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Heizen mit Erneuerbaren Energien: Das ist der deutsche Wärmemix!

Wie schon mehrfach geschehen zeigen wir euch hier auf dem Blog immer wieder gerne Grafiken zum Thema Heizen mit Solarthermie & Co. Gerade veröffentlichte die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) die neue Grafik “Der Wärmemix in Deutschland 2016”. Sie steckt voller Informationen und zeigt uns unter anderem, dass fast die Hälfte (44,5 Prozent) des deutschen Endenergieverbrauchs für Wärme im Jahr 2016 mit Erdgas gedeckt wurde. Öl (13,8 Prozent) und Kohle (9,1 Prozent) hätten demnach 23 Prozent dazu beigetragen, während die Erneuerbaren Energien 11,5 Prozent ausmachten. Vor allem die Bioenergie spielte bei grüner Wärmeversorgung eine tragende Rolle.

Gemessen am gesamten Endenergieverbrauch der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr hätten Wärme und Kälte laut der AEE einen Anteil von 49,6 Prozent (ohne Strom). Das sind 1.262 Milliarden Kilowattstunden (kWh). Um die Treibhausgasemissionen langfristig zu senken, so fordert die AEE in der zugehörigen Prressemitteilung, müsse neben verstärkter Energieffizienz die erneuerbare Wärme deutlich ausgebaut werden.

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Die neue Heizungsgrafik der AEE beziffert die Anteile der einzelnen Energiequellen am deutschen Wärmemix des Jahres 2016. Grafik: AEE

Der deutsche Wärmemix 2016 – Anteile der Erneuerbaren

Von den 1.431 Milliarden kWh Wärme, die in Deutschland 2016 genutzt worden seien, ließen sich der Heizungsgrafik zufolge nur 164 Milliarden kWh, das entspreche 11,5 Prozent, auf Erneuerbare Energien zurückführen.

Bioenergie, Klär- und Deponiegas

Bioenergie, Klär- und Deponiegas würden dabei mit 143 Milliarden kWh (10 Prozent) den größten Anteil ausmachen. Die Flexibilität der Bioenergie sei laut Aussage der AEE für das Energiesystem der Zukunft unabdingbar. Als Einsatzstoffe böten sich demnach unter anderem Holz und Energiepflanzen an.

2017 wuchsen Energiepflanzen auf insgesamt 2,35 Millionen Hektar in Deutschland, schreibt die AEE weiter, darunter nicht nur Mais, sondern zum Beispiel auch Roggen, Topinambur, Sonnenblumen, Rüben und Ackergras. Die Diversität der Energiepflanzen zeige sich nicht nur in ihrem Erscheinungsbild, sondern auch in der Art ihrer Nutzung für die einzelnen Sektoren der Energieversorgung. Wer dazu mehr lesen möchte, kann sich das RENEWS SPEZIAL der AEE zum Thema Energiepflanzen hier kostenlos downloaden.

Der nachwachsende Rohstoff Holz spiele bei der Wärmeversorgung aus Bioenergie traditionell die wichtigste Rolle, erklärt die AEE weiter.

Geothermie & Umweltwärme zur Wärmeerzeugung

Die Geothermie und Umweltwärme haben in 2016 13 Milliarden kWh Wärme geliefert. Das sei der Grafik zufolge ein Anteil von 0,9 Prozent an der Wärmemenge, die die Erneuerbaren Energien in dem Jahr beitrugen.

Solarthermie zur Wärmeerzeugung

Solarthermie brachte sich im Jahr 2016 mit acht Milliarden kWh Wärme in den Wärmemix Deutschlands ein. Das entspreche laut der Grafik der AEE einem prozentuallen Anteil von 0,5.

Der deutsche Wärmemix 2016 – Anteile der anderen Wärmequellen

Nachdem wir uns die Anteile der Erneuerbaren Energien am deutschen Wärmemix 2016 genauer angeschaut haben, werfen wir jetzt einen Blick auf den großen Rest vons Ganze – 88,5 Prozent der im Jahr 2016 erzeugten Wärme stammt laut der AEE-Grafik von den Energiequellen:

  • Erdgas mit 44,5 Prozent (636 Milliarden kWh)
  • Öl mit 13,8 Prozent (198 Milliarden kWh)
  • Strom mit 12,5 Prozent (179 Milliarden kWh)
  • Kohle mit 9,1 Prozent (131 Milliarden kWh)
  • nicht erneuerbare Fernwärme mit 7,1 Prozent (102 Milliarden kWh)
  • Sonstige mit 1,5 Prozent (21 Milliarden kWh)

Nach der Analyse der AEE-Grafik zum deutschen Heizungsmix in 2016 ist eins ganz klar: Die bezifferten Anteile der einzelnen Wärmequellen und insbesondere der mit 11,5 Prozent nur geringe Anteil der Erneuerbaren Energien daran belegen die Dringlichkeit der Wärmewende.

Foto: Doreen Brumme, Grafik zum Wärmemix: Agentur für Erneuerbare Energien (AEE)