizstab nur im Notfall: Der elektrische Heizstab sollte laut UBA standardmäßig deaktiviert sein und nur für den Notfall oder die Estrichtrocknung dienen. Springt er häufig an, wird es teuer und ineffizient. Fragt euren Fachbetrieb, wann der Heizstab bei eurer Anlage einsetzt, zum Beispiel unterhalb des Bivalenzpunkts oder bei der Warmwasserbereitung.

Nachtabsenkung meist überflüssig: Bei Wärmepumpen und Flächenheizungen bringt eine starke Absenkung oder Abschaltung wenig und schadet laut der Verbraucherzentrale meist der Effizienz.

Außengerät pflegen: Vereisung ist normal, ein Abtauvorgang dauert 5 bis 15 Minuten, bei 0 bis 5 °C und hoher Feuchte kann bis zu zehn Mal am Tag abgetaut werden. Haltet mindestens einen halben Meter um das Gerät schnee- und laubfrei, entfernt Eis nicht mit Gewalt oder heißem Wasser, und achtet darauf, dass ein Schutzdach den Luftstrom nicht behindert. Zum Aufstellort rät die Verbraucherzentrale unter anderem zu einem Sockel und dazu, das Gerät nicht zwischen zwei Mauern zu setzen.

Warmwasser: Legionellen vermehren sich bei 25 bis 50 °C und sterben oberhalb von 60 °C ab. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) hält in Ein- und Zweifamilienhäusern 50 °C Speichertemperatur für ausreichend, wenn das Wasser innerhalb von drei Tagen einmal ausgetauscht wird. Die Verbraucherzentrale empfiehlt dagegen mindestens 60 °C als sicherste Lösung, auch wenn das Effizienz kostet.

Wartung und Kontrolle: Der BWP nennt als Faustregel eine erste Überprüfung ein Jahr nach der Installation und danach in der Regel alle zwei Jahre, manche Hersteller legen eigene Zyklen in ihren Garantiebedingungen fest. Ein Wärmemengenzähler zeigt, ob die Anlage die erwartete Effizienz erreicht. Moderne Anlagen lassen sich laut BWP zudem meist per Fernwartung überprüfen.

Experten-Tipp zum Heizung optimieren: Der schwächste Heizkörper im Haus bestimmt die Temperatur

Die Vorlauftemperatur eurer ganzen Heizungsanlage richtet sich nach dem Raum, der am schwersten warm wird. Ulf Heidrich, Bereichsleiter Produkte bei uns im Unternehmen Ritter Energie, erklärt es so: Der schlechteste Heizkörper im Haus legt fest, wie heiß das Heizwasser an den kältesten Tagen sein muss, also bei minus 10 °C draußen. Liegt dieser Wert bei 70 °C, arbeitet die Wärmepumpe unnötig hart. Nach seiner Einschätzung verbessert sich ihr Wirkungsgrad mit jeder Absenkung um 5 °C um jeweils 13 Prozent. Tauscht ihr deshalb genau diesen einen Heizkörper gegen ein größeres Modell, lässt sich die Vorlauftemperatur womöglich auf 60 °C senken. Die gesamte Heizkurve verschiebt sich dann nach unten, und zwar über die ganze Heizsaison. Welcher Raum bei euch der Engpass ist, klärt der Fachbetrieb bei der Heizlastberechnung.

Paradigma Pelletbrennwertkessel PELEO_OPTIMA_BlueTech
Unser Paradigma Pelletbrennwertkessel PELEO OPTIMA BlueTech. Foto: Paradigma

Pelletheizung optimieren: Wartung, Lager und Brennstoff

Ein Pelletkessel verlangt mehr Pflege als eine Wärmepumpenanlage, denn ihr müsst euch um Asche, Staub und Brennstoff kümmern. Das meiste davon ist Routine, und vieles lässt sich vor dem Winter erledigen.

Wartung: Ein Service- oder Wartungsvertrag ist laut dem Deutschen Pelletinstitut (DEPI) nicht vorgeschrieben, wird aber empfohlen. Ein Fachbetrieb wartet den Kessel in der Regel einmal im Jahr. Das DEPI rät, Brennraum und Wärmeübertrager vor der Heizsaison reinigen zu lassen. Das verbessert die Effizienz und senkt die Emissionen. Wie genau euer Kessel gewartet wird, steht in den Herstellerunterlagen.

Asche: Pellets haben einen Aschegehalt von weniger als 0,5 Prozent, aus einem Kilogramm (kg) entstehen etwa fünf Gramm (g) Asche. Den Aschebehälter leert ihr je nach Anlage zwei- bis fünfmal im Jahr, bei Kesseln mit Aschekomprimierung seltener. Wie oft es bei eurem Gerät nötig ist, zeigt die Anzeige oder die Bedienungsanleitung.

Pelletlager: Das Pelletlager sollte dem DEPI zufolge etwa alle zwei Jahre nahezu leergefahren werden, damit sich kein Staub und kein feiner Abrieb ansammeln. Empfohlen wird, das Lager ganzjährig trocken zu halten, mit höchstens 80 Prozent relativer Luftfeuchte. Unser Tipp: Im Sommer, wenn das Lager leer ist, lässt es sich am besten reinigen.

