Solaroffensive

Baden-Württemberg geht erneut in die Solaroffensive

Gerade haben wir euch hier auf dem Blog über die Kesseltausch-Aktion der Stadt Stuttgart (Öl gegen emmissionsärmere Energieträger) berichtet, da gibt’s schon wieder Neues aus dem Ländle: Eine neue Solaroffensive soll den Ausbau der Solarenergie-Technologien Photovoltaik und Solarthermie im Bundesland voranbringen. 

„Wir sind uns einig, dass die Sonne in Baden-Württemberg eine der wichtigsten erneuerbaren Energiequellen darstellt und dass wir alles tun müssen, um Solarenergie noch stärker für die Erzeugung von Strom und Wärme zu nutzen“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gegenüber der Presse. Eine Offensive zur Stärkung der Photovoltaik (PV) und der Solarthermie liege dem Politiker zufolge im Interesse

  • der Energiewende,
  • des Klimaschutzes
  • und der Menschen in Baden-Württemberg.

In den letzten Jahren sei der Ausbau der Solarenergie im Land eingebrochen, begründete der Umweltminister von Baden-Württemberg, Franz Untersteller (Grüne) die Notwendigkeit einer Solaroffensive. Verantwortlich dafür seien bundespolitische Weichenstellungen gewesen, die Belastung von Sonnenstrom für den Eigenverbrauch mit der EEG-Umlage, die zurückgehende EEG-Vergütung und die Begrenzung des Ausbaus von Freiflächenanlagen. Gesunkene Installationskosten für Neuanlagen und sehr niedrige Produktionskosten für Sonnenstrom würden PV dennoch weiterhin wirtschaftlich attraktiv . Es sei höchste Zeit, den Ausbau der Sonnenenergie wiederzubeleben.

Die Landesregierung wolle daher gegenüber der Bundesregierung darauf dringen, dass das EEG rasch weiterentwickelt werde. Den größten Änderungsbedarf sehe man in Stuttgart bei den Ausbaupfaden, den Regelungen zu Eigenverbrauch und Mieterstrom.

„Ziel aller unserer Maßnahmen ist es, auf breiter Basis zu informieren und zu beraten, für die Solarenergie zu werben und Investitionen in neue Anlagen anzureizen – sei es in kleine oder in große Anlagen“, sagte Franz Untersteller weiter.

Die neue Solaroffensive, die der baden-württembergische Umweltminister dem Kabinett vorstellte und erläuterte, umfasse laut der zugehörigen Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg acht Punkte. Als Antriebsmittel werden demnach drei Förderprogramme aufgelegt – für

  1. regionale Photovoltaik-Netzwerke: Beim Förderwettbewerb „Regionale Photovoltaiknetzwerke“gehe es primär um Information, Beratung und Vernetzung in den 12 Regionen des Landes.
  2. netzdienliche Photovoltaik-Speicher: Das Förderprogramm „Netzdienliche PV-Batteriespeicher“, das die Investition für einen Solarspeicher bezuschusst, vorausgesetzt er ist an den Bau einer neuen Photovoltaik-Anlage gekoppelt.
  3. und energieeffiziente Wärmenetze: Förderprogramm „Energieeffiziente Wärmenetze“.

Förderung Solarwärme (Solarthermie) in Baden-Württemberg

Im Bereich der Wärmenetze seien über das Programm landesweit bereits 36 Projekte gefördert und insgesamt sieben Millionen Euro an Zuschüssen bewilligt worden, beziffert Franz Untersteller die Förderung der Solarthermie in Baden-Württemberg.

Förderung Solarstrom (Photovoltaik) in Baden-Württemberg

Auch das Programm „Netzdienliche PV-Batteriespeicher“, das im März startete, sei ausgesprochen erfolgreich. „In den ersten drei Monaten seit März haben wir 422 Anträge bewilligt, die wir mit mehr als einer Million Euro fördern“, sagte Untersteller. Für die Photovoltaik-Speicherförderung stehen 2018 und 2019 insgesamt gut drei Millionen Euro zur Verfügung.

Weitere Bausteine der neuen Solaroffensive in Baden-Württemberg

Weitere Bausteine der Solaroffensive seien die

  • Etablierung von Mieterstrommodellen
  • sowie der Photovoltaik-Ausbau auf landeseigenen Dächern und Flächen.

Im Beratungs- und Informationsbereich solle unter anderem der Energieatlas weiterentwickelt werden, erklärte der Minister weiter. „Diese und weitere Aktivitäten, davon sind wir überzeugt, können der Solarenergie im Land den Auftrieb verleihen, den sie dringend benötigt, um ihren wesentlichen Teil zu Energiewende und Klimaschutz beizutragen“, sagte der baden-württembergische Umweltminister abschließend.

Foto: Sam88/photocase