Bundesländervergleich Erneuerbare Energien 2017 – das Ranking

Titel Bundesländervergleich Erneuerbare Energien 2017

Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern  – das sind die Top 3 der deutschen Bundesländer, wenn es um den Ausbau Erneuerbarer Energien geht. Das ergab ein gerade veröffentlichter Bundesländervergleich. Dafür wurden die Bundesländer anhand von 59 Indikatoren dahingehend verglichen, welche politischen Anstrengungen sie unternehmen und welche Erfolge sie bei der Nutzung Erneuerbarer Energien sowie beim damit verbundenen wirtschaftlich-technischen Wandel verbuchen können. Am Ende der so entstehenden Rangliste stehen die Bundesländer Hessen, Berlin und das Saarland.

Die Rolle der Bundesländer bei der Energiewende

Die Bundesländer seien laut der gemeinsamen Pressemitteilung des

  • Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)
  • und des Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW)
  • im Auftrag von und in Kooperation mit der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE)

zur Veröffentlichung des Bundesländervergleichs wichtige Akteure in der Energiewende. Denn sie würden

  1. sowohl die Energieziele des Bundes und der Europäischer Union mit dem konkreten Ausbau vor Ort umsetzen,
  2. als auch mit eigenen Zielen, Schwerpunkten und Programmen sowie der Ausgestaltung von Rahmenbedingungen den Fortgang der Energiewende bestenfalls voranbringen – schlimmstenfalls bremsen.

Der Bundesländervergleich Erneuerbare Energien von DIW Berlin, ZSW und AEE zeige auf Basis von 59 Einzelindikatoren und in vier zusammenfassenden Indikatorengruppen,

  • welche politischen Anstrengungen die Bundesländer unternommen
  • und welche Erfolge sie beim Nutzen Erneuerbarer Energien sowie beim technologischen und wirtschaftlichen Strukturwandel sie erzielt hätten.

Die Indikatoren würden laut den Machern des Bundesländervergleichs Erneuerbare Energien

  • zum einen die landesspezifische  energiepolitische Programmatik, die Anteile Erneuerbarer Energien am Energieverbrauch und Ausbauerfolge bei einzelnen Technologien wie Windkraft oder Solarenergie erfassen.
  • Zum anderen würden sie die Forschungsanstrengungen im Bereich der Erneuerbaren Energien, die Unterstützung bei der Ansiedlung von Unternehmen aus der Branche und die Patentanmeldungen in diesem Feld aufzeigen.

Mit dem 5. Bundesländervergleich werde die Energiewende-Entwicklungen auf föderaler Ebene vergleichbar, so dass sich bewerten lasse, welches Bundesland besonders erfolgreich agiere und welches noch Potenzial zur Optimierung habe, erklärt Prof. Dr. Claudia Kemfert, Abteilungsleiterin Energie, Verkehr, Umwelt beim DIW Berlin. Die aktuelle Studie zeigt Kemfert zufolge bei vielen Indikatoren neue Höchststände, etwa hinsichtlich der Anteile an Erneuerbaren Energien in den Bundesländern und einen fortschreitenden Ausbau bei den verschiedenen Technologien. Generell seien die meisten Länder auf dem richtigen Weg, auch wenn es Unterschiede beim Entwicklungstempo gebe, berichtet die Energie-Expertin weiter.

Bundesländervergleich Erneuerbare Energien 2017 Gesamtranking gestapelt nach Indikatoren

Die Grafik zeigt das Ranking der 16 deutschen Bundesländer im Bundesländervergleich Erneuerbare Energien 2017, wobei das Abschneiden in den einzelnen Bereichen (Indikatorgruppen) aufgezeigt wird. Grafik: AEE

Die Spitzenreiter im Bundesländervergleich Erneuerbare Energien

Die meisten Punkte im aktuellen Gesamtranking konnte dem Bundesländervergleich Erneuerbare Energien zufolge Baden-Württemberg für sich verbuchen. Damit rückte das Bundesland zum ersten Mal auf das höchste Treppchen. Auf Platz landete Mecklenburg-Vorpommern.

Verglichen mit dem Bundesländervergleich Erneuerbare Energien aus dem Jahr 2014 seien sowohl Baden-Württemberg als auch Mecklenburg-Vorpommern um eine Position vorgerückt und den letztmaligen Spitzenreiter Bayern auf Platz 3 verwiesen.

Prof. Dr. Frithjof Staiß, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW, sagt zu den Ergebnissen des Bundesländervergleichs, dass die Vielfalt an Indikatoren erlaube, die Stärken und Schwächen jedes Bundeslandes detailliert einzuordnen. Allein die drei Spitzenreiter würden sich Staiß zufolge erheblich voneinander unterscheiden:

  • Baden-Württemberg punkte vor allem mit seinem politischen Input zur Nutzung Erneuerbarer Energien,
  • Mecklenburg-Vorpommern sei im Bereich Strukturwandel stark
  • und Bayern weise weiterhin hohe Ausbaustände bei den Erneuerbaren auf.

Die folgende Grafik  liefert das Ranking der 16 deutschen Bundesländer im Bundesländervergleich Erneuerbare Energien 2017:

 

Grafik zum Bundesländervergleich Erneuerbare Energien 2017 Gesamtüberblick

Die Grafik zeigt, wie die 16 deutschen Bundesländer im Bundesländervergleich Erneuerbare Energien 2017 abschneiden. Grafik. AEE

Nach dem Spitzenreitern folgen auf Platz 4 Thüringen und auf Platz 5 Schleswig-Holstein: Beide seien der Zusammenfassung der Studie zufolge (Umfang: 32 Seiten, Link zum Download) vor allem bei der Nutzung Erneuerbarer Energien stark.