Pelletqualität: Achtet beim Kauf auf ENplus-zertifizierte Pellets. Im Lager dürfen laut DEPI höchstens vier Prozent Feinanteil liegen. Viel Feinanteil entsteht beim Einblasen, das hängt aber auch von konkreten Lieferbedingungen wie Schlauchlänge ab.

Taktung vermeiden: Schaltet euer Kessel ständig ein und aus, arbeitet er schlechter. Ein Pufferspeicher sorgt dafür, dass der Kessel seltener taktet, und verbessert damit Wirkungsgrad und Emissionen. Sprecht euren Fachbetrieb auf die Taktung an.

Kosten im Blick: Laut dem co2online-Heizspiegel stiegen die Heizkosten mit Holzpellets im Abrechnungsjahr 2025 um bis zu 24 Prozent, für 2026 wird ein weiterer Anstieg prognostiziert. Das DEPI weist darauf hin, dass Pellets im Sommer wegen der geringeren Nachfrage meist günstiger sind als in der Heizperiode. Wer jetzt bestellt, sollte Preise vergleichen und den Bedarf realistisch abschätzen.

Übrigens: Wer eine Biomasseheizung mit einer Staubminderung nachrüstet, die den Staub um mindestens 80 Prozent senkt, kann laut BAFA einen Zuschuss von 50 Prozent erhalten. Auch hier gilt: Den Antrag stellt ihr vor Beginn der Maßnahme.

Paradigma Solardach mit Solarthermie AquaSOLAR+ und Photovoltaik
Ein Paradigma Solardach mit Solarthermiekollektoren und Photovoltaikmodulen. Foto: Paradigma

Solarthermieheizung optimieren: Prüfliste vor dem Winter

Eine Solarthermieanlage arbeitet zuverlässig im Hintergrund und braucht wenig Aufmerksamkeit. Ein kurzer Check vor dem Winter sorgt dafür, dass das so bleibt.

Wichtig vorab: Solarthermieanlagen werden unterschiedlich betrieben. Viele arbeiten mit einem Frostschutzgemisch aus Wasser und Glykol, das bei der Wartung kontrolliert werden muss. Unser Paradigma AquaSolar System nutzt dagegen reines Wasser, dort entfällt diese Kontrolle. Welche Variante bei euch läuft, steht in den Anlagenunterlagen.

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Mehr Informationen

Wasser oder Frostschutzgemisch:

  • Unser Paradigma AquaSolar System nutzt pures Wasser als Wärmeüberträger. Die Anlage schützt sich im Winter selbst, indem sie Niedertemperaturwärme aus dem kalten Speicherbereich nutzt. Das kostet ein bis drei Prozent des Jahresertrags. Bei Stillstand im Hochsommer verdampft das Wasser ab 100 °C und kondensiert beim Abkühlen wieder, ein Gemisch muss dagegen regelmäßig erneuert werden.
  • Habt ihr eine Solarthermieanlage mit Frostschutzmittel, wartet der Fachbetrieb sie anders: Er prüft Frostschutzgehalt und pH-Wert der Solarflüssigkeit, im Winter muss der Frostschutz stimmen. Fragt in dem Fall bei eurem Wartungstermin gezielt danach.

Anzeige im Blick: Werft regelmäßig einen Blick auf die Anlagenanzeige und achtet auf ungewöhnliche Fehlermeldungen. Ansonsten gilt: arbeiten lassen. Welche Werte bei eurer Anlage normal sind, steht in der Bedienungsanleitung. Wenn nicht, fragt den Fachbetrieb.

Solarthermiekollektoren: Eine Sichtkontrolle auf Schäden, etwa nach Hagel, genügt. Gereinigt wird nur bei Bedarf, wenn die Anlage über längere Zeit verschmutzt ist. Schaut außerdem, ob inzwischen Bäume oder Anbauten die Kollektoren verschatten. Liegt Schnee auf den Kollektoren, steigt nicht aufs Dach und kratzt nicht an den Röhren: Wegen der Absturzgefahr und der Gefahr, Glas und Dichtungen zu beschädigen, rutscht der Schnee meist von selbst ab.

Pumpe: Bei Sonne arbeitet die Pumpe im Intervall, das spart Strom. Läuft sie an sonnigen Tagen nie an oder dauerhaft, sagt es dem Fachbetrieb.

Zusammenspiel mit Kessel oder Wärmepumpe: Die Nachheizung soll erst anspringen, wenn die Sonne nicht ausreicht, am besten abends. Für das nachgeheizte Warmwasser nennt die Hessische Energiespar-Aktion 45 bis 55 °C, denn höhere Werte senken im Winter den Solarertrag. Bedenkt beim Warmwasser die Legionellenvorsorge und stimmt die Einstellung mit dem Fachbetrieb ab. Eine Anlage läuft am besten, wenn Solarregler und Kesselregelung aufeinander abgestimmt sind und nicht mit den Werkseinstellungen arbeiten.

