Putzaktion auf dem Dach: Reinigung, Inspektion und Wartung der Solarthermie-Anlage

Eine Solarthermie-Anlage auf dem Dach sollte in solch einem Neigungswinkel installiert sein, dass sie von Wind, Regen und / oder Schnee einigermaßen sauber gehalten wird. Doch mitunter reicht das nicht aus. Was Sie zum Putzen, Inspizieren und Warten der Anlage wissen sollten, erklärt dieser Beitrag, auch Kathrin hat über ihre persönlichen Erfahrungen schon mal hier berichtet. Nach 11 Jahren war bei ihrem Röhrenkollektor die erste Putzaktion fällig.

Schmutz und Witterung mindern Ertrag und lassen die Solarthermie-Anlage vorzeitig altern

Eine Solarthermie-Anlage unter freiem Himmel wird zwar buchstäblich von allen Wassern gewaschen, die Mutter Natur in Form von Regen und Schnee sendet, dennoch sammelt sich darauf jede Menge Schmutz an: Dort landen eben nicht nur die Blätter und / oder Nadeln benachbarter Bäume, Insekten und deren Absonderungen sowie Kadaver, Kot von Vögeln, Samen und Pollen aller möglichen Pflanzen, (Fein)Staub der verschiedensten Art, zum Beispiel aus der Landwirtschaft oder vom Straßenverkehr, sondern es siedeln sich auch Organismen wie Flechten, Algen oder Moose darauf an. Dagegen kommt kein Niederschlag an – wer Ihnen etwas anderes erzählt, überschätzt die Reinigungskraft von Regen & Co. maßlos.

Schlimmer noch: Schon ein geringer Verschmutzungsgrad der Anlage bietet Halt für neuen Schmutz – ein Teufelskreis, der letztendlich die Leistung der Solarthermie-Anlage mindert. Es gibt sogar Studien, wie sich die Verschmutzung auf den Ertrag von Solar-Anlagen auswirkt, zum Beispiel diese zum Langzeitverhalten von Photovoltaik-Anlagen. Neben schmutzbedingten Ertragseinbußen – die Rede ist beispielsweise hier von bis zu zehn Prozent bei stark verschmutzten Kollektoren und somit eingeschränktem Reflexionsgrad – verursachen Witterung und Schmutz und nicht selten auch Tiere (Vögel picken, Marder nagen) Schäden an den Bauteilen der Solaranlage selbst, so dass diese vorzeitig altert. Besonders schnell soll übrigens die Abdeckung von den Wettern und Unwettern in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wann, wie häufig und wie putzt man nun aber die Solar-Anlage am besten? Ist das Putzen überhaupt eine Sache, die man selbst in die Hand nimmt, oder überlässt man das besser Profis, zum Beispiel einer Spezialreinigungsfirma? Oder gehört die Reinigung zum Service seitens der Solarteure, also derjenigen, die die Anlage installiert haben? Ist die Reinigung vielleicht Teil der Wartung und damit Teil eines gegebenenfalls abgeschlossenen Wartungsvertrages? Diese und noch mehr Fragen stellt sich der Betreiber einer Solar-Anlage zu Recht. Mal sehen, was sich an Antworten finden lässt.

Wann putzt man am besten die Solarthermie-Anlage?

Der perfekte Zeitpunkt zum Putzen der Solarthermie-Anlage wird je nach Quelle unterschiedlich benannt: Während die einen zum regelmäßigen Herbstputz raten, empfehlen die anderen den Frühjahrsputz. Wieder andere schicken Sie zu beiden Zeiten aufs Dach. Stets mit derselben Begründung übrigens: der nachfolgend zu erwartenden und einzufangenden Strahlkraft der Sonne.

Wie häufig sollte man putzen?

Das kommt selbstverständlich auf die Verschmutzung an. Die lässt sich auch bei der alljährlich empfohlenen Inspektion feststellen. Handeln Sie unbedingt, wenn auch der Inspekteur dazu rät.

Wie putzt man die Solarthermie-Anlage?

Selbstverständlich sollten Sie weder mit harten, noch mit spitzen oder scharfkantigen Werkzeugen gegen den Schmutz auf den Solarkollektoren vorgehen. Die Gefahr, dass Sie damit etwas zerstören, ist groß. Versuchen Sie Laub, Staub und Vogelkacke zunächst mit einem Besen abzufegen. Auch ein feuchter, weicher Lappen dürfte dagegen gut helfen. Benutzen Sie wenn überhaupt nur Spezialreiniger, die vom Hersteller beziehungsweise Solarteur zur Reinigung empfohlen werden. Andernfalls könnten Sie mit chemischen Keulen die Oberfläche der Kollektoren ruinieren.

Selber putzen oder putzen lassen?

Professionelle Dienstleister, die sich auf das Reinigen von Solaranlagen spezialisiert haben, putzen höchstwahrscheinlich gründlicher und schneller, als man es als Laie schafft. Doch der Service hat seinen Preis. Hier und da wird zu einer gründlichen Profi-Putzaktion einmal im Jahr oder bei dringendem Bedarf geraten. Zwischendurch könne man demnach selber den Besen beziehungsweise Lappen schwingen.

Ist die Reinigung der Solarthermie-Anlage nicht Teil der Wartung?

Nein, in der Regel ist sie eine extra Dienstleistung. Doch vergewissern Sie sich am besten in den Unterlagen zu Ihrem Wartungsvertrag! Beim Warten der Anlage, die an sich eine erweiterte Inspektion darstellt, führt man neben der üblichen Inspektion auch folgende Arbeiten aus:

  • Sichtprüfung von Armaturen, Verbindungen und Anschlüssen
  • Sichtprüfung von Kollektoren einschließlich der Abdeckungen und Befestigungen
  • Sichtprüfung von Dämmung Solarkreis und Fühlerleitung.

Der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. (BDH) empfiehlt branchenweit (Infoblatt 34, „Betriebssicherheit thermischer Solaranlagen“, März 2011):

  • eine Inspektion alljährlich
  • sowie eine Wartung alle 3 bis 5 Jahre.

Umfasse der Wartungsvertrag auch den Speicher, so heißt es in der Empfehlung des BDH weiter, müsse eine Speicherwartung nach Herstellerangaben durchgeführt werden. Ergäben sich aus der Wartung beziehungsweise Inspektion nötige Arbeiten, seien diese dem Kunden „gesondert“ anzubieten. Der BDH nennt hier als Beispiel unter anderem die „Reinigung der Kollektoren“.

Was kostet die professionelle Reinigung der Solaranlage?

Im Internet lassen sich Angebote zur Reinigung von Solaranlagen finden, die günstigenfalls bei circa zwei Euro pro zu reinigendem Quadratmeter liegen.

Foto: ilele / photocase.de

 

 

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3 Kommentare zu “Putzaktion auf dem Dach: Reinigung, Inspektion und Wartung der Solarthermie-Anlage”

  1. Daniel

    Ein echt guter Artikel, Hilfreich. Ich putze meine Anlage selber aber ich kenne mich ein bisschen damit aus…
    Es gibt aber auch Internet Portale wo man sich über das Putzen informieren kann, des weiteren kann/sollte man Auskunft bei dem unternehmen bekommen wer die Anlage aufgestellt hat…
    LG

  2. Steindl Herbert

    Freilich kann man mit der Eigeninitiative Geld sparen. Wenn jemand Schwindelfest ist und sich die Arbeit antun will, steht dem nichts entgegen.
    WAS jedoch am aller wichtigsten ist: DIE SICHERHEIT!!!

    Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie professionelle persönliche Schutzausrüstung besitzen und verwenden. Man darf nicht vergessen, hier geht man nicht einfach auf´s Dach. Hier lehnt man sich, bestückt mit Werkzeug (Besen,…) auch weit hinaus um wirklich auch die letzte Ecke der Anlage erreichen und reinigen zu können.

    Also: OBACHT!

    LG
    H.Steindl

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