Die Schlusslichter im Bundesländervergleich Erneuerbare Energien 2017

Die Schlusslichter im Bundesländervergleich  seien Hessen, Berlin und das Saarland. Hessen sei um zwei Plätze abgerutscht, gleichwohl die hessischen Anstrengungen zur Nutzung Erneuerbarer Energien deutlich besser gewertet worden seien als das Gesamtergebnis (hier kam Hessen auf Platz 9). Der Grund für das insgesamt schlechte Abschneiden Hessens sei dessen schlechte Punktezahl im Bereich B zum technologischen und wirtschaftlichen Wandel gewesen. Berlin hätte sich zwar um einen Platz verbessert, doch insbesondere der geringe Fortschritt bei der Nutzung Erneuerbarer Energien, hier erzielte die Bundeshauptstadt die geringsten Werte im Vergleich, hätten das Land runter gezogen.
Das Saarland hätte in beiden Input-Indikatorengruppen auf dem letzten Platz und auch bei den Output-Indikatorengruppen
auf den hinteren Rängen gelegen.

Staiß erklärte, dass weder beim Schlusslicht des Bundesländervergleichs, dem Bundesland Saarland alles schlecht sei, noch dass Baden-Württemberg in allen Bereichen Vorreiter sei und nun die Hände in den Schoß legen könne. In Baden-Württemberg sehe der Experte zum Beispiel Verbesserungspotenzial bei der wirtschaftlichen Bedeutung der Erneuerbaren Energien. Gerade in diesem Bereich punkte jedoch das letztplatzierte Saarland zumindest bei der Entwicklung der Umsätze mit Erneuerbaren-Technologien.

Handlungsbedarf für alle Bundesländer: EE-Anteil bei Fernwärme und Senkung des energiebedingten CO2-Ausstoßes

Gleichwohl die Macher des Bundesländervergleichs nach eigenen Angaben bei den meisten Einzelindikatoren für alle deutschen Bundesländer Fortschritte verzeichnen konnten, habe es an verschiedenen Stellen in einzelnen Ländern auch Rückwärtsentwicklungen gegeben, zum Beispiel

  • beim Anteil Erneuerbarer Energien an der Fernwärme
  • oder bei der Entwicklung energiebedingter CO2-Emissionen.

Philipp Vohrer, AEE-Geschäftsführer, erklärt dazu: „Auch dort, wo erfreuliche Werte konstatiert werden können, ist die Systemtransformation noch lange nicht geschafft. Die Studie zeigt deutlich auf, wo es zu Fehlentwicklungen kommt und wo noch dringender Handlungsbedarf besteht. Es gibt überall noch Verbesserungspotenzial – hier kann man sich jeweils bei den Ländern, die in den einzelnen Punkten besser abgeschnitten haben, noch etwas abschauen. Für die erfolgreiche Realisierung der Energiewende und insbesondere das Erreichen der Klimaziele braucht es weitere Anstrengungen, auch und gerade in den Bundesländern.”

Bundesländervergleich Erneuerbare Energien 2017 Ostdeutschland

Die ostdeutschen Bundesländer zeigen im Bundesländervergleich Erneuerbare Energien 2017 Stärke, die vor allem auf dem Ausbau derselben fußt, der wiederum in der technologischen Modernisierung der Länder nach der Wende begründet ist. Grafik: AEE

Ostdeutschland zeigt bei Erneuerbaren Energien Stärke

Die Macher des Bundesländervergleichs schreiben auch in dessen aktueller Ausgabe den neuen Bundesländern (ohne Berlin) traditionell Stärken zu. Sie begründen dies damit, dass wegen des Zusammenbruchs großer Teile der ostdeutschen Wirtschaft nach der Wiedervereinigung und der Abschaltung vieler veralteter Braunkohlekraftwerke die Erneuerbaren Energien nicht nur die Chance für eine klimaschonende Energieversorgung, sondern auch für neue ökonomische Perspektiven geboten hätten. Diese Möglichkeiten seien gerne ergriffen worden, so dass die
neuen Bundesländer in der Zusammenfassung höhere Werte in allen Indikatorengruppen als die alten Bundesländer erreicht hätten. In diesem Wirtschaftsbereich könne der Osten des Landes also als Vorreiter gesehen werden, so die Verfasser der Studie.

Über den Bundesländervergleich Erneuerbare Energien

Seit 2008 wird im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) und in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sowie dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) regelmäßig verglichen, wo welches deutsche Bundesland beim Ausbau Erneuerbarer Energien steht. Der inzwischen 5. Bundesländervergleich Erneuerbare Energien (Umfang: 236 Seiten, Link zum Download) zeigt, warum das eine Bundesland erfolgreicher ist als das andere: Erfolgsstrategien wie Hemmnisse der föderalen Energiewende werden damit transparent.

Fotos: AEE (3 Grafiken)

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Ein Kommentar zu “Bundesländervergleich Erneuerbare Energien 2017 – das Ranking”

  1. Pavel

    Der Föderalismus ist zwar eine schöne Chance einen “A/B Test” mit 16 Varianten zu fahren, die Ergebnisse zeigen jedoch, dass ein bisschen mehr Bund nicht schaden würde.

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