Leitungen dämmen: Lückenlos gedämmte Rohre und Armaturen halten die Solarwärme dort, wo ihr sie braucht. An sonnigen Tagen könnt ihr vorsichtig mit der Hand prüfen, ob Leitungen auffällig warm sind. Sind die Garantiefristen abgelaufen, lassen sich Rohre auch in Eigenregie mit Material aus dem Baumarkt dämmen.

Ertrag sichtbar machen: Ein Wärmemengenzähler zeigt in Kilowattstunden (kWh), was eure Anlage liefert, und macht mögliche Fehler früh sichtbar. Nachrüsten kostet ab 150 Euro plus Einbau.

Wartungsvertrag und Unterlagen: Ein Wartungsvertrag sollte laut Verbraucherzentrale Standard sein und ist meist günstiger, wenn der Fachbetrieb ihn ausführt, der die Anlage eingebaut hat. Bewahrt Anleitung und Inbetriebnahmeprotokoll mit den Anlageneinstellungen gut auf. Fehlen sie, fragt dort nach.

Test im nächsten Sommer: Schaltet an einem sonnigen Tag den Zusatzkessel für eine Weile ab. Bleibt das Duschwasser warm, liefert die Sonne ordentlich. Wenn nicht, ruft den Fachbetrieb an.

Mehr braucht eine gut eingestellte Solarthermieanlage in der Regel nicht. co2online empfiehlt, die Anlage einmal im Jahr inspizieren zu lassen.

Photovoltaik und Regelung: Sonnenstrom ins Heizsystem lenken

Mit einem PV-Strom-Überschuss lässt sich die Wärmepumpe sinnvoll abstimmen: Die Warmwassertemperatur kann vorübergehend um einige °C angehoben und der Puffer stärker beladen werden, zu häufiges Takten belastet die Anlage jedoch. Das über „SG Ready“ bekannte Signal kennt drei Betriebszustände: begrenzte Leistungsaufnahme, Normalbetrieb und verstärkter Betrieb mit angehobenen Solltemperaturen. Auch die Gebäudemasse lässt sich als Speicher nutzen, indem die Raumtemperatur leicht erhöht wird. Feldtests des IWU zeigten laut dena Deckungsanteile bis zu 39 Prozent in Einfamilienhäusern.

Der Preis dafür: In einer Fraunhofer-ISE-Untersuchung an einem Einfamilienhaus sank die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe bei höheren Solltemperaturen um 4 Prozent (Raumheizung) beziehungsweise 5,7 Prozent (Warmwasser). Dieses Ergebnis stammt aus einem Einzelobjekt und lässt sich nicht verallgemeinern.

App und Fernzugriff: Mit einer App könnt ihr Einstellungen anpassen, den Verbrauch beobachten und den Systemstatus prüfen.

Paradigma Wärmepumpe als Teamplayer WP Hypernova

Mit Fernunterstützung vom Fachbetrieb lassen sich Probleme teilweise ohne Servicebesuch diagnostizieren, wie es zum Beispiel bei unserer Paradigma WP Hypernova vorgesehen ist (Foto).

Heizung: Optimieren oder tauschen?

Heizung optimieren lohnt sich zuerst, weil es wenig kostet und zeigt, was in eurem Haus wirklich möglich ist. Ein Tausch wird dann sinnvoll, wenn die Heizungsanlage alt ist, die Betriebskosten hoch sind oder ein Heizung optimieren die Probleme nicht löst. Beim Vergleich der laufenden Kosten hilft euch der bereits oben verlinkte co2online-Heizspiegel: Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern (m2) lagen die Heizkosten im Abrechnungsjahr 2025 bei

  • 1.260 Euro mit Wärmepumpe,
  • 2.040 Euro mit Erdgas
  • und 1.415 Euro mit Holzpellets.

Zeitplan und häufige Fragen zum Heizung optimieren

Erneuerbare Heizung optimieren

Muss ich die Wärmepumpe jedes Jahr warten lassen?

Der Bundesverband Wärmepumpe nennt eine erste Überprüfung nach einem Jahr und danach in der Regel alle zwei Jahre. Haltet euch aber an die Vorgaben des Herstellers, weil manche Garantiebedingungen eigene Zyklen festlegen.

Darf ich die Heizkurve selbst ändern?

Das ist oft möglich, am besten in kleinen Schritten und mit mehreren Tagen Abstand. Wer unsicher ist, lässt den Fachbetrieb die Einstellung übernehmen (Umweltbundesamt).

Lohnt sich die Nachtabsenkung bei der Wärmepumpe?

Meist nicht, bei Flächenheizungen bringt sie wenig und schadet oft der Effizienz.

Welche Warmwasser-Temperatur ist richtig?

Dazu gibt es zwei Positionen, 50 und 60 °C. Eine Entscheidung gehört in die Hand des Fachbetriebs.

Foto: Paradigma, Doreen Brumme