Blogparade zur Definition der Wärmewende

Wärmewende

Letzte Woche haben wir dazu aufgerufen, die Wärmewende – wen nominierst Du?“ href=“https://blog.paradigma.de/die-wichtigsten-akteure-der-waermewende-wen-nominierst-du/“>Akteure der Wärmewende zu nominieren. Dabei kam neben der großartigen Resonanz über mögliche Nominierte vor allem die Diskussion auf, dass man erstmal definieren sollte, was die Wärmewende eigentlich ist. Es sprechen nämlich nur wenige darüber und außerdem wissen viele noch gar nicht, dass es diese gibt oder geben sollte. Nachdem wir schon lange keine Blogparade mehr veranstaltet und wir beim Barcamp die Vernetzung schon toll praktiziert haben, rufe ich hiermit alle Energieblogs und gerne auch andere Blogs auf, ihre Definition der Wärmewende zu posten und gleich auch ihre persönlichen Helden und Antihelden der Wärmewende zu nominieren.

Was tun zum Mitmachen?

Mitmachen ist ganz einfach!

  1. Artikel zum Thema Definition der Wärmewende in deinem Blog oder Medium veröffentlichen und dabei folgende Fragen beantworten:
    1. Was bedeutet Wärmewende für dich?
    2. Wie könnte eine offizielle Definition für die Wärmewende lauten?
    3. Warum passiert noch so wenig bei der Wärmewende?
    4. Wer fördert und wer behindert die Wärmewende derzeit?
  2. Hier Kommentieren, damit ich weiß, wer mitmacht (Unbedingt Link zum Artikel posten!).
  3. Alle Artikel, die in der Blogparade erscheinen, im Artikel verlinken (Ich werde auch eine Linkliste aus allen Beiträgen machen.).
  4. Optional: Beim Erstellen des Wikipedia Artikels mithelfen.

Meine Definition der Wärmewende

Für mich ist die Wärmewende ganz klar die Abkehr von fossilen Energieträgern im Wärmebereich, so, wie es ursprünglich bei der Energiewende die Abkehr von Atomkraftwerken der Fall war.

Da ich den anderen auch noch etwas Raum für die Definition lassen möchte, werde ich die Definitionsfrage nicht weiter ausführen, aber noch auf ein Grundproblem eingehen.

Neben der Wärmewende wirkt die Energie(strom)wende wie ein Kindergeburtstag

Wie viel Arbeit da noch vor uns liegt, sieht man vor allem, wenn man sich den derzeitigen Energiemix in Deutschland und Österreich anschaut. Mineralöl und Gas sind die Hauptträger unserer Energiewirtschaft. Kein Wunder also, warum sich über die Wärmewende so wenige drübertrauen. Der Ersatz der Atomkraft wirkt wie ein Kindergeburtstag im Vergleich. Man stelle sich die Wirtschaftskraft vor, die hinter diesen Anteilen steckt. Man möchte eigentlich nur den Kopf in den Sand stecken. Natürlich ist beim Mineralöl ein großer Anteil, der auch in Treibstoffe fließt, aber um die Verkehrswende muss sich leider jemand anders kümmern…

Anteil Erneuerbare Deutschland 2013

Energieverbrauch in Deutschland 2013, Quelle: AGEB, Grafik: Alexandra Kobzev

 

 

Bruottoinlandsverbrauch Österreich

Primärenergieverbrauch Österreich 2011, Quelle: BMFUW, Grafik, Alexandra Kobzev

 

Falls ihr euch wundert, warum hier 2011 steht bei Österreich: Wir sind in Österreich mit Energiezahlen sehr rückschrittlich unterwegs (könnte mich stundenlang wie hier darüber aufregen) und so etwas wie die AGEB in Deutschland, die Quartalsschätzungen veröffentlicht, können wir uns anscheinend nicht leisten.

Energiewende vs. Wärmewende

Abschließend noch eine Abgrenzung: Sogar Wikipedia erklärt in ihrer Definition zur Energiewende, dass dieser Begriff eigentlich alle Sektoren (Strom, Wärme, Verkehr) umfassen sollte, jedoch hauptsächlich im Strombereich tatsächlich umgesetzt wird. Weil uns also offensichtlich die Mammutaufgabe Energiewende, die alles richten soll, überfordert, haben sich neben der Energiewende, die derzeit dem Strom zugeordnet wird, die Begriffe Wärmewende und zunehmend auch Verkehrswende herauskristallisiert.

