Checkliste: Was macht eine ordentliche Installation aus?

Checklste zur Installation

Worauf sollte man als künftiger Betreiber beziehungsweise Besitzer einer Solarthermie-Anlage achten, während die Solar-Handwerker einem die Anlage installieren? Woran kann man erkennen, dass die Installation ordnungsgemäß ausgeführt wird? Und welche konkreten Arbeiten umfasst eine ordentliche Installation? Hier kommt eine Checkliste, um das, was der Solarteur gerade in Sachen Installation tut, mit allgemeinen Standards zu vergleichen. Wobei ich gleich voraus schicke, dass jede Solarthermie-Installation selbstverständlich auch ihre individuelle Dimension hat. 

Angesichts der Tatsache, dass es sich bei der Solarthermie-Anlage um ein hochwertiges, hochkomplexes und hochtechnologisches Gebilde handelt, das je nach Technologie, Modell und Einsatzzweck aus entsprechenden einzelnen Komponenten zusammengesetzt wird, die wiederum an verschiedenen Stellen des Haushaltes montiert und in den Warmwasser- beziehungsweise auch Heizungskreislauf integriert werden sollen, ist es nur verständlich, dass der künftige Solarthermie-Verbraucher auch schon beim Installieren ein Auge darauf haben möchte, wie das Ganze vonstatten geht. Und, ob alles ordnungsgemäß läuft.

Damit man sich auch als Laie den Überblick verschaffen kann, liste ich im Folgenden die wichtigsten Arbeiten auf, die bei der Installation der Anlage ausgeführt werden müssen. Zuvor aber noch ein kurzer Abriss dessen, was auf einen zukommt, wenn der Installationstermin ansteht:

Installation einer Solarthermie-Anlage – das kommt auf einen zu

In der Regel startet die Installation der Solarthermie-Anlage auf dem Dach. Dort werden als Erstes die Kollektoren montiert. Je nach Gestalt des Dachs werden sie dabei so ausgerichtet, dass sie später möglichst einen optimalen Ertrag einholen können. Handelt es sich beispielsweise um ein Flachdach, ständert man die Kollektoren auf. Von den Kollektoren auf dem Dach werden anschließend die Rohre des sogenannten Solarkreislaufs verlegt. Dabei kann  man unter Umständen den Aufwand minimieren, indem man die speziell wärmegedämmten Rohre entweder in einem freien Schornstein- oder Lüftungsschacht verlegt (Schornsteinfeger involvieren!) oder in einem auf der Fassade eher unauffälligen Regen-Fallrohr. Es folgt der Einbau von Speicher, Wärmepumpe und Armaturen. Alle Komponenten des Solarkreislaufs werden danach miteinander verbunden und mit dem Heizsystem zusammengebracht. Eine solche Installation dauert je nach lokalen Gegebenheiten ein paar Tage, wobei man davon ausgehen kann, dass ein kompetentes Fachhandwerkerteam (zwei Mann) für die wetterabhängigen Arbeiten auf dem Dach ein, zwei Tage benötigt. Die folgenden Arbeiten sind dann weitgehend unabhängig von Wind und Wetter ausführbar.

Die Checkliste für  eine ordnungsgemäßen Installation

Die folgende Liste zeigt die wichtigsten Arbeiten, die bei einer ordnungsgemäßen Installation erfolgen sollten:

Auszuführende Arbeitenja/nein
Die Kollektoren wurden wetterfest (sturmsicher) montiert.
Das entsprechende Wellschlauchset wurde montiert.
Der Blitzschutz wurde eingerichtet.
In Speichernähe wurden vorlaufseitig und rücklaufseitig Absperreinrichtungen eingerichtet.
Es wurden temperaturbeständige Spül- und Befüllhähne für die vor- und rücklaufseitige Trennung zwischen Solarkreis und Heizungssystem montiert.
Die Solarverrohrung wurde mittels Klemmringverschraubungen verbunden und verlegt. Sie ist dort, wo erforderlich, entsprechend gedämmt.
Der Warmwassermischautomat wurde unmittelbar in der Nähe des Warmwasseranschlusses am Speicher siphoniert montiert.
Ein optionales Tuningset wurde montiert.
Das Speicheranschlusset wurde montiert.
Die Solaranlage wurde am Trinkwasserspeicher angeschlossen.
Die Solaranlage wurde am Pufferspeicher angeschlossen. Dabei wurde der Solarvorlauf seitlich in den Speicher eingeleitet.
Ein entsprechend dimensioniertes Ausdehnungsgefäß wurde installiert.
Solarregeler und Fühler wurden installiert.

Habe ich etwas vergessen? Dann ergänzt bitte frisch und frei von der Leber weg, was noch fehlt. Schließlich soll die Liste ja komplett werden.

Foto: Hast du den Flow? / photocase.de (offensichtlich! 😉 )

 

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4 Kommentare zu “Checkliste: Was macht eine ordentliche Installation aus?”

  1. Ulrich

    Hallo Michael,
    ein Tuningset erlaubt die Nutzung der Solarwärme für Heizzwecke. Im Grunde handelt es sich um ein temperaturbeständiges Umschaltventil speziell für Solaranlagen mit Wasser als Wärmeträger zur Direkteinspeisung in den Heizkreis.

    Diese Variante ist nicht ganz so effizient wie eine klassische Solarheizung mit Pufferspeicher, hat aber durch den Puffer-Verzicht deutliche Kostenvorteile auf seiner Seite und spart viel Platz ein. Ein Tuningset kommt daher oft in der solaren Erweiterung zum Einsatz wenn die vorhandenen Komponenten aus Kosten-/Platzgründen möglichst unverändert bleiben sollen. Eben dann, wenn eine bestehende Warmwasseranlage (z.B. nur ein Kollektor) um einen zweites Modul erweitert werden soll um damit auch zu Heizen anstatt nur warmes Brauchwasser zu erzeugen.

  2. Angerer Reinhard

    Hallo!
    Die Liste ist sicher gut gemeint, doch leider ist sie (besonders für den Kunden) eigentlich nicht zu verwenden.
    – wie soll denn zum Beispiel ein Laie feststellen, ob die Kollektoren “sturmsicher” montiert wurden? Geht jeder Kunde aufs Dach und zählt die Befestigungspunkte nach?

    Entsprechende Checklisten (samt Fotobeispiele) sind zum Beispiel auf der Homepage des Oberösterreichischen Energiesparverbandes oder Austria Solar zu finden – brauchen also nicht neu erfunden zu werden.

    Das “Tunigset” ist meiner Meinung nach eine komplette Fehlinformation. Alleine ein Umschaltventil zur direkten Beheizung eines Heizkreises ist doch viel zu wenig. Da fehlt Wärmetauscher, Pumpe, Regler,………..

    sonnige Grüße eines Solariers!

    1. Jan Bulter

      Hallo,

      bei einem Solarkollektor der mit Wasser gefüllt ist (Paradigma), also ohne Frostschutzmittel baut man das sogenannte Tuningset (Umschaltventil) in den Vorlauf der Solaranlage mit ein und eine Verbindung zum Trinkwasserspeicher und eine Verbindung zum Heizkreis.

      Dort wird keine zusätzlicher Wärmetauscher und Pumpe benötigt.

      LG Jan

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