Thorsten Schäfer erklärt Solarthermie zur Win-win-win-Strategie | Handwerker des Monats 10/2015

Schäfer Installationen aus Bad Meinberg

Wir freuen uns, Euch auch im Oktober einen “Handwerker des Monats” vorstellen zu können: Thorsten Schäfer ist Inhaber des Betriebes Schäfer Installationen in 32805 Horn-Bad Meinberg, eine Stadt mit gut siebzehn Tausend Einwohnern in Lippe im Osten von Nordrhein-Westfalen am Rande des Teutoburger Waldes. Im Interview berichtet der doppelte Handwerksmeister, was ihn an Solarthermie so begeistert und warum mit ihr alle nur gewinnen können: der Kunde, der Handwerker und die Umwelt.

Ecoquent Positions: Thorsten Schäfer, beschreiben Sie bitte kurz Ihren Betrieb!

Inhaltsverzeichnis

Thorsten Schäfer: Wir sind ein kleines Unternehmen mit fünf Mitarbeitern, das nächstes Jahr 30 Jahre alt wird. Unser Einsatzgebiet ist eine eher ländliche Region, überwiegend beschäftigt uns das Thema Heizung mit Solarwärme– und KWK-Nutzung.

Sie sind ein Meister Ihres Fachs – als Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister sowie Gas- und Wasserinstallateurmeister sogar gleich in doppelter Hinsicht. Wie kamen Sie zu dem Beruf und was gefällt Ihnen daran?

Mein Vater Friedrich Schäfer gründete mit mir zusammen den Betrieb Schäfer Installationen am 1. April 1986 …

… zum Glück war das kein Aprilscherz!

Ganz und gar nicht, das belegen drei Jahrzehnte robustes Handwerk! (lacht) Ich bin mit dem Familienbetrieb aufgewachsen. Ich wollte immer einen Beruf ergreifen, der mich jeden Tag aufs Neue herausfordert. Ich hab’s ganz gerne, wenn es mal kniffliger wird. Und genau das bietet mir meine Arbeit.

Wie kommt’s, dass das Thema Solarthermie auf der Liste Ihrer Dienstleistungen / Services steht?

Ich erinnere mich noch gut: Den ersten Kollektor haben wir 1992 verbaut … das war eine kleine Solarthermie-Anlage mit Flachkollektoren zur Warmwasserbereitung. Damals wurden wir von einigen Kollegen dafür noch schief angeguckt.

Und heute sind Sie Paradigma-Partner. Was sind Ihre Gründe dafür, dass Sie diese Partnerschaft eingehen?

Ich sag’s mal so: Die Paradigma-Solarthermie-Kollektoren sind tolle Produkte. Die Firma ist eine mit “kurzen Wegen”. Als Partner-Handwerker kann ich auch mal mit “den Oberen” des Unternehmens direkt sprechen. Kurz: Ich fühle mich als Handwerker ernst genommen.

Herr Schäfer, beschreiben Sie uns bitte Ihr aktuelles Solarthermie-Projekt!

Momentan ist es wieder jede Woche ein Projekt. Meistens handelt es sich dabei um Anlagen für Einfamilienhäuser mit einer Kollektorfläche zwischen 10 und 15 Quadratmetern.

Dass es so gut läuft, freut uns! Dann mal anders gefragt: Welches der von Ihnen bisher realisierten Solarthermie-Projekte ist Ihr Lieblingsprojekt und warum ist es das?

Wissen Sie, jeder Auftrag ist ein Lieblingsprojekt. (lacht) Das Besondere bei den Solarheizungen ist das gute Gefühl, dass der Kunde deutlich weniger Brennstoffe verbrennt und wir ein langlebiges Produkt eingebaut haben, womit er dauerhaft seine Energiekosten im Griff hat … So gibt’s nur Gewinner:

  1. Erstens gewinnt der Kunde, denn der hat fortan geringe(re) Heizkosten.
  2. Zweitens gewinnen wir Handwerker, denn wir haben eine uns erfüllende Arbeit – und nicht zu vergessen: unseren Ertrag (lacht).
  3. Drittens gewinnt die Umwelt, denn sie profitiert deutlich von niedrigeren Emissionen.

Ganz besonders stolz bin ich darauf, dass eines unserer Projekte vom BMWI in Berlin vorgestellt wurde.

Anmerkung der Redaktion: Wir stellen zu jedem Handwerker des Monats zwei seiner Lieblingsprojekte hier auf dem Blog näher vor. Auf die Referenz-Projekte von Thorsten Schäfer dürft Ihr gespannt sein, so viel sei schon mal verraten!

Herr Schäfer, und was ist bisher Ihr größtes Erfolgserlebnis in Sachen Solarthermie?

… dass ich inzwischen mehr als 1.000 Quadratmeter Aqua-Plasma-Kollektoren installiert beziehungsweise verkauft habe! (Unser Titelfoto zeigt Thorsten Schäfer mit der Paradigma-Urkunde zum 1000. Quadratmeter Kollektorfläche – Anmerkung der Redaktion).

Das klingt in der Tat großartig! Doch mal Hand auf’s Herz: Wo drückt der Schuh im Solarteurs-Alltag? Welche Hürden sind im alltäglichen Umgang mit Solarthermie gegebenenfalls besonders hoch beziehungsweise schwer zu nehmen?

Ganz ehrlich? Der Antragswust für BAFA, progress.NRW, KFW & Co. nimmt leider deutlich zu. Jetzt kommt auch noch das Labeling … Als Handwerker brauche ich für den Papierkram viel zu viel Zeit … Viel lieber würde ich die nutzen, um den einen oder anderen neuen Kunden auf die “Solarseite” zu ziehen … (lacht)

Was wünschen Sie sich für Ihren Solarthermie-Job?

Natürlich noch ganz viele Dächer die wir “belegen” dürfen!

Letzte Frage, Herr Schäfer: In Gesprächen mit Handwerkern hören wir mitunter, dass es so manchem Ihrer Kollegen lieber sei, ein Bad einzubauen, als eine Solarthermie-Anlage aufs Dach zu montieren. Wie sehen Sie das “Baddilemma” – und falls es so ist, was müsste Ihrer Meinung nach zugunsten der Solarthermie verbessert werden?

Solarthermie wird häufig mit “Das bringt doch nichts!” abgestempelt. … Und ja , das haben wir auch gesagt, als wir nur die Flachkollektoren kannten.

Es muss in der Öffentlichkeit mehr über das Thema “Wärme” gesprochen werden! Die meisten verbinden mit der Energiewende ja leider nur den Strom. Viele Leute haben noch nicht kapiert, dass es sich bei der Solarthermie nur um eine Einmalinvestition handelt – und die Energie nachher für “lau” vom Dach kommt. Die Energie ist dann einfach so da!

Schau’n Sie: Wir werden manchmal mit unseren beiden Twizy´s (zweisitziges, vollelektrisches Elektroauto des französischen Herstellers Renault- Anmerkung der Redaktion) beschmunzelt … Aber das ist – Entschuldigung – voll geil! Du steckst den Stecker in die Steckdose und fährst einfach nur mit der Kraft der Sonne (OK, wir haben ‘ne Batterie, hat leider noch nicht jeder …) ohne Kosten, egal, wie viele Kilometer ich fahre.  Genauso ist es doch auch mit der Sonnenwärme: Einfach so da, die Energie!

Herr Schäfer, vielen Dank, dass Sie uns Rede und Antwort gestanden haben!

Foto: Paradigma

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