Jetzt gibt's den Solarwärme-Check von der Verbraucherzentrale

Das nenne ich mal eine gute Sache: Die Energieberatung der Verbraucherzentrale bietet euch ab sofort einen „Solarwärme-Check“ an. Dabei überprüfe ein unabhängiger Energieberater, ob eure Solarthermie-Anlage bereits optimal arbeitet oder, ob in Sachen Leistung noch Luft nach oben ist. Unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 809 802 400 könne man laut des Verbraucherzentrale Bundesverbandes e.V.  einen Termin mit einem Energieberater in seiner Nähe vereinbaren. Alles, was ihr dazu wissen müsst, habe ich euch hier zusammengestellt.

Im Laufe der Betriebszeit lässt auch die beste Solarthermie-Anlage hier und da mal nach. Die Leistungseinbußen bedeuten weniger Ertrag – und weniger der vom Einsatz der Anlage erhofften Ersparnis an Heizungskosten. Und, das steht außer Frage, dass die Heizkostenersparnis möglichst groß ausfällt, ist ja der Hauptbeweggrund vieler Betreiber von Solarwärmealnagen. Theoretisch stehen die Chancen dafür auch gut, denn die Anlagen ernten die Gratis-Wärme der Sonne und leiten sie in die Heizungsanlage des Haushalts weiter, wo diese schließlich dazu beiträgt, Brauch- und / oder Heizwasser zu erwärmen. (Fossiler) Brennstoff wird damit gespart – und zugleich erzeugt die solare beziehungsweise teilsolare Heizung weniger klimaschädigende Treibhausgas-Emissionen als die Heizungsanlage ohne sie.

Theorie und Praxis von Anlagenleistung stimmen nicht immer überein

Was auf dem Papier wie eine klassische win-win-Situation wirkt – mit den Gewinnern: Verbraucher und Umwelt – trifft in der Praxis allerdings häufig nur teilweise ein. Denn nicht jede Anlage liefert tatsächlich die Erträge, die sich ihr Betreiber von ihr erhofft beziehungsweise entfernen diese sich kontinuierlich vom Optimum.

 „Im Echtbetrieb sparen die Anlagen oft viel weniger ein als erhofft. Die Heizkosten sinken dann natürlich ebenfalls weniger stark, und es dauert länger, bis die Investition sich rechnet. In extremen Fällen benötigt das Gesamtsystem sogar mehr Brennstoff, als es ohne solarthermische Anlage der Fall wäre.“ 

Das sagt Peter Kafke, Energieberatungs-Experte der Verbraucherzentrale. Wobei der Anlagenbesitzer womöglich erst mal gar nicht bemerke, dass die Anlage nicht optimal liefe. Vielmehr schöben viele Verbraucher laut Kafke den höher als erwarteten Verbrauch an Brennstoff seitens des primären Wärmeerzeugers ihrer Heizungsanlage auf das Wetter oder „falsche“ Heizgewohnheiten. Dinge also, die man – wie im Falle der Witterungsverhältnisse – nicht beeinflussen könne und Dinge, die man – wie im Falle der persönlichen Heizgewohnheiten (Stichwort: Komfortzone) –  nicht unbedingt ändern wolle. Doch mit dem sinkenden Solarertrag verringere sich auch der grüne Effekt, den die Anlage in Sachen Klimaschutz haben könnte. Und damit, so Kafke, bliebe nicht nur das Klima auf der Strecke, sondern auch die daraus resultierende Grundlage für die staatliche Förderung, die man als Betreiber einer Solarthermie-Anlage genießen könne.

Peter Kafke erklärt dazu weiter, dass Abhilfe nicht nur möglich sei, sondern auch noch nicht mal viel kosten würde: Oft stimme die Kommunikation zwischen Solaranlage und Heizkessel nicht. Dann heize vielleicht der Kessel den Speicher genau dann mit teurem Heizöl auf, wenn gerade genug Wärme aus der Solaranlage verfügbar wäre. Oder die Leitungsdämmung im Außenbereich sei nicht witterungs- und UV-beständig. Beides könne man meistens einfach beheben.

Den Maßnahmen zur Optimierung des Anlagenbetriebs oder der Anlage im bautechnischen Sinne, sollte, so sagt der Energie-Experte Kafke weiter, jedoch eine praktische Prüfung ihrer tatsächlichen Leistungsfähigkeit vorausgehen. Die Beurteilung, ob die Solarthermie-Anlage optimal laufe und wie erwartet für Kostenersparnis sorge, überfordere Laien jedoch oft. Wohl dem, der einen Wartungsvertrag mit seinem Solarteur ausgehandelt hat, der auch Termine umfasst, um zwischendurch mal zu checken, ob die Anlage noch nach Plan läuft.

Für alle anderen, die Zweifel an der Leistung ihrer Solarthermie-Anlage hegen, gibt’s jetzt mit dem „Solarwärme-Check“ der Energieberatung der Verbraucherzentrale die Möglichkeit, prüfen zu lassen, ob Maßnahmen zu deren Optimierung ergriffen werden sollten.

Solarwärme-Check kurz & knapp erklärt

Alle Infos zum Solarwärme-Check habe ich hier hier kurz & knapp für euch zusammengefasst:

Was passiert beim Solarwärme-Check?

Laut Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. prüfe ein unabhängiger Energieberater beim Solarwärme-Check vor Ort (erster Termin) zentrale Komponenten wie Kollektor, Speicher und Sicherheitseinrichtungen eurer Anlage. Außerdem würden der Dämmstandard von Rohren und Armaturen überprüft und Daten wie Alter, Zustand und Dimensionierung des Systems erfasst. Dann schließe er Messgeräte zum Aufzeichnen wichtiger Systemtemperaturen an. Die dokumentierten Messdaten würden demnach bei einem zweiten Termin, der nach einigen Tagen erfolge, von denen mindestens einer ein Sonnentag war, ausgelesen. Anschließend führe der Energieberater alle Daten zusammen, interpretiere die Messergebnisse und analysiere, ob die Effizienz der Anlage zu wünschen übrig ließe und wie sie zu verbessern sei.  Den Bericht mit seiner Gesamteinschätzung zur Anlage (andere Quellen schreiben: den Kurzbericht mit allen relevanten Daten), einem  Diagramm, dass Aufschluss über die Temperaturen im Kollektorkreis in Bezug zu den Strahlungsdaten gäbe, und daraus resultierenden Handlungsempfehlungen erhalte der Auftraggeber wenig später auf dem Postweg, heißt es seitens der Verbraucherzentrale.

Konkret überprüfe der unabhängige Energieberater vor Ort zum Beispiel, ob:

  • die Größen von Speicher und Kollektor zueinander passen,
  • die Rohrleitungen und Armaturen vollständig und mit den richtigen Materialien gedämmt sind,
  • es unnötige Wärmeverluste bei Zirkulation und Speicher gibt,
  • das Warmwasser im Sommer vollständig über die Solaranlage erhitzt wird
  • und, ob die Kommunikation zwischen Solaranlage und Heizkessel stimmt.

Wer kann den Solarwärme-Check nutzen?

Der Solarwärme-Check sei ein Angebot, dass alle privaten Verbraucher nutzen könnten, die eine Solarthermie-Anlage zur Warmwasserbereitung und / oder Heizungsunterstützung betrieben, wobei die installierte Bruttokollektorfläche 50 m² nicht übersteigen sollte, erläutert die Verbraucherzentrale hier.

Wie und wo holt man sich einen Termin zum Solarwärme-Check?

Unter der eingangs bereits angegebenen kostenlosen Telefonnummer

0800 809 802 400

könne ab sofort jeder einen Termin für den Solarwärme-Check mit einem Energieberater in seiner Nähe buchen.

Was kostet euch der Solarwärme-Check?

Der Solarwärme-Check wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Als Anlagenbesitzer beteiligt ihr euch an den Kosten des Solarwärme-Checks mit 40 Euro. Einkommensschwache Haushalte bekämen den Solarwärme-Check bei Vorlage eines gültigen Nachweises über den Bezug von Arbeitslosengeld II (ALG II), Bafög, Grundsicherung oder Wohngeld (SGB 2) kostenlos.

Foto: Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

Darf’s ein bisschen mehr sein? Passend zum Thema:

  • Was ist, wenn die Solaranlage den Takt angibt?

  • Kennt auch wirklich jeder den Unterschied zwischen Temperaturdifferenz und Kollektortemperatur?
  • halbierung der heizkosten durch solar
    Warum bei der Umstellung von Öl auf Solar der Energieverbrauch…
  • energieautarkes Haus von Timo Leukefeld
    Kosten und echte Erträge eines energieautarken Hauses
mal geteilt
image_pdf

Ein Kommentar zu “Jetzt gibt's den Solarwärme-Check von der Verbraucherzentrale”

  1. Paul Schmid

    Wir haben den kostenlosen Solarwärme-Check der Verbrauchenzentrale genutzt.
    Ein großes Kompliment an die Verantwortlichen des Teams Energiebeartung für diese Aktion. Die Auswertungsunterlagen sind ganz hervorragend aufbereitet und geben uns klare Vorschläge für mögliche Verbesserungen.

Kommentar verfassen

Ihre Emailadresse wird nicht veröffentlicht.Pflichtfelder sind so gekennzeichnet *

Erlaubtes HTML <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>