Ziel: Wikipedia-Eintrag zur Wärmewende

Da ein Thema erst in der Mitte der Gesellschaft ankommt, wenn es auch einen Wikipedia-Eintrag dazu gibt, schlage ich vor, dass wir diesen Gemeinschaftsakt gleich dazu nutzen, diesen Fehler zu beheben und mit den Definitionen dann genug Munition haben, um auch einen eigenen Beitrag zu befüllen. Da ich weiß, wie mühsam Wikipedia sein kann, biete ich an, hier die Erstarbeit zu leisten und jeder kann dann mit seinem Wissen noch beitragen. Im ersten Schritt muss das ja auch nichts Großartiges sein.

Ich freue mich auf spannende Definitionen zur Wärmewende.

Bild: knallgrün / photocase.com

Darf’s ein bisschen mehr sein? Passend zum Thema:

  • Die wichtigsten Akteure der Wärmewende – wen nominierst Du?
  • Wärmenetze
    Wärmenetze bieten Riesenchance für die Wärmewende!

  • Und Aktion! „Die Hauswende“ – die erste gewerkeübergreifende Info-Kampagne zur…
  • Energiewende in der Stadt: Wie soll sie funktionieren?
    Wie die Energiewende in der Stadt funktioniert
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14 Kommentare zu “Blogparade zur Definition der Wärmewende”

  1. Armin Staudigl

    Hallo Cornelia, ich nominiere England zum Vorbild für die Energiewende.
    Sie machen Atomenergie „Grün“ wie aus den Medien zu erfahren ist.
    Lassen sich mit Investitionen von chinesischen Energiefirmen kaufen.
    Bekommen von der Eu Kommission grünes Licht und natürlich auch entsprechende Beihilfen.

    Es ist ein tolles Signal für den Klimaschutz und für erneuerbare Energien. Damit wird alles ab adsurdum geführt in Bezug auf Energiewende, weg von fossilem und raus aus der Atomkraft. Es ist den Verantwortlichen egal was passiert,
    hauptsächlich der Pfund rollt.

    Gute Nacht Europa,im wahrsten Sinne, gute Nacht Energiewende.

    1. Cornelia Daniel-Gruber Post Author

      Hmm, das fällt wohl in die Kategorie „Bremse“. Ja, es ist traurig, was dort grad passiert, ich glaub trotzdem nicht, dass Hinkley Point C gebaut wird und sowas darf uns nicht entmutigen, auch wenn es schwer fällt. Dir fallen aber sicher interessante Leute aus Österreich ein, oder?

  2. Annett Maschke

    Interessanter Artikel zu einem Thema, das bisher viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Wir haben gleich auch einmal unseren Beitrag zur Parade mit einer Definition veröffentlicht.

    Gruß
    Annett

  3. Rainer

    Nun ja „Wärmewende“ weil bei der sog. „Energiewende“ nix mehr geht ?

    An Stimmen die sich mit der „allgemeinen“ Situation befassen hat es eigentlich noch nie gefehlt. Nur wollte das allenfalls ein vergleichsweise kleiner Zirkel überhaupt diskutieren. Einer derjenigen welche die „Uhr“ schon „nach zwölf“ sehen ein gewisser Guy R. McPherson hat das recht treffend so formuliert :

    „Apparntly the cancer of industrial culture removes cognitive capacity befor it kills the host“

    Frei übersetzt :

    „Anscheinend tötet der Krebs der Industriekultur (und Geldkultur) jede kognitiven Fähigkeit, bevor es den „Wirt“ – uns – endgültig vernichtet.“ Wer die nun „ausklingende Energiewende“ genauer betrachtet wird diese Feststellung in „Realität“ nachvollziehen können.

