Was ist der Unterschied zwischen Inspektion und Wartung?

Einmal im Jahr sollte man seine Solarthermie-Anlage inspizieren lassen, um ihren einwandfreien Betrieb zu prüfen und gefundene Mängel gegebenenfalls zu beseitigen. Eine Wartung der Anlage wird alle zwei bis fünf Jahre empfohlen. Damit ist schon der erste Unterschied zwischen Inspektion und Wartung genannt: die Häufigkeit. Weitere Unterschiede werden im Folgenden erklärt.

Kürzlich habe ich mich hier auf dem Blog mit dem Thema beschäftigt, wie häufig man seine Solarthermie-Anlage warten sollte und was die Wartung (auch erweiterte Inspektion genannt) kostet. Heute geht es mir um das, was beim Warten der Anlage üblicherweise passieren sollte. Und im Vergleich dazu will ich auch herausstellen, was eine Inspektion idR beinhaltet. Los geht’s mit der Inspektion!

Was passiert bei der Inspektion der Solarthermie-Anlage?

Die erste Inspektion sollte bereits wenige Wochen nach der Inbetriebnahme der Anlage erfolgen.

Sie hat eine besondere Bedeutung. Während des deshalb auch Erstinspektion genannten Termins stehen alle wesentlichen Funktionen der Anlage auf dem Prüfstand. So schließt man aus, dass mögliche Fehlfunktionen allzu lange ungeahndet auftreten und womöglich die Leistung der Anlage schmälern. Je nach Kauf- beziehungsweise Installationsvertrag mit dem ausführenden Dienstleister ist die Erstinspektion entweder Vertragsbestandteil und damit im Kaufpreis beziehungsweise in den Installationskosten inbegriffen oder als extra Posten bereits im Angebot aufgeführt. Die Erstinspektion ist damit eine Art Nachkontrolle der Funktionalität der Anlage, wobei die einzelnen Prüfpunkte protokolliert werden.

Jede weitere Inspektion läuft dann gegebenenfalls alljährlich im Rahmen eines Wartungsvertrags ab, der sowohl Inspektionen als auch Wartungen umfasst. Als Referenz dient jeweils das Inspektionsprotokoll des Vorjahres beziehungsweise das der Erstinspektion. Inhaltlich unterscheiden sich Erstinspektion und folgende nicht groß. Hier sind die wichtigsten Prüfpunkte der Inspektion aufgelistet, so, wie sie auch der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e. V. in seinem Infoblatt 44 nennt:

Checkliste (Erst)Inspektion

  • Entlüftung aller Entlüftungseinrichtungen im Solarkreis, da Luft dort den Wärmeträger gefährdet. Merke: Luft gilt als potentieller „Störenfried“.
  • Vergleich des Anlagenbetriebsdrucks mit dem Sollwert (Bei Unregelmäßigkeiten sind auch der MAG-Vordruck und das Sicherheits-Ventil zu überprüfen!)
  • Gegebenenfalls Vergleich des pH-Werts (nimmt mit der Zeit normalerweise ab) und Frostschutzes des Wärmeträgers (Fluid) mit dem Sollwert und dem Vorjahreswert. Merke: Stechender Geruch und farbliche Veränderung sind ein Hinweis auf (Über)Alterung des Fluids.
  • Manuelles Einschalten der Pumpe
  • Vergleich des aktuellen Volumenstroms mit dem Sollwert, vorausgesetzt, dass Durchflussmesser vorhanden sind. Merke: Abnehmende Werte können wiederum ein Zeichen für Luft im Solarkreis sein.
  • Prüfen, ob an Manometer und gegebenenfalls Durchflussmesser Schwankungen auftreten, da sie ein Indiz für Luft in der Solarkreisleitung sein können.
  • Prüfen, ob die Pumpe ungewöhnliche Geräusche macht (Sprudeln, Gluckern), da auch sie auf Luft im Solarkreis hinweisen können.
  • Prüfung der Schwerkraftbremse bezüglich aufsteigender Luft sowie sicheren Öffnens und Schließens.
  • Gängigkeit des thermostatischen Mischventils überprüfen
  • Prüfung der Reglereinstellungen dahingehend, ob Abweichungen gegenüber den ursprünglich eingestellten Werten vorliegen.
  • Prüfung von Fühler und Thermometer
  • Prüfung von Vorlauf- und Rücklauftemperatur an Thermometern
  • Prüfen der Anzeigewerte des Reglers

Und da es sich bei der Wartung theoretisch um eine erweiterte Inspektion handelt, wird die Liste der aufgeführten Inspektionsmaßnahmen an dieser Stelle lediglich um die Wartungsmaßnahmen erweitert.

Wartung = erweiterte Inspektion: zusätzliche Sicht-Prüfungen

Die Wartung der Solarthermie-Anlage umfasst neben den genannten (Inspektions)Maßnahmen eingehende Sichtprüfungen sämtlicher Komponenten der Anlage. Bei meiner Recherche habe ich in einschlägigen Foren gelesen, dass so mancher Solarteur die Sichtprüfung auch im Rahmen der jährlichen Inspektionen vornimmt, da sie teilweise mit Fernglas schnell und ohne großen Aufwand zu absolvieren ist.

Checkliste Wartung

  • “Gesichtet” werden so zunächst die Kollektoren. Beschläge im Innern, Verfärbungen, Verschmutzungen, Schäden sind dabei zu beanstanden.
  • Sämtliche Bauteile, die der Befestigung der Kollektoren beziehungsweise der gegebenenfalls im Freien liegenden Rohrleitungen dienen, sind ebenfalls zu begutachten (Stichwort: Korrosionsschäden). Dazu gehören das Besichtigen und mechanische Belastungstests. Gegebenenfalls müssen lockere Schrauben und Muttern nachgezogen werden.
  • Die Dämmung sollte dahingehend geprüft werden, ob sich an ihr Tiere verbissen oder verpickt haben oder die UV-Strahlung für Altersschäden gesorgt hat.
  • Die gesamte Anlage muss auf Dichtheit geprüft werden.

Foto: AndreasF. / photocase.de

 

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