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Solarthermie-Anlage: Die besten 15 Tipps zu Kauf und Installation

Wir haben uns das Hintergrundpapier des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. “Was man beim Kauf und der Installation einer Solarthermie-Anlage beachten sollte” vorgenommen und präsentieren euch hier in unserer Tipp-Liste die besten 15 Tipps daraus.

Vor dem Kauf: Informieren!

Tipp 1: Informiert euch über Solarthermie!

Lernt die erneuerbare Energie der solaren Wärme und ihr Potential kennen und macht euch mit der Solartechnologie vertraut! Lest dazu gerne hier bei uns auf dem Blog alles Wissenswerte darüber, wie eine Solarthermie-Anlage aus Sonnenwärme nutzbare Wärme zur Warmwasser- und Heizwasserbereitstellung erzeugt.

Tipp 2: Schaut euch erfolgreiche Beispiele in der Praxis an!

Ihr habt einen Verwandten, Bekannten, Freund, Nachbarn oder Kollegen, der eine Solarthermie-Anlage betreibt? Dann bemüht euch um eine Führung zur Anlage und eine Einführung in deren Betrieb. Nichts geht über best-practise-Beispiele, wenn ihr wissen wollt, was Solarthermie ist und was eine Solaranlage kann. Wer niemanden mit eigener Anlage kennt, findet in unserer Blogpost-Reihe “Projekt des Monats” zahlreiche Beispiel-Anlagen unserer Paradigma-Partner-Handwerker.

Tipp 3: Macht euch mit den qualitativen Unterschieden bei den Komponenten der Solarthermie-Anlage vertraut!

Bei einer laut BSW-Solar anvisierten Betriebsdauer von mindestens 25 Jahren komme  es

Wir erklären die Unterschiede von Solarthermie-Kollektoren hier.

Die Solar Keymark beispielsweise ist ein Prüfzertifikat, das garantiert, dass die Solarthermie-Kollektoren einschlägige technische Normen und
Mindestanforderungen erfüllen. Anlagen und Kollektoren mit Solar Keymark stehen in einer Liste des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Der BSW-Solar empfiehlt, sich bei angeblich brandneuen, innovativen Produkten von
marktunbekannten Herstellern zurückzuhalten, die viel leisten sollen, ohne dass Erfahrungen in
der Praxis oder überprüfbare Referenzanlagen vorliegen.

Tipp 4: Holt euch auch Infos zum Thema Solarthermie-Förderung!

Die Investition in die moderne Solarthermie-Technik will wohl überlegt sein. Ihr könnt aber mit attraktiven Förderungen von Bund, Ländern, Gemeinden und Herstellern rechnen, die eure Anschaffungskosten erheblich mindern. Einen ersten Überblick über Solarthermie-Förderungen liefern wir euch hier.

Das BAFA listet in der in Tipp 3 bereits verlinkten Liste förderfähige Kollektoren mit Solar Keymark auf.

Fachhandwerker finden

Tipp 5: Sucht euch einen kompetenten Fachhandwerker für Information, Beratung, Verkauf, Installation, Inbetriebnahme, Wartung und Instandhaltung eurer Solarthermie-Anlage!

Je mehr der Handwerker eures Vertrauens die Materie Solarthermie kennt, desto besser. Unsere Paradigma-Partner-Handwerker müssen sich beispielsweise regelmäßig schulen, um stets auf dem neusten Stand der Solarthermie-Technik zu sein. Ihr findet Paradigma-Fachhandwerker in eurer Nähe mit Hilfe unserer praktischen Online-Heizungsbauer-Suche auf unserer Homepage.

Unsere Partner-Handwerker sind überzeugt von der Solarthermie, viele haben eigene Anlagen auf ihrem Privathaus (Solarteurshaus) oder Firmengebäude laufen – fragt danach und nach anderen Referenzen und lasst euch diese zeigen und erklären!

Tipp 6: Bevorzugt lokale Handwerker!

Es macht Sinn, auf Solarteure aus eurer Region zu setzen – denn dann ist eine gute Erreichbarkeit (auch im Notfall) gewährleistet und die Anfahrtswege für die Handwerker sind kurz. Außerdem kennen die lokalen Handwerker sich bestens mit den Standortbedingungen für Solarthermie bei euch in der Region aus und wissen über die Fördermöglichkeiten in eurer=ihrer Region Bescheid.

Angebote einholen und prüfen

Tipp 7: Holt euch mehrere Angebote zum Vergleich!

Wie bei anderen Investitionen auch solltet ihr mehrere Angebote einholen und sie vergleichen.

Tipp 8: Seriöses Angebot setzt Vor-Ort-Termin voraus

Der BSW-Solar schreibt in seinem Merkblatt, dass gute Fachbetriebe das Angebot für eine neue Solarheizung erst nach einem Vor-Ort-Termin bei euch zuhause erstellen. Vor Ort würden sie euren Wärmebedarf ermitteln und unter anderem prüfen , ob die Dachfläche das ganze Jahr weitgehend unverschattet sein wird und auf welchem Weg die gesammelte Energie der Solarheizung vom Dach zum Speicher im Keller gelangen könne und welche Durchbrüche dafür gemacht werden müssten. Dabei würden sie auch sicherstellen, dass

  • der Wärmespeicher in gekipptem Zustand durch Treppenhaus und Türen passt,
  • am Aufstellungsort ausreichend Platz zur Verfügung steht
  • und dass die Statik des Gebäudes das Gewicht des Speichers trägt.

