Handwerker des Monats Solarthermie

Immer mehr Kunden sind an Solarthermie interessiert!

Der letzte Junitag ist gekommen … und mit ihm unser Handwerker des Monats! Ich stelle euch den Sanitär- und Heizungsbaumeister sowie Solarteur und Paradigma-Partner Dorian Prochota und seinen Betrieb “Dorian Prochota energie bad heizung” mit Sitz in 45257 Essen in Nordrhein-Westfalen vor. Lest hier, was den Handwerker solartechnisch antreibt und wie es ihm mit der Solarthermie ergeht.

Dorian Prochota, bitte beschreiben Sie uns kurz Ihren Betrieb!

Dorian Prochota: Wir sind ein Betrieb mit fünf Angestellten, davon vier Monteure und eine Mitarbeiterin im Büro. Hinzu kommen zwei Auszubildende, einer davon im Außendienst, einer im Büro.

Wir decken die Bereiche Energie, Bad und Heizung ab, wobei in den vergangenen anderthalb Jahren ganz klar die Heizung einen Schwerpunkt in unserer Arbeit darstellt. Hier bieten wir Dienstleistungen rund um das Heizen mit Gas und Holzpellets sowie regenerativer Energie an, sprich: Solarthermie, auf Wunsch auch Photovoltaik, Wärmepepumpen und BHKW. Neuerdings kommt auch die Brennnstoffzelltechnik hinzu.

Wie kamen Sie zu dem Beruf?

Ich wollte ursprünglich den Beruf eines Kaufmanns im Einzelhandel erlernen – fand 1999 aber keine passende Ausbildungsstelle. Dann hörte ich, dass der Betrieb Gerhard Minkau in Attendorn einen Auszubildenden zum Gas-Wasser-Installateur suchte. Der wurde ich. In den Jahren 2005/6 machte ich meinen Sanitär- und Heizungsbaumeister auf der Meisterschule. Und 2009 folgte dann noch die Ausbildung zum Solarteur.

Ich war im Unternehmen zunächst als Monteur tätig, wurde dann Projektleiter und verantwortete den Kundendienst. 2011 machte ich mich dann mit meinem eigenen Betrieb selbständig.

Wie kommt’s, dass das Thema Solarthermie auf der Liste Ihrer Dienstleistungen steht?

Ich begegnete der Solarthermie schon während meiner Ausbildung. Wir haben damals schon Röhrenkollektoren verbaut. Zum Beispiel die bislang größte Anlage meiner Solarthermie-Karriere mit 30 Quadratmetern Kollektorfläche, vier 1000-Liter-Pufferspeichern und einem 500-Liter-Warmwasserbereiter. Das war auf dem Flachdach der Lebenshilfe Werkstätten Oberhausen gGmbH. Auch die Firma Paradigma kenne ich schon aus der Zeit. Der Betrieb Minkau war übrigens der 3. Betrieb in ganz Deutschland, der eine Pelletanlage aus dem Haus Paradigma installierte.

Sie sind heute mit Ihrem eigenen Betrieb auch Paradigma-Partner. Was sind die Gründe für diese Partnerschaft?

Zum einen ist es natürlich die Solarthermie, die uns verbindet. Ich hatte von Beginn an  großes Interesse an der Technologie. Ich schätze daran, dass man mit ihrer Hilfe unabhängiger von den fossilen Energieträgern Öl, Gas und Kohle und den zugehörigen Preisen werden kann. Und zugleich die Umwelt schont. Zum anderen war es natürlich die langjährige und bewährte Beziehung zum Hersteller Paradigma, die mich beim Wechsel in die Selbstständigkeit bewog, die Partnerschaft auch unternehmerisch auf eigenen Füßen stehend fortzusetzen. Ich bin nach wie vor von den Paradigma-Produkten überzeugt und mag die Philosophie, die sich der Hersteller auf die Fahnen schreibt. Dazu stehe ich.

Beschreiben Sie uns bitte Ihr aktuelles Paradigma-Solarthermie-Projekt!

Wir haben dieser Tage gerade eine Solarthermie-Anlage mit zwei Aqua-Plasma-Vakuumröhrenkollektoren von Paradigma fertiggestellt. Die Anlage hat eine Bruttokollektorfläche von neun Quadratmetern. Wir haben den alten athmosphärischen Heizwertkessel des Kunden ausgebaut und ihm stattdessen einen Pufferspeicher mit Kompaktheizzentrale ENERGY VARIO eingebaut.

Welches der von Ihnen bisher realisierten Solarthermie-Projekte ist Ihr Lieblingsprojekt und warum ist es das?

Mein Lieblingsprojekt ist eine Anlage, die wir im November 2015 errichtet haben. Die 10 Quadratmeter Kollektorfläche klingen vielleicht nicht spektakulär – dafür aber die Ersparnis an Heizkosten umso mehr: 56 Prozent spart der Kunde jährlich dank der neuen Pellet-Brennwert-Anlage plus Solarthermie ein. Und weil wir die alte Nachtspeicherheizung dafür komplett außer Betrieb genommen haben, ist auch die Ersparnis an CO2 enorm.

Und wo drückt der Schuh im Alltag? Welche Hürden sind im alltäglichen Umgang mit Solarthermie gegebenenfalls besonders hoch beziehungsweise schwer zu nehmen?

Ich kann gar nicht sagen, dass mich der Schuh derzeit überhaupt drückt. Wie erwähnt: Im Bereich Heizung läuft’s bei uns seit anderthalb Jahren sehr gut. Ich habe den Eindruck, dass immer mehr Kunden an regenerativer Energie interessiert sind und dazu inzwischen auch viel wissen. Wir bekommen immer häufiger Anfragen von Kunden zu konkreten Projekten.

Wie bevorzugen Ihre Kunden die Überwachung der Anlagen – mit den üblichen Paradigma-on-board-Mitteln oder Extras?

Seit diesem Jahr spüren wir seitens unserer Kunden ein vermehrtes Interesse an der Gebäudeleittechnik. Smart-Home-Steuerungen scheinen in Mode zu sein. Ich vermute, das ist wegen des Prestiges so. Ich sehe diese Entwicklung eher skeptisch: Sie macht den technischen Prozess zwar transparent, aber eben auch den Verbraucher.

Was halten Sie vom neuen Kollektorertragslabel und wie hilft es Ihnen in der Praxis?

Wir informieren unsere Kunden im Rahmen der Beratung darüber und erhoffen uns davon einen Wettbewerbsvorteil (lacht).

Was wünschen Sie sich für Ihren Solarthermie-Job?

Jede Woche eine zu installierende Solarthermie-Anlage, das wäre toll! (lacht) Im Ernst: Ich denke, dass mehr Kunden sich eine Anlage aufs Dach holen würden, wenn es diese zu erschwinglicheren Preisen gäbe.

Vielen Dank, Dorian Prochota, dass Sie uns heute Rede und Antwort gestanden haben!

Foto: Dorian Prochota