    Eine kleine Minderheit hat nicht ihre „kognitiven Fähigkeiten“ verloren und schon lange erkannt, wie falsch und bedrohlich „unsere Haltung“ ist. Doch wir sind ja ordentliche Demokraten (nichts gegen Demokratie !) da passiert es schon mal, das die Minderheit „außen vor bleibt“. Es liegt jenseits des „normalen Ereignishorizonts“ von Otto und Ottilie Mustermann die tatsächlichen Zusammenhänge zu begreifen. Wenn das schon hier in einem Land mit einer „geregelten Bildung“ der Fall ist, wie werden dann die Massen in all den Ländern welche von „uns“ so oder so „beeinflusst“ werden auf diese Herausforderung reagieren ? Viele werden einfach erleiden was diese verharmlosend genannte Krebsart „Globalisierung“ anrichtet.

    Was sagt uns das, wenn z.B. die USA (die sind nun einmal der Vorreiter der Verschwendung) seit Jahrzehnten, Jahr für Jahr ein „Öläquivalent“ von 2,69km³ (ist eine Maßeinheit für die in Form von Heizstoffen vorhandene Energie, bzw. den Energieverbrauch, beispielsweise bei der Stromerzeugung oder Verbrennungsprozessen.) „verbrät“ ?

    10 der „wichtigsten europäischen Staaten“ 1,71km³ – auch jährlich – in teilweise nutzlose Wärme umwandeln ? Wo soll diese Menge in den nächsten zehn, fünfzig, hundert Jahren denn herkommen ? Nicht vergessen, aber ohne entsprechendes Zahlenmaterial, außer den beiden „Blöcken“ gibt es noch eine „handvoll“ anderer Staaten – darunter „aufstrebende“ wie China und Indien, die auch die absoluten Schwergewichte mit ihren weiter wachsenden Bevölkerungen sind.

    Europa – besonders das völlig uneinige Europa – tut gut daran, sich so autark wie eben nur möglich „aufzustellen“. Kann da irgendwer auch nur den kleinsten Ansatz erkennen ?

    Auch unter „PEAK OIL ? (noch) NICHT PEAK OIL ?“ habe ich da versucht gesichtetes Material einzubringen und werde das weiter ergänzen. Einfach oben auf „Rainer“ klicken. Besonders unter „Fachchinesisch“ habe ich versucht (soweit ich da selbst durchsteige) etwas Ordnung in die „Gefühlswelt“ zu bringen.

    Was mich besonders an meinen Mitmenschen zweifeln lässt, ist die durch nichts begründeten Hoffnung „es werde schon irgendwie weitergehen. Gern genommen „ es habe ja „früher schon mal“ ebenfalls Katastrophen gegeben und „irgendwie“ habe der „Mensch“ (fälschlich „Homo sapiens“ der „denkende Mensch“) es immer geschafft. Noch nie war allerdings dieser Planet mit ~7,2 Milliarden Menschen überzogen. Noch nie wurden (wie in den letzten ~200 Jahren) so ein weltweiter Raubau betrieben.

    Nun diese Idee kam mir schon vor einem „Weilchen“ – seit den Anfang siebziger Jahren versuche ich meine Hütte (mein Versuch ein Mindestmaß an Autarkie zu erlangen) mit Wärmedämmung zu „verbessern“. Damals eine als idiotisch betrachteter Ansatz. Wer sich die damaligen Heizölpreise ansieht, weiß auch warum. Nun ja soweit ein umgebauter Altbau (ohne Keller – da ist die schlechteste Möglichkeit „etwas zu tun“), sind meine Werte einigermaßen OK. Muss auch so sein, weil ich schon immer direkt elektrisch heize…

    Letzte Verbesserungen der bereits existierenden Wärmedämmung und einige „zeitgemäße“ Fenster und Türen – Ende „Gelände“.

  4. Silke Thole

    Hallo Cornelia.
    Deine Aussage, dass sich die Energiewende (Strom) neben der Wärmewende wie ein Kindergeburtstag ausnimmt fand ich zu schön, musste ich in meinem Blogbeitrag einfach übernehmen (natürlich ordnungsgemäß zitiert) 🙂
    Allerdings sehe ich die Gründe dafür, dass es mit der Wärmewende nicht so recht klappt eher in den sehr komplexen Interessenslagen im Wärmemarkt. Lest dazu meinen Beitrag zur Blogparade unter: http://blog.enbausa.de/finanzierung-beratung/verteilungskaempfe-behindern-die-waermewende.html.
    Die Fortsetzung der Blogparade könnte sich dann ja mit Vorschlägen befassen, wie die Wärmewende an Fahrt gewinnen könnte.

