Paradigma Luftwärmepumpe WP Aero Calima

Warum sich der Kauf einer Wärmepumpe 2026 lohnt (1): Überblick – wo steht die Wärmepumpe heute?

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Das folgende Szenario könnte aus eurer Straße stammen: Zwei Häuser, nebeneinander. Das eine wurde im vergangenen Jahr neu gebaut. Das andere steht seit dem Jahr 1975 da, mit Heizkörpern aus den 1980ern und einer Gasheizung, die längst in die Jahre gekommen ist. Im Neubau war die Heizung schnell gewählt: Fast drei von vier neuen Häusern in Deutschland werden heute mit einer Wärmepumpe beheizt. Im älteren Haus daneben läuft die Gasheizung auch deshalb noch immer, weil der Heizungstausch Gasheizung gegen Wärmepumpe schwer fällt: wegen der Kosten, wegen der Frage, ob die alte Heizungsanlage überhaupt zu einer Wärmepumpe passt, und manchmal auch, weil die Eigentümer:innen sich fragen, ob sich eine solche Investition in ihrem Alter überhaupt noch lohnt. Beide Szenen sind real. Sie dokumentieren eine Kluft zwischen Neubau und Altbau. Und genau die ist der Ausgangspunkt unserer neuen Artikelreihe „Wärmepumpe 2026: Warum sich der Kauf einer Wärmepumpe 2026 lohnt”. Wir beginnen die Serie mit der Frage zum Status quo: Wo steht die Wärmepumpe Mitte 2026 wirklich?

Wärmepumpen 2026_Zahlen

Im Neubau hat die Wärmepumpe die Nase vorn

Die Zahlen sind eindeutig: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) wurden im vergangenen Jahr

  • 73,6 Prozent der rund 58.900 fertiggestellten Wohngebäude in Deutschland primär mit einer Wärmepumpe beheizt. Sie kommen vor allem in ein- und Zweifamilienhäusern zum Einsatz.
  • Eine Gasheizung kam nur noch in 10,5 Prozent der neuen Häuser zum Einsatz.
  • Insgesamt werden inzwischen 78,2 Prozent aller neuen Wohngebäude primär mit erneuerbaren Energien beheizt.

Nur, damit ihr seht, wie schnell sich das verändert hat: Im Jahr 2015 lag der Wärmepumpenanteil bei Neubauten noch bei 31,4 Prozent, während mehr als die Hälfte der neuen Häuser eine Gasheizung erhielt. Binnen zehn Jahren hat sich der Wärmepumpenanteil also mehr als verdoppelt.

Und der Trend hält an. Bei den Baugenehmigungen für das Jahr 2025 sind bereits 83 Prozent der geplanten Wohngebäude mit Wärmepumpe vorgesehen. Der Anteil geplanter Gasheizungen liegt nur noch bei 2,2 Prozent.

Das heißt: Wer heute neu baut, baut praktisch automatisch mit Wärmepumpe. Sie ist damit Standard.

Paradigma Wärmepumpe WP Aero Calima Sockel
Unsere Paradigma Wärmepumpe WP Aero Calima überzeugt mit ihrer enormen Energieeffizienz (SCOP von über 5,68) und einem besonders klimaschonenden Kältemittel (R-290 Propan). Foto: Paradigma

Förderboom: Wärmepumpen sind der mit Abstand größte Posten

Auch bei der staatlichen Förderung zeigt sich, dass die Wärmepumpe abräumt:

Im Mai 2026 bewilligte die KfW im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude laut dem Portal Solarserver.de knapp 37.000 Förderanträge für neue Heizungen (ursprüngliche Quelle: BMWE).

Davon entfielen allein

Und der Blick aufs Gesamtjahr zeigt, wie konstant das Interesse ist: Bis Ende Mai 2026 hat die KfW insgesamt bereits 189.317 Förderanträge für Wohngebäude bewilligt.

Auch innerhalb der Förderbausteine zeigt sich deutlich: Der Klimageschwindigkeitsbonus, der beim Austausch einer alten fossilen Heizung greift, wurde im April rund 24.000 Mal bewilligt. Der Einkommensbonus rund 8.000 Mal. Und ein Bonus, der speziell für Wärmepumpen gedacht ist, kam sogar fast 29.000 Mal zum Einsatz — der sogenannte Effizienzbonus.

Exkurs: Was ist der Effizienzbonus und warum ist er für diese Artikelreihe wichtig?

Mit der Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) wurde ein zusätzlicher Förderbaustein eingeführt, der ausschließlich für Wärmepumpen gilt: der Effizienzbonus.

Er erhöht den Fördersatz um 5 Prozentpunkte zusätzlich zu

  • Grundförderung,
  • Klimageschwindigkeitsbonus
  • und Einkommensbonus.

Die Voraussetzung: Die Wärmepumpe muss entweder ein natürliches Kältemittel verwenden, zum Beispiel Propan (R290), oder eine besonders effiziente Wärmequelle erschließen, also Wasser, Erdreich oder Abwasser.

Erdwärmepumpen erhalten diesen Bonus damit praktisch automatisch. Luft-Wasser-Wärmepumpen, die mit der Wärme in der Umgebungsluft (Außenluft) arbeiten, müssen für den Bonus ein natürliches Kältemittel mitbringen.

Das ist deshalb relevant, weil sich die Wärmepumpentechnologie genau in diese Richtung entwickelt: Natürliche Kältemittel mit sehr niedrigem Treibhauspotenzial setzen sich bei modernen Geräten zunehmend durch. Was das konkret für eure Förderung bedeutet und wie ihr alle Bausteine kombiniert, zeigen wir euch ausführlich in Teil 7 dieser Reihe.

Paradigma Wärmepumpe WP Hypernova
Unsere neue Luft-Wasser-Wärmepumpe Paradigma WP Hypernova ist in drei Leistungsstufen verfügbar: 8 Kilowatt (kW, ab Oktober 2026), 13 kW und 18 kW (ab Juli). Foto: Paradigma

Warum die Wärmewende im Bestand hakt

Die Zahlen aus dem Neubau erzählen nur die halbe Geschichte: Eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Initiative Klimaneutrales Deutschland und der Organisation Zukunft KlimaSozial zeigt, wo es im Bestand hakt: mit Daten von mehr als 2.100 Hausbesitzer:innen.

Grund 1: die Anschaffungskosten

Mehr als die Hälfte der Befragten nennt die Investitionskosten als zentrales Hindernis. Das ist der mit Abstand häufigste Grund, warum Eigenheimbesitzer:innen noch keine Wärmepumpe haben.

Grund 2: die Sorge um die Kompatibilität

Rund ein Drittel der Befragten gibt an, dass eine Wärmepumpe sich aus ihrer Sicht nur schwer mit dem eigenen Gebäude kombinieren lässt, oder dass der nötige Umbau zu aufwendig wäre.

Grund 3: das Alter (bei einer bestimmten Gruppe)

Hier wird die erwähnte Studie besonders aufschlussreich:

Über 60-Jährige stellen die größte Gruppe unter denjenigen, die weder eine Wärmepumpe besitzen noch eine Anschaffung planen.

  • Nur rund 12 Prozent der über 60-Jährigen haben bereits eine Wärmepumpe: Das ist der niedrigste Wert aller Altersgruppen.
  • 37 Prozent dieser Gruppe geben an, dass sich eine Wärmepumpe für sie altersbedingt nicht mehr lohne. Mit Blick auf Amortisationszeiten ist diese Einschätzung durchaus nachvollziehbar.
  • Bemerkenswert ist dabei ein weiterer Zusammenhang: 47 Prozent der über 60-Jährigen wohnen in einem Haus, das vor 1977 errichtet wurde, also noch vor der ersten Wärmeschutzverordnung. Diese Gruppe lebt damit überdurchschnittlich häufig in Gebäuden, bei denen Sanierungsbedarf und Umbauaufwand tatsächlich höher ausfallen können.

Die wichtige Einordnung der Studie selbst: Eine grundsätzliche Ablehnung der Technologie spielt bei den Befragten eine vergleichsweise untergeordnete Rolle. Die Hürden sind finanzieller, praktischer und lebensphasenbezogener Natur. Und nicht technologischer. Und: Wärmepumpen können auch in älteren, unsanierten oder teilsanierten Gebäuden effizient arbeiten. Eine vorherige Sanierung ist vorteilhaft, aber keine Voraussetzung.

Haus mit Paradigma Wärmepumpe WP Aero Marin
In diesem Haus sorgt unsere Paradigma Wärmepumpe WP Aero Marin für angenehme Wärme. Foto: Paradigma

Warum unsere neue Artikelreihe genau jetzt kommt

Die drei Hürden aus der Umfrage,

  1. Kosten,
  2. Kompatibilität,
  3. die Frage der Wirtschaftlichkeit im Alter,

stehen für Fragen, die sich viele von euch stellen, bevor sie sich für oder gegen eine Wärmepumpe entscheiden. Und sie sind beantwortbar.

In den kommenden Teilen dieser Reihe gehen wir sie systematisch an. Wir erklären,

  • wie eine Wärmepumpe überhaupt funktioniert und welche Bauarten es gibt, ganz ohne großes Vorwissen vorauszusetzen.
  • Wir zeigen, was Kennzahlen wie JAZ, COP und SCOP bedeuten
  • und warum die Vorlauftemperatur eines Gebäudes die entscheidende Größe ist, wenn es um die Eignung im Altbau geht.
  • Wir rechnen die Kosten ehrlich durch: für Anschaffung, Betrieb, Amortisation, – auch für Bestandsgebäude.
  • Wir zeigen, wie eine Wärmepumpe als Teamplayer mit Photovoltaik und Solarthermie noch wirtschaftlicher wird.
  • Wir helfen bei der Frage, welche Wärmepumpe zu welchem Haus passt.
  • Und wir gehen detailliert auf die Förderung ein, inklusive des Effizienzbonus und einer einkommensgestaffelten Einordnung, die gerade für Haushalte mit kleinerem Budget relevant ist.

Was sich politisch verändert und was das für euch bedeutet

Auch für Wärmepumpen ist die laufende Reform des Heizungsgesetzes relevant. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) hat seine erste Lesung im Bundestag am 11. Juni 2026 absolviert und befindet sich derzeit in der Ausschussberatung. Eine öffentliche Anhörung fand am 22. Juni 2026 statt. Die abschließende Bundestagsabstimmung wird noch vor der Sommerpause angestrebt, das Inkrafttreten ist für den 1. November 2026 geplant.

Anders als bei fossilen Heizungen, für die das neue Gesetz schrittweise steigende Anforderungen an klimaneutrale Brennstoffe mit sich bringt, ist die Lage für Wärmepumpen unkompliziert: Sie erfüllen die Anforderungen an erneuerbares Heizen schon heute vollständig.

Die KfW-Förderung über das Programm 458 läuft unabhängig vom GModG weiter. Die Bundesregierung hat ihre Finanzierung bis mindestens 2029 zugesagt. Für alle, die jetzt planen, ist das eine verlässliche Grundlage.

In Teil 2 dieser Reihe schauen wir uns an, wie eine Wärmepumpe technisch überhaupt funktioniert: Ihr lernt das Grundprinzip, die unterschiedlichen Bauarten und die Komponenten kennen, die jede Anlage braucht. Verständlich erklärt, ohne dass ihr dafür Physik studiert haben müsst.

Die Artikelreihe „Warum sich der Kauf einer Wärmepumpe 2026 lohnt” auf einen Klick

  • Teil 1: Wo steht die Wärmepumpe heute? Markt, Zahlen, zwei Wirklichkeiten
  • Teil 2: Wie funktioniert eine Wärmepumpe? Technik verständlich erklärt
  • Teil 3: Was bringt eine Wärmepumpe wirklich? JAZ, COP, SCOP und die Altbau-Frage
  • Teil 4: Was kostet eine Wärmepumpe wirklich? Investition, Betrieb, Wirtschaftlichkeit
  • Teil 5: Wärmepumpe als Teamplayer! Mit PV, Solarthermie und Speicher smart kombiniert
  • Teil 6: Welche Wärmepumpe passt zu meinem Haus? Typen, Aufstellung, Planung
  • Teil 7: Wärmepumpen-Förderung 2026, Entscheidungshilfe, nächste Schritte

Fotos: Paradigma