Tipp 9: Plant und kalkuliert die Heizungsanlage als Ganzes!

Wenn ihr die Solarthermie-Anlage als Ergänzung zu anderen Heiztechnologien plant, dann solltet ihr euch auch für diese Bereiche Referenzen des Fachbetriebs zeigen lassen und euch bei den entsprechenden Fachverbänden über beachtenswerte Fragestellungen informieren, rät der BSW-Solar weiter.

Tipp 10: Prüft die Angebote gründlich!

Der BSW-Solar beschreibt ein ein ordentliches Angebot als eins, das sämtliche Komponenten der Solarthermie-Anlage detailliert auflistet, darunter

Ein ordentliches Angebot enthalte zudem realistische Aussagen über den

  • Ertrag
  • und die Wirtschaftlichkeit der Solarthermie-Anlage.

Dabei werde darauf geachtet, dass die Größe des Wärmespeichers auf die Anlage und euren Wärmebedarf abgestimmt sei.

Fragt nach, wenn euch sehr hohe solare Deckungsraten versprochen werde, rät der BSW-Solar. Denn die Deckungsrate hänge stark vom Dämmstandard des
Gebäudes und den meteorologischen Gegebenheiten ab und sage nicht
automatisch etwas über die Güte der Solaranlage aus. Durchschnittliche Werte
würden demnach bei

  • Anlagen für die Warmwasserbereitung bei 50 bis 60 Prozent in Bezug
    auf den Energieverbrauch für Warmwasser,
  • bei Anlagen mit Heizungsunterstützung bei 15 bis 35 Prozent des Gesamtwärmebedarfs liegen.

Ausnahmen würden hier allerdings Sonnenhäuser bilden, bei denen das komplette
Wärmeversorgungskonzept auf die Solarwärmeanlage ausgerichtet werde.

Eine sinnvolle Dimensionierung der Anlage sei demnach von enormer Bedeutung, da sie wesentlich über die Wirtschaftlichkeit entscheide. Der BSW-Solar nennt hierzu als Faustformel für die Absorberfläche von Trinkwassererwärmungsanlagen bei Flachkollektoren 1,5 m2 pro Person. Das notwendige Speichervolumen ermittelt sich über den doppelten täglichen Warmwasserverbrauch und liege in der Regel bei etwa 100 Litern pro Person.

Bei einer Anlage mit Heizungsunterstützung müsstet ihr demnach mit einer Absorberfläche von 0,8 bis 1,1 m2 je 10 m2 Wohnfläche bei niedrigem
solarem Deckungsanteil und von 1,5 bis 3 m2 je 10 m2 Wohnfläche bei hohem
solarem Deckungsanteil rechnen.

Die Absorbergröße hänge stark vom Dämmstandard eures Hauses ab, wobei gelte,  dass je besser dessen Dämmung sei, desto kleiner müsse die Absorberfläche sein. Der BSW-Solar empfiehlt euch, beim Beratungsgespräch darauf zu achten, dass der Installateur das gesamte Haus in seine Kalkulation mit einbeziehe.

Lasst euch bei eurer Entscheidung für eine Anlage nicht unter (Zeit-)Druck setzen und schaut euch den Vertrag mit der Leistungsbeschreibung genau an! Der BSW-Solar rät zu besonderer Vorsicht bei der Vertragsunterzeichnung auf Verkaufsmessen oder Hausmessen. Hiermit könnte versucht werden, das 14-tägige Widerrufsrecht zu umgehen.

Tipp 11: Geht nur in sichere Vorkasse!

Dem BSW-Solar-Merkblatt zufolge sei eine 30-prozentige Vorkasse kurz vor Lieferung und die weitere Bezahlung in Schritten bei Lieferung und nach erfolgreicher Installation eine durchaus gängige Praxis in der Solarbranche. Ihr solltet demnach jedoch grundsätzlich keine Vorkasse ohne entsprechende Sicherheiten (Dokumente etc.) beziehungsweise ohne fundierte persönliche Erfahrungen mit diesem Installationsbetrieb leisten.

Nach Kauf und Montage

Tipp 12: Lasst euch die installierte Anlage vorführen!

Der BSW-Solar hält es für ratsam, dass im Betrieb eine Funktionskontrolle der Anlage erfolge, denn sollte eine Minderleistung bestehen (zum Beispiel wegen des Ausfalls von
Komponenten), so sollte dies schnell festgestellt werden.

Tipp 13: Lasst euch in den Anlagenbetrieb einweisen!

Der Installationsbetrieb sollte euch darüberhinaus in den Betrieb der Solarthermie-Anlage einweisen. Relevante Betriebszustände müssten euch erläutert und von euch als Anlageneigentümer durchzuführende Prüfungen (zum Beispiel monatliche Ertragsdatenerfassung etc.) erklärt werden.

Tipp 14: Lasst euch ein Abnahmeprotokoll anfertigen und aushändigen!

Ein umfassendes Abnahmeprotokoll der Anlage sollte dem BSW-Solar zufolge standardmäßig durchgeführt werden.

Tipp 15: Sprecht Monitoring, Wartung & mehr ab!

Der BSW-Solar rät euch, mit dem Installationsbetrieb auch über das Monitoring der Anlage sowie Wartungsintervalle und Servicetermine zu sprechen.