    1. Cornelia Daniel-Gruber Post Author

      Wow super! Großartig geworden! Finde toll, dass das Thema Wärmewende auch für die nächste Ausgabe ausgewählt wurde und ja, Vorschläge für die Wärmewende könnten eine gute Blogparade werden, weiß nur nicht ob wir da genügend Mitmacher finden. Mich würde vor allem die Überarbeitung der Solarthermieförderung interessieren, da ist ja anscheinend gerade einiges in Bewegung. Auch das von dir angesprochene Investorendilemma ist meiner Meinungen nach „Kriegsentscheidend“ Es braucht gute Rahmenbedingungen für Contractinganbieter und eine klare Gesetzeslage wie man mit dem Dilemma umgehen sollte… Vielleicht würde auch so eine steuerbegünstigte Aufhebung von Rücklagen für energetische Sanierung funktionieren. Ach ja, und falls ihr etwas Zündstoff braucht, ich würde sowas wie „den freiwilligen Verzicht vom Verkauf von neuen Ölheizungen einzelner Anbieter, als spannenden und medienwirksamen Schritt sehen.

  5. Tina Adler

    Hallo Cornelia,
    finde die Initiative super, eine stärkere Auseinandersetzung mit der Wärmwende anzuregen. Genau das brauchen wir. Zwei spannende Beiträge gab es bisher auch schon. Da habe ich mir gleich die virtuelle Schreibfeder geschnappt und auch einen Blogeintrag zum Thema geschrieben: https://www.thermondo.de/blog/blogparade-definition-waermewende/
    Ich habe mal versucht, das Thema der Ein- und Zweifamilienhausbesitzer etwas anzureißen, weil mir das bisher zu kurz kam. Die Wärmewende erfordert viel mehr Eigeninitiative der Privathaushalte (als die Stromwende) und die vorhandenen Fördermodelle sind dafür nicht reizvoll genug. Das schlägt in etwa in die gleiche Kerbe, wie deine Anregungen zur Überarbeitung der Solarthermieförderung.
    Ich fände im Übrigen interessant, wenn es hier vielleicht noch einen Beitrag zum Thema Prozesswärme zu lesen gäbe…
    Beste Grüße, Tina

    1. Cornelia Daniel-Gruber Post Author

      Hallo Tina!

      Super, dass freut mich, dass sogar Thermondo mitmacht! Hatte euren Blog noch nicht auf dem Radar, was ja das tolle an so einer Blogparade ist. Vielen Dank für deinen Input. Der Anreiz für die Privathaushalte aber auch die Unternehmen, die riesiges Potenzial haben ist derzeit definitiv nicht gegeben. Es herrscht nur große Ratlosigkeit und sich widersprechende Förderungen und Ratschläge. Als „Investor“ die denkbar ungünstigste Kombination.

  6. Andreas Kühl

    Ich habe etwas länger gebraucht, aber bei dem Thema habe ich auch so viel zu sagen. Am Ende, als ich die anderen Beiträge zur Blogparade gelesen habe, ist mir aufgefallen, dass ich vielleicht das Thema verfehlt habe. Aber den aktuellen Anlass gestern, als alle wieder mal auf die Strompreise gestarrt haben, und nicht bemerkten, dass die Preise für Heizöl und Erdgas im gleichen Zeitraum stärker angestiegen sind, zeigt, dass es Zeit ist, zu handeln. Alleine aus wirtschaftlichen und politischen Gründen wird es Zeit, der Klimaschutz erledigt sich dann von alleine.

    Ich könnte hier weiter schreiben, aber lest selbst und diskutiert hoffentlich fleißig mit: http://www.energynet.de/2014/10/10/interessiert-keiner-explodierenden-heizkosten/

    1. Cornelia Daniel-Gruber Post Author

      Super Andy, vielen Dank! Definitiv keine Themenverfehlung. Ich hab nur auch noch keine Lösung für die angesprochenen Probleme. Die Medien, die nur auf den Strom schauen ist eine Sache, die Politiker, die sich nur um die Stromseite kümmern eine andere und die verwirrten Endkonsumenten das dritte… Wie immer gibt es noch viel zu tun…

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