Schweiz: 46 Prozent der Hauseigentümer nutzen Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien in der Schweiz

Ich habe ja kürzlich versprochen, mich hier auf dem Blog thematisch mal ein bisschen mehr um die Schweiz zu kümmern. Und versprochen ist versprochen und jetzt wo die Schweiz bei der Fussball WM ausgeschieden ist, können sie sich wieder wichtigeren Dingen zuwenden … Die Meldung der Neuen Züricher Zeitung (NZZ) kommt da auch gerade richtig. Ihr Titel lautet: „Schweiz: Erneuerbare Energien im Privathaushalt nehmen zu“. Das ergab demnach eine Umfrage, die unter anderem Thema des 5. Forums für Management Erneuerbarer Energien in St. Gallen war.

Die Online-Ausgabe der Zeitung schreibt, dass die Mehrheit der schweizerischen Bevölkerung einer Umfrage zufolge den Atomausstieg nicht nur befürworte, sondern gleichzeitig immer offener für alternative Energiequellen im eigenen Heim sei. Dabei würden seitens der Verbraucher Banken mehrheitlich als kompetente Partner in Energiefragen wahrgenommen. Wie erfreulich für die Bankinstitute! Dazu muss man wissen, dass die Daten für das Kundenbarometer Erneuerbare Energien 2014 im Auftrag einer Bank, laut NZZ die Bankengruppe Raiffeisen, erhoben und von dieser finanziert wurden. Durchgeführt habe die Erhebung demnach die Universität St. Gallen. Doch das nur der Vollständigkeit halber. Muss man ja wissen.

Nicht überraschend ist der Kundenwunsch, der da lautet: „attraktive Finanzierungsangebote für erneuerbare Energien am eigenen Haus“. Da kann man nur hoffen, dass sich Finanzierungsexperten wie Berater in den Banken oder andere Investoren mit dem Stoff „Erneuerbare Energien“ im erforderlichen Maß auseinandersetzen, um der Komplexität einer Investition in erneuerbare Energien gerecht zu werden. Dass das nötig ist, hören wir in Gesprächen mit Verbrauchern übrigens auch häufig.

77 Prozent der Schweizer für Atomausstieg und Einstieg in Erneuerbare

Die eingangs erwähnte Umfrage jedenfalls ergab, dass mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Schweizer in einer Volksabstimmung für den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis ins Jahr 2034 stimmen würden. Den Ausstieg aus der Atomenergie verbänden die Befragten wiederum mit dem Einstieg in die erneuerbaren Energien. Das zumindest sagte laut der Zeitung Sylviane Chassot, Ökonomin am Lehrstuhl für Management Erneuerbarer Energien der Universität St. Gallen auf dem Branchenforum.

46 Prozent der Schweizer Hauseigentümer setzen bereits auf Erneuerbare Energien

Und hier kommt noch eine spannende Zahl: 46 Prozent der Schweizer Hauseigentümer würden mittlerweile Energietechnologien wie

  • Solarthermie,
  • Photovoltaik
  • oder Wärmepumpe als Kostenfalle bei steigenden Strompreisen?” href=”https://blog.paradigma.de/die-warmepumpe-als-kostenfalle-bei-steigenden-strompreisen/” target=”_blank”>Wärmepumpen nutzen.

Der Zeitung zufolge gibt es somit einen 5-prozentigen Anstieg von Nutzern erneuerbarer Energien im Vergleich zum Jahr 2012. Da nutzten 41 Prozent der Hausbesitzer Erneuerbare.

Gute Aussichten für die Solarenergie? Nicht nur: Auch für Branchen wie den Möbel- und Einrichtungshandel sähe die Wissenschaftlerin Chassot, die sich laut NZZ schwerpunktmäßig mit dem Konsumverhalten der Verbraucher beschäftige, derzeit eine gute Gelegenheit (window of opportunity): Sie erwarte Geschäftsmodelle, die beispielsweise künftig Solarpanels oder andere Applikationen in ihr Angebot einbezögen.

Schweizer vertrauen bei Finanzierung auf regional verankerte Banken

Noch ein paar Fakten, die die Erhebung ergab. Gehe es um die Finanzierung hielten 60 Prozent der befragten Schweizer „ihre Bank für kompetent genug, die Chancen und Risiken richtig einzuschätzen“, heißt es in der NZZ weiter. Die entsprechende Vorjahreszahl lautete 55 Prozent. Auch in Sachen “Vertrauen in die Bank” ist hier also ein Zuwachs zu verbuchen.

Laut Chassot seien es insbesondere die „regional verankerte Banken“, an die sich Verbraucher wenden würden, wenn sie das eigene Haus energetisch optimieren wollen. Deshalb rät die Wissenschaftlerin, dass sich die Banken künftig noch mehr auf die sich verändernden Kundenbedürfnisse in diesem Bereich einstellen müssten.

Ein Rat, den sich nicht nur die Schweizer Bänker zu Herzen nehmen sollten, sondern auch die in Österreich und hierzulande, wie wir meinen. Fakt ist, dass das Wissen um die erneuerbaren Energien noch viel strukturierter und breiter verteilt werden muss.

Erneuerbare Energien: Wissen muss in alle Branchen fließen

Laut NZZ stellten dies auch institutionelle Investoren wie Manuel Lewin, der das Responsible Investment der Zurich Insurance Group leitet, fest. Demzufolge sei Lewin zunehmend damit beschäftigt, „Kompetenz in den Bereichen der erneuerbaren Energien sowie die richtige Einschätzung des Klimawandels als Risikofaktor“ aufzubauen. Er sagte auf dem Forum für Management Erneuerbarer Energien in St. Gallen, dass die Universität Erkenntnisse nicht nur an Energieexperten weitergeben dürfe. Schließlich hätten diese Themen auch im Mainstream Finanzbereich langfristig einen starken Einfluss.

Fragt sich mal wieder, wer hier eine Bring- und wer eine Holschuld hat. Wenn überhaupt.

Schweizer Politik will Erneuerbare Energien näher an den Markt führen

Derzeitiges Ziel der Schweizer Politik sei das nähere Heranführen der Erneuerbaren an den Markt. In seinem Grußwort an das Forum schrieb das zumindest der Direktor des Bundesamts für Energie (BFE), Walter Steinmann: Markt und Wettbewerb, so zitiert die Neue Züricher Zeitung den Politiker, sollen in der gesamten Schweiz im Zentrum der Energiepolitik stehen. Mittelfristig sollen die Anlagenbetreiber selbst für den Absatz des Stroms verantwortlich sein, schließlich ginge die Politik längerfristig auch davon aus, dass diese Technologien preislich konkurrenzfähig seien, heißt es in der Zeitung weiter.

Der BFE-Direktor sagte außerdem, dass in den kommenden Jahren der „Kampf um ertragsbringende Geschäftsmodelle im sich öffnenden Energiemarkt intensiver“ werden würde. Und, dass mit der Umstrukturierung bei der Energieversorgung „alteingesessene Energieversorgungsunternehmen auf potente Player aus anderen Branchen, zum Beispiel aus dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien“ träfen. Beispielhaft dafür seien demnach „konkrete Projekte bisher branchenfremder Akteure wie Google, IBM, Microsoft oder Swisscom, mit denen der Energieversorgungsmarkt aufgerüttelt“ werde. Der Politiker meint aber auch, dass die Versorger von den neuen Chancen profitieren könnten.

Soviel für heute zu aktuellen Zahlen und Fakten zum Thema Erneuerbare Energien in der Schweiz.

Foto: boing / photocase.de

 

 

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