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Wartung + Inspektion der Solarthermie-Anlage = Profi? Oder geht’s auch DIY?

Ich habe mich hier auf dem Blog schon mehrfach mit dem Thema Wartung + Inspektion der Solarthermie-Anlage auseinandergesetzt. Und bin dabei des Öfteren der Frage begegnet, ob man das Ganze nicht auch alleine machen könnte – ohne den Profi. Was meint Ihr?

Die Frage, ob ich eine Solarthermie-Anlage auch DIY warten und inspizieren könne, verneine ich. Aus dem einfachen Grund: Ich kann keine Inspektion. Ich rufe ja auch den Handwerker, wenn meine Heizung rauscht, bringe mein Laptop zum Reparaturservice, wenn’s seinen Dienst versagt und mein Auto lasse ich in der Vertragswerkstatt des Händlers nach Wartungsplan warten, bei dem ich es gekauft habe, wenn’s so weit ist. So eine bin ich. Ich kann schreiben. Eine Solarthermie-Anlage warten und inspizieren kann ich nicht. Und deshalb würde ich diesen Job einem Profi überlassen. Punkt.

Dennoch habe ich mir Gedanken gemacht, welche Vor- und Nachteile es hätte, wenn ich solch komplexe Aufgabe selbst in die Hand nähme:

Inspektion und Wartung in Eigenregie: Vor- und Nachteile

Welche Vorteile bringt es, wenn ich die Wartung und / oder Inspektion einer Solarthermie-Anlage zu einem DIY-Projekt mache? Nun, ganz klar, da wäre zunächst der Vorteil zu nennen, dass ich das Ganze überhaupt in Eigenregie mache. Keine Terminabsprachen mit Handwerkern wären nötig. Ich könnte mir schließlich selbst aufs Dach steigen, wann immer ich meine Kollektorfläche aus der Nähe inspizieren wollte. Vorausgesetzt, ich wäre dazu in der Lage. Körperlich. Was ich nicht bin: wegen Höhenangst. Zwischendurch hilft zum Glück auch ein Blick durchs Fernglas, das machen die Profis auch nicht anders. Das Raufklettern und Besichtigen der Kollektoren kann ohne entsprechendes technisches Equipment, wie es die Profis standardmäßig dabei haben, kompliziert werden. Darf ich auf die Kollektoren eigentlich rauftreten? Oder gehen die dann zu Bruch?

Nächstes Problem: Die Inspektion der Anlage – ganz gleich ob aus der Nähe oder Ferne – ist ja nur das eine. Ich muss auch mit den „Werten“ etwas anfangen können, die meine Augen erfassen. Zum Beispiel Schmutz. Auf den Kollektoren sammelt sich manches an, was der Regen womöglich nicht runtergewaschen hat. So sehe ich beispielsweise:

  • Schmutzpartikel
  • Vogelkacke
  • Blätter, Tannennadeln
  • Moos und Algenbewuchs

Angenommen, ich entdeckte Schmutz. Könnte ich dann einfach drauf los putzen? Womit putzte ich am besten? Gegen mein Leitungswasser spräche wohl, dass es zu viele Salze und Kalk enthält. Das sehe ich ja schon im Bad, wenn ich dusche. Sobald die Tropfen an Fliesen und Armaturen getrocknet sind (und das sind sie immer, bevor ich zum Nachwischen komme), gibt’s dort hässliche Ablagerungen. Die würde das Leitungswasser auch auf den Kollektoren hinterlassen. Und so die Sonnenstrahlen daran hindern, einzudringen. Die Folge: Ertragsminderung. Ok. Wasserfrage geklärt. Regenwasser zum Reinigen oder sogenanntes Osmosewasser wären wohl geeigneter. Und was ist mit hartnäckigem Schmutz? Dürfte ich überhaupt den Besen schwingen? Viele professionelle Reiniger arbeiten nicht ohne Grund mit berührungslosen Reinigungsmethoden …. um Kratzer & Co. zu vermeiden, oder?

Ohne eine professionelle Ausstattung käme ich offensichtlich nicht weit, wenn ich schmutzige Kollektoren putzen wollte.

Doch Schmutz ist ja nun noch längst nicht alles, was es zu entdecken gäbe, wenn ich meine Solarthermie-Anlage selbst warte. Da sind die Daten im Auge zu behalten, die die Steuereinheit liefert. Und IST- mit SOLL-Wert zu vergleichen. Vorausgesetzt, ich kenne letzteren.

Ein wichtiger Hinweis darauf, dass irgendwas nicht stimmt mit der Anlage, sind Geräusche, die sie von sich gibt. Die deuten meist auf Luft im System hin, die dort nicht hingehört. Es hilft dagegen, wenn ich das Kreislaufsystem entlüfte und gegebenenfalls etwas vom Trägermedium nachfülle, das durch die Anlage strömt. Könnte ich das? Wenn ich dabei feststellte, dass die Flüssigkeit ihre ursprüngliche Konsistenz (Farbe, Geruch) verändert hätte, müsste ich sie sogar komplett austauschen. Das ist wie ein Ölwechsel beim Auto … Den lasse ich auch machen … Ein Anderer Hinweis wären feuchte oder getrocknete Flecken unter Rohren & Co., die auf Undichtigkeiten hinweisen würden.

Ihr seht, das alles setzt voraus, dass ich mich mit meiner Anlage auskenne, weiß, wo ich drehen und drücken darf – und, was Dreh oder Drücker bewirken. Angesichts der Komplexität der Anlage ist sie kein Ding, das ich als Laie zwischen Tür und Angel bedienen lerne. Da müsste ich mich richtig einfuchsen.

Apropos Fuchs. Sparfuchs, um genau zu schreiben. Ich bin einer. Und nach gut einem Vierteljahrhundert eigene Haushaltsführung hab’ ich Einiges gelernt: Wer am Profi für Wartung und Inspektion spart, darf nicht vergessen, auch der eigene Aufwand ist kostbar. Doch nicht nur das. Als Laie kann ich schnell mal ein Symptom übersehen, das ein Profi sofort als potentielles Problem identifiziert und gegebenenfalls aus der Welt schafft. Mir wäre die Anlage womöglich kaputt gegangen. Und ich hätte tief in die Tasche greifen müssen, um sie wieder zum Laufen zu bringen.

Deshalb meine ich: Profis schauen mit geschultem Blick und erfahrenem Auge – und übernehmen bei Handlungsbedarf die Dienstleistung. Ich zahle dafür und bekomme sogar eine Garantie auf das Handwerk. Damit kann ich gut leben.

Und wie steht’s mit Euch? Habt Ihr Erfahrung mit der Wartung / Inspektion Eurer Solarthermie-Anlage in Eigenregie? Dann teilt sie mit uns! Und die Handwerker unter Euch dürfen gerne mal aus dem Nähkästchen plaudern und schildern, was sie diesbezüglich so erleben!

Foto: thomasfuer